Die Arbeit beginnt mit der Erörterung der Problemstellung und Zielsetzung der Thematik, die den wesentlichen Kern der Arbeit darstellt. Im theoretischen Teil wird zunächst die Entstehungsgeschichte in kompakter Form und die Begrifflichkeiten
und Definitionen tiergestützter Interventionen beschrieben sowie entsprechendem Institutionen bzw. Dachverbände als Repräsentanten dieser Fachdisziplin. Weiterhin geht es in Kapitel 2.2 um die verschiedenen Erklärungsansätze und
Modelle der Mensch-Tier-Beziehung. Diese sind beispielsweise die Biophilie-Hypothese, die Ich-Du-Evidenz, die Bindungstheorie sowie der Anthropomorphismus-Ansatz. Neben diesen Modellen und Ansätzen sind auch neurobiologische Wirkungen interessant und von Relevanz in Bezug auf Beobachtungweisen hinsichtlich physischer Wirkung der Mensch-Tier-Beziehung, etwa die Wirkung der Spiegelneurone und des Hormons Oxytocin. Weiterhin ist der Forschungsstand der Mensch-Tier-Beziehung sowie der tiergestützten Intervention zu erläutern und zu veranschaulichen, anhand des Bio-psycho-sozialen Modells und das Zusammenspiel aller drei Bereiche in Bezug auf Wirkung und Wirkfaktoren sowie die von Mensch-Tier-Kontakten auf die menschliche Gesundheit. Von besonderer Bedeutung, insbesondere bei der Durchführung einer Tiergestützten Intervention, sind die Beachtung tierrechtliche sowie tierethischer Aspekte, die in Kapitel 2.4 aufgeführt sind. Hier sollen die wesentlichen rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich Tierwohl und Tierschutz aufgeführt werden. Im
Rahmen von TGT spielen Tierwohl und Tierschutz eine bedeutende Rolle, hier soll darauf eingegangen, wie diese geschützt und gewährleistet werden. Mit dem letzten Kapitel der theoretischen Ausarbeitung erfolgt anschließend ein Zwischenfazit, bevor dann in die empirische Methodik übergegangen wird. Im empirischen Teil wird die Methodik vorgestellt, mit der eine empirisch qualitative Fundierung der Thematik dargestellt werden soll. Die Forschungsfrage setzt sich dabei aus mehreren Leitfragen zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Überblick über die Arbeit
1.2 Problemstellung & Zielsetzung der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Entstehung und Formen Tiergestützter Interventionen
2.1.1 Entstehung Tiergestützter Interventionen
2.1.2 Begrifflichkeiten im deutschsprachigen Raum
2.1.3 Dachverbände tiergestützter Interventionen
2.1.3.1 ESAAT
2.1.3.2 ISAAT
2.1.3.3 IAHAIO
2.2 Erklärungsansätze & Modelle der Mensch-Tier-Beziehung
2.3 Forschungsstand der Mensch-Tier-Beziehung & tiergestützter Interventionen
2.3.1 Bio-psycho-soziales Modell & Wirkung
2.3.2 Wirkung von Mensch-Tier-Kontakten auf die menschliche Gesundheit
2.4 Tierrechtliche und -ethische Aspekte
2.4.1 Tierschutzrechtliche Rahmenbedingungen
2.4.2 Perspektive des Tieres in tiergestützten Interventionen, Gewährleistung von Tierwohl & Tierschutz
3. Zwischenfazit
4. Empirischer Teil
4.1 Darstellung der Methodik
4.1.1 Forschungsfrage
4.1.2 Forschungsdesign
4.1.2.1 Experteninterview
4.1.2.2 Interviewleitfaden
4.1.2.3 Transkription
4.2 Entstehung und Verlauf des angewandten Verfahrens
5. Darstellung der Ergebnisse & Anwendung auf das Setting & die Zielgruppe
5.1 Ergebnisdarstellung der Interviews
5.1.1 Hundegestützte Therapie
5.1.2 Eselgestützte Therapie
5.2 Darstellung gesundheitsfördernder Wirkungen anhand von Zielgruppen: Kindesalter bis zum Seniorenalter
6. Diskussionsteil
7. Reflexion, Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die gesundheitsfördernde Wirkung von tiergestützten Interventionen auf Menschen mit psychischen Verhaltensstörungen. Dabei wird untersucht, inwiefern tiergestützte Ansätze bei verschiedenen Altersgruppen unterstützend wirken können, wenn klassische Psychotherapien an Grenzen stoßen.
