Römische Interventionen im südgallischen Raum bis 121 v.Chr.

Gallia Narbonensis


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
19 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage und Forschungsstand

3. Historische Ausgangslage

4. Die militärischen Interventionen Roms in Südgallien
4.1 Die politische Lage in der Region
4.2 Die römischen Interventionen
4.2.1 Die römische Intervention auf See 181 v.Chr
4.2.1.1 Gefahr durch Piraten und der erste Hilferuf Massalias
4.2.1.2 Interpretation der römischen Intervention 181 v.Chr
4.2.2 Die römische Intervention auf Land 154 v.Chr
4.2.2.1 Der zweite Hilferuf Massalias 154 v.Chr
4.2.2.2 Interpretation der römischen Intervention 154 v.Chr
4.2.3 Die römische Intervention zur Befreiung Massalias 125 v.Chr
4.2.3.1 Der dritte Hilferuf Massalias 125 v.Chr
4.2.3.2 Interpretation der römischen Intervention 125 v.Chr
4.3 Die Gründung von Aquae Sextiae
4.4 Motivation der einheimischen Stämme

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis
6.1 Quellen
6.2 Sekundärliteratur

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit entstand im Rahmen eines Hauptseminars zum Thema „Gallia Narbonensis, Geschichte und Struktur einer römischen Provinz in der Zeit der Republik“. Wesentlicher Bestandteil des Seminars war es, die etappenweise Einrichtung der Provinz Gallia Narbonensis anhand literarische und epigraphischer Quellen nachzuzeichnen und den politischen Zusammenhang zu klären. Besonders interessant erscheinen mir die Anfänge des römischen Interesses an dem Gebiet, das knapp 150 Jahre später unter Augustus offiziell römische Provinz wird. Meine Arbeit beschreibt deshalb die ersten militärischen Maßnahmen im Gebiet Südgalliens im 2. Jahrhundert vor Christus. Mein Ziel war es, herauszuarbeiten, warum die Römer zu dieser Zeit intervenierten und ob es sich dabei um eine aktive Eroberungspolitik handelte. Dabei galt es auch zu klären, wann sie gegen wen intervenierten und wie sie anschließend mit dem Gebiet umgingen.

Der Titel meiner Arbeit lautet: „Römische Interventionen im südgallischen Raum bis 121 v.Chr.“ Die Arbeit gliedert sich in Einleitung, Quellenlage und Forschungsstand, Hauptteil, Ergebnisse und Fazit. Dabei untergliedert sich der Hauptteil in drei Teile, nämlich die Erklärung der drei römischen Interventionen in Südgallien für den betreffenden Zeitraum von 200 v. Chr. bis 121 v. Chr.

2. Quellenlage und Forschungsstand

Die Quellenlage für den zu untersuchenden Zeitraum ist insgesamt gut. Es gibt mehrere griechische und römische Autoren, die sehr einheitlich über die hier zu untersuchenden Ereignisse berichten. Jedoch sind die meisten Werke nur unvollständig erhalten. Viele Passagen sind nur in Fragmenten vorhanden oder gar vollständig verloren. Eine durchgängige Darstellung aller Ereignisse lässt sich bei keinem antiken Autor finden. Daher ist ein Wechseln zwischen den Autoren nötig, um die historischen Geschehnisse ergänzend zu rekonstruieren. Das entstehende Gesamtbild der historischen Ereignisse ist frei von Widersprüchen, so dass es in der modernen Forschung keine Kontroversen gibt. Allerdings sind die literarischen Quellen einseitig, da es römisch oder griechische, jedoch keine Quellen seitens der Kelten und Liguren gibt. In meiner Arbeit habe ich in erster Linie die entsprechenden Passagen aus Livius „Römische Geschichte“, Polybios „Geschichte“ und Strabonis „Geograhika“ verwendet. Auf epigraphische Quellen wurde in dieser Hausarbeit bewusst verzichtet, da diese für den Zeitraum bis 121 v. Chr. kaum vorhanden oder nur von geringer Bedeutung sind.

Die moderne Forschung hat sich bislang nicht sonderlich für die Region Südgalliens im 2. Jahrhundert vor Christus interessiert. Die bisher vorliegenden Forschungsergebnisse haben zumeist regionalgeschichtlichen Charakter. Die spezielle Literatur ist entsprechend vorwiegend auf Französisch verfasst. Im deutschsprachigen Raum gibt es nur wenige Untersuchungen zum Thema, die dann zumeist von Schweizer Forschern stammen. Mit zunehmenden Funden der Archäologen, stieg in den letzten Jahren das Interesse der Historiker. Bert Freyberger schrieb eine deutschsprachige Monographie über die Geschichte der Gallia Narbonnensis, wie das von mir untersuchte Gebiet Südfrankreichs später als römische Provinz bezeichnet wurde.

