In der vorliegenden Arbeit werden einige interessante Fragestellungen zur externen und internen Sprachgeschichte der iberischen Halbinsel behandelt. Im Bereich der externen Sprachgeschichte geht es sowohl um den Einfluss der sogenannten Substratsprachen und deren Einfluss auf das sich später herausbildende Spanisch als auch um den Verlauf der Reconquista und die damit verbundenen Auswirkungen auf die sprachliche Situation auf der Iberischen Halbinsel. Im Bereich der internen Sprachgeschichte werden die Begriffe Metathese, Epenthese, Prothese und Diphthongierung wissenschaftlich definiert, die Entwicklung des F- dargestellt und phonologische Prozesse unter Verwendung der entsprechenden Fachtermini anhand von konkreten Beispielen erklärt.
Inhaltsverzeichnis
Externe Sprachgeschichte
1. Die Substratsprachen auf der Iberischen Halbinsel und deren Einfluss auf verschiedene Ebenen der spanischen Sprache
2. Der Prozess der Reconquista und die daraus resultierende Ausgliederung der Sprachräume auf der Iberischen Halbinsel
Interne Sprachgeschichte
3. Die Definition der Begriffe Metathese, Epenthese, Prothese und Diphthongierung anhand von konkreten Beispielen
4. Die Entwicklung des anlautenden f- vom Vulgärlateinischen bis zum Neupanischen: f > h > Ø
5. Konkrete Wortbeispiele anhand derer phonologische Prozesse und deren Zwischenstufen erklärt werden
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit analysiert die sprachhistorischen Grundlagen des Spanischen durch die Untersuchung externer Faktoren wie Substrateinflüsse und die Reconquista sowie interner phonologischer Wandelprozesse des Lateinischen.
- Einfluss vorrömischer Substratsprachen auf das moderne Spanisch.
- Die Rolle der Reconquista und Repoblación bei der Ausgliederung der iberoromanischen Sprachräume.
- Phonologische Mechanismen wie Metathese, Epenthese, Prothese und Diphthongierung im Sprachwandel.
- Die diachrone Entwicklung des anlautenden f- Phonems vom Lateinischen bis zur Standardisierung.
- Analyse konkreter etymologischer Wortentwicklungen zur Veranschaulichung lautlicher Prozesse.
Auszug aus dem Buch
3. Die Definition der Begriffe Metathese, Epenthese, Prothese und Diphthongierung anhand von konkreten Beispielen
Der Begriff Metathese bezeichnet eine Verschiebung oder eine Änderung der Reihenfolge eines phonischen Elements innerhalb eines Wortes (cf. Echenique Elizondo/Martínez Alcalde 2000: 227). Es handelt sich dabei um einen phonologischen Prozess des Lautwandels, dessen Tausch von Segementen zu einer Umstrukturierung der Silben führt (cf. Becker 2013: 232). Bei diesem Phänomen kann es sich sowohl um die Verschiebung eines einzelnen Lautes (z.B. lat. CREPĀRE > span. quebrar, lat. PRAESĒPE > span. pesebre) als auch um die Vertauschung zweier Laute, wie es bei aspan. parabla > span. palabra und aspan. periglo > span. peligro der Fall ist, handeln (cf. Penny 2014: 51).
Ein weiterer lauthistorisch relevanter Prozess, bei dem aufgrund von Analogiebildung oder zur Erleichterung der Aussprache ein etymologisch nicht motivierter Laut in das Innere eines Wortes eingefügt wird, ist die Epenthese. Dies geschieht beispielsweise bei der Synkopierung eines Vokals, wenn ein komplex auszusprechendes Konsonantencluster übrigbleibt (cf. Liberatori/Garzillo 2007: 61). Bei lat. HUMERU > span. hombro und lat. INGENERĀRE > span. engendrar dient das eingefügte /b/ oder /d/ dazu, die artikulatorische Bewegung zwischen dem vorangehenden Nasal und dem /r/ zu erleichtern (cf. Penny 2014: 51). Auch zwischen zwei Vokalen kann ein Gleitlaut eingefügt werden, wie das Beispiel lat. SUA > span. suya zeigt (cf. Echenique Elizondo/Martínez Alcalde 2000:124).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Substratsprachen auf der Iberischen Halbinsel und deren Einfluss auf verschiedene Ebenen der spanischen Sprache: Untersuchung der vorrömischen Sprachen und deren bleibende lexikalische und phonologische Spuren im heutigen Spanisch.
