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Cogito ergo liber sum. "Die Kraft der Guten"

Eine ideologiekritische Betrachtung bürgerlich-christlicher Zivilisation in Europa

Titel: Cogito ergo liber sum. "Die Kraft der Guten"

Fachbuch , 2024 , 246 Seiten

Autor:in: Wolfgang Roeb (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der „westliche“ Liberalismus ist in große Erklärungsnot geraten. Sowohl die Politik der Privatisierung und Globalisierung als auch die Politik der liberalen „regelbasierten Weltordnung“ mit ihren Strafaktionen durch Sanktionen und militärische Gewalt haben mit dazu beigetragen, den Rest der Welt und die Mehrheit der Weltbevölkerung in Opposition zum Westen zu bringen. „The West vs. The Rest“. Die Mehrheit der repräsentierten Weltbevölkerung beklagt den doppelten Standard einer liberalen Weltpolitik des sogenannten „freien Westens“.

Seit seiner Entstehung hat der Liberalismus nie seinem universellen und universalen Anspruch genüge geleistet. Der Begriff Liberalismus entstand im frühen 19. Jahrhundert. Er bezeichnet eine philosophisch begründete Weltanschauung aus der Perspektive eines freien Bürgers und Eigentümers. Vor der Errichtung eines bürgerlichen Rechtsstaates war er eine revolutionäre, nach der Errichtung eines liberalen Rechtsstaates eine das Staats- und Gesellschaftssystem legitimierende Weltanschauung.

Der Liberalismus umfasst sowohl einen erkenntnistheoretischen Aspekt, der das menschliche Subjekt als vernünftiges, weil mit Geist ausgestattetes und deshalb als selbstbestimmendes Ich auffasst, als auch ökonomische und politische Aspekte seines Tuns. Der Liberalismus wurde als eine das Leben des Menschen an sich umfassende Ideenkonstruktion von europäischen Intellektuellen entworfen. Die Freiheit des Einzelnen ist Grundprinzip dieser Lehre, die dem Menschen von Natur aus und universell zustehe. Dieses Freiheitsprinzip wurde als Antithese zur theologisch-monarchischen Lehre vom Königtum von Gottes Gnaden und der darauf gründenden Diktatur aristokratischen Grundeigentums gegenüber entworfen.

Der Geschichte bürgerlich-liberaler Weltsicht und ihrer Affinität zum Faschismus werde ich in diesem Buch nachgehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Zur Kulturgeschichte des Bürgerlichen

1. Zur Vorgeschichte des Bürgerlichen

2. Der attische Stadtstaat

3. Prozess der politischen Emanzipation

4. Die Philosophie des guten Lebens

5. Der Mythos des Landes und die Philosophie der Stadt

II Transformation des Bürgerlichen

1. Die italienischen Stadtrepubliken

2. Das Goldene Dreieck

3. Die Geldwirtschaft

4. Kapital und Politik

5. Die Seerepublik Venedig

6. Florenz - eine demokratisierte Republik

7. Eine intellektuellen Revolution des Bürgerlichen

8. Gold und Sklave – Grundbausteine auf dem Weg zu einer nationalen Marktwirtschaft

9. Der Dreizack des Handelskapitalismus: Fernhandel- Monopol-Krieg

10. Das Labor Amsterdam

11. „Krieg, Handel, Piraterie, dreieinig sind sie, nicht zu trennen.“ (Mephisto)

