Ursachen, Verlauf und Folgen der Berlin-Blockade


Seminararbeit, 2008
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Ursachen der Berlin-Blockade
1. Formierung der Blöcke und erste Differenzen im Ost-West-Verkehr
2. Zielsetzung des Marshall-Plans
3. Währungsreform in Westdeutschland

III. Verlauf der Luftbrücke
1. Von der Notlösung zur Alternative
2. Gegenblockade und Ende der Luftbrücke

IV. Wirtschaftliche und politische Folgen der Blockade

V. Schluss

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. Einleitung

Diese Facharbeit behandelt die Ursachen, den Verlauf und die Folgen der Berlinblockade. Die Blockade und die daraus von den Westmächten organisierte Luftbrücke fanden im Jahre 1948/49 statt, in der ersten Berlinkrise fand der noch junge Kalte Krieg seinen ersten Höhepunkt. Kurz nach Kriegsende, in einer Zeit, in der sich erste Differenzen und Gesichtszüge anlässlich des Kalten Krieges zeigten. Bereits während und nach der Blockade folgten ereignisreiche und entscheidende Jahre für die Zukunft Mitteleuropas. Der zeitliche Kontext und die Geschehnisse in Berlin unmittelbar nach Kriegsende sind daher von signifikanter Bedeutung der neuzeitlichen Geschichte im Rahmen des Ost-West-Konfliktes. Die Leitfrage dieser Seminararbeit steht unter dem Aspekt, ob und inwiefern die Sowjetunion durch die Blockade ihre gesetzten Ziele erreichen konnte und welche Reaktionen hieraus resultierten. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt im Verlauf der Luftbrücke. Der Forschungsstand der Thematik ist weitestgehend gut erforscht, der Wissenschaft stehen dieser Zeitepoche zahlreiche Quellen in Form von Bild- und Tonmaterial, sowie Dokumenten und Zeitzeugen zur Verfügung, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erhielt die Wissenschaft neue Möglichkeiten zur Forschung, es kamen und kommen bis heute wichtige Dokumente sowjetischer Außenpolitik an die Öffentlichkeit. Die westlichen Informationen stehen weitestgehend der Allgemeinheit zur Verfügung und können wissenschaftlich verarbeitet werden.[1]

Trotzdem gibt es bis heute kontroverse Ansichten über die Außenpolitik der beiden Blockmächte. Stalin strebte in seinen 1952 verfassten Noten ein neutrales und geeintes Deutschland an.[2] Die Ablehnung der Stalin-Noten durch die Westmächte ziert bis in die Gegenwart Diskussionen, ob bereits vor über 50 Jahren die Wiedervereinigung hätte realisiert werden können.[3] Waren die Stalin-Noten das Resultat der gescheiterten Blockade? War die Gegenblockade der Westmächte der Grund für das Scheitern der Berlinblockade? Anlässlich 50 Jahre nach dem Ende der Blockade hat Gerhard Keiderling in seinem Buch „Rosinenbomber über Berlin“ unter Einbeziehung wissenschaftlicher Methoden und Quellen eine Zusammenfassung der Geschehnisse um die erste Berlinkrise verfasst, es gehört zu den Standardwerken zur Problematik der ersten Berlinkrise.

Der strukturelle Aufbau dieser Arbeit gliedert sich in den Ursachen der Berlinblockade, über erste Differenzen der ehemaligen Kriegskoalition und Eigeninterpretationen über die Deutschland-Frage in den Sektoren nach Kriegsende. Unterschiede in der Umsetzung der Deutschland-Frage führten zu ersten bipolaren Spannungen, gefolgt vom Marshall-Plan und die Währungsreform als Wegbereiter zum Weststaat und Auslöser der Blockade. Anschließend kommt der Schwerpunkt der Arbeit, die Luftbrücke als Reaktion und mögliche Alternativen der Westmächte, einschließlich die Organisation der Luftbrücke und die Lebensumstände in der Bevölkerung. Der letzte Teil des Schwerpunktes geht auf die Verhandlungen in New York und das Ende der Blockade ein. Es folgen die unmittelbaren Konsequenzen der Blockade in Berlin und die vertiefte Blockbildung der Weltmächte. Zum Schluss wird eine kurze Zusammenfassung der Arbeit unter dem Aspekt der gestellten Fragen angestrebt.

