Die Auszubildenden können den Ablauf des fotografischen Prozesses als Arbeitsschritt innerhalb der Vorstufenproduktion nachvollziehen und unter Verwendung von Fachbegriffen erklären.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse
1.1 Kurzbeschreibung der Lerngruppe
1.2 Lernbedingungen
2 Didaktische Entscheidungen
2.1 Thematischer Zusammenhang und Richtlinienbezug
2.2 Angestrebte Kompetenzen
2.3 Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Unterrichtseinheit ist es, den Auszubildenden die theoretischen Grundlagen und praktischen Prozessschritte der fotografischen Reproduktionstechnik zu vermitteln, um sie zu befähigen, Ursachen für Qualitätsprobleme bei Lithos eigenständig zu identifizieren und zu analysieren.
- Struktur und Ablauf des fotografischen Prozesses
- Funktionsweise von Belichtung, Entwicklung und Fixierung
- Identifikation von Fehlerquellen bei der Filmverarbeitung
- Methoden der Gruppenarbeit und Ergebnispräsentation
- Transfer von theoretischem Wissen auf berufsbezogene Praxissituationen
Auszug aus dem Buch
DIE FIXIERUNG
Nach erfolgter Belichtung und Entwicklung des Reprofilmes muss dieser fixiert werden, um die noch in der Schicht vorhandenen unbelichteten, durch den Entwickler nicht reduzierten Silberhalogenide herauszulösen bzw. wasserlöslich zu machen. Das heißt, Hauptaufgabe der Fixierung ist es, den Film haltbar (lichtunempfindlich) zu machen.
Dies erfolgt, indem ein komplexer chemischer Prozess im Fixierbad abläuft: In einem frischen Fixierbad verläuft das Herauslösen der Silberhalogenide durch den „Wirkstoff“ Thiosulfat (meist das Fixiersalz Na2S2O3). Da Silberhalogenide (AgBr) in Wasser unlöslich sind, müssen sie vom Fixierbad in wasserlösliche Substanzen chemisch umgewandelt werden. Der Hauptbestandteil des Fixierbades Thiosulfat überführt die unlöslichen AgBr-Kristalle (Silberhalogenide) in einen gut wasserlöslichen Silber-Thiosulfat-Komplex.
So können die unbelichteten Silberhalogenide aus der lichtempfindlichen Schicht gelöst werden. Der Film wird dadurch an den unbelichteten Stellen transparent.
Die wichtigste Fixierregel besagt, dass die Fixierzeit doppelt so lange dauern soll wie die Klärzeit (die Zeit, die der Film benötigt, um transparent zu werden).
Wenn das Fixierbad eine zu lange Standzeit hat, kann der chemische Prozess, der notwendig ist, um die Silberhalogenide wasserlöslich zu machen, nicht mehr einwandfrei ablaufen. Wenn das Fixierbad also erschöpft ist, entstehen „Fehlprodukte“: Statt des wasserlöslichen Silberthiosulfat-Komplexes entsteht eine wasserunlösliche Verbindung. Diese Verbindungen ergeben später bräunliche Flecken auf dem Film. Auch durch Nachfixieren lassen sich die Flecken nicht mehr aus dem Film entfernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturellen Rahmenbedingungen, den Lernstand der Lerngruppe sowie die räumlichen Voraussetzungen für die Unterrichtseinheit.
2 Didaktische Entscheidungen: Dieser Teil erläutert die Einbettung des Themas in den Rahmenlehrplan, definiert die angestrebten Fach- und Methodenkompetenzen und legt den zeitlichen Verlauf der Unterrichtsplanung dar.
Schlüsselwörter
Fotografischer Prozess, Belichtung, Entwicklung, Fixierung, Silberhalogenide, Reprofilm, Fehleranalyse, Medienproduktion, Fachkompetenz, Didaktik, Berufsschule, Prozessschritte, Lithografie, Chemische Entwicklung, Lernfeld 1.3
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Unterrichtsplanung?
Die Arbeit umfasst einen Unterrichtsentwurf für den Bereich Drucktechnik, in dem angehende Mediengestalter den chemischen Prozess der fotografischen Filmverarbeitung analysieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Prozessschritte Belichtung, Entwicklung, Fixierung sowie Wässerung und Trocknung unter besonderer Berücksichtigung potenzieller Fehlerquellen.
Was ist das primäre Ziel dieser Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist, dass die Auszubildenden den fotografischen Prozess fachgerecht erklären und die Ursachen für Mängel, wie sie beispielsweise in einer Reklamation beschrieben werden, technisch herleiten können.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es wird eine arbeitsteilige Gruppenarbeit angewandt, bei der die Lernenden zunächst in Expertengruppen einzelne Schritte untersuchen und diese anschließend im Plenum präsentieren.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil des Entwurfs?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Verlaufsplanung, die die verschiedenen Phasen von der Motivation durch ein Fallbeispiel bis hin zur Ergebnissicherung darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem fotografischer Prozess, Fehleranalyse, Silberhalogenide, Reprofilm und Medienproduktion.
Warum ist das Thema "Fixierung" für die Auszubildenden kritisch?
Die Fixierung ist entscheidend für die Haltbarkeit des Films; eine fehlerhafte Durchführung führt zu instabilen Verbindungen, die sich später als Flecken manifestieren.
Wie findet der Transfer auf die Praxis statt?
Die Lernenden müssen den Bezug zu einem realen Geschäftsbrief einer Werbeagentur herstellen, in dem eine Reklamation über einen fehlerhaften Film (bräunliche Flecken) geäußert wird.
- Quote paper
- Tina Schröder (Author), 2006, Der fotografische Prozess. Unterrichtsentwurf im Fach Medienproduktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150581