Die Forschungsarbeit hat das Ziel folgende Fragen zu beantworten:
Über welche Gesundheitskompetenz verfügt die Zielgruppe?
Über welche Schutzfaktoren in der schulischen Arbeit verfügt die Zielgruppe am Ende ihrer Ausbildung?
Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen einer ausgeprägten Gesundheitskompetenz und dem Vorhandenseins schulischer Schutzfaktoren?
Der erste Abschnitt der Arbeit widmet sich dem allgemeinen Gesundheitszustand der Lehrer*innen in Deutschland. Dieser wird anhand von aktuellen Zahlen und Fakten visualisiert, um ein genaues Bild der Ausgangslage für die vorliegende Arbeit zu erhalten. Zudem werden die unterschiedlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Krankheitsbilder thematisiert.
Anliegen des zweiten Teils ist es die Begriffe Gesundheit und Krankheit zu definieren. Dafür werden zwei ressourcenorientierte Gesundheitsmodelle vorgestellt: Das Modell der Salutogenese von Aaron Antonovskys sowie das Konzept der Resilienz. Anschließend werden die Begriffe der Gesundheitskompetenz und health literacy eingeführt. In Verbindung dazu wird das Strukturmodell der Gesundheitskompetenz nach Lenartz erläutert. Mit Blick auf die Forschungsfragen lassen sich hierdurch zwei Fragen klären: Zum einen die Frage nach einem sinnvollen Ansatzpunkt für die Gesundheitsvorsorge und zum anderen die Frage danach, worin generelle Schutzfaktoren für eine insgesamt erhöhte Widerstandsfähigkeit und worin Belastungsfaktoren bestehen.
Das dritte Kapitel wendet sich den spezifischen Schutz- und Belastungsfaktoren in der schulischen Arbeit zu. Es werden die Ergebnisse der Potsdamer Lehrer*innenstudie sowie der Freiburger Schulstudie herangezogen, welche verdeutlichen, in welchen Anforderungen erwiesenermaßen die stärksten potenziellen Belastungsfaktoren zu sehen sind und was zentrale Schutzfaktoren für Lehrkräfte sind. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 GESUNDHEITSPROBLEM IM LEHRER*INNENBERUF !?
1.1 ZAHLEN UND FORSCHUNGSERGEBNISSE ZUR LEHRER*INNENGESUNDHEIT
1.2 ARTEN GESUNDHEITLICHER BEEINTRÄCHTIGUNGEN
1.2.1 Psychische Erkrankungen bei Lehrer*innen
1.2.2 Physische Beeinträchtigungen
1.2.3 Soziale und berufliche Beeinträchtigungen
2 MODELLE DER GESUNDHEIT
2.1 ANTONOVSKYS MODELL DER SALUTOGENESE
2.1.1 Begriff Salutogenese
2.1.2 Heterostase und HEDE-Kontinuum
2.1.3 Stressoren
2.1.4 Generalisierte Widerstandsressourcen
2.1.5 Kohärenzgefühl
2.2 DAS RESILIENZKONZEPT
2.2.1 Der Begriff „Resilienz“
2.2.2 Die Geschichte der Resilienz
2.2.3 Schutz- und Risikofaktoren
2.2.4 Wesentliche Ressourcen
2.3 GESUNDHEITSKOMPETENZ
2.3.1 Gesundheitskompetenz und health literacy
2.3.2 Strukturmodell der Gesundheitskompetenz nach Lenartz
3 BEWÄLTIGUNGSFAKTOREN UND HERAUSFORDERUNGEN IM SCHULISCHEN KONTEXT
3.1 DIE POTSDAMER-STUDIE
3.1.1 Belastungsfaktoren
3.1.2 Schutzfaktoren
3.2 FREIBURGER STUDIE
3.2.1 Belastungsfaktoren
3.2.2 Schutzfaktoren
4 FÖRDERUNG DER GESUNDHEIT IN DER AUSBILDUNG VON SONDERPÄDAGOG*INNEN
4.1 BETRACHTUNG DES TÄTIGKEITSFELDES VON SONDERPÄDAGOG*INNEN
4.2 GESUNDHEITSVORSORGE IN DER LEHRER*INNENAUSBILDUNG AN DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN
4.2.1 Aufbau des Lehramtsstudiums an der Universität zu Köln
4.2.2 Angebote zur Gesundheitsförderung im Lehramtsstudium an der Universität zu Köln
5 ANALYSE VON GESUNDHEITSKOMPETENZ SOWIE SCHUTZ- UND RISIKOFAKTOREN IM STUDIUM: EINE QUANTITATIVE UNTERSUCHUNG
5.1 UNTERSUCHUNGSDESIGN
5.1.1 Erhebungsverfahren
5.1.2 Entwicklung des Fragebogens
5.1.3 Auswertungsverfahren
5.2 ZIELGRUPPENBESCHREIBUNG