12. Der Geist Gottes und des Geldes

13. Handels- und Kriegskapitalismus

14. Transozeanischer Handel und staatliches Gewaltmonopol

15. Französische Verhältnisse

16. Die „politische Nation“ Englands

17. Die Insel der Prädestinierten

18. William Petty: Der Vater der englischen Verwaltungsstatistik

19. Arbeit ist „der Vater“- Natur die „Mutter“ des Reichtums

20. Entmaterialisierung der Welt

21. Die Semiotik

22. Das liberale Naturrecht

23. Das „heilige Eigentum“

24. Vom Symbol zum Zeichen

III. Die Transformation des Bürgerlichen

1. Europäische Aufklärung

2. Das zweite Stadium der Abstraktionskunst der europäischen Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert

3. Die Substanz „Ich“ und seine Freiheit

4. Eine Rassenlehre in „weltbürgerlicher Absicht“

5. Der Meta - Mythos von der Freiheit des Einzelnen

6. Metaphysik der Sitten

7. Die bürgerliche Rechtslehre: Freiheit und Eigentum

IV. Deutsche Ideologie - Ein Sonderweg

1. Kultureller Antisemitismus

2. Die absolute Freiheit des Ichs und sein Eigentum

3. Phantasien der Allmacht

4. „Alle für Einen“: Eine faschistische Parole

5. Liberalismus

6. Liberalismus, Sozialismus, Faschismus

7. Freiheit und Volk

8. Philosophische Anthropologie der Ich-Identität im Volk

Epilog

V Weltpolitik und westliche Zivilisation

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit unternimmt eine ideologiekritische Untersuchung der bürgerlich-christlichen Zivilisation in Europa, um die geschichtliche Entwicklung bürgerlich-liberaler Weltsicht und deren Affinität zum Faschismus aufzuzeigen. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie liberale Konzepte von Freiheit, Eigentum und Individualismus als Herrschaftsinstrumente fungierten und den Weg in totalitäre Denkstrukturen ebneten.

  • Kulturgeschichte und Transformation des Bürgerlichen
  • Die Philosophie des „guten Lebens“ und deren politische Instrumentalisierung
  • Die ökonomischen Wurzeln des Kapitalismus und des Handels- und Kriegskapitalismus
  • Aufklärung, Liberalismus und die Entwicklung rassistischer sowie antisemitischer Ideologien
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Weltpolitik und westlicher Zivilisation

Auszug aus dem Buch

3. Prozess der politischen Emanzipation

In der archaischen Epoche lag die Gerichtsbarkeit in den Händen mächtiger aristokratischer Geschlechter und Grundbesitzer. Land war nicht kaufbar, sondern wurde gewaltsam angeeignet. Viele Kleinbauern gelangten in eine Schuldknechtschaft. Da Geld in Athen immer bares Silbermünzgeld war, womit auf lokalen Märkten gezahlt und meist in adligen Hauswirtschaften gehortet wurde, was für arme Bauern sicherlich nicht zutraf, und es zudem kein Kreditgeld in irgendeiner Form oder übertragbare Wertpapiere gab, war die Schuldknechtschaft, im römischen Recht Nexum genannt, ein Bestandteil des Gewohnheitsrechts, das den Schuldner in der persönlichen Unterwerfung unter den Gläubiger zwang. Womit der Schuldner zahlte, war seine Arbeitskraft und die Zeit, die er seinem Gläubiger für die Produktion eines bestimmten Gutes zur Verfügung stellen musste, bis er seine Schuld abgegolten hatte.

Was zur Folge hatte, dass viele Bauern in noch größere Armut fielen. Sie waren einerseits Knechte, blieben aber andererseits politisch freie Bürger der Polis, wenn sie von einem attischen Vater und Bürger abstammten. Das archaische Schuldrecht gegenüber Armen war hart und gnadenlos. „Selbst dort, wo das archaische System der Schuldknechtschaft abgeschafft wurde, musste der säumige Schuldner auf die eine oder andere Weise Schadensersatz leisten, durch eigene Zwangsarbeit z.B. oder gelegentlich durch Zwangsarbeit seiner Kinder.“ Da es noch keine Staatlichkeit im Sinne Kants als eine „Vereinigung unter Rechtsgesetzen“ gab, wurde bei Tötungen zwischen Angehörigen fremder Familien die Blutrache ausgeübt. Als im 7.Jahrhundert v.u.Z. Athen in eine tiefe soziale und politische Krise stürzte, die die militärische Fähigkeit der Polis und die soziale Ordnung stark erschütterte, reformierte Drakon die Gesetzgebung um 621 v.u.Z. Zwar kodifizierte er das Gewohnheitsrecht, das den Geschlechtern das Recht ließ, über ihre eigenen Mitglieder selbst zu richten, aber er schaffte die Blutrache ab und ersetzte sie durch ein staatliches Schiedsgericht, durch den von der Aristokratie besetzten Areopag.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Zur Kulturgeschichte des Bürgerlichen: Dieses Kapitel beleuchtet die mesopotamische Vorgeschichte der Stadt und die Entwicklung des attischen Stadtstaates als Grundlage für spätere politische Strukturen.

