Die Geschlechtlichkeit des Menschen lebt in einer Faszination des Unglaublichen… sie nimmt immer wieder neue Formen an, verändert sich von Schritt zu Schritt in jener Geschichte, welche die unsrige ist und doch fremdbestimmt scheint… wir leben mit unserer eigenen Sexualität und sie scheint uns doch nicht zu gehören… indoktrinierte Gefühle werden eigen genannt und eh man es sich versieht steigt die Schamesröte in das unschuldige Gesicht…
Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dem Thema der Geschlechtlichkeit innerhalb der Religion und Philosophie beschäftigen.
Dabei werde ich zunächst als Grundlage die biblische Anthropologie der Geschlechter vorstellen. Dabei soll festgestellt werden, inwiefern die Rolle der Frau durch den göttlichen Schöpfungsakt eine gleichwertige Stellung der des Mannes einnimmt und welche Differenzierungen der Geschlechter durch die christliche Theologie aufgewiesen werden.
Des Weiteren werde ich Eros und Sexus innerhalb der Religionsgeschichte darstellen, wobei aufgezeigt werden soll, inwiefern eine Einheit von Religion und Sexualität tatsächlich stattfindet. Hierbei soll anhand einiger Beispiele aus verschiedenen Religionen verdeutlicht werden, welche Stellung die Frau innerhalb der Religion und der Kultur besessen hat und heute besitzt. Dabei soll auch dargelegt werden, ob religiöse Ansichten einen Einfluss auf das Geschlechtsleben von Mann und Frau innerhalb der Religion genommen, und inwieweit christliche Sexualnormen deren Sexualität beeinflusst haben.
Im folgenden Kapitel werde ich ausführlich die Sexualität und deren Umgang bzw. Identifikation des Menschen darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Biblische Anthropologie der Geschlechter
3) Eros und Sexus in der Religionsgeschichte
3.1) Religion und Sexualität als Einheit von Eros und Sexus
3.2) Die repressive christliche Sexualmoral
4) Die Geschlechtlichkeit in Sexualität und Scham
4.1) Philosophie der Geschlechterverhältnisse
4.2) Geschlechtsgeschichte und Identität
4.3) Sexualität und Scham
4.3.1) Sexualität als Idee Gottes
4.3.2) Nacktheit und Scham in der Bibel
4.3.3) Die Schamhaftigkeit in der katholischen Sexualpädagogik
4.3.4) Vom Sinn der Scham
4.3.5) Auffangen der Scham durch Liebe
5) Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen menschlicher Sexualität, religiösen Normen und dem Phänomen der Scham. Dabei wird analysiert, wie historische und christlich-theologische Prägungen das Verständnis von Geschlechtlichkeit sowie das Selbstbild von Mann und Frau beeinflusst haben, um Wege zu einer befreiten, auf Liebe basierenden Sexualität aufzuzeigen.
- Biblische Anthropologie der Geschlechter und deren Gleichwertigkeit
- Die historische Transformation von Sexualität in der Religionsgeschichte
- Einfluss der christlichen Sexualmoral auf das individuelle Schamempfinden
- Philosophische Betrachtung von Geschlechterverhältnissen und Identität
- Die Rolle der Liebe bei der Überwindung von Scham und Entwürdigung
Auszug aus dem Buch
4.3.1) Sexualität als Idee Gottes
Gott schuf den Menschen in einer geschlechtlichen Differenzierung, da er selbst die Idee von Mann und Frau hatte und somit auch als Urheber erscheint. Und „Gott sah alles, was er gemacht hatte: Es war sehr gut“. Da somit auch die Sexualität des Menschen Gottes ursprüngliche Idee war, ist die Zweigeschlechtlichkeit mit ihrer Sexualität „weder Fehlgriff Gottes noch Abfall von Gott“. Gott schuf den Menschen also differenziert in männlich und weiblich. Daher stellt das Eine ohne den Anderen nicht ein Ganzes dar und dem Einen fehlt das, was der Andere hat. Denn „nur zusammen sind sie ein Ganzes“. Frau und Mann ergeben also gemeinsam das ganze Bild Gottes. Durch ihre geschlechtliche Sexualität sind sie aufeinander angewiesen, denn „es ist nicht gut, daß der Mensch allein bleibt“. So begründet sich die Schöpfung Evas - doch nicht zum Instrument des Mannes zu werden, sondern um ihn Gesellschaft zu leisten und die Einsamkeit aufzuheben. Dabei ist die geschlechtliche Verschiedenheit mit den innewohnenden sexuellen Möglichkeiten eine gegenseitige Ergänzung in der Einheit und Gemeinschaft des Lebens von Mann und Frau.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der menschlichen Geschlechtlichkeit ein, die im Spannungsfeld zwischen Religion, Philosophie und persönlicher Erfahrung betrachtet wird.
