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Motivik in mittelalterlicher Liebeslyrik

Spiegelung, Traum und Illusion in Heinrichs von Morungen "Mir ist geschehen als einem kindelîne"

Title: Motivik in mittelalterlicher Liebeslyrik

Term Paper , 2022 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Lang (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit analysiert die Motive Spieglung, Traum und Illusion in Heinrichs von Morungen berühmten Narzisslied. Dabei werden diese drei Motive auch in Zusammenhang mit der Sexualität in mittelalterlicher Liebeslyrik betrachtet. Anhand einer Analyse der einschlägigen Bildsprache wird die literarische Bedeutung der drei genannten Motive und deren gezielter Einsatz im Text untersucht.

Bereits bei der ersten Lektüre des Gedichtes "Mir ist geschehen als einem kindelîne" von Heinrich von Morungen stechen dem Betrachter drei wesentliche Kernthemen ins Auge: das Bild des Spiegels, der Traum und die daraus resultierende Illusion. Daraufhin stellt sich die Frage, inwiefern diese den Verlauf der Handlung unterstützen und, bezogen auf die Thematik der Sexualität, in das Bild der mittelalterlichen Liebeslyrik passen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivik in „Mir ist geschehen als einem kindelîne“

2.1. Motiv der Spiegelung

2.2. Motiv des Traums

2.3. Motiv der Illusion

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Motivik in Heinrich von Morungens Gedicht „Mir ist geschehen als einem kindelîne“ unter besonderer Berücksichtigung der psychologischen und literarischen Funktionen von Spiegelung, Traum und Illusion. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Motive den Handlungsverlauf und das Verständnis des lyrischen Ichs im Kontext der mittelalterlichen Liebeslyrik prägen.

  • Analyse der Spiegelmetaphorik als Identitätsreflexion und Symbol der Vergänglichkeit.
  • Untersuchung der Traumdarstellung als psychologischer Verarbeitungsraum und Albtraum.
  • Erforschung der Illusion als konstruiertes Element höfischer Liebesfantasien.
  • Beleuchtung der strukturellen Antithetik zwischen Glück und Leid.
  • Erörterung sexueller Subtexte und deren Implikationen für das lyrische Ich.

Auszug aus dem Buch

2.1. Motiv der Spiegelung

Im Mittelalter wurde der Spiegel als typisches weibliches Attribut und Symbol für Eitelkeit gesehen, das zudem den Aspekt der Vergänglichkeit der Schönheit beleuchtete; aufgrund seiner Beschaffenheit war es jedoch nicht möglich, das Spiegelbild ohne eine gewisse Verzerrtheit zu projizieren. Traditionell dient es auch zur Identitätsreflexion und Herausbildung eines Ichs: durch das Betrachten im Spiegel verändert sich die Selbstwahrnehmung. In der ersten Strophe fällt auf, dass das lyrische Ich von sich selbst in der dritten Person spricht und somit eine Distanz zur eigenen Persönlichkeit herstellt, was von Manfred Kern als „Reflexivität im doppelten Sinne“ bezeichnet wird. Dies ist daran erkennbar, dass es, seine eigene Geschichte erzählend, von einem Kind und dessen Erlebnis berichtet. Eine mögliche Interpretation wäre, dass bereits in der ersten Strophe eine doppelte Spiegelung vorliegt: auf der einen Seite das sein Abbild betrachtende Kind, auf der anderen gibt es den Sprecher, welcher sein jüngeres Ich ebenfalls als Abbild und Reflexion seines jetzigen Lebens empfindet.

In mittelhochdeutscher Dichtung ist es üblich, die Motive des Spiegels und der Frau in Verbindung zu setzen: der Spiegel bringt die weibliche Schönheit zur Geltung und beide werden als optisch attraktive Gegenstände gesehen. So wird der Blick vom Spiegel abgewandt und auf die ebenso ungreifbare Frau ausgerichtet; diese Unerreichbarkeit ist zum einen durch die Konnotation des Spiegels mit einem Scheinbild, zum anderen durch die vierte Strophe begründbar. Deren ersten beide Verse „Hôher wîp von tugenden und von sinnen die enkan der himel niender ummevân“ zeigen klar auf, dass nur der Himmel, welcher im Volksmund Weite und zugleich unvorstellbare Dimensionen symbolisiert, in der Lage ist, der Dame gerecht zu werden. Folglich besitzt sie aufgrund ihrer zahlreichen Tugenden eine höhere Position als der durchschnittliche Mensch, die unvermeidbar zu einer Entfernung beider Positionen führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Thematik der Motive Spiegel, Traum und Illusion in Heinrich von Morungens Gedicht ein und definiert das Ziel der wissenschaftlichen Analyse.