II Transformation des Bürgerlichen: Hier werden die ökonomischen Entwicklungen von den italienischen Stadtrepubliken bis hin zu den kolonialen Handelsstrategien analysiert, die den frühen Kapitalismus prägten.

III. Die Transformation des Bürgerlichen: Diese Sektion untersucht, wie die europäische Aufklärung und die Philosophie der Freiheit neue ideologische Rahmenbedingungen schufen.

IV. Deutsche Ideologie - Ein Sonderweg: Dieses Kapitel analysiert spezifisch deutsche Entwicklungslinien von Antisemitismus, Faschismus und die kritische Rezeption im Rahmen der „Deutschen Ideologie“.

V Weltpolitik und westliche Zivilisation: Der Epilog bettet die historischen Erkenntnisse in den Kontext der heutigen Weltpolitik und die systemische Krise der westlichen Zivilisation ein.

Schlüsselwörter

Liberalismus, Faschismus, Kapitalismus, Bürgerliches Eigentum, Politische Ökonomie, Sklaverei, Aufklärung, Staatlichkeit, Machtmonopol, Handelskapitalismus, Antisemitismus, Ideologiekritik, Weltpolitik, Rechtsstaat, Individualismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Das Buch bietet eine ideologiekritische Analyse der bürgerlich-christlichen Zivilisation in Europa und untersucht, wie diese Weltsicht zur Entstehung und Legitimierung von Herrschaft, Eigentumsverhältnissen und schließlich auch rassistischen Ideologien und Faschismus beigetragen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kulturgeschichte des Bürgerlichen, die Transformation ökonomischer Machtstrukturen (Handels- und Kriegskapitalismus), die Entwicklung liberaler Theorie sowie die kritische Reflexion über westliche Weltpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptanliegen ist es, die historische Kontinuität bürgerlich-liberaler Weltsicht und deren teils problematische Affinität zum Faschismus aufzudecken und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer ideologiekritischen Perspektive, gestützt auf historische Analysen und politökonomische Theoriebildung unter Einbeziehung zahlreicher zeitgenössischer und klassischer wissenschaftlicher Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kulturellen Ursprünge in der Antike, die Transformation des Bürgerlichen durch den Kapitalismus sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der deutschen ideologischen Sonderentwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Liberalismus, Faschismus, Kapitalismus, Ideologiekritik, Politische Ökonomie, Rassismus und Staatlichkeit.

Welche Rolle spielt die Sklaverei in der Analyse?

Die Arbeit identifiziert die „kapitalisierte Sklavennahme“ und den Sklavenhandel als wesentliche Grundbausteine für den wirtschaftlichen Aufstieg der europäischen Nationen und als fundamentalen Widerspruch zur liberalen Freiheitsideologie.

Wie bewertet der Autor den Liberalismus?

Der Autor versteht den Liberalismus nicht nur als Theorie der Freiheit, sondern als eine Ideologie, die eng mit kolonialer Praxis, Kapitalakkumulation und der Durchsetzung privater Interessen verbunden ist und somit den Nährboden für spätere totalitäre Strömungen bereiten konnte.

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Details

Titel
Cogito ergo liber sum. "Die Kraft der Guten"
Untertitel
Eine ideologiekritische Betrachtung bürgerlich-christlicher Zivilisation in Europa
Autor
Wolfgang Roeb (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
246
Katalognummer
V1506384
ISBN (eBook)
9783389075951
ISBN (Buch)
9783389075968
Sprache
Deutsch
Schlagworte
cogito kraft betrachtung zivilisation europa der Guten Liberalismus Freiheitsprinzip
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wolfgang Roeb (Autor:in), 2024, Cogito ergo liber sum. "Die Kraft der Guten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1506384
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