Gesellschaftliche Schichten und Strukturen in Deutschland des XVIII Jahrhunderts


Seminararbeit, 2007

23 Seiten, Note: sehr gut (9/10)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Thema der Hausarbeit

2 Schichten der deutschen Gesellschaft in 18 Jahrhundert
2.1 Deutschland in 18 Jh
2.2 Der weltliche und geistliche Adel
2.3 Die Bürger
2.4 Die Bauern
2.5 Die Arbeiter und die Handwerker. Die Standeslosen

3 Einflußreiche Ereignisse, die zur Formung der Gesellschaft beigetragen haben
3.1 Regierungsform im 18. Jahrhundert: Absolutismus
3.2 Ereignisse der zweiten Hälfte des Jahrhunderts: die zwei Revolutionen

4 Veränderungen in den gesellschaftlichen Strukturen als Folge der geschichtlichen Ereignisse
4.1 Erste Hälfte des 18. Jahrhunderts
4.2 Zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts

5 Kulturelle Veränderungen bzw. Veränderungen der Öffentlichkeit
5.1 Von der Ablösung der höfischen Dichtung hin zum Beruf des freien Dichters und Schriftstellers
5.2 4Gründung von städtischen kulturellen Institutionen: Theater-Oper
5.3 Lesegesellschaften
5.4 Leihbibliotheken
5.5 Bildung im 18.Jahrhundert. Schulen und Universitäten

6 Abschließendes Fazit

Quellen

1 Einleitung

1.1 Thema der Hausarbeit

In der vorliegenden Hausarbeit werden wir uns ausschließlich und intensiv mit dem 18. Jahrhundert auseinandersetzen. Dabei konzentrieren wir uns aber hauptsächlich auf den Bereich der gesellschaftlichen und sozialen Strukturen in Deutschland des 18. Jahrhunderts.

Die Fülle des hierzu vorhandenen Materials hatte eine sehr gezielte Suche zu Folge, damit die Hausarbeit nur die wesentlichen Informationen zu unserem Thema beinhaltet und nicht zu sehr in Einzelheiten ausschweift.

Anhand dieser vorliegenden Analyse wollen wir versuchen den Aufbau und das Funktionieren der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts für den Leser verständlich zu machen. Auf diese Weise erhält er nämlich eine sehr gute Basis, um auch das literarische Schaffen dieser Zeit zu verstehen. Dies gilt natürlich allgemein für jede Epoche. Ohne einen Einblick in die geschichtlichen Daten und Fakten der Zeit, lassen sich viele Werke nur schwer interpretieren.

Bei unserem weiteren Vorgehen für die Ausarbeitung unserer Ergebnisse werden wir zunächst einmal in einem ersten Kapitel den Aufbau der Ständegesellschaft im 18. Jahrhundert darstellen. Anschließend beziehen wir uns in dem zweiten großen Kapitel auf einflussreiche Ereignisse, die zur Formung der Gesellschaft der Zeit beigetragen haben. Die tatsächlichen Veränderungen in den gesellschaftlichen Strukturen als Folge dieser geschichtlichen Ereignisse werden aber in einem dritten Kapitel ausführlich erläutert. Daraufhin kommen wir dann im vierten Kapitel auf die kulturellen Veränderungen bzw. Veränderungen der Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert zu sprechen. Schließlich werden dann im letzten Kapitel dieser Hausarbeit alle unsere Ergebnisse in Form eines Fazits abgerundet.

2 Schichten der deutschen Gesellschaft in 18 Jahrhundert.

2.1 Deutschland in 18 Jh.

Die politische Lage in Deutschland in 18 Jh. wird vor allem durch Uneinheitlichkeit bezeichnet. Auf dem ehemaligen Territorium des Heiligen Römischen Reiches bestanden in dieser Zeit ca. 300 Fürstentümer und Königreiche. Der Begriff „deutsch“ existierte nur im Bezug auf die Sprache, die Begriffe „Deutschland“ sowie auch „deutsche Nation“ verbreiten sich erst später, Ende des Jahrhunderts.

Das größte der deutschen Länden um 1700 war Preußen unter dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. Die Durchorganisation aller Lebensbereiche, der Übergewicht des Militärischen im Staatswesen und der aufgeklärte Absolutismus statt den höfischen als Regierungsform waren die Hauptvoraussetzungen für die Entwicklung dieses Landes im 18 Jh. Mitte des Jahrhunderts war Preußen im Vergleich mit den übrigen europäischen Staaten an Bodenfläche am zehnten, an Bevölkerung am dreizehnten, am militärischen Macht aber am dritten Platz. Die Innerpolitik des Landes, weiterentwickelt von Friedrich Wilhelm II, verkleinerte den Abstand zwischen den sozialen Schichten der Adel und der Bürgertum.

