Konsistenz von Druckfarben. Eine Analyse der Eigenschaften "Zügigkeit" und "Viskosität" durch Spachtelprobe und Fingerprobe

4. Unterrichtsbesuch Drucktechnik


Unterrichtsentwurf, 2007
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

1 Bedingungsanalyse

1.1 Kurzbeschreibung der Lerngruppe

Die Lerngruppe besteht aus insgesamt zehn männlichen Schülern der derzeitigen Unterstufe, die eine duale Ausbildung als Drucker absolvieren möchten. Bezogen auf Alters- struktur, abgebende Schulen und Schulabschluss ergibt sich folgendes Bild:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Lernbedingungen

Unser Unterricht im Fach Druckproduktion findet montags von 7.30 Uhr bis 9.00 Uhr statt. Ich kenne die Schüler seit Anfang dieses Schuljahres und unterrichte sie auch zweistündig im berufsübergreifenden Lernbereich im Rahmen des selbständigen Unterrichts. Die Schüler haben Blockunterricht (drei Blöcke à Wochen pro Schuljahr). Diese Stunde ist in der Mitte des letzten Blockes des Schuljahres einzuordnen.

Sowohl Lernstand als auch Lernbereitschaft der sind insgesamt als mittelmäßig zu beurteilen. Ein Schüler hat vor seiner Ausbildung als Drucker eine Ausbildung als Medien- gestalter begonnen und verfügt bereits über Grundkenntnisse im Bereich der Drucktechnik. Möglicherweise aufgrund einer leichten Unterforderung stört er bisweilen den Unterrichts- verlauf. Die weiteren Schüler unterscheiden sich vor allem durch ihre Lernbereitschaft – im Durchschnitt arbeiten vier bis fünf Schüler kontinuierlich und begeistert mit, zwei Schüler sind auffallend zurückhaltend.

Hinsichtlich des Methodenstandes ist zu konstatieren, dass kooperative und individualisierte Lernmethoden im Laufe des ersten Ausbildungsjahres im Unterricht eingeführt und erprobt wurden, z.B. in Form von Stationenlernen oder arbeitsteiligen Gruppen- und Partnerarbeiten. Mit grundlegenden Arbeits- und Lerntechniken, z.B. Entwickeln von Lernplakaten, Recher- chieren im Internet und in der Fachliteratur und Präsentieren von Handlungsprodukten, haben sich die Schüler ebenfalls vertraut gemacht. Das Präsentieren und freie Vortragen bereitet einigen unsicheren, weniger selbstbewussten Schülern noch leichte Probleme. Bei einem Schüler ist diese Unsicherheit stärker, da er als Nichtmuttersprachler in der mündlichen Kommunikation leichte Sprachschwierigkeiten hat. Schwierigkeiten ergeben sich außerdem zum Teil bei der Lösung von Problemen, die eine hohe Abstraktionsfähigkeit erfordern.

Die Lernatmosphäre und das Klassenklima empfinde ich als positiv: Die Schüler haben eine gute Gemeinschaft in ihrem ersten Ausbildungsjahr entwickelt und sind mir gegenüber freundlich und offen, weshalb mir der Unterricht bei ihnen viel Freude bereitet.

Der Klassenraum ist nahezu optimal: Er ist hell, ruhig und sehr groß, verfügt über eine feststehende Tafel und bietet ausreichend Platz für Plakate an den Wänden. Des Weiteren steht ein Overheadprojektor und eine Projektionsfläche zur Verfügung.

2 Didaktische Entscheidungen

2.1 Thematischer Zusammenhang und Richtlinienbezug

Als Grundlage für meine didaktischen Entscheidungen dienen der Lehrplan zur Erprobung für das Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen für den Ausbildungsberuf Drucker1 und die didaktische Jahresplanung für den Bildungsgang Druck/Medien2.

Die heutige Unterrichtseinheit ist gemäß curricularer Bestimmungen folgendem Lernfeld zugeordnet und in folgender Lernsituation eingebettet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Lernsituation 2 steht der Werkstoff Druckfarbe im Vordergrund. Parallel zur Lernsituati- on 2 setzen sich die Schüler in einer anderen Lernsituation mit den theoretischen Grundlagen zum Farbensehen auseinander („Kennenlernen der Gesetzmäßigkeiten der Farbwahrnehmung und Analyse der Farbwiedergabe von Maschinen, Geräten und Systemen“). Insofern spielt in der Lernsituation 2 die Farbmetrik keine Rolle, bedeutsam sind dagegen Bestandteile, Konsistenz und Trocknungsverhalten von Druckfarben. In insgesamt geplanten acht Unter- richtseinheiten sollen sich die Schüler die grundlegenden fachlichen Kenntnisse aneignen können, um davon ausgehend exemplarische Probleme, die in direktem Zusammenhang mit dem Werkstoff Druckfarbe stehen, lösen zu können. Teilweise erfolgt die problemorientierte Auseinandersetzung mithilfe praktischer Proben, wie in der heutigen Unterrichtseinheit, teilweise werden Teilhandlungsziele auf kognitiver Ebene verfolgt bzw. erreicht.