II. Ursachen der Berlin-Blockade

1. Formierung der Blöcke und erste Differenzen im Ost-West-Verkehr

Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman verkündete in seiner gleichnamigen Doktrin vom 17. März 1947 seine Besorgnis über die aggressive Expansionspolitik der Sowjetunion, welche in den Mittelmeerstaaten in Griechenland und der Türkei deutlich wurde. Truman redete vom Kampf der freien Völker gegen die totalitäre kommunistische Bedrohung. Diese Bedrohung könne sich auch auf den strategisch wichtigen Raum in Westeuropa auswirken. Verantwortlich für die Unterstützung der freien Völker sah Truman die Vereinigten Staaten (USA).[4] Bereits im Sommer 1946 formulierte George F. Kennan als Botschafter der USA in Moskau mit seinem ausführlichen Telegramm die politischen Absichten der Sowjetunion.[5] Ansätze der US-Eindämmungspolitik wurden ersichtlich. Schon kurz nach Kriegsende gingen die Interessen der Anti-Hitler-Koalition auseinander. Über wesentliche Aspekte der Deutschland-Frage wie zum Beispiel Demontierung, Umerziehung, Entnazifizierung und Bestrafung der Kriegsverbrecher waren sich die Alliierten in den Verhandlungen der Potsdamer-Konferenz über die Zukunft Deutschlands einig, doch bereits in der Behandlung des ehemaligen Kriegsgegners gab es Differenzen. Konkrete Aspekte über die Art und Weise der Umsetzung des Deutschland-Problems wurden nicht genannt, so wurden die Maßnahmen von den jeweiligen Besatzungsmächten interpretiert. Die Sowjetunion äußerte die Absicht Deutschland weder zu zerstückeln noch zu vernichten und forderte Einfluss in das wirtschaftlich wichtige Ruhrgebiet in Westdeutschland.[6] Die Westmächte wiesen die Forderung Stalins zurück. Auf der zweiten Pariser Konferenz hingegen lehnte Stalin eine Fusion der vier Sektoren entschlossen ab, die sowjetische Politik zielte auf Sicherung und Ausdehnung des erreichten Machteinflusses in Deutschland ab, da der US-Präsident einen baldigen Abzug seiner Truppen aus Deutschland nach Kriegsende andeute.[7] Die Besatzungszonen in Deutschland und Berlin entwickelten rasch ein gewisses Eigenleben, folglich kam die gemeinsame Verwaltung nur zu wenigen bündigen Entschlüssen, so wurde der Einfluss in den Zonen der jeweiligen Besatzungsmacht ausgeübt. Kommunistische und kapitalistische Ideologie trafen in Berlin direkt aufeinander, der Kontrast verstärkte sich und aus der Anti-Hitler-Koalition wurde ein Zweckbündnis mit der Atmosphäre eines stetig wachsenden Misstrauens.[8] Im weiteren Verlauf nutzte die Sowjetunion seinen geopolitischen Vorteil besonders gegenüber Westberlin aus. Westberlin als kapitalistische Insel Mitten in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) als Druckmittel gegenüber den Westmächten um Interessen auszuüben. Der Handel zwischen den Zonen wurde von der Sowjetunion überbürokratisiert und so erheblich gehemmt, kam teilweise sogar ganz zum erliegen. So kam es im April 1948 zu einer kleinen Luftbrücke um Westberlin aus der Luft zu versorgen. Wegen ungültiger Frachtpapiere und angeblicher Reparatur einer Brücke kam die Binnenschifffahrt von und nach Westberlin zum erliegen, auch der Schienen- und Straßenverkehr konnte nicht fortgeführt werden. Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) forderte wegen neuen selbsterlegten Verordnungen spezielle Formulare,[9] es kam zu einer schleichenden Blockade. Übertriebene Hemmnisse, angebliche Wartungs- und Reparaturarbeiten ließen den Güterverkehr immer öfter der Willkür der Sowjetunion unterliegen, die Provokationen bewegten sich meist am Rande der Zulässigkeit der Abkommen.

[...]


[1] Vgl. Morsey, R.: Die Bundesrepublik Deutschland, S. 124-

[2] Vgl. Volkmann, H.-E.: Die Stalin Note, S.

[3] Vgl. Morsey, R.: Die Bundesrepublik Deutschland, S.

[4] Vgl. Shell, K.-L.: Harry S. Truman, S.

[5] Vgl. Riess, C. B.: Die deutsch-amerikanischen Beziehungen der Nachkriegszeit 1945-1993, S.

[6] Vgl. Morsey, R.: Die Bundesrepublik Deutschland, S. 1-

[7] Vgl. Riess, C. B.: Die deutsch-amerikanischen Beziehungen der Nachkriegszeit 1945-1993, S.

[8] Vgl. Morsey, R.: Die Bundesrepublik Deutschland, S.

[9] Vgl. Keiderling, G.: Rosinenbomber über Berlin, S. 24-

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ursachen, Verlauf und Folgen der Berlin-Blockade
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V150616
ISBN (eBook)
9783640619061
ISBN (Buch)
9783640618941
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen, Verlauf, Folgen, Berlin-Blockade
Arbeit zitieren
Bernd Brandscheid (Autor), 2008, Ursachen, Verlauf und Folgen der Berlin-Blockade, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150616

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