Dabei bildete Preußen aber eine Ausnahme unter den übrigen deutschen Landen, die immer noch nach der von Mittelalter überkommenen Gesellschaftsordnung funktionierten.

Die deutsche Gesellschaft des 18. Jahrhundert, wie auch die anderen europäischen Gesellschaften dieser Zeit, war als Ständegesellschaft zu charakterisieren. Die soziale Ordnung war als Pyramide aufgebaut: das herrschende Stand waren das Adel und die Geistlichen, die mittlere Stand bildete das Bürgertum, darunter befand sich das Bauerntum (später auch die neu entstandene Arbeiterklasse), die untere Schicht bestand aus Standeslosen.

Anteil der Stände an der Gesamtbevölkerung Deutschlands und Europas[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Statistik veranschaulicht die Tatsache, dass der Aufbau der deutschen und europäischen Gesellschaft hat sich seit Mittelalter kaum verändert. Der wichtigste Grund liegt daran, dass die Stelle einer Person in dieser Gesellschaft war von ihrem Geburt an durch ihre Herkunft bestimmt (deswegen wird die Ständegesellschaft auch Abstammungsgesellschaft genannt) und war meistens nicht zu verändern. Die Ausnahmen waren selten: der Übergang von einem Stande zum anderen durch persönliche Leistung war möglich, aber mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Einprägung dieser sozialen Ordnung in der Bewusstheit der Menschen als gottgegebenen, also als einer, die auch nie umstritten werden konnte. Ein König bzw. ein Geistlicher wurde Vermittler Gottes Willen auf der Erde genannt.

2.2 Der weltliche und geistliche Adel.

Der Adel war seit den feudalen Ständeordnungen die privilegierte herrschende soziale Schicht, gegründet auf Geburt, Besitz, Zuerkennung und gelegentlich auf Leistung. In Deutschland hatte der Adel besonders großen Einfluss, was auf den Anzahl der von Territorialfürsten regierten kleinen Länden zurückzuführen ist. Die Geistlichen besaßeneine große Macht, denn die Kirche und die Religion bestimmten die Normen vieler Lebensbereichen der Gesellschaft.

Beim deutschen Adel existierte eine gewisse Rangeinteilung. Man unterschied zwischen Hochadel (dazu gehörten die geistlichen und weltlichen Fürsten, Erzbischöfe, Bischöfe, Kurfürsten, Herzöge, Pfalz- und Markgarfen, erlauchte Grafen) und niedrigem Adel (Ritterschaft).

Neben dieser Einteilung gab es auch weitere Kategorien:

Uradel (alter Adel). Dazu zählten die Häuser, deren Familie nachweislich spätestens um 13. Jahrhundert dem ritterbürtigen Adel angehört hat.

Briefadel. Dazu zählten adelige Häuser ursprünglich bürgerlicher Herkunft, die durch einen Adelsbrief (Adelsdiplom) und meist mit der Verleihung eines Wappens in den Adelsstand erhoben werden. Durch Adelsdiplom konnten auch Angehörige ausländischen Adelsstandes in den inländischen erhoben werden (dabei wurde der ausländische Titel entsprechend berücksichtigt).

Die Nobilitierung (Erhebung in den Adelsstand) war in Deutschland seit 14. Jahrhundert möglich und war ein Vorrecht des Kaisers. Später bekamen auch einige der Territorialfürsten und Geistlichen dieses Recht (der König von Preußen, der Herzog von Österreich, der Kurfürst von Bayern, der Erzbischof von Salzburg und andere).

Schwertadel. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts hatte jeder Offizier bürgerlicher Herkunft nach 30 Jahren Dienst in der Reichsarmee rechtlichen Anspruch, in den Adelsstand erhoben zu werden. Diesen Recht gab auch die Verleihung höchster Staatsorden (zum Beispiel, des Ernestinischen Hausordens in Sachsen oder des Schwarzer-Adler-Ordens in Preußen).[2]

Die traditionellen adeligen Beschäftigungen und Berufe waren: Diplomat, Offizier, Jäger, Landwirt, Geistlicher.

Die Glanzzeit des Adels dauerte in Europa bis in das späte 18. Jahrhundert, in Deutschland aber bis in das 19. Jahrhundert. Der Adelsstand verlor seine Privilegien teilweise durch die Folgen der Französischen Revolution, vor allem aber durch den raschen Aufstieg des Bürgertums.