2) Biblische Anthropologie der Geschlechter: Dieses Kapitel erläutert die biblische Schöpfungsgeschichte, in der Mann und Frau als gleichwertige, aufeinander angewiesene Wesen dargestellt werden, trotz späterer patriarchaler Überformungen.
3) Eros und Sexus in der Religionsgeschichte: Hier wird der historische Wandel von der ursprünglichen Einheit sexueller Kulte in frühen Religionen hin zur repressiven Sexualmoral des Christentums untersucht.
4) Die Geschlechtlichkeit in Sexualität und Scham: Das zentrale Kapitel beleuchtet philosophische Geschlechterverhältnisse, Identitätsbildung und die Entstehung von Scham als Ausdruck menschlicher Integrität und kultureller Tabuisierung.
5) Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst zusammen, dass die menschliche Sexualität trotz moderner Offenheit nach wie vor stark von Scham- und Schuldgefühlen geprägt ist, die eine freie Entfaltung erschweren.
Schlüsselwörter
Geschlechtlichkeit, Sexualität, Scham, Christliche Moral, Religionsgeschichte, Biblische Anthropologie, Identität, Zweigeschlechtlichkeit, Eros, Sexus, Schamhaftigkeit, Nacktheit, Liebe, Patriarchat, Personwerdung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschlechtlichkeit des Menschen und untersucht, wie religiöse und philosophische Einflüsse die Wahrnehmung von Sexualität, Körperlichkeit und Scham formen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der biblischen Anthropologie, der Religionsgeschichte von Eros und Sexus sowie der Analyse von Scham und Identität innerhalb der christlichen Sexualpädagogik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es zu ergründen, wie das christliche Verständnis von Geschlecht und Moral das sexuelle Empfinden beeinflusst hat und ob durch Liebe eine Erlösung von schambehafteter Sexualität möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die theologische Quellentexte (Genesis) mit philosophischen und religionswissenschaftlichen Werken verbindet, um Begrifflichkeiten und historische Entwicklungen kritisch zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Geschlechterverhältnissen, die Entwicklung der Geschlechtsidentität und eine tiefgehende Analyse der Scham, ihrer Entstehung und ihres Überwindens durch liebevolle Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschlechtlichkeit, christliche Moral, Scham, Identität und die Einheit von Eros und Religion geprägt.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Sexualität in Naturreligionen gegenüber dem Christentum laut dieser Arbeit?
Während in vielen frühen Naturreligionen Sexualität als Teil einer heiligen, lebensbejahenden Schöpfungswonne integriert war, wird das Christentum als ein System beschrieben, das durch einen Dualismus von Leib und Seele sowie repressive Moralvorstellungen eine Entfremdung und Tabuisierung fördert.
Welche Funktion hat die Scham laut der Autorin in Bezug auf den persönlichen Schutz?
Scham wird hier nicht bloß negativ gesehen, sondern als instinktive Motivation verstanden, die die Würde und das Geheimnis der Person vor einer bloßen Objektivierung im öffentlichen Raum zu schützen.
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- Hannah Frenzel (Author), 2006, Religion und Sex , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150481