Steinzeit ausprobieren: Vor- und Frühgeschichte in der sechsten Klasse einer Realschule


Studienarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Pflichtbereich
1.1 Aufgabe 1: Kurze Vorstellung des Referatthemas „Längsschnitt - Veränderung des Wohnens (Höhle-Hütte-Haus-Palast)?“
1.2 Aufgabe 2: Mögliche Sequenzplanung zum Themenbereich „Vor-/
Frühgeschichte“
1.3 Aufgabe 3: Darlegung der pädagogisch- didaktischen Vorzüge des Unterrichts
zur Vor-/ und Frühgeschichte
1.4 Aufgabe 4: Reflexion des Seminars und Darstellung der Bedeutung der
Steinzeit für die Schule

2. Wahlbereich
2.1 Aufgabe 1: Vorschläge zu „Tafelbildern“ zu unterschiedlichen Themen der
Vor- und Frühgeschichte in der Realschule
2.2 Aufgabe 2: Vergleich/Beurteilung verschiedener Schulbuchkapitel

3. Literatur

1. Pflichtbereich

1.1 Aufgabe 1: Kurze Vorstellung des Referatthemas „Längsschnitt - Veränderung des Wohnens (Höhle-Hütte-Haus-Palast)?“

Die heutigen Erkenntnisse im Hinblick auf die ersten Ansätze der Sesshaftigkeit der Menschen und die damit einsetzende primäre Entwicklung von Wohnkonstruktionen stützen sich ausschließlich auf die noch erhaltenen Überreste und somit den archäologisch ausgewerteten und dokumentierten Funden. „Archäologisch nachweisbar sind nur im Boden erhaltene Strukturen, die durch ihre Anlage und Interpretation eine Nutzung zu Wohnzwecken nahe legen“[1].

Die ersten Nachweise für „Wohnen in der Steinzeit“ können im Zeitalter des Paläolithikums festgemacht werden, nämlich in Form der sogenannten „Höhlenwohnungen“. Die Menschen lebten in dieser Zeit noch als Nomaden, mussten für ihr Überleben Tiere jagen und waren deswegen auf Schlafgelegenheiten angewiesen, die ihnen die Natur bot. Dafür wählten sie meist sogenannte „Abris“[2] aus. Das waren Felsüberhänge, die zur Wetterseite abgewandt waren und somit dem Menschen Schutz vor der Witterung gegeben haben.[3] Die Abris waren aber nur in gebirgigen Regionen vorhanden. Ein Beispiel von einem solchen steinzeitlichen Felsüberhang kann bis heute noch in Philippenloch bei Wallersberg im Landkreis Lichtenfels besichtigt werden. Auch in der schwäbischen Alb lässt sich ein Beispiel für eine „Höhlenwohnung“ finden, nämlich die sogenannte Vogelherdhöhle.[4]

Die nächste Stufe im steinzeitlichen Wohnen bezeichnete man als Obdach beziehungsweise Unterstand.[5] Auch diese Wohnkonstruktion ist bereits dem Mesolithikum zuzuordnen. Sie sind maßgeblich von den Mammutjägern in Osteuropa entwickelt worden und stellten die primären Hüttenkonstruktionen um circa 13.000 v. Chr. dar.[6] Die Jägersmänner stapelten Knochen der Mammuts in einem Kreis auf und imprägnierten diese mit einem Erdwall ab, der anschließend noch mit Tierhäuten- oder Fellen behängt wurde.[7] Durch Funde solcher Überreste in der Ukraine versucht man heute solche Hütten zu rekonstruieren.

