Um den Ursprung der Demenz einordnen zu können, wird zunächst anhand des Mehrspeichermodells nach Attkinson und Shiffrin der Aufbau des Gedächtnisses dargestellt sowie die dazugehörigen Gedächtnissysteme erläutert. Anschließend wird auf die Ursachen fehlerhafter Erinnerungen, dem sogenannten Vergessen, eingegangen. Vor diesem Hintergrund werden die Formen und Symptome der Demenz erörtert, um die jeweiligen Ursachen und deren Behandlungsformen zu veranschaulichen. Im Anschluss folgt der Diskussionsteil, in dem die Ergebnisse der zuvor entwickelten Argumentationsketten zusammengefasst und kritisch diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mehrspeichermodell von Attkinson & Shiffrin
3. Ursachen für fehlerhafte Erinnerungen
3.1 Scheitern der Enkodierung
3.2 Verfall
3.3 Interferenz
3.4 Misslingen des Abrufs
3.5 Motiviertes Vergessen
4. Demenz
4.1 Vorkommen
4.2 Krankheitsverläufe
4.3 Ursachen
4.4 Formen und Symptome der Demenz
4.5 Behandlung und Betreuung
5. Diskussion
6. Fazit / Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses anhand des Mehrspeichermodells und untersucht die neurophysiologischen sowie psychologischen Ursachen für Gedächtnisstörungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Demenzerkrankung, deren Symptomatik, Diagnostik mittels gängiger Screening-Methoden und modernen therapeutischen Interventionsmöglichkeiten.
- Struktur des menschlichen Gedächtnisses (Mehrspeichermodell)
- Ursachen und Mechanismen des Vergessens und fehlerhafter Erinnerungen
- Klinische Formen und Krankheitsverläufe verschiedener Demenz-Typen
- Diagnostische Verfahren zur Früherkennung (z.B. Uhrentest)
- Medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsansätze
Auszug aus dem Buch
3.1 Scheitern der Enkodierung
Der Ablauf der Informationsaufnahme und -verarbeitung zur Eingabe in das Gedächtnissystem wurde bereits unter 2.1 dargestellt und erläutert. Nun steht das Scheitern dieses Vorganges im Fokus. Informationen, welche sich in dem sensorischen Gedächtnis befinden, werden nicht durch Enkodierung in das Kurzzeitgedächtnis gelangen, wenn es sich bei der Information um eine unbedeutende handelt oder auf diese keine gerichtete Aufmerksamkeit gelenkt wurde. Der Übergang in das Langzeitgedächtnis erfolgt nur dann, wenn Informationen wiederholt und bearbeitet werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gedächtnisinhalte nur langfristig gespeichert werden können, wenn eine intensive Auseinandersetzung mit den Informationen stattfindet oder ein persönlicher Bezug besteht. Ein Ereignis, wie zum Beispiel eine Geburtstagsfeier, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit abgespeichert als ein gewöhnliches Kundentelefonat auf der Arbeit. Je wichtiger oder persönlicher eine Information ist, umso leichter fällt einem die Enkodierung in das Langzeitgedächtnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, definiert das Gedächtnis als zentrales Speichersystem und führt in die gesellschaftliche Relevanz der Demenzforschung ein.
2. Mehrspeichermodell von Attkinson & Shiffrin: Dieses Kapitel erläutert das Drei-Stufen-Modell der Informationsverarbeitung bestehend aus sensorischem Gedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis.
3. Ursachen für fehlerhafte Erinnerungen: Hier werden die verschiedenen psychologischen Erklärungsansätze für Wissensverlust wie Enkodierungsfehler, Zeitverfall, Interferenz, Abrufprobleme und Verdrängung detailliert beleuchtet.
4. Demenz: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über Vorkommen, Stadien, Ursachen und die bekanntesten Demenzformen wie Alzheimer und vaskuläre Demenz sowie deren Behandlungsmöglichkeiten.
5. Diskussion: Dieser Teil reflektiert kritisch über Diagnose-Problematiken und stellt die methodische Abgrenzung zwischen Demenz und Pseudodemenz heraus.
6. Fazit / Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Aspekte der Arbeit zusammen und hebt die Bedeutung einer frühzeitigen, fundierten Diagnose hervor.
Schlüsselwörter
Gedächtnismodell, Informationsverarbeitung, Mehrspeichermodell, Vergessen, Enkodierung, Interferenz, Demenz, Alzheimer, Vaskuläre Demenz, Pseudodemenz, Uhrentest, Kognition, Antidementiva, Validation, Neurodegeneration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses sowie die pathologischen Veränderungen, die im Rahmen einer Demenzerkrankung auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf Gedächtnismodelle, die Mechanismen des Vergessens, die Klassifikation verschiedener Demenzformen und die klinischen Behandlungs- sowie Betreuungsstrategien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Gedächtnisprozesse zu entwickeln und einen systematischen Überblick über die Ursachen und den Umgang mit Demenzerkrankungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Arbeit, die psychologische Modelle der Gedächtnispsychologie mit medizinischen Erkenntnissen der Demenzforschung verknüpft.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erklärung des Mehrspeichermodells, die Analyse von Störfaktoren bei der Erinnerung und eine detaillierte Ausarbeitung der Demenz-Symptomatik und -Therapie.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Gedächtnispsychologie, Aufnahmeprozesse, neurodegenerative Erkrankungen, diagnostische Screening-Verfahren und therapeutische Ansätze.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Demenz und Pseudodemenz wichtig?
Diese Differenzierung ist klinisch essenziell, da eine als Pseudodemenz identifizierte Altersdepression potenziell reversibel ist und eine völlig andere therapeutische Herangehensweise erfordert als eine irreversible Demenz.
Wie funktioniert der in der Arbeit beschriebene Uhrentest?
Patienten müssen in einem vorgegebenen Kreis das Ziffernblatt einer Uhr korrekt darstellen und eine spezifische Uhrzeit einzeichnen, um ihre visuell-räumlichen und planerischen kognitiven Fähigkeiten prüfen zu lassen.
- Quote paper
- Denise Madeheim (Author), 2017, Das Mehrspeichermodell und fehlerhafte Erinnerungen. Gedächtnisprozesse, Ursachen für Demenz und therapeutische Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1504514