Religion und Sex

Die Geschlechtlichkeit in Sexualität und Scham


Hausarbeit, 2006

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Biblische Anthropologie der Geschlechter

3) Eros und Sexus in der Religionsgeschichte
3.1) Religion und Sexualität als Einheit von Eros und Sexus
3.2) Die repressive christliche Sexualmoral

4) Die Geschlechtlichkeit in Sexualität und Scham
4.1) Philosophie der Geschlechterverhältnisse
4.2) Geschlechtsgeschichte und Identität
4.3) Sexualität und Scham
4.3.1) Sexualität als Idee Gottes
4.3.2) Nacktheit und Scham in der Bibel
4.3.3) Die Schamhaftigkeit in der katholischen Sexualpädagogik
4.3.4) Vom Sinn der Scham
4.3.5) Auffangen der Scham durch Liebe

5) Schlussbemerkung

6) Literaturverzeichnis

1) Einleitung

…Die Geschlechtlichkeit des Menschen lebt in einer Faszination des Unglaublichen… sie nimmt immer wieder neue Formen an, verändert sich von Schritt zu Schritt in jener Geschichte, welche die unsrige ist und doch fremdbestimmt scheint… wir leben mit unserer eigenen Sexualität und sie scheint uns doch nicht zu gehören… indoktrinierte Gefühle werden eigen genannt und eh man es sich versieht steigt die Schamesröte in das unschuldige Gesicht…[1]

Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dem Thema der Geschlechtlichkeit innerhalb der Religion und Philosophie beschäftigen.

Dabei werde ich zunächst als Grundlage die biblische Anthropologie der Geschlechter vorstellen. Dabei soll festgestellt werden, inwiefern die Rolle der Frau durch den göttlichen Schöpfungsakt eine gleichwertige Stellung der des Mannes einnimmt und welche Differenzierungen der Geschlechter durch die christliche Theologie aufgewiesen werden.

Des Weiteren werde ich Eros und Sexus innerhalb der Religionsgeschichte darstellen, wobei aufgezeigt werden soll, inwiefern eine Einheit von Religion und Sexualität tatsächlich stattfindet. Hierbei soll anhand einiger Beispiele aus verschiedenen Religionen verdeutlicht werden, welche Stellung die Frau innerhalb der Religion und der Kultur besessen hat und heute besitzt. Dabei soll auch dargelegt werden, ob religiöse Ansichten einen Einfluss auf das Geschlechtsleben von Mann und Frau innerhalb der Religion genommen, und inwieweit christliche Sexualnormen deren Sexualität beeinflusst haben.

Im folgenden Kapitel werde ich ausführlich die Sexualität und deren Umgang bzw. Identifikation des Menschen darstellen. Dabei soll zunächst auf die Philosophie der Geschlechterverhältnisse verwiesen werden, um die unterschiedliche Ausprägung der Sexualität von Mann und Frau zu erklären. Hierbei möchte ich auch anhand der Naturreligion verdeutlichen, inwiefern sich die eigentliche Rolle der Frau durch die aufkommende Männermoral verändert. Des Weiteren möchte ich dazu aufweisen, wodurch und wie sich die heutige Geschlechtsidentität beim Mann und bei der Frau entwickeln kann, und inwieweit die christliche Sexualpädagogik das sexuelle Denken beeinflusst hat. Im folgenden Kapitel werde ich dann speziell auf die Sexualität und deren hervorbringende Scham Bezug nehmen. Dabei möchte ich zunächst die Sexualität als Idee Gottes aufweisen um zu verdeutlichen, warum eine Zweigeschlechtlichkeit existiert und nach einem Schöpfungsplan existieren muss. Hierbei sollen auch der Sündenfall und die damit einhergehende Nacktheit thematisiert werden und es soll kurz aufgewiesen werden, inwiefern sich die Scham aus der (erzwungenen) Nacktheit ableitet. Dabei werde ich im Folgenden auf den durch die katholische Sexualpädagogik geprägten Begriff der Schamhaftigkeit eingehen um zu erläutern, wie christliche Moralvorstellungen den Menschen in seinem ganzen Sein verunsichern können. Zudem soll dargestellt werden, wie die christliche Auslegung des Sündenfalls eine ganze Menschheitsgeschichte in ihrer Sexualität beeinflussen kann, wodurch wiederum ein falsches Schamgefühl entstehen kann. Dabei werde ich erläutern, wie Scham entstehen kann und welchen Sinn sie tatsächlich besitzt. Abschließend werde ich dabei auf das Auffangen der Scham durch die Liebe eingehen um die Erlösung der eigenen Scham, und somit der eigenen Sexualität, aufzuweisen.

In einer anschließenden Schlussbemerkung soll zusammenfassend verdeutlicht werden, welche unterschiedlichen Rollenmuster innerhalb der Sexualität den Menschen aufgelastet werden und inwiefern der Mensch durch diese auch in der heutigen Gesellschaft beeinflusst wird. Dabei sollen auch die Scham und die Nacktheit des Menschen reflektiert werden um festzustellen, in welcher sexuellen Determination der Mensch, das heißt Mann und Frau, leben und lieben.

