Theoderich der Große im Spiegel des Anonymus Valesianus


Seminararbeit, 2010

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2.Theoderich der Große – Seine Politik in den Schilderungen der Excerpta Valesiana
2.1.Außenpolitik
2.2.Innenpolitik

3.Widersprüchliche Charakterdarstellung Theoderich des Großen?

4.Die Person des Autors der Excerpta Valesiana

5.Zusammenfassung
5.1.Ergebnisse der Untersuchung
5.2.Der historische Wert der Excerpta Valesiana

6.Anhang
6.1.Literaturverzeichnis
6.2.Eigenständigkeitserklärung

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit „Theoderich der Große im Spiegel des Anonymus Valesianus“ wird, wie es der Titel andeutet, das historische Bild, welches der genannte Autor von diesem Ostgotenkönig zeichnet, untersucht. Dies geschieht auf der Grundlage der Excerpta Valesiana in der deutschen Übersetzung von König. Im Rahmen der Untersuchung der Quelle soll insbesondere auf die Politik und die Charakterisierung Theoderichs des Großen eingegangen werden, da die Excerpta Valesiana ein widersprüchliches Bild des ostgotischen Herrschers zeichnet. Im Zusammenhang mit der Quellenauswertung wird formal auf den Inhalt eingegangen, d.h. die historischen Handlungen und deren Wertung durch den Autor werden analysiert. Bedingt durch den Umfang einer 33-jährigen Regentschaft werden außenpolitische und innenpolitische Handlungen getrennt betrachtet. Die erwähnte Widersprüchlichkeit führt zudem zu der Frage der Autorenschaft. Nicht allein die Klärung wer die Excerpta Valesiana verfasst hat, sondern auch die Motive des Autors sollen untersucht werden. Dies wird abschließend betrachtet.

Die Persönlichkeit Theoderich des Großen ist wohl eine der am meisten dokumentierten der Spätantike und des frühen Mittelalters. Es gibt Zeugnisse von Prokop von Kaisareia und Malchus von Philadelphia. Darüber hinaus existieren Chronikeinträge sowie Selbstzeugnisse. Die Quellenlage ist daher außerordentlich gut. Es mangelt zudem auch nicht an Sekundärliteratur. In den letzten beiden Jahrhunderten des vergangenen Jahrtausends entstanden durch Forschungsinteresse mannigfach Monographien Dieses Interesse an der Person des Ostgotenkönigs gründet sich m.E. aus der guten Quellenlage, dem Zeitpunkt der Völkerwanderung und der Leistung seiner Person: Theoderich der Große war der erste Barbar der dauerhaft in Italien regiert hatte. Abgesehen davon schafft seine für diese Zeit außergewöhnlich lange Regentschaft auch genügend Stoff zur Forschung.

Jede Quellenauswertung hat zur Aufgabe Fakten von Wertungen zu trennen. Daher wird vor allem die Darstellung der politischen Handlungen ohne Berücksichtigung der Wertungen geschehen. In der Zusammenfassung wird die Darstellung auf Vollständigkeit zu den bekannten politischen Handlungen überprüft. Die Persönlichkeit Theoderichs und die des Autors werden durch die Interpretation der Wertungen des Verfassers analysiert. Dabei gilt stets die Maxime aller Historiker: Die Realität soll so wahrheitsgetreu rekonstruiert werden wie möglich. Der Wahrheitsgehalt hängt aber auch von den gegebenen Wertungen ab. Daraus resultiert, dass der Wert des Werkes des Anonymus Valesianus abschließend im historischen Kontext nochmals gewertet werden muss. Die Untersuchung betrachtet nur die Person Theoderich des Großen in der Excerpta Valesiana. Daher werden von den 96 kleinen Absätzen des chronologisch aufgebauten und in biographischen Zügen endenden Werkes nur die dem Absatz 42 folgenden betrachtet.