- Mensch-Tier-Beziehung und therapeutische Modelle
- Biopsychosoziales Modell in der Tiertherapie
- Kritische Analyse und Tierschutzaspekte
- Vergleichende Betrachtung von hundegestützter und eselgestützter Therapie
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Entstehung tiergestützter Interventionen
Menschen profitieren seit Jahrhunderten und Jahrtausenden von der Anwesenheit der Tiere, oft ist dies den meisten gar nicht bewusst (vgl. Turner; Wohlfarth; Beetz, 2018, S.14). Die ursprünglichen Einsätze tiergestützter Therapie finden sich bereits in der prähistorischen Zeit wieder, dadurch, dass man beispielsweise an die Inkarnationen von Geistern in Tieren glaubte und man ihnen magische und heilende Kräfte zuschrieb (vgl. Wohlfarth; Mutschler, 2017, S. 16).
Von den Anfängen der primitiven Epoche bis in die Hochkulturen entwickelte sich die Figur des Tieres immer weiter. Beispielsweise wurde in der Hochkultur der akkadischen Zeit um das 3. Jahrtausend vor Christus die Göttin Sula als Göttin der Heilkunst angepriesen, dessen Symboltier der Hund war (vgl. Wohlfarth; Mutschler. 2017, S.16). Im 9. Jahrhundert wurden Tiere erstmals von Familien im Sinne einer „natürlichen Therapie“ („Therapie naturelle“) in die Betreuung von Menschen mit Behinderung integriert (vgl. Turner; Wohlfarth; Beetz, 2018, S.14).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problemstellung, die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit im Kontext psychischer Verhaltensstörungen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge, Fachbegriffe und Dachverbände sowie theoretische Modelle und Tierschutzaspekte der tiergestützten Intervention.
3. Zwischenfazit: Eine Zusammenfassung der wesentlichen theoretischen Erkenntnisse als Fundierung für den empirischen Teil der Bachelor-Thesis.
4. Empirischer Teil: Hier wird das Forschungsdesign, inklusive der Experteninterviews mit Fachleuten zur hunde- und eselgestützten Therapie, detailliert dargelegt.
5. Darstellung der Ergebnisse & Anwendung auf das Setting & die Zielgruppe: Dieser Teil präsentiert die qualitativen Interviewergebnisse und überträgt diese auf verschiedene psychische Störungsbilder und Altersgruppen.
6. Diskussionsteil: Eine kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise und der gewonnenen Ergebnisse im Hinblick auf den bisherigen Forschungsstand.
7. Reflexion, Fazit & Ausblick: Abschließende Einschätzung des Themas, kritische Würdigung der Seriosität der Interventionsformen und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Intervention, Mensch-Tier-Beziehung, Experteninterview, Hund, Esel, Gesundheitsförderung, Psychische Verhaltensstörungen, Bindungstheorie, Biopsychosoziales Modell, Tierwohl, Tierschutz, Psychotherapie, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis untersucht, ob und wie tiergestützte Interventionen (speziell mit Hunden und Eseln) eine gesundheitsfördernde Wirkung bei Menschen mit psychischen Verhaltensstörungen entfalten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen theoretische Erklärungsmodelle der Mensch-Tier-Beziehung, rechtliche und ethische Rahmenbedingungen (Tierwohl), sowie die praktische Anwendung in therapeutischen Settings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine empirische qualitative Studie mittels Experteninterviews Wirkeffekte und Wirkfaktoren der Tiertherapie bei unterschiedlichen Zielgruppen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt leitfadengestützte Experteninterviews in Kombination mit dem problemzentrierten Interview, um fundierte Daten von Fachkräften aus dem Feld zu erhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine methodische Darstellung sowie die Auswertung und Diskussion der Interviews bezüglich der hunde- und eselgestützten Therapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tiergestützte Intervention, Mensch-Tier-Beziehung, Biopsychosoziales Modell, Hund, Esel und Gesundheitsförderung.
Warum wurde in der Studie zwischen Hunden und Eseln unterschieden?
Die Wahl der Tiere vergleicht das klassische, menschennahe Haustier (Hund) mit dem in therapeutischen Settings eher als unkonventionell geltenden Nutztier (Esel).
Welche Limitationen werden diskutiert?
Es wird betont, dass die Forschung zu eselgestützten Interventionen noch begrenzt ist und Ergebnisse oft auf Erfahrungsberichten statt auf groß angelegten randomisierten Studien basieren.
Welche Bedeutung kommt der Tierethik zu?
Tierethik ist ein zentraler Aspekt der Arbeit; die Autorin argumentiert, dass nachhaltige therapeutische Ansätze nur funktionieren, wenn das Tierwohl absolut priorisiert wird.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Tiergestützte Intervention bei Menschen mit psychischen Verhaltensstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1507019