2.3 Die Bürger

Das Bürgertum als soziale Schicht entstand Ende des Mittelalters zusammen mit der Entwicklung des Handels und des städtischen Lebens.

Im Laufe der Zeit wurde das Bürgertum immer stärker und zahlreicher. Es erkämpfte seine bürgerlichen Freiheiten in Abgrenzung zu den Adligen und den Bauern.

Das 18. Jahrhundert war besonders wichtig für die Entwicklung des deutschen Bürgertums und der ganzen Gesellschaft als Folge. In dieser Zeit wuchsen die Aufgabenbereiche der Verwaltung und die Bedürfnisse an qualifizierten Staatsbeamten, die sich mit Recht, Wirtschaft, Handel und Finanzen beschäftigen könnten. Dabei war die Abstammung nicht mehr wichtig, sondern vor allem Kenntnisse und Fähigkeiten. So entstand in ganz Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine gebildete adlig-bürgerliche Schicht aus Vertreter der freien Berufen: Ärzten, Beamten,

Lehrern, Pfarren, Juristen, Professoren[3]. Verschiedene Kategorien des deutschen Bürgertums formen sich: die Großbürger und die Kleinbürger (Unterschied nach finanzieller Lage); das Bildungsbürgertum (die Intellektuellen), die Industriellen. Das Bürgertum übernahm die wichtigsten staatlichen und gesellschaftlichen Aufgaben und Stellungen und erwies sich konkurrenzfähiger in Vergleich zu dem Adel.

Ein weiteres Schritt in der Entwicklung des Bürgertums war die Idee der bürgerlichen Gesellschaft, die sich im Laufe der Epoche der Aufklärung entwickelte und die Vorstellungen von Demokratie, Menschenrechten, Rechtstaat und Liberalismus vereinigte. Das Bürgertum spielte eine weltgeschichtlich einzigartige Rolle bei dem Wandel von Feudalismus und Absolutismus zum Wirtschaft und Gesellschaft. In der Zeit der Frühkapitalismus formte das Bürgertum die „bürgerliche Weltanschauung“, die eng mit den bürgerlichen Tugenden wie Leistung, Fleiß und Sparsamkeit verbunden ist.

2.4 Die Bauern

Der Bauernstand bestand aus denen, die als Hauptberuf einen Landwirtschaftlichen Betrieb hatten. Das war also nicht nur ein Berufsstand, sondern ein Lebensform.

Man unterschied die Bauer nach Betriebsgröße und Besitz: Vollbauer, Halbbauer, Mittelbauer, Kleinbauer.

Das Bild des religiösen, mit Natur verbundenen Bauerntums war von dem Sturm und Drang, später auch von der Romantik idealisiert worden. Dabei wurden dem Bauerntum Unabhängigkeit, Glück und Freiheit zugeschrieben (das bekannteste Beispiel: J. W. Goethe, „Die Leiden des jungen Werther“). In der Wirklichkeit war das Bauernleben überall sehr hart.

Im 18. Jahrhundert war das deutsche Bauerntum unfrei. In diesem Bereich hat sich seit Mittelalter wenig verändert: der überwiegende Teil der Bevölkerung bestand aus Bauern, die aber nicht Eigentümer des von ihnen bearbeiteten Landes waren. Dieses Land war Eigentum des Grundherrn, von denen die Bauer persönlich abhängig waren. Die Bauer befanden sich im Zustand der Leibeigenschaft. Das bedeutete, dass die Bauer der Rechtsprechung ihres Herrn unterworfen waren, ihm Abgaben in Geld oder Produkten (Naturalabgaben) schuldeten und kein Recht, das Land des Herrn zu verlassen, hatten. Bis in das 17. Jahrhundert bestanden für das abhängige Bauerntum auch Heiratsbeschränkungen.

[...]


[1] Schulze,1996: S:

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Adel

[3] Schulze,1996: S.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Gesellschaftliche Schichten und Strukturen in Deutschland des XVIII Jahrhunderts
Hochschule
Αριστοτέλειο Πανεπιστήμιο Θεσσαλονίκης - Thessaloniki
Note
sehr gut (9/10)
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V150619
ISBN (eBook)
9783640620609
ISBN (Buch)
9783640620104
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
18.Jahrhundert, Deutsche Geschichte, Soziale Schichten, Kulturgeschichte, Lesegesellschaft, Gesellschahftliche Schichten, Adel, Bürgertum, Bildung im 18. Jahrhundert, Absolutismus, Französische Revolution
Arbeit zitieren
Olga Lantukhova (Autor:in), 2007, Gesellschaftliche Schichten und Strukturen in Deutschland des XVIII Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150619

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