Als Grundlage der Arbeit wird im folgenden Kapitel der Wirtschaftsbereich des deutschen Handwerks sowie die Entstehung und Funktionsweise der Handwerker- und Dienstleistungsauktionsplattform My-Hammer.de beschrieben und untersucht.
Im weiterführenden dritten Kapitel soll dann die wirtschaftswissenschaftliche Prinzipal-Agenten-Theorie auf das Auktionshaus angewendet werden, um Erkenntnisse über die Auftraggeber-Handwerker-Beziehung zu gewinnen.
Aufbauend auf den theoretischen Ergebnissen dieses Abschnitts werden im vierten Kapitel die Erkenntnisse mittels einer empirischen Untersuchung überprüft und vertieft. Das letzte Kapitel fasst die gesamten Ergebnisse des dritten und vierten Kapitels in einer Schlussbetrachtung zusammen und bewertet diese.
Ein darauf folgendes Fazit soll die Arbeit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Gang der Untersuchung
2. Die Auktionsplattform My-Hammer.de
2.1 Das deutsche Handwerk
2.1.1 Wirtschaftswissenschaftliche Definition des Handwerks
2.1.2 Gesetzliche Definition des Handwerks
2.1.3 Das deutsche Handwerk in Zahlen und Fakten
2.2 Handwerker- und Dienstleistungsauktionen im Internet
2.2.1 Onlineauktionen
2.2.2 Funktionsweise von Onlineauktionen
2.2.3 Handwerker- und Dienstleistungsauktionen
2.3 Das Auktionshaus My-Hammer.de
2.4 Zusammenfassung
3. Prinzipal-Agenten-Beziehungen bei My-Hammer.de
3.1 Grundzüge der Prinzipal-Agenten-Theorie
3.2 Verhaltensmodell der Akteure
3.3 Vertragstheoretisches Organisationskonzept
3.4 Agenturkosten
3.5 Agenturprobleme
3.5.1 Agenturproblem hidden characteristics
3.5.1.1 Problemdarstellung
3.5.1.2 Agenturproblem hidden characteristics bei My-Hammer.de
3.5.2 Agenturproblem hidden action
3.5.2.1 Problemdarstellung
3.5.2.2 Agenturproblem hidden action bei My-Hammer.de
3.5.3 Agenturproblem hidden intention
3.5.3.1 Problemdarstellung
3.5.3.2 Agenturproblem hidden intention bei My-Hammer.de
3.5.4 Zusammenfassung der Agenturprobleme
3.6 Lösungsmechanismen
3.6.1 Anreizsysteme
3.6.2 Explizite Verhaltensnormen
3.6.3 Kontroll- und Überwachungssysteme
3.6.4 Vertragsgestaltung
3.6.5 Informationssysteme
3.6.5.1 Screening
3.6.5.2 Signaling
3.6.5.3 Self-Selection
3.6.6 Zusammenfassung der Lösungsmechanismen
3.6.7 Lösungsmöglichkeiten bei My-Hammer.de
3.6.7.1 Benutzeroberfläche der Auktionsplattform
3.6.7.2 Prüfung der Mitglieder
3.6.7.3 Auftragsforum
3.6.7.4 Treuhandservice
3.6.7.5 Bewertungssystem
3.6.7.6 Lösungsmöglichkeiten der Benutzer
3.6.8 Bewertung der Lösungsmöglichkeiten
3.7 Zusammenfassung der Agenturprobleme und Lösungsmechanismen
4. Empirische Untersuchung
4.1 Problemstellung
4.2 Gewählte Methode
4.3 Fragebogengestaltung
4.4 Ergebnisse und Interpretation
4.4.1 Demografische Ergebnisse
4.4.1.1 Ergebnisse Auftraggeber
4.4.1.2 Ergebnisse Auftragnehmer
4.4.2 Ergebnisse in Bezug auf die Lösungsmechanismen
4.4.2.1 Prüfung der Mitglieder
4.4.2.2 Auftragsforum
4.4.2.3 Treuhandservice
4.4.2.4 Bewertungssystem
4.4.2.5 Sonstige Ergebnisse
4.4.3 Ergebnisse in Bezug auf die Agenturprobleme
4.4.3.1 Agenturproblem hidden characteristics
4.4.3.2 Agenturproblem hidden action
4.4.3.3 Agenturproblem hidden intention
4.4.4 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse
5. Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung der Untersuchung
5.2 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Beziehung zwischen Auftraggebern und Handwerkern auf der Auktionsplattform My-Hammer.de unter Anwendung der wirtschaftswissenschaftlichen Prinzipal-Agenten-Theorie. Ziel ist es, potenzielle Risiken und Probleme, die durch Informationsasymmetrien auf dem Online-Marktplatz entstehen, zu identifizieren, deren Auswirkungen zu bewerten und die Wirksamkeit der implementierten Lösungsmechanismen sowie die praktische Relevanz dieser Herausforderungen durch eine empirische Untersuchung zu beleuchten.