2) Biblische Anthropologie der Geschlechter

Im ältesten Bericht der Genesis wird mit der entscheidenden Aussage „Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom (Mann-) Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem (Mann-) Menschen zu“[2], auf die Frau verwiesen. Hierbei wird aufgezeigt, dass Mann und Frau aus derselben Materie bestehen und als Menschen gleichwertig sind. Der Frau wird keinesfalls eine untergeordnete Rolle zugewiesen, da „der (Mann-) Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Männin (Frau) soll sie heißen; denn vom Mann ist sie genommen“[3]. Dabei ist die Frau, stellvertretend Eva, „nicht aus dem Kopf des Adams genommen, damit sie nicht über ihn herrsche, nicht aus seinen Füßen, damit sie nicht seine Sklavin sei, sondern aus der Seite des Mannes, damit sie seinem Herzen nahebleibe“[4]. Die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams stellt die Zusammengehörigkeit von Mann und Frau dar, denn „es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei“[5]. Adam, als erster von Gott erschaffener Mensch, ist also noch nicht die Erfüllung der Menschenschöpfung. Dabei wird ihm die Frau als „Gehilfin“ geschaffen, d.h. als ein Gegenüber, das ein Du- Charakter in sich trägt. Adam gibt Eva, nachdem sie aus ihm geschaffen wurde, den Namen Männin und bekräftigt damit, dass Mann und Frau somit nicht nachträglich, sondern voneinander herkommen[6]. Dabei bringt der Dualismus der Geschlechter das Angewiesensein des Einen auf den Anderen besonders zum Ausdruck. Hierbei wird jedoch nicht nur die fundamentale Wesensgleicheit von Mann und Frau, sondern auch ihre in Gen 1, 26 beschriebene Gottesebenbildlichkeit „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie“[7] betont. Obwohl die christliche Theologie diese fundamentale Anschauung nie geleugnet hat, sind bis heute die Unterordnung der Frau und ein ausgeprägtes Patriarchat in der Kirche bestehen geblieben. Dies begründet sich vor allem auch durch den Sündenfall (Gen 3, 1- 7), in dem Eva durch die List der Schlange vom Baum der Erkenntnis die verbotene Frucht pflückt um sie Adam zu reichen. Diese Erbsünde führte zur Vertreibung aus dem Paradies beider Geschlechter, und wird bis heute noch der Frau angelastet, da sie als „die große Verführerin zum Bösen“[8] gilt. Thomas von Aquin unterstrich dies weit tief greifender durch seine Aussage, dass die „körperliche und geistige Unterlegenheit der Frau (…, H.F.) nicht erst eine böse Folge des Sündenfalls (sei, H.F.), (…, H.F.) sondern bereits von Natur gegeben“[9] ist. Dabei zeigt sich nach Aquin die Über- bzw. Unterordnung der Geschlechter auch speziell im Geschlechtsverkehr, da dabei der Mann, als aktives und formgebendes Prinzip, der Frau, als passives und rein materielles Prinzip, überlegen ist[10]. Dabei wird auch im Alten Testament die Unterordnung der Frau unter den Mann und dessen Verfügungsgewalt in vielen Lebensbereichen sichtbar. So wird im Dekalog die Frau zugleich mit dem Knecht, der Magd, dem Rind und dem Esel genannt[11]. „Herr“ und „Gebieter“ steht in der Bibel als Ausdruck für den Ehemann[12] und „Herr werden“ für heiraten[13]. Dennoch gelten sowohl Mann, als auch Frau, als Abbild Gottes, denn „zugleich aber schuf Gott den Menschen differenziert als männlich weiblich. Der Mensch besteht in zwei Formen. Keine stellt allein das Ganze des Menschen dar. Jedem fehlt genau das, was der andere hat… Nur zusammen sind sie das Ganze“[14]. Hierbei wird die göttliche Idee der Sexualität von Mann und Frau in ihrer Differenziertheit und Gleichwertigkeit aufgewiesen.

[...]


[1] Frenzel, H., Eigenpoesie.

[2] Gen 2, 22 In: Denzler, S. 240.

[3] Gen 2, 23 In: Ebenda, S. 240.

[4] Denzler, S. 240.

[5] Gen 2, 18 In: Thielicke, S. 2.

[6] Vgl. Thielicke, S. 3.

[7] Gen 1, 26 In: Denzler, S. 240.

[8] Denzler, S. 242.

[9] Ebenda, S. 301.

[10] Vgl. Ebenda, S. 301.

[11] Dt, 5, 21 In: Bartholomäus 1988, S. 45.

[12] Ex 21, 4; Gen 18, 12 In: Ebenda, S. 45.

[13] Dt 22, 22 In: Ebenda, S. 45.

[14] Haag, In: Ebenda, S. 45.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Religion und Sex
Untertitel
Die Geschlechtlichkeit in Sexualität und Scham
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
PS: „Männlich und weiblich.“ Die Geschlechtlichkeit des Menschen im Spiegel von Philosophie und Religion
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V150481
ISBN (eBook)
9783640618156
ISBN (Buch)
9783640617845
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit wurde vom Dozenten zur weiteren Nutzung in Seminaren einbehalten.
Schlagworte
Religionsphilosophie, Lehramt Philosophie, Religion;, Geschlechtlichkeit und Sexualität;, Scham
Arbeit zitieren
Hannah Frenzel (Autor), 2006, Religion und Sex , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150481

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