Aktuelle Zweisprachigkeit Polnisch - Deutsch


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
31 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung
1. Definition des Begriffs der Zweisprachigkeit
2. Beschreibung der Methode
3. Einleitung

II. Darstellung der Sprachbiographie der Probandin P. F.
1. Persönliche Daten
2. Aktuelle sprachliche und kulturelle Lebenssituation
2.1 Eigene Spracheinschätzung
2.2 Polnischsprachige Kontaktpersonen in Deutschland und in Polen
2.3 Sprachkenntnisse innerhalb der Familie
2.4 Zählen, Träumen und Fluchen
2.5 Grundgedanken der Probandin über Polen

III. Sprachwechsel und Spracherhalt der Probandin
1. Definition der Begriffe Sprachwechsel und Spracherhalt
2. Darstellung des Verlaufs und Gründe für den Sprachwandel

IV. Analyse der Transkription
1. Lexik
1.1 Substantive
1.2 Pronomen
1.3 Adjektive
1.4 Numeralia
1.5 Präpositionen
1.6 Verben
1.7 hybride Formen
1.8 Übernahmen aus dem Schlesischen
1.9 Übernahmen aus dem Englischen
1.10 Umgangssprachliche Ausdrücke und Jugendjargon
2. Semantik
3. Syntax
4. Phonologie/Prosodie
5. Morphologie

V. Auswertung der Sprachtests
1. Bildererkennung
1.1 Darstellung der Ergebnisse
2. Code-Switching demonstriert an Auszügen aus dem Bildertests
3. Jugendjargon
3.1 Ergebnisse
3.2 Schwierigkeiten beim Vorlesen

VI. Abschließende Bemerkungen

VII. Literaturverzeichnis

I. Einführung

1. Definition des Begriffs der Zweisprachigkeit

In dieser Arbeit soll die aktuelle Zweisprachigkeit deutsch-polnisch der Probandin P. F. untersucht werden. Ich möchte deshalb zunächst den Begriff der ´Zweisprachigkeit` bzw. des `Bilingualismus` klären:

Im weiteren Sinne ist ein zweisprachiger (oder bilingualer) Mensch jemand, der aktiv oder passiv kommunikative Fähigkeiten in zwei Sprachen besitzt. Im engeren Sinne wird das Wort Zweisprachigkeit (oder Bilingualismus) oft nur für solche Menschen verwendet, die muttersprachliche Kompetenz in zwei Sprachen aufweisen. Beherrscht ein Mensch drei oder mehr Sprachen, spricht man von Mehrsprachigkeit oder Multilingualismus. Zweisprachige Menschen, die es in vielen Gesellschaften und Gesellschaftsschichten gibt, haben während ihrer Kindheit zwei (oder mehr) Sprachen gelernt; solche Sprachen werde ich im folgenden als L1 bezeichnen. Sie werden ohne formellen Unterricht erlernt. Falls die zweite Sprache erst später gelernt wurde, wird sie in diesem Zusammenhang als L2 bezeichnet. Jede weitere später erlernte Sprache wird demnach als L3, L4 usw. bezeichnet.

2. Beschreibung der Methode

Im Vorfeld dieser Arbeit wurde eine 53-minütige Tonbandaufnahme gemacht. In etwa die Hälfte dieser Zeit beanspruchte das Leitfadeninterview, welches die deutsch und polnisch sprechende Probandin vor allem dazu veranlassen sollte, von sich aus viel auf polnisch zu erzählen. Vordergründig in Anlehnung an Jörn Achterbergs Fragenkatalog von 2005 wurde in Zusammenarbeit mit Herrn R. Mayer als Übungsleiter ein individueller Gesprächsleitfaden ausgearbeitet. Ein Großteil der gestellten Fragen zielte darauf ab, später zunächst eine Sprachbiographie von P. F. und den anderen Probanden erstellen zu können, mit deren Hilfe Gründe herausgearbeitet werden können, die zu einem abrupten Sprachwechsel führen. Der zweite Teil der Tonbandaufnahme besteht aus zwei, speziell für polnischen Probanden vorüberlegten Tests. Einem Bildertest, bei dem die Probandin versuchen sollte möglichst alle, der dort abgebildeten Tiere, Pflanzen, berühmten Bauwerke und Prominenten zu benennen. Dem folgte ein Verfahren, bei dem die Kenntnis der Probandin bezüglich der polnischen Jugendsprache ermittelt werden sollte. Hierfür diente ein Auszug aus einem polnischen Kabarett, der vorzulesen war. Schließlich sollten die dort kursiv hervorgehobenen Ausdrücke umschrieben oder erklärt werden, um letztlich die Gesamtaussage des Auszuges zusammenzufassen.

3. Einleitung

Die Probandin P. F. beherrscht drei Sprachen aktiv (Deutsch, Polnisch, Englisch). In dieser Arbeit soll jedoch das Hauptaugenmerk auf P. F.s Anwendung des Polnischen und die Auswirkungen des Deutschen darauf untersucht werden, wobei ich auch kurz in Punkt IV.1.9 (Übernahmen aus dem Englischen) Beispiele für Anglizismen anführen werde.

Zur Darstellung dessen dient zunächst die Sprachbiographie der Probandin im folgenden Abschnitt. Den Kern dieser Arbeit soll eine Analyse einiger Erscheinungen im Bereich des Sprachtransfers bilden, die im Bereich der Lexik, Semantik, Syntax, Phonologie/Prosodie und Morphologie zu finden sind. Es werden möglichst alle, nicht identischen Auffälligkeiten untersucht, die ich im ersten Teil der Transkription, also dem Leitfadeninterview zu finden konnte. Die beiden Sprachtests (Bilder- und Jugendjargontest) werde ich dem folgend auswerten. Da Sprachtransfer als ein Teil des Code-Switchings zu betrachten ist, werde ich den Bildertest nochmals unterteilen, um zuerst die Ergebnisse zu präsentieren und im Anschluss die Funktionen und Formen des Code-Switchings darzustellen.