5.3 AUFBAU DES FRAGEBOGENS
5.4 DARSTELLUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE
5.4.1 Ergebnisse „Schutzfaktoren in der schulischen Arbeit“
5.4.1.1 Personale Ressourcen
5.4.1.2 Soziale Ressourcen
5.4.2 Ergebnisse „Gesundheitskompetenz“
5.4.2.1 Selbstregulation
5.4.2.2 Selbstkontrolle
5.4.2.3 Selbstwahrnehmung
5.4.2.4 Verantwortungsübernahme für die eigene Gesundheit
5.4.2.5 Kommunikation und Kooperation
5.4.2.6 Umgang mit Gesundheitsinformationen
5.5 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
5.5.1 Interpretation zu den schulischen Schutzfaktoren
5.5.2 Interpretation zur Gesundheitskompetenz
6 KORRELATIONSANALYSE ZU SCHULISCHEN SCHUTZFAKTOREN UND DER GESUNDHEITSKOMPETENZ
6.1 KORRELATIONSANALYSE – EINE EMPIRISCHE METHODE
6.2 ERHEBUNGSVERFAHREN
6.3 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
6.4 AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert den Gesundheitszustand und die Gesundheitskompetenz von Lehramtsstudierenden der Sonderpädagogik an der Universität zu Köln am Ende ihrer universitären Ausbildung. Ziel ist es, die vorhandenen gesundheitsförderlichen Schutzfaktoren zu identifizieren, den Einfluss der universitären Gesundheitsvorsorge zu bewerten und einen empirisch belegten Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Gesundheitskompetenz und schulischen Schutzfaktoren zu untersuchen.
- Gesundheitskompetenz und Resilienz im Lehramtsstudium
- Identifikation spezifischer Schutz- und Belastungsfaktoren bei sonderpädagogischen Lehrkräften
- Evaluation der universitären Gesundheitsvorsorge
- Quantitative Erhebung und Korrelationsanalyse schulischer Schutzfaktoren
- Analyse der Relevanz von Selbstregulation und Selbstwahrnehmung
Auszug aus dem Buch
1.1 Zahlen und Forschungsergebnisse zur Lehrer*innengesundheit
Beschäftigt man sich mit dem Thema Lehrer*innengesundheit sind folgende zwei Studien von hoher Relevanz: Die Potsdamerlehrerstudie sowie die Freiburger Studie. Die am Institut für Psychologie der Universität Potsdam durchgeführte Studie „Psychische Gesundheit im Lehrerberuf“ (Schaarschmidt, 2005, S. 12) begann 2000 und umfasst mehrere Erhebungswellen über 6 Jahre. Insgesamt wurden 7693 Lehrkräfte aus elf deutschen Bundesländern sowie aus Österreich, England, Russland, Polen und Tschechien befragt. Insgesamt nahmen fast 17.000 Personen an der Studie teil (Schaarschmidt, 2005). Die leitenden Forschungsfragen der Potsdamer Lehrerstudie lauten: Mit welchem Verhalten und Erleben begegnen Lehrer*innen den Anforderungen ihres Berufs und in welchem Maße spiegeln sich darin Gesundheitsressourcen und -risiken wider? (Schaarschmidt, 2005)
Zur Klärung der Forschungsfragen setzt Schaarschmidt (2005) das diagnostische Verfahren AVEM (Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster) ein und teilt die Befragten in vier Gruppen mit unterschiedlichen Verhaltensmustern ein: ein Gesundheitsmuster, ein Schonmuster sowie zwei Risikomuster. Die Studie ergab, dass 60 % der befragten Lehrer*innen einer Risikogruppe angehören. Die Gruppe der sogenannten „Workaholics“ (John & Stein, 2008, S. 403), zeigt ein Risiko durch übermäßige Verausgabung, während die andere Gruppe Burnout-Symptome aufgrund von Resignation durch frustrierende Erlebnisse aufweist (Goddar, 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1 GESUNDHEITSPROBLEM IM LEHRER*INNENBERUF !?: Das Kapitel beleuchtet die Relevanz der Lehrergesundheit und stellt zentrale Studien vor, die ein hohes Risiko für psychische und physische Belastungen im Berufsfeld belegen.