2. Motivik in „Mir ist geschehen als einem kindelîne“: In diesem Hauptteil wird das Gedicht in drei Unterkapiteln hinsichtlich der Motive Spiegelung, Traum und Illusion eingehend untersucht.

2.1. Motiv der Spiegelung: Dieses Kapitel widmet sich der Spiegelmetaphorik als Instrument der Identitätsreflexion sowie der problematischen Wahrnehmung von Schönheit und Vergänglichkeit.

2.2. Motiv des Traums: Hier wird der Zusammenhang zwischen Traum und Unterbewusstsein analysiert und der Übergang vom positiven Traumzustand zum schmerzhaften Albtraum beleuchtet.

2.3. Motiv der Illusion: Dieses Kapitel untersucht, wie durch die Darstellung der Dame eine Illusion der Perfektion erschaffen wird, die letztlich an der Realität scheitert.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die untrennbare Verbindung der drei Motive sowie deren Bedeutung für das Verständnis des Gedichts.

Schlüsselwörter

Heinrich von Morungen, Mir ist geschehen als einem kindelîne, Liebeslyrik, Mittelalter, Spiegelmotiv, Traum, Illusion, Minnesang, Narzisslied, Identitätsreflexion, höfische Konventionen, psychologische Deutung, Bildsprache, Lyrik, Sexuelle Metaphorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die inhaltliche und strukturelle Bedeutung der drei zentralen Motive Spiegel, Traum und Illusion im Gedicht „Mir ist geschehen als einem kindelîne“ von Heinrich von Morungen.

Welche sind die tragenden thematischen Schwerpunkte der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Spiegelmetaphorik, der Funktion des Traums als Verarbeitungsmechanismus des lyrischen Ichs und der Konstruktion von romantischen Illusionen innerhalb der höfischen Dichtung.

Was ist das übergeordnete Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, durch die Untersuchung der Bildsprache und das Heranziehen wissenschaftlicher Thesen nachzuweisen, wie diese Motive zur Darstellung psychischer Zustände und zur Entlarvung von Liebesidealen genutzt werden.

Welche methodische Vorgehensweise wird in der Arbeit gewählt?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu Heinrich von Morungen und zum Narzisslied.

Was wird im umfangreichen Hauptteil thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Analysebereiche, in denen die Spiegelung des Ichs, die Verknüpfung von Traum und Wirklichkeit sowie die Auflösung der Illusion der idealisierten Dame detailliert entschlüsselt werden.

Welche Fachbegriffe kennzeichnen diese Arbeit besonders?

Zu den prägenden Begriffen zählen Narzisslied, Minnesang, Spiegelmetapher, strukturelle Antithetik, Identitätsreflexion und höfische Konventionen.

Warum wird im Gedicht explizit der Spiegel als „zerbrochen“ dargestellt?

Das Zerbrechen des Spiegels symbolisiert laut Analyse das Ende der glücklichen Illusion und das Scheitern des lyrischen Ichs in seiner Wahrnehmung von Realität und ersehnter Liebe.

Inwiefern spielt der Altersunterschied zwischen den Kindern im Gedicht eine Rolle?

Der Altersunterschied dient als Indikator für die Entwicklung der Reflexionsfähigkeit und den Übergang von der unschuldigen, kindlichen Selbstwahrnehmung hin zur schmerzhaften Erkenntnis der eigenen Lage.

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Details

Title
Motivik in mittelalterlicher Liebeslyrik
Subtitle
Spiegelung, Traum und Illusion in Heinrichs von Morungen "Mir ist geschehen als einem kindelîne"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Department Germanistik und Komparatistik, Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur)
Course
Hauptseminar: Mädchen- und Tagelieder
Grade
1,0
Author
Katharina Lang (Author)
Publication Year
2022
Pages
12
Catalog Number
V1507230
ISBN (PDF)
9783389072929
Language
German
Tags
Mädchenlieder Tagelieder Mittelalter Liebeslyrik Heinrich Morungen Spiegelung Traum Ilusion mittelalterliche Liebeslyrik Narzisslied Narziss-Mythos Metapher Sexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Lang (Author), 2022, Motivik in mittelalterlicher Liebeslyrik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1507230
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