2. Theoderich der Große – Seine Politik in den Schilderungen der Excerpta Valesiana

2.1 Außenpolitik

Wenn man die außenpolitischen Handlungen betrachten möchte, muss zunächst geklärt werden, welchen Herrschaftsbereich Theoderich besaß und welches Territorium seinem Schutz unterstand. Nicht die gesamte Zeit seiner 33-jährigen Regentschaft verbrachte er in Italien. Theoderich als Sohn Theodemers, König des Amaler–Stammes, wurde sicherlich in Pannonien, dem Siedlungsgebiet der Amaler geboren. Die römische Provinz Pannoniens umfasste das Gebiet zwischen Donau, Save und Alpen.Dieses Territorium konnten die Amaler jedoch nicht halten, vermutlich bedingt durch Hungersnöte und eine mangelhafte Versorgung. Bedenkt man also die „Landlosigkeit“ des jungen Theoderich, so muss bei der Betrachtung seiner Außenpolitik auf Grundlage der Excerpta Valesiana beachtet werden, welches Territorium er schützen soll. Später dagegen ist entscheidend, für welches Gebiet er Regentschaftslegitimation besitzt. Vorwegnehmend kann die Betrachtung gemacht werden, dass in der vorliegenden Quelle drei verschiedene Bereiche der Außenpolitik beschrieben werden: Kriegszüge, Heiratspolitik und das Verhältnis zu Byzanz.

Es wird eine militärische Aktion genannt und eine weitere ausführlich beschrieben. Letztere sicherlich, da sie Theoderich entscheidend zu seiner Regentschaft auf italienischen Boden verhalf. Als Zenon von 474 bis 491 n. Chr. als byzantinischer Kaiser regierte und vom ranghöchsten Senator namens Basiliscus intrigiert wurde, forderte er Theoderich auf, gegen diesen Hilfe zu leisten. Theoderich war siegreich, so dass Zeno wieder nach Konstantinopel als Kaiser zurückkehrte. Als Belohnung für Theoderich erhob ihn Zeno in den Status eines Patricius und Consuls. Des weiteren beschenkte er ihn großzügig. Gleichzeitig gab er Theoderich einen neuen Auftrag: Theoderich soll nach Italien ziehen und Odoacar, welcher zu diesem Zeitpunkt die Herrschaft über Italien für sich beanspruchte, besiegen und damit Italien für ihn, Zeno, zurückgewinnen. Als Belohnung dürfe er bis Zenos Ankunft in Italien an dessen Stelle regieren.

Im folgenden wird ausführlich der Verlauf des Kampfes gegen Odoacar geschildert. Die erste Schlacht fand am Fluss Sontius statt, welche Theoderich gewann. Odoacar floh nach Verona. Am 27. September fand auf dem „Kleinen veronesischen Feld“ die zweite Schlacht statt. Erneut siegte Theoderich und Odoacar flieht am 30. September nach Ravenna. Das Heer Odoacars befand sich in Mailand. Als Theoderich dorthin zog ergab es sich ihm, einschließlich Odoacars Heermeister Tufa. Diesen sandte er mit einem Teil seines Heeres nach Faventia. Von dort aus wurde Odoacar in Ravenna belagert. Tufa war nicht loyal gegenüber Theoderich und lieferte Odoacar dessen Truppenführer aus. Danach marschierte Odoacar nach Mailand. Unterstützt von den Westgoten siegte Theoderich zum dritten mal am 11. August bei der Schlacht oberhalb des Flusses Addua. Nach dem Odoacar erneut nach Ravenna geflohen war, belagerte Theoderich die Stadt für drei Jahre. Da Odoacar fast geschlagen war und der endgültige Sieg aus der Sicht Theoderichs wohl nah war, schickte er eine Gesandtschaft zum Kaiser Zeno um das königliche Ornat zu erhalten. Auch der letzte Angriff Odoacars, als er zusammen mit den Herulern in die Verschanzung Theoderichs eindrang, war für ihn nicht siegreich. Daher floh er am 15. Juli zurück nach Ravenna. Odoacar übergab seinen Sohn Thela Theoderich als Geisel. Der Anonymus Valesianus erzählt die Anekdote vom Hinterhalt Odoacars, welchen Theoderich bemerkte und daraufhin ihn, seine Soldaten und deren Angehörige umbringen ließ. Der byzantinische Kaiser Zeno verstarb, während die Gesandtschaft Theoderichs, sicherlich mit dem Auftrag die getroffene Vereinbarung einzufordern, auf dem Weg zu ihm war. Die Anweisungen des Nachfolgers Anastasius nicht abwartend, bestätigten die Goten eigenmächtig Theoderich als König Italiens.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Theoderich der Große im Spiegel des Anonymus Valesianus
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V150594
ISBN (eBook)
9783640625420
ISBN (Buch)
9783640634729
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theoderich, Große, Spiegel, Anonymus, Valesianus
Arbeit zitieren
Jessica Wenzel (Autor), 2010, Theoderich der Große im Spiegel des Anonymus Valesianus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150594

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