Am Ende der Mittelsteinzeit, also bereits in der Übergangszeit zum Jungpaläolithikum entwickelte sich das Wohnwesen weiter. Die Menschen bauten nun Zelte. Dies kann als „Vorläufer“ des Hauses gesehen werden. Ihr Aufbau ist so zu beschreiben, dass Stangengerüste aus Holz angefertigt worden sind, die mit Fell oder Leder überdeckt wurden.[8] Das Zelt als Wohneinheit war für die Menschen sehr praktisch, da es zum Beispiel auf der Jagd schnell auf- und wieder abgebaut werden konnte. Es gibt Rekonstruktionen, die sich auf Funde im Neuwiederbecken bei Gönnersdorf in Rheinland Pfalz stützen.[9] Hiervon zeugen die Furchen von Pfostenspuren im Boden von Stangenzelten und Pfostenbauten, die auf ca. 10.000 v. Chr. geschätzt werden.

Die primären Ansätze für „Wohnen“ - auch im heutigem Sinn - sind in die Zeit des Übergangs zwischen Alt- und Jungsteinzeit einzuordnen. Aufgrund der Sesshaftigkeit der Menschen - die ungefähr im 6. Jahrhundert v. Chr. einsetzte - entwickelte sich eine Form der Unterkunft, die nicht mehr transportierbar sein musste - das Haus.[10] Allerdings gab es auch noch andere Motive für den Hausbau, wie beispielsweise besserer Schutz vor Witterung oder wilden Tieren. Die Organisation eines Hausbaus war von verschiedenen Faktoren abhängig, zum Beispiel von Umweltbedingungen, den vorhandenen Ressourcen, topographischen Gegebenheiten oder fachlichen Baukenntnissen. Im Unterschied zu den Hütten waren Wände und Dach eines Steinzeithauses aus zwei separaten Konstruktionseinheiten strukturiert.[11] Die jungsteinzeitlichen Häuser bestanden hauptsächlich aus Holz und Lehm; die tragenden Bauelemente wurden aus ersterem gefertigt und der Wand- und Fugenverputz wurde aus Lehm hergestellt, der unter anderem wegen seiner besonders guten Wärmedämmung- und Speicherung sehr gern verwendet worden ist. Diese Materialien wurden variantenreich im Häuserbau eingesetzt. Zum einen entstanden daraus Fachwerkbauten und zum anderen die sogenannten Langhäuser, die äußerst typisch für die Jungsteinzeit sind.[12] Die Pfostenbauweise war einfach und barg keine Komplikationen in der statischen oder baulichen Konstruktion. Für überflutungsgefährdete Gebiete wurde die Stelzbauweise entwickelt, da diese durch ihre spezielle Anfertigung „trockenes Wohnen“ garantierte. Sogenannte „Pfahlbauten“[13] kann man heute im gleichnamigen Museum in Unteruhldigen am Bodensee besichtigen. Im Zeitalter der Bandkeramik fand der ursprüngliche Hausbau einen seiner Höhenpunkte, da diese Häuser teilweise schon aus drei Räumen bestanden und zweigeschossig gewesen sind. Die Eisenzeit entwickelte einen neuen Haustyp, nämlich das Grubenhaus, in dem immerhin schon eine bewohnbare Fläche von 14 m² zur Verfügung stand.[14] Ab der Bronze- bzw. Eisenzeit gab es bereits sogenannte „Wohnstallhäuser“[15], was bedeutet, dass die Wohneinheit vom Stall der Tiere vollständig abgetrennt gewesen ist. Den Mittelpunkt der steinzeitlichen Behausung stellte die Feuerstelle dar, die in der Mitte des Raumes platziert war und sowohl für Wärme, Beleuchtung und Schutz vor Ungeziefer sorgte als auch gleichzeitig Kochstelle gewesen ist.[16]

