In der modernen Personalökonomik gibt es eine Reihe von Theorien, die auf die Leistung von Mitarbeitern und Führungskräften innerhalb ihres Unternehmens ausgerichtet sind. Motivation soll nicht ausschließlich im Sinne von Leistungssteigerung, sondern auch der Loyalität, Einsatzbereitschaft und Bindung an das Unternehmen verstanden werden. Einige der Konzepte der Personalökonomik bauen auf diesen motivationstheoretischen Basisannahmen auf, so dass sie eine wesentliche Voraussetzung für das Verständnis der jeweiligen Modelle und Instrumente ist. Zudem wird die Analyse von Anzeizsystemen und flexiblen Vergütungsformen im Bezug auf die Motivation der Mitarbeiter zunehmend wichtiger. Der Mitarbeiter steht im Zentrum der Betrachtung, wenn es darum geht, den Erfolg eines Unternehmens zu erhöhen. Der Faktor Mensch ist aber häufig nicht in Sinne ökonomischer Effizienz zu steuern, spielen viele Einzelfaktoren auch auf nicht-monetärer Ebene eine große Rolle. Ziel meiner Seminararbeit soll eine Analyse der einzelnen Begriffe wie Motivation und deren Theorien sein, ihre Auswirkungen auf das Verhalten der Mitarbeiter liefern und eine kritische Würdigung der leistungsgebundenen Vergütung aufzeigen. Besonderes Augenmerk möchte ich dabei auf die Theorie von F. Herzberg richten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivations- und Leistungssteigerung durch spezielle Vergütungsformen
1.2 Der Motivationsbegriff
1.2.1 Intrinsische Motivation
1.2.2 Extrinsische Motivation
1.2.3 Der Verdrängungs-Effekt: Crowding out
2. Leistungsmotivation
2.1 Bedeutung von Anreizen
3 Anreizsysteme
4 Exkurs: Prinzipal-Agenten-Theorie
4.1 Zielkonflikte der P-A-T
4.2 Lösungsstrategien im Sinne variabler Vergütungssysteme
4.3 Entlohnungssysteme
5 Anreizsysteme zur Motivationssteigerung
5.1 Begriff des Anreizsystems
5.2 Notwendigkeit von Anreizsystemen
5.3 Entgeltpolitik
6 Einfluss der Reflexionsprozesse auf die Leistungsmotivation
6.1 Die VIE-Theorie von Vroom
6.2 Die Gleichheitstheorie von Adams
6.3 Prozessmodell Porter/Lawler
6.4 Herzbergs Zwei Faktoren Theorie:
6.5 Strategien der Leistungsmotivation (intrinsisch)
7. Schlussbetrachtung: Bedeutung der Verhaltenssteuerung durch Vergütungsformen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltenssteuerung durch Entgeltsysteme im Kontext der Personalökonomik und verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse. Dabei wird untersucht, inwiefern monetäre Anreize extrinsische Motivation fördern können, ohne die oft entscheidende intrinsische Motivation zu verdrängen.
- Analyse des Motivationsbegriffs und der Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
- Untersuchung der Anreizgestaltung unter Berücksichtigung der Prinzipal-Agenten-Theorie.
- Kritische Würdigung von Prozess- und Inhaltstheorien der Motivation, insbesondere der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg.
- Diskussion der Wechselwirkungen zwischen finanzieller Vergütung, Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitsleistung.
- Erörterung von Strategien zur Leistungssteigerung jenseits rein monetärer Anreize.
Auszug aus dem Buch
1.2.3 Der Verdrängungs-Effekt: Crowding out
Wie bereits in den Punkten 1.2.1 und 1.2.2 dargestellt, werden Menschen durch zwei gegensätzliche Motivationsrichtungen beeinflusst. Motivation durch Belohnung (extrinsisch) und Motivation aus innerem Antrieb (intrinsisch). In der Psychologie gilt die Theorie der „Intrinsischen Motivation“ als etabliertes Konzept: „Eine Person ist intrinsisch für eine Aktivität motiviert, falls sie keine ersichtliche Belohnung bekommt, außer der Aktivität selbst“ In der Ökonomie hingegen wird die ‚Intrinsische Motivation‘ als exogene Konstante verstanden. Dies führt zum sog. Crowding out Effekt: Individuen überbewerten ihre Eigenmotivation und sehen sich innerhalb des innerbetrieblichen Systems Regeln unterworfen, deren Anreizwirkungen sie sich gegenübersehen und gleichzeitig keinen nutzen mehr in ihrer intrensischen Motivation sehen. Wenn zudem Regularien eigene Freiheiten unterbinden, so führt das häufig zur Infragestellung eigener Qualifikationen und Fähigkeiten. Da die Basis für intrensische Motivation aber zum großen Teil von Perspektiven und Erfolgserlebnissen beeinflusst wird, unterbindet die extrensische Anreizwirkung die Intrensische. Verminderung der Selbstachtung, geringere Leistungsbereitschaft und ein gerade ausreichende Arbeitsleistung sind die Folge. Dies stellt einen negativ wirkenden Effekt der monetären Systematik dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Personalökonomik sowie Zielsetzung der Untersuchung der Motivationsbegriffe und Vergütungssysteme.
