Untersuchungsgegenstand dieses Essays ist die moderne Rechte, die sich über das Medium des Internets stark verbreitet hat, in einigen besonders hervorstechenden Kernen kondensierte und mittlerweile etablierte, um aus diesen Kondensationszentren in Form neuer Bürgerbewegungen in die Öffentlichkeit zu treten. Ziel ist es anhand einiger protypischer Beispiele zu zeigen in wiefern diese Gruppierungen durch Dahrendorfs Modell des Homo Sociologicus erfasst werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Neuer Rechtsextremismus im Schatten des Homo Sociologicus
1.1 Untersuchungsschwerpunkte und theoretische Einordnung
1.2 Analyse der Erwartungshaltungen in rechtsorientierten Blogs
1.3 Regulationsmechanismen und Sanktionierung
1.4 Rollenverteilung und Identitätsstiftung
1.5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die moderne Rechte im Internet, insbesondere rechtsorientierte Blogs, und analysiert deren innere Struktur anhand des Modells des „homo sociologicus“ nach Ralf Dahrendorf, um zu zeigen, wie sich diese Gruppierungen durch soziologische Rollentheorien erfassen lassen.
- Anwendung soziologischer Grundannahmen auf rechtsextreme Online-Strukturen
- Analyse von Erwartungshaltungen (Muss-, Soll- und Kann-Erwartungen)
- Untersuchung von Exklusionsmechanismen zur Wahrung des Meinungskonsenses
- Rollenkonflikte und deren Interpretation im digitalen Raum
- Bedeutung von Selbstbestätigung und Schutzmechanismen in Subkulturen
Auszug aus dem Buch
Neuer Rechtsextremismus im Schatten des Homo Sociologicus
Untersuchungsgegenstand dieses Essays ist die moderne Rechte, die sich über das Medium des Internets stark verbreitet hat, in einigen besonders hervorstechenden Kernen kondensierte und mittlerweile etablierte, um aus diesen Kondensationszentren in Form neuer Bürgerbewegungen in die Öffentlichkeit zu treten. Ziel ist es anhand einiger protypischer Beispiele zu zeigen in wiefern diese Gruppierungen durch Dahrendorfs Modell des homo sociologicus erfasst werden können.
Als plakatives Beispiel für die modernen Ausprägungen des Rassismus wird im folgenden das „islamkritische“ Blog Politically Incorrect dienen, das ohne Weiteres dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden kann. Die Grundstruktur dieses, aber auch anderer, thematisch ähnlich gelagerter Blogs, ist stets gleich: Alle Straftaten, die sich auf irgendeine Weise mit Muslimen in Verbindung bringen lassen, werden dokumentiert und als Musterbeispiel für sämtliche Muslime dargestellt (Vgl. Schneiders 2009: 345f). Dies geschieht selbst bei Straftaten, bei denen es in den Medien oder Polizeiberichten keine Hinweise auf Herkunft und Glaube des Täters gibt, sowie bei Ereignissen die nachweislich auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Wesentlich interessanter als diese Art der „Berichterstattung“ ist aber die Art wie sie zustande kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Neuer Rechtsextremismus im Schatten des Homo Sociologicus: Einleitung in die Thematik der Internet-Rechten und Anwendung des Modells des „homo sociologicus“ als analytischer Rahmen.
1.1 Untersuchungsschwerpunkte und theoretische Einordnung: Darlegung der Forschungsabsicht, moderne rechtsextreme Gruppierungen mittels soziologischer Rollentheorien zu untersuchen.
1.2 Analyse der Erwartungshaltungen in rechtsorientierten Blogs: Untersuchung der wechselseitigen Erwartungen innerhalb der Blog-Community und der Definition von Feindbildern.
1.3 Regulationsmechanismen und Sanktionierung: Analyse der Methoden zur Durchsetzung von Gruppennormen, wie Account-Sperren oder inhaltliche Moderation.
1.4 Rollenverteilung und Identitätsstiftung: Untersuchung der Rollen von Lesern, Kommentatoren und Autoren sowie der daraus resultierenden Rollenkonflikte.
1.5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Anwendbarkeit von Dahrendorfs Theorien auf die innere Struktur der neuen Rechten.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Homo Sociologicus, Dahrendorf, soziale Rolle, Internet, Weblogs, Islamfeindlichkeit, Erwartungshaltung, Exklusionsmechanismen, Identitätsstiftung, Rollenkonflikt, Subkultur, Politically Incorrect, Soziologie, Meinungskonsens
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strukturen und Dynamiken moderner rechtsextremer Online-Plattformen unter soziologischen Gesichtspunkten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Themenfelder Rechtsextremismus im Internet, digitale Subkulturen, soziale Rollenerwartungen und Regulationsmechanismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu demonstrieren, inwieweit Ralf Dahrendorfs Modell des „homo sociologicus“ geeignet ist, die innere Struktur rechtsorientierter Blogs zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Die Arbeit nutzt die soziologische Theorie des „homo sociologicus“ sowie die Analyse von Kommunikationsstrukturen in Blogs als methodische Grundlage.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analyse von Muss-, Soll- und Kann-Erwartungen, dem Umgang mit abweichenden Meinungen und der Identitätsbildung in digitalen Gruppen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wesentlichen Schlagworte sind Rechtsextremismus, soziale Rolle, Internet, Erwartungshaltung und Rollenkonflikt.
Wie werden Widersprüche innerhalb der untersuchten Blogs sanktioniert?
Widersprüche werden durch Account-Sperren, beleidigende Kommentare anderer Nutzer oder die Löschung ganzer Themenbereiche sanktioniert, um den Meinungskonsens zu wahren.
Was versteht der Autor unter einem „Transrollenkonflikt“?
Der Begriff beschreibt Konflikte, die nicht nur innerhalb einer Rolle entstehen, sondern im Spannungsfeld zwischen Rolle, gesellschaftlichen Polen und individueller Interpretation auftreten.
Welche Rolle spielt das „Lob“ für die Gruppenmitglieder?
Lob dient als positive Sanktionierung für Nutzer, die Erwartungen übererfüllen, etwa durch das Verfassen von Gastbeiträgen, ist jedoch nur wirksam, wenn es dem Gruppenkonsens entspricht.
Wie trägt die Außenwahrnehmung zur Stabilität der untersuchten Gruppen bei?
Ablehnung durch Außenstehende wird als Bestätigung des eigenen Weltbildes interpretiert und dient somit als Schutzmechanismus zur Erhaltung der Identität innerhalb der Subkultur.
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- Jens Breidbach (Author), 2010, Neuer Rechtsextremismus im Schatten des Homo Sociologicus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150759