Die Menschen der Jungsteinzeit bauten aber nicht einzelne Häuser, sondern es entstanden meist groß angelegte Siedlungen.[17] Solche hat man vor allem in jenen Regionen errichtet, welche die besten Lebensbedingungen stellten, zum Beispiel in Form eines besonders fruchtbaren Bodens oder die Nähe eines Flusses beziehungsweise Waldes. Eine derartige steinzeitliche Siedlung ist in Köln-Lindenthal ausgegraben worden und auf 4.500 v. Chr. datiert. Aber die wahrscheinlich älteste und größte Siedlung der Jungsteinzeit wurde 1965 in der Südtürkei entdeckt und ausgegraben.[18] In Catal Höyük - deren Entstehungszeit auf 6.500 v. Chr. geschätzt wird - lebten ungefähr 10.000 Menschen. Sie ist damit die älteste Stadt der Menschheitsgeschichte und kann noch dazu mit einer besonderen Bauweise der dortigen Häuser glänzen. Die Bauten entsprachen nämlich den heutigen, einräumigen Appartements, die oftmals viele Verzierungen wie Wandmalereien und Schnitzereien aufwiesen.[19] Durch die Nutzung und die besondere Bauweise waren solche Bauten in der Steinzeit nahezu als palastähnliche Gebilde zu bezeichnen.

1.2 Aufgabe 2: Mögliche Sequenzplanung zum Themenbereich „Vor-/ Frühgeschichte“

Für den Lernbereich „Menschen in der Vor- und Frühzeit“ sind im Lehrplan für das Fach Geschichte der Realschulen in Bayern ca. 12 Stunden vorgesehen.[20] Der Bereich beinhaltet dabei die Einzelthemen „Vorgeschichte“, „Ägypten, das Beispiel einer altorientalischen Hochkultur“ und „Religion und Zusammenschluss der israelitischen Stämme“.[21]

Folgende Sequenzplanung wäre daher für den Themenkomplex der Steinzeit möglich:

[...]


[1] Geschichte erleben im Museum. Anregungen und Beispiele für den Geschichtsunterricht. Hrsg. von Alexander
Link (u.a.). Frankfurt am Main 1992. (= Geschichte lehren und lernen). S.

[2] Schmitdt Martin (u.a.): Museum experimentell. Experimentelle Archäologie und museale Vermittlung. Schwalbach 2008. S.

[3] Ebd. S.

[4] http://www.lonetal.net/vogelherdhoehle.html 17.08.

[5] Schmidt Martin (u.a.): .): Museum experimentell. S.

[6] http://www.mammutmuseum.ch/html/mammut_mensch.html 17.08.

[7] Geschichte erleben im Museum. S.

[8] Schmidt Martin (u.a.): Museum experimentell. S.

[9] Papenberg, Helmut: Die Steinzeit. Materialien zur selbstständigen Themenerarbeitung in der Sekundarstufe I. Donauwörth 2006. S.

[10] Papenberg, Helmut: S.

[11] Geschichte erleben im Museum: S.

[12] Papenberg, Helmut: S.

[13] Schmidt Martin (u.a.): Museum experimentell. S.

[14] http://www.gabreta.bfz.de/gabreta/about/haus4.rsys 17.08.

[15] Geschichte des Wohnens. 5000 v. Chr. – 500 n. Chr. Vorgeschichte Frühgeschichte Antike. Bd. 1. Hrsg. von Wolfram Hoepfner. Ludwigsburg 1999. S.

[16] Geschichte erleben im Museum. S.

[17] Papenberg, Helmut: S.

[18] http://www.catalhoyuk.com/ 17.08.

[19] Papenberg, Helmut: S.

[20] Lehrplan Realschulen Bayern: http://www.realschule.bayern.de/lehrplan, 20.08.09.

[21] Ebd.

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Details

Titel
Steinzeit ausprobieren: Vor- und Frühgeschichte in der sechsten Klasse einer Realschule
Hochschule
Universität Regensburg  (Didaktik Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar II
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V150593
ISBN (eBook)
9783640617258
ISBN (Buch)
9783640617371
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Steinzeit, Vor-, Frühgeschichte, Klasse, Realschule
Arbeit zitieren
Verena Liebl (Autor), 2009, Steinzeit ausprobieren: Vor- und Frühgeschichte in der sechsten Klasse einer Realschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150593

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