In der vorliegenden Arbeit sollen verschiedene Aspekte der Familientherapie beleuchtet werden. Zu Beginn soll die historische Entwicklung der Familientherapie hin zur systemischen Therapie und Beratung betrachtet werden. Daraus soll eine bessere Einordnung der Begrifflichkeit geschehen was „Familientherapie“ heißt und was „systemisch“ im eigentlichen Sinne bedeutet. Das primär Interesse dieser Arbeit liegt auf den möglichen Behandlungsschritten bei Essstörungen unter einem ganzheitlichen Menschenbild. Diese möglichen Interventionen sollen zum größten Teil aus der systemischen Therapie und Beratung kommen. Gemäß dem holistischen Ansatz den Michael Dieterich (vgl. Dieterich 2009 S,190ff) in seinem Buch beschreibt werden auch Interventionsmöglichkeiten aus dem religiösen Bereich zur Kenntnis genommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Vorbemerkungen
2. Die historische Entwicklung von der Familientherapie zu Systemischen Therapie und Beratung
3. Was sind Essstörungen
3.1 Andere Essstörungen
3.2 Keine Essstörung
4. Die diagnostische Einteilung der Essstörungen
Anorexia nervosa und Bulimia- Begriffserklärung
Allgemeine Beschreibung der Essstörungen im DSM - 4 ( Diagnostisches und statistisches Manual der psychischen Störungen)
Allgemeine Beschreibung der Essstörungen im ICD 10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen)
4.1 Anorexia nervosa (Magersucht)
Allgemeine Beschreibung
Diagnostische Kriterien der Anorexia nervosa nach DSM-4
Diagnostische Leitlinien der Anorexia nervosa nach ICD-10 (S. 200)
4.2 Bulimia nervosa
Allgemeine Beschreibung
Diagnostische Kriterien der Bulimia nervosa nach DSM-4
Diagnostische Leitlinien der Bulimia nervosa nach ICD-10
Komorbidität
5. Mögliche Störungstheorien
6. Behandlung
Entstörung
7. Überlegungen systemischer Therapie und Beratung bei Essstörungen unter einem holistischen Menschenbild
7.1 Das holistische Menschenbild
7.2 Konsequenzen für die systemische Beratung angesichts eines ganzheitlichen Menschenbildes.
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anwendung systemischer Therapie und Beratung bei der Behandlung von Essstörungen, wobei ein besonderer Fokus auf die Integration eines holistischen Menschenbildes gelegt wird, das biologische, psychische, soziale und spirituelle Aspekte miteinbezieht.
- Historische Entwicklung der systemischen Therapie
- Diagnostische Einteilung von Anorexia und Bulimia nervosa
- Analyse familiärer Beziehungsmuster bei Essstörungen
- Systemische Interventionsmöglichkeiten und Entstörungsphasen
- Das holistische Menschenbild nach Michael Dieterich
Auszug aus dem Buch
Die historische Entwicklung von der Familientherapie zu Systemischen Therapie und Beratung
Die Wurzeln der Familientherapie reichen weit in die Psychotherapiegeschichte hinein. Im Vergleich zu den anderen Therapieformen gibt es in der Familientherapie nicht >den< typischen Vater oder Mutter. Obwohl in diesem Zusammenhang oft Virgina Satir als Mutter der Familientherapie bezeichnet wird.
In den ersten 50 Jahren unseres Jahrhunderts und bis heute war man der Ansicht Psychotherapie sei ausschließlich eine Angelegenheit zwischen zwei Personen: Therapeut/In und Klient/In. Dieses änderte sich langsam in den 50er Jahren. An verschiedenen Plätzen auf der Welt begannen mutige Therapeuten, mit den Familien statt nur mit Einzelpatienten zu arbeiten. Diese Pioniere, verließen das gewohnte Feld der Einzel und Gruppentherapie um mit der Familie zu arbeiten. (vgl. A. Schlippe und J.Schweitzer 1996, S.17) Innerhalb dieses innovativen Denkschemas begann man „Probleme“ mehr und mehr als Bestandteile sozialer Systemstrukturen wahrzunehmen und nicht als „Eigenschaften“ einzelner Personen. Die Veränderungen, die sich aus dem Perspektivenwandel ergaben,wurden als so dramatisch erlebt, daß sie als „Paradigmenwechsel“ bezeichnet wurden wie auch Hellmuth Benesch beschreibt: „Einen > grundsätzlich < anderen Weg gehen Familientherapien, die hauptsächlich aus tiefenpsychologischen Schulen entstanden sind.“(vgl. Benesch, 1987 S.397) Psychische Störungen konnten daher nicht mehr als individuelle Prozesse gesehen werden. Auch der Begriff „Krankheit“war - und ist - nicht mehr angemessen für Phänomene, die offensichtlich eng verbunden mit sozialen Prozessen sind (Reiter et al. 1997).