2. Leistungsmotivation: Beleuchtung der grundlegenden Bedeutung von Anreizen für die Bereitschaft zur Leistungserbringung.
3 Anreizsysteme: Definition der leistungsgebundenen Vergütung und deren Rolle in der betrieblichen Praxis.
4 Exkurs: Prinzipal-Agenten-Theorie: Analyse von Zielkonflikten und Informationsasymmetrien bei der vertraglichen Gestaltung von Arbeitsverhältnissen.
5 Anreizsysteme zur Motivationssteigerung: Erläuterung der Funktionen von Anreizsystemen sowie deren Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Entgeltpolitik.
6 Einfluss der Reflexionsprozesse auf die Leistungsmotivation: Detaillierte Betrachtung theoretischer Modelle (VIE-Theorie, Adams, Porter/Lawler, Herzberg) zur Erklärung menschlichen Arbeitsverhaltens.
7. Schlussbetrachtung: Bedeutung der Verhaltenssteuerung durch Vergütungsformen: Zusammenfassende Einschätzung der begrenzten Wirksamkeit rein monetärer Anreize und Plädoyer für einen ganzheitlichen Führungsansatz.
Schlüsselwörter
Personalökonomik, Motivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Crowding out, Anreizsysteme, Leistungssteuerung, Prinzipal-Agenten-Theorie, Entgeltpolitik, VIE-Theorie, Herzberg, Zwei-Faktoren-Theorie, Arbeitszufriedenheit, Leistungsvergütung, Verhaltenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen monetären Anreizsystemen und dem Arbeitsverhalten von Mitarbeitern, insbesondere unter dem Aspekt, wie Unternehmen durch Entgeltgestaltung Motivation steuern können.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören die psychologischen Grundlagen der Motivation, die Gestaltung variabler Vergütungssysteme, die Problematik von Informationsasymmetrien sowie die kritische Betrachtung der Verdrängung intrinsischer Motivation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen einer leistungsabhängigen Vergütung aufzuzeigen und insbesondere zu untersuchen, ob monetäre Anreize die intrinsische Arbeitsmotivation fördern oder gar behindern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse etablierter Konzepte der Personalökonomik und verhaltenswissenschaftlicher Motivationsmodelle, ergänzt durch einen Exkurs in die ökonomische Prinzipal-Agenten-Theorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Anreizsystemen, die Analyse der Prinzipal-Agenten-Problematik sowie eine detaillierte Diskussion verschiedener Motivationstheorien, darunter die Modelle von Vroom, Adams, Porter/Lawler und Herzberg.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "intrinsische/extrinsische Motivation", "Crowding out Effekt", "Anreizsysteme" und "Zwei-Faktoren-Theorie" geprägt.
Was versteht man in der Arbeit unter dem "Crowding out"-Effekt?
Dies bezeichnet den negativen Effekt, bei dem extrinsische, monetäre Anreize die eigentlich vorhandene intrinsische Motivation eines Mitarbeiters verdrängen, was langfristig zu einer geringeren Arbeitsbereitschaft führen kann.
Warum spielt die Theorie von Frederick Herzberg eine so große Rolle in der Arbeit?
Herzbergs Theorie wird als zentraler Bezugspunkt gewählt, da sie explizit zwischen Hygienefaktoren und Motivatoren unterscheidet und somit hilft, die begrenzte Wirksamkeit von reinem Gehalt als Motivationsinstrument zu erklären.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die monetäre Vergütung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass monetäre Anreize zur Zielerreichung nicht immer geeignet sind und nur als Ergänzung dienen sollten, da soziale Faktoren und intrinsische Bedürfnisse für nachhaltige Motivation wesentlich sind.
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- Anna Lena Rembrecht (Author), 2009, Verhaltenssteuerung durch Entgelt – Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150469