2. Der Prozess der Reconquista und die daraus resultierende Ausgliederung der Sprachräume auf der Iberischen Halbinsel: Analyse der Rückeroberung und Wiederbesiedlung als entscheidende Faktoren für die sprachliche Gliederung und Homogenisierung des Kastillischen.
3. Die Definition der Begriffe Metathese, Epenthese, Prothese und Diphthongierung anhand von konkreten Beispielen: Vorstellung zentraler phonologischer Wandelprozesse unter Verwendung lateinischer Ausgangsformen und deren spanischer Resultate.
4. Die Entwicklung des anlautenden f- vom Vulgärlateinischen bis zum Neupanischen: f > h > Ø: Diskussion konkurrierender Theorien zum Schwund und zur Aspiration des anlautenden f- unter Einbeziehung von Substrathypothesen.
5. Konkrete Wortbeispiele anhand derer phonologische Prozesse und deren Zwischenstufen erklärt werden: Detaillierte etymologische Herleitung von Einzelwörtern zur Illustration der beschriebenen Lautwandelmechanismen.
Schlüsselwörter
Sprachgeschichte, Iberische Halbinsel, Substratsprachen, Reconquista, Phonologie, Metathese, Epenthese, Prothese, Diphthongierung, Lautwandel, Etymologie, Kastilisch, Repoblación, Vulgärlatein, Altspanisch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der spanischen Sprache von ihren vorrömischen und lateinischen Ursprüngen bis hin zur modernen Ausprägung, unterteilt in einen externen und einen internen geschichtlichen Teil.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Hauptthemen zählen der Einfluss von Substratsprachen, die Auswirkungen der Reconquista auf die Sprachgeographie sowie spezifische phonologische Wandlungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die externen historischen Einflüsse und die internen mechanischen Lautwandlungsprozesse der spanischen Sprache methodisch aufzuarbeiten und anhand von Beispielen zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse renommierter sprachwissenschaftlicher Standardwerke, um lautgeschichtliche Entwicklungen diachron zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung vorrömischer Einflüsse (Substrat), die räumliche Ausgliederung durch die Reconquista und eine detaillierte phonologische Analyse spezifischer Prozesse wie Diphthongierung und Konsonantenwandel.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Substratsprachen, Reconquista, Lautwandel, Metathese und Vulgärlatein bestimmt.
Welchen Einfluss hatte die Repoblación auf das heutige Spanisch?
Die Repoblación war entscheidend für die Ausbreitung kastilischer Dialekte Richtung Süden und ist somit direkt für die heutige weitgehende sprachliche Homogenität im Zentrum und Süden Spaniens verantwortlich.
Wie unterscheidet sich die Prothese von der Epenthese?
Die Prothese bezeichnet das Anfügen eines Lautes am Wortanfang (meist zur Erleichterung von s-impure), während die Epenthese das Einfügen von Lauten im Wortinneren beschreibt.
Welche Bedeutung kommt der Schlacht von Covadonga zu?
Sie gilt als Ausgangspunkt der Reconquista und legte den Grundstein für das Königreich Asturien sowie die nachfolgende Rückeroberung der Halbinsel durch christliche Völker.
Was sagen die Theorien über das anlautende f-?
Die Theorien schwanken zwischen einer autonomen internen lateinischen Entwicklung und einem Substrateinfluss, insbesondere durch das baskische Fehlen eines anlautenden /f/.
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- Katharina Lang (Author), 2023, Fragestellungen zur externen und internen Sprachgeschichte der iberischen Halbinsel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1507520