2 MODELLE DER GESUNDHEIT: Hier werden theoretische Grundlagen wie die Salutogenese nach Antonovsky und das Resilienzkonzept eingeführt, um ein ressourcenorientiertes Verständnis von Gesundheit zu etablieren.
3 BEWÄLTIGUNGSFAKTOREN UND HERAUSFORDERUNGEN IM SCHULISCHEN KONTEXT: Das Kapitel analysiert spezifische Belastungsfaktoren und zentrale Schutzfaktoren für Lehrkräfte auf Basis der Potsdamer- und Freiburger Studien.
4 FÖRDERUNG DER GESUNDHEIT IN DER AUSBILDUNG VON SONDERPÄDAGOG*INNEN: Fokus liegt auf dem Tätigkeitsfeld sonderpädagogischer Lehrkräfte sowie den spezifischen Angeboten zur Gesundheitsvorsorge an der Universität zu Köln.
5 ANALYSE VON GESUNDHEITSKOMPETENZ SOWIE SCHUTZ- UND RISIKOFAKTOREN IM STUDIUM: EINE QUANTITATIVE UNTERSUCHUNG: Dieses Kapitel erläutert das Untersuchungsdesign, die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der quantitativen Befragung von Studierenden.
6 KORRELATIONSANALYSE ZU SCHULISCHEN SCHUTZFAKTOREN UND DER GESUNDHEITSKOMPETENZ: Die theoretischen und deskriptiven Daten werden hier mittels Korrelationsanalyse verknüpft, um mögliche statistische Zusammenhänge zu untersuchen.
7 FAZIT: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Lehrergesundheit, Sonderpädagogik, Salutogenese, Resilienz, Gesundheitskompetenz, Schutzfaktoren, Belastungsfaktoren, Stressbewältigung, Lehrerbildung, Kohärenzgefühl, AVEM, Quantitative Forschung, Korrelationsanalyse, Gesundheit, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht den Gesundheitszustand und die vorhandene Gesundheitskompetenz von Lehramtsstudierenden der Sonderpädagogik kurz vor ihrem Masterabschluss an der Universität zu Köln.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Gesundheitsmodelle (Salutogenese/Resilienz), spezifische Herausforderungen im Sonderschulbereich, die universitäre Gesundheitsförderung und die empirische Messung von Schutzfaktoren.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschung untersucht, über welche Gesundheitskompetenzen und schulischen Schutzfaktoren die Zielgruppe verfügt und ob ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen diesen beiden Bereichen besteht.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?
Es wurde ein quantitativer Ansatz verfolgt: Studierende wurden mittels eines standardisierten Online-Fragebogens befragt; die Daten wurden deskriptiv ausgewertet und anschließend mittels einer Korrelationsanalyse (nach Pearson) auf Zusammenhänge geprüft.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich von der theoretischen Fundierung der Gesundheitsmodelle über die Analyse spezifischer Belastungen im Schulalltag bis hin zur quantitativen Erhebung und der statistischen Auswertung der Daten.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Gesundheitskompetenz, Resilienz, Lehrergesundheit, Sonderpädagogik, Salutogenese, Schutzfaktoren und Stressmanagement.
Warum wurde die Sonderpädagogik als Fokus gewählt?
Lehrkräfte in Sonderpädagogik sind besonderen Anforderungen ausgesetzt; da Forschungsergebnisse zu dieser spezifischen Gruppe bisher begrenzt sind, leistet diese Arbeit eine notwendige Ergänzung.
Welches Ergebnis liefert die Korrelationsanalyse?
Die Analyse zeigt einen moderaten bis starken positiven Zusammenhang (r = 0,618) zwischen Gesundheitskompetenz und schulischen Schutzfaktoren, der jedoch auf dem 5%-Niveau statistisch nicht signifikant ist.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Gesundheitskompetenz und Gesundheit von Lehramtsstudierenden der Universität zu Köln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1504705