- Anwendung der Prinzipal-Agenten-Theorie auf Online-Dienstleistungsauktionen.
- Untersuchung der Informationsasymmetrien (hidden characteristics, hidden action, hidden intention).
- Bewertung der eingesetzten Lösungsmechanismen (Signaling, Screening, Bewertungssysteme).
- Empirische Analyse des Nutzerverhaltens und der Wahrnehmung von Risiken.
- Diskussion der Benachteiligung von Auftragnehmern gegenüber Auftraggebern.
Auszug aus dem Buch
3.5.1.1 Problemdarstellung
Das Agenturproblem hidden characteristics betrachtet die Situation zwischen Prinzipal und Agent vor Vertragsabschluss. Dabei kennt der Agent die Qualität seiner Sache oder seiner Person genau, während der Prinzipal nur durchschnittliche Informationen über den Agenten besitzt.112 Der Prinzipal kann die Qualität der einzelnen angebotenen Güter nicht einzeln wahrnehmen, sondern nur einen Durchschnittswert aller Qualitäten ermitteln.113 Der Agent hingegen kennt in der Regel das Marktpotenzial, die Innovationen und die Konkurrenzsituation. Er ist somit „näher am Geschehen“. Die dem Prinzipal zur Beurteilung der Leistung fehlenden Informationen werden in den Beiträgen zur Prinzipal-Agenten-Theorie als private information betitelt.114 Ein klassisches Beispiel zum Agenturproblem hidden characteristics liefert George A. Akerlof in seinem Aufsatz The Market for Lemons (1970): Der Käufer (Prinzipal) eines bestimmten Gebrauchtwagens kennt vor Vertragsabschluss nicht den tatsächlichen Wert des Gebrauchtwagens. Liegt der Durchschnittspreis auf dem Automobilmarkt für den Gebrauchtwagen bei 20.000 Euro, wird der Käufer diesen Wert als seine maximale Zahlungsbereitschaft festlegen. Der Verkäufer (Agent) kennt den tatsächlichen Wert des Gebrauchtwagens und wird diesen nur verkaufen, wenn der tatsächliche Wert die maximale Zahlungsbereitschaft des Käufers (20.000 Euro) nicht überschreitet.115 Aufgrund dieser Systematik besteht die Gefahr der möglichen Auswahl eines schlechten Vertragspartners, denn bei jedem beliebigen Preis werden nur die Agenten zu einer Transaktion bereit sein, deren Leistung gleich gut oder schlechter ist als das Angebot des Prinzipals. Diese aus dem Agenturproblem hidden characteristics resultierende Gefahr der Fehlauswahl eines Agenten durch den Prinzipal wird in der Prinzipal-Agenten-Theorie als Verhaltensunsicherheit adverse selection beschrieben.116 Am Beispiel des Gebrauchtwagenmarktes ist deutlich zu erkennen, dass aufgrund der asymmetrischen Informationsverteilung die schlechte Qualität die gute vom Markt verdrängt.117
Der Prinzipal sieht sich durch dieses Agenturproblem bei der Auswahl eines Agenten hinsichtlich seiner Kompetenz, Fähigkeiten, Motivation und Risikoneigung mit einer bestimmten Qualitätsunsicherheit sowie dem Risiko einer Fehlentscheidung konfrontiert. Da das Agenturproblem hidden characteristics bereits vor Vertragsabschluss auftritt, beeinflusst es die Prinzipal-Agenten-Beziehung schon während der Vertragsanbahnung und -vereinbarung.118
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Online-Dienstleistungsauktionen ein und definiert die Problemstellung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Die Auktionsplattform My-Hammer.de: Dieses Kapitel beschreibt das deutsche Handwerk, die Funktionsweise von Onlineauktionen und das spezifische Modell von My-Hammer.de.