Bevor Südgallien unter Augustus zur Provinz wird[1], findet die Region nur beiläufig Erwähnung in den antiken literarischen Quellen, wenn etwas in Verbindung mit einer wichtigen Person oder einem für Rom wichtigen Ereignis passiert ist. Danach ist die Quellenlage für die Provinz gesichert, da Augustus persönlich mehrere Jahre dort verbracht hat und die antiken Autoren dessen Aufenthalt entsprechende Bedeutung beigemessen haben.

3. Historische Ausgangslage

Nachdem Rom im 1. Punischen Krieg (264-241 v.Chr.) seinen Kriegsgegner Karthago geschlagen und damit die umkämpften Inseln Sizilien, Sardinien und Korsika gewonnen hatte, „begann die außeritalische Expansion Roms.“[2] Da diese Gebiete außerhalb Italiens lagen, „konnten [sie] nicht mehr mit den traditionellen Mitteln der römischen Politik“[3] regiert werden. Daher wurden dort erstmals in der römischen Geschichte Provinzen eingerichtet.

Karthago seinerseits eroberte weite Gebiete im Südosten der Iberischen Halbinsel, um die Verluste aus dem 1. Punischen Krieg auszugleichen. Dieser Machtzuwachs Karthagos führte zu erneuten Spannungen mit Rom, die im 2. Punischen Krieg (218-201 v.Chr.) gipfelten. Erneut war Rom siegreich, annektierte die karthagischen Gebiete auf der Iberischen Halbinsel und errichtete dort zwei neue Provinzen. Rom verfügte nun über Provinzen, die verwaltet und militärisch gesichert werden mussten, die jedoch fernab Italiens lagen und keine direkte Verbindung dazu hatten.

„Ein wichtiger Stützpunkt war“[4] Massalia[5] für Rom. Massalia wurde um 600 v.Chr. von Phokaiern in Südfrankreich gegründet.[6] Obwohl sich im Laufe der Zeit viele Töchterstädte bildeten, entstand kein zusammenhängendes Territorium. Der massaliotische Staat bestand aus mehreren Städten in unmittelbarer Küstennähe, die sich zunehmend auf Seehandel spezialisierten. Um sich gegen einheimische Völker und Piraten wehren zu können, entstand aber auch eine gut ausgebildete Festungslinie[7] und Seeflotte, wodurch die gesamte Region kontrolliert wurde.[8] In den Punischen Kriegen verhielt sich Massalia stets loyal gegenüber dem Handelspartner Rom.[9]

[...]


[1] Zu den Problemen der eindeutigen Zuordnung ob Augustus oder bereits Caesar die Provinz einrichteten: Botermann, H.: Wie aus Galliern Römer wurden, Leben im römischen Reich, Stuttgart 2005, 131; Allgemein zur Situierung des Datums der Provinzialisierung Südgalliens: Freyberger, B.: Die Entwicklung Südgalliens zwischen Eroberung und augusteischer Reorganisation (125/22 bis 27/22 v. Chr.) in: Gymnasium 104 (1997), 319-343, hier S. 323, Anm. 14.

[2] Schneider, H.: Rom von den Anfängen bis zum Ende der Republik (6. Jh. bis 30 v.Chr.), in: Gehrke, H.-J./ Schneider, H. (Hg.): Geschichte der Antike: ein Studienbuch, Stuttgart u. Weimar 2000, S. 229- 300, hier S.250.

[3] Ebenda.

[4] Heuss, A. Römische Geschichte, herausgegeben, eingeleitet und mit einem neuen Forschungsteil versehen von Jochen Bleicken, Werner Dahlheim u. Hans-Joachim Gehrke. Paderborn u.a. 10. Auflage 2007, S.83.

[5] Heutiges Marseille.

[6] Hölkeskamp, K.J./ Stein-Hölkeskamp, E.: Die Dark Ages und das archaische Griechenland, in: Gehrke, H.-J./ Schneider, H. (Hg.): Geschichte der Antike: ein Studienbuch, Stuttgart u. Weimar 2000, S. 17-96, hier S.80.

[7] Strabo Geographika 4,1,2-5; 4,1,9.

[8] Hölkeskamp, K.J./ Stein-Hölkeskamp, E.: Die Dark Ages und das archaische Griechenland, in: Gehrke, H.-J./ Schneider, H. (Hg.): Geschichte der Antike: ein Studienbuch, Stuttgart u. Weimar 2000, S. 17-96, hier S.80.

[9] Zur Freundschaft Massalias mit Rom Just. 43,4,4, 43,5,3f., Strab. 4,1,5, Pol. 3,95,6f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Römische Interventionen im südgallischen Raum bis 121 v.Chr.
Untertitel
Gallia Narbonensis
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Gallia Narbonensis. Geschichte und Struktur einer römischen Provinz in der Zeit der Republik
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V150499
ISBN (eBook)
9783640616008
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gallia narbonensis, römische provinz, südgallien, römische interventionen, provinzialisierung
Arbeit zitieren
Stefan Kummer (Autor), 2009, Römische Interventionen im südgallischen Raum bis 121 v.Chr., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150499

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