Je mehr die Aspekte der sozialen (Teil-)Systeme im Beratungsprozess in den Vordergrund rückten, desto intensiver reflektierte man ob wirklich immer die ganze Familie anwesend sein müsse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Vorbemerkungen: Einleitung in die Themenstellung, die historische Einordnung der Familientherapie sowie die Zielsetzung, Essstörungen ganzheitlich systemisch zu betrachten.
2. Die historische Entwicklung von der Familientherapie zu Systemischen Therapie und Beratung: Darstellung des Paradigmenwechsels von der individuellen Psychotherapie hin zur systemorientierten Arbeit mit Familien.
3. Was sind Essstörungen: Definition von Essstörungen als psychische Störungen, die als Mittel zur Kompensation in verzerrten Selbstwertsystemen dienen.
4. Die diagnostische Einteilung der Essstörungen: Detaillierte Betrachtung der Kriterien für Anorexia und Bulimia nervosa gemäß DSM-4 und ICD-10.
5. Mögliche Störungstheorien: Diskussion multifaktorieller Ätiologiemodelle und der Herausforderung, Ursachen und Folgen von Essstörungen klar abzugrenzen.
6. Behandlung: Erläuterung systemischer Vorgehensweisen, insbesondere der Identifikation von Beziehungsmustern und der Phasen zur Entstörung.
7. Überlegungen systemischer Therapie und Beratung bei Essstörungen unter einem holistischen Menschenbild: Einführung des holistischen Menschenbildes nach Dieterich (Psyche, Soma, Pneuma) und dessen Bedeutung für den systemischen Beratungsprozess.
Fazit: Zusammenfassendes Plädoyer für eine ganzheitliche therapeutische Sichtweise, die spirituelle Aspekte in die systemische Gesamtbehandlung integriert.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Familientherapie, Systemische Therapie, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Ganzheitliches Menschenbild, Systemische Beratung, Psychosomatik, Beziehungsmuster, Diagnostik, Entstörung, Pneuma, Psyche, Soma, Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten der systemischen Therapie und Beratung bei der Behandlung von Essstörungen unter Berücksichtigung eines ganzheitlichen Menschenbildes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der systemischen Familientherapie, der Diagnostik von Essstörungen sowie der systemischen Intervention bei Anorexie und Bulimie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie systemische Beratung und ein ganzheitliches Menschenbild, das auch spirituelle Dimensionen umfasst, effektiv miteinander vereint werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur zu systemischen Modellen und psychiatrischen Klassifikationssystemen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Essstörungen, deren diagnostischen Kriterien, der Analyse dysfunktionaler Beziehungsmuster in Familien und den Phasen der Entstörung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Essstörungen, Systemische Therapie, Holistisches Menschenbild, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Beziehungsmuster.
Warum spielt das holistische Menschenbild eine so zentrale Rolle?
Die Arbeit argumentiert, dass ein Mensch als Einheit aus Psyche, Soma und Pneuma zu verstehen ist; eine Therapie, die spirituelle Aspekte ignoriert, gilt laut Autor als defizitär.
Was bedeutet das "Entstören" im systemischen Kontext?
Es bezeichnet den therapeutischen Prozess, bei dem das Ziel verfolgt wird, die zur Verfügung stehenden Lösungsmöglichkeiten für das relevante System durch gezielte Interventionen zu erweitern.
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- Johannes Morath (Author), 2009, Systemische Beratung bei Essstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150649