3. Prinzipal-Agenten-Beziehungen bei My-Hammer.de: Hier wird die theoretische Grundlage der Prinzipal-Agenten-Theorie erläutert und auf die speziellen Gegebenheiten und Risiken bei My-Hammer.de übertragen.
4. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer Online-Befragung zur Nutzung der Plattform und zur Wahrnehmung der identifizierten Agenturprobleme durch die Nutzer.
5. Schlussbetrachtung: Die Untersuchung wird zusammengefasst und bewertet, wobei abschließend die Auswirkungen der Plattform auf das Handwerk in einem Fazit eingeordnet werden.
Schlüsselwörter
Prinzipal-Agenten-Theorie, My-Hammer.de, Onlineauktionen, Handwerk, Informationsasymmetrie, hidden characteristics, hidden action, hidden intention, adverse selection, moral hazard, hold up, Lösungsmechanismen, Bewertungssystem, empirische Untersuchung, Dienstleistungsauktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Interaktionsbeziehungen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern auf dem Online-Marktplatz My-Hammer.de unter der theoretischen Perspektive der Prinzipal-Agenten-Theorie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Struktur des Handwerks, die Funktionsweise von Online-Auktionsplattformen sowie die Anwendung ökonomischer Theorien zur Erklärung von Vertrauensproblemen im digitalen Handel.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das primäre Ziel ist die Untersuchung von Risiken und Problemen, die durch asymmetrische Informationsverteilung auf My-Hammer.de entstehen, sowie die Evaluierung der dort angewandten Mechanismen zur Problemlösung.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse und einer fundierten theoretischen Herleitung wurde eine empirische Online-Befragung unter Nutzern von My-Hammer.de durchgeführt.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einordnung von Agenturproblemen (hidden characteristics, action, intention) und deren Lösungsansätzen (wie Signaling, Screening und Bewertungssysteme) im Kontext der Auktionsplattform.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Prinzipal-Agenten-Theorie, Onlineauktionen, Informationsasymmetrie, adverse selection und Reputationssysteme definieren.
Warum wird das Bewertungssystem auf My-Hammer.de besonders hervorgehoben?
Die Arbeit identifiziert das Bewertungssystem als das bedeutendste institutionelle Instrument zur Vertrauensbildung zwischen anonymen Auktionspartnern und als wichtigstes Mittel zur Minderung von Informationsasymmetrien.
Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Benachteiligung von Akteuren?
Die Analyse und die empirischen Ergebnisse legen nahe, dass Auftragnehmer bei der Nutzung von My-Hammer.de im Vergleich zu Auftraggebern tendenziell benachteiligt sind, insbesondere in Bezug auf die Informationsasymmetrie hinsichtlich der Auftragsqualität.
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- Tobias Müller (Author), 2007, Prinzipal-Agenten-Beziehungen beim Onlineauktionshaus "myhammer.de", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150454