Für die gesamte Lernsituation mussten didaktische Reduktionsentscheidungen auf fachlicher und methodischer Ebene getroffen werden. In der heutigen Unterrichtseinheit erfolgt eine Eingrenzung auf die zwei rheologischen Eigenschaften Zügigkeit und Viskosität, die durch Zugabe von Additiven beeinflusst bzw. verändert werden können. Der zuletzt genannte Aspekt spielt im Rahmen der Lernsituation eine wichtige Rolle, da im Zuge der Lernsituati- on Ursachen für das Problem des Rupfens3 und andere exemplarische Probleme ermittelt und mögliche Abhilfemaßnahmen zur Vermeidung der Druckschwierigkeiten entwickelt werden sollen. In den folgenden Unterrichtseinheiten werden die Schüler außerdem Pro- bleme bezüglich der Trocknungseigenschaften von Druckfarbe untersuchen. Hier erfolgt die Reduktion auf die Trocknung durch Verdunstung, die Trocknung durch Wegschlagen und die oxidative Trocknung, da die Schüler im Bogenoffset- und im Flexodruckbereich ihre Ausbildung absolvieren.

Die abgebildete Tabelle auf folgender Seite bietet einen Überblick über fachliche Entschei- dungen und methodische Vorgehensweisen.

2.2 Überblick über die Lernsituation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten45

2.3 Angestrebte Kompetenzzuwächse

2.3.1 Handlungsziel der Lernsituation

In der Lernsituation entwickeln und festigen die Schüler grundlegendes und praxisorien- tiertes Fachwissen über den Werkstoff Druckfarbe anhand exemplarischer Problemsitua- tionen.

2.3.2 Handlungsziel der Unterrichtseinheit

In der heutigen Unterrichtseinheit untersuchen die Schüler die Konsistenz von Druckfar- ben, um die Eigenschaften Zügigkeit und Viskosität kennenzulernen und zu unterscheiden und um von den Konsistenzzuständen ausgehend eine Ursache für das Problem des Rup- fens im Druckprozess zu ermitteln und eine mögliche Abhilfemaßnahme zu erproben.

2.3.3 Fachkompetenz

Die Schüler können ihre Fachkompetenz erweitern durch...

... das Kennenlernen und Unterscheiden der Eigenschaften Zügigkeit und Viskosität, indem sie zwei Druckfarbenproben hinsichtlich der Konsistenz untersuchen.

... die Erläuterung der Problemursache, indem sie feststellen, dass eine zu lange Farbe Rupfen begünstigen kann.

... die Ermittlung eines Abhilfevorschlags zur Vermeidung des Rupfens, indem sie ein Additiv zur Veränderung der Farbkonsistenz (hier: zur Verringerung der Zügigkeit) einsetzen.

2.3.4 Methoden- und Lernkompetenz

Die Schüler können ihre Methoden- und Lernkompetenz erweitern durch...

... den systematischen und kriteriengeleiteten Umgang mit Druckfarbe, indem sie die Konsistenzeigenschaften Viskosität und Zügigkeit in einem Versuch analysieren und bestimmen.

... den Transfer auf ein druckprozessbezogenes bekanntes Praxisproblem, indem sie aus den im heutigen Versuch festgestellten Ergebnissen zur Druckfarbenkonsistenz Rückschlüsse auf eine Ursache und eine mögliche Abhilfemaßnahme ziehen.

2.3.5 Sozial- und Humankompetenz

Die Schüler können ihre Sozialkompetenz erweitern durch...

... das Weiterentwickeln und Stärken des Verantwortungsbewusstseins und des zielorientierten Arbeitens, indem jeder Schüler zur aktiven Mitarbeit motiviert wird.

[...]


1 Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf, 1/2001

2 Didaktische Jahresplanung für den Bildungsgang Druck/Medien, Walter-Gropius-Berufskolleg der Stadt Bochum, 2006.

3 Rupfen: Papierfasern werden aufgrund der Klebkraft der Farbe hochgezogen, heraus- oder aufgerissen. Das Druckbild (insbesondere vollflächige Farbstellen) wird dadurch qualitativ stark beeinträchtigt. Grund: Das Papier zwischen Gummi- und Druckzylinder trennt sich nicht direkt vom Gummizylinder, sondern läuft etwas nach, reißt dann (hörbar) plötzlich ab. Vgl. Aull 2004: 230.

4 UE = Unterrichtseinheit (in chronologischer Abfolge)

5 Die Schüler haben auf einem Plakat die wesentlichen Fragen zum Thema „Druckfarbe“ festgehalten. Vgl. Anlage 1, S. 9.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Konsistenz von Druckfarben. Eine Analyse der Eigenschaften "Zügigkeit" und "Viskosität" durch Spachtelprobe und Fingerprobe
Untertitel
4. Unterrichtsbesuch Drucktechnik
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V150577
ISBN (eBook)
9783640640324
Dateigröße
2054 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsistenz, Druckfarben, Eine, Analyse, Eigenschaften, Zügigkeit, Viskosität, Spachtelprobe, Fingerprobe, Unterrichtsfach, Druckproduktion, Unterrichtsbesuch, Drucktechnik
Arbeit zitieren
Tina Schröder (Autor), 2007, Konsistenz von Druckfarben. Eine Analyse der Eigenschaften "Zügigkeit" und "Viskosität" durch Spachtelprobe und Fingerprobe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150577

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