II. Darstellung der Sprachbiographie der Probandin P. F.

1. Persönliche Daten

P. F. ist weiblich, 25 Jahre alt, ledig und 1981 in der Stadt Chorzów (Könighütte) in Schlesien geboren. In Polen besuchte sie die Vorschule. Selbst äußert sie darüber: „ Trochę się uczyłam. Ale nie na tyle, że mogę powiedzieć, że nauczyłam się czytać i pisać.” (Ein bisschen habe ich gelernt, aber nicht soviel, dass ich behaupten könnte, lesen und schreiben gelernt zu haben.)[1]

Vom Umfeld der Primärsozialisation in Polen musste sie im Alter von sieben Jahren beim Umzug nach Deutschland gemeinsam mit ihren Eltern und ihren beiden älteren Schwestern in die Sekundärsozialisation in deutscher Sprache wechseln. Sie besuchte in Deutschland zunächst drei Monate lang eine spezielle Schule für Aussiedlerkinder, was ihr anfangs sehr schwer fiel. „ Wogóle chodziłam i mi się tam nie podobało. (...) Nauczyciele mi też powiedzieli, że jestem głupia“ (Überhaupt ging ich dort hin und es gefiel mir überhaupt nicht. (...) Die Lehrer sagten auch zu mir, dass ich dumm sei.) Da es ihr auch mit der Zeit nicht anfing zu gefallen, durfte sie ihre Mutter in die Deutschschule für Erwachsene begleiten. Sie ist stolz darauf, dort die beste gewesen zu sein.

Im selben Jahr wurde sie eingeschult und hat berichtet im Interview, zumindest seit der Zeit in der Schule für Aussiedlerkinder, keinerlei Probleme mit dem Erlernen der deutschen Sprache gehabt zu haben. 2002 bestand P. F. am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium in Regensburg das Abitur und machte vier Jahre später ihren Abschluss an einer Kunsthochschule in dem englischen Städtchen Bath. Sie beherrscht die englische Sprache somit auf einem ähnlich hohen Niveau wie die deustche.

2. Aktuelle sprachliche und kulturelle Lebenssituation

2.1 Eigene Spracheinschätzung

Auf die Frage hin, welche Sprache sie als ihre Muttersprache empfände, antwortet sie: „ Ja bym powiedziała, że to jest niemiecki.“ (Ich würde sagen, dass es das Deutsche ist.) Ihre Polnischkenntnisse selbst einschätzend muss sie sich selbst eingestehen, dass sie in dieser Hinsicht auf dem Stand eines Kleinkindes ist. „ Wyjechaliśmy jak miałam siedem lat. Tak się nauczyłam jak dziecko. Ja rozmawiam jak dziecko. Ale tak na przykład, jak chodzi o takie tematy, hm, co, które są o polityce. Ja tego nie rozumiem. Nie wiem o czym piszą i też nie mieszkam w Polsce, to nie wiem, co się tam aktualnie dzieje.” (Wir reisten aus als ich sieben Jahre alt war. Ich lernte es so wie ein Kleinkind. Ich spreche wie ein Kleinkind. Aber wenn es beispielsweise um Themen geht, wie, hm, die von Politik handeln. Ich verstehe das nicht. Ich weiß nicht, über was sie schreiben und ich lebe auch nicht in Polen, also weiß ich nicht, was dort aktuell passiert.) Obwohl die Probandin ab und zu die Zeitschrift ` Polityka ` ihres Vaters liest, kann sie nicht an themenspezifischen Diskussionen teilnehmen. Selbst sagt sie: „ To jest dosyć, no, trudne. Ale chciałabym się nauczyć polskiego “ (Das ist ziemlich, ja, schwer. Aber ich würde gerne polnisch lernen.) Auch wenn es um Themen wie Schule oder, wie aus dem Bildertest ersichtlich, um normale Alltagsgegenstände, Tiere, Pflanzen usw. geht, fehlt es ihr teilweise an Vokabular. Aus dem Interview geht hervor, dass sie alle Bücher auf englisch liest und für das Lesen polnischer Bücher keine Zeit findet.

2.2 Polnischsprachige Kontaktpersonen in Deutschland und in Polen

Der Kreis der Kontaktpersonen in Deutschland, mit denen die Probandin polnisch spricht ist sehr klein. Nur mit ihren Eltern, die teils in Deutschland und teils in Polen leben, spricht sie polnisch. P. F. hat zwar polnischsprachige Freundinnen und Bekannte in Deutschland, mit denen sie jedoch größtenteils deutsch spricht.

In Polen leben ihre Großmutter und die älteste Schwester, die die Probandin jedoch nur sehr selten besucht und mit denen sie ihrer eigenen Aussage nach polnisch sprechen muss. Wenn sie mit ihrer zweiten Schwester, die in Amerika lebt telefoniert, spricht sie eine Mischung aus allen Sprachen, die sie beide beherrschen, dem Polnischen, Deutschen und Englischen.

2.3 Sprachkenntnisse innerhalb der Familie

Die Eltern sprechen beide relativ gut deutsch. Der Vater hat P. F.s Aussage nach keinerlei Schwierigkeiten. Bei ihrer Mutter sei immer noch ein deutlicher Akzent zu hören, das mache ihr jedoch nichts aus, da diese später wieder nach Polen zurückziehen möchte. Die in Amerika wohnhafte Schwester spricht der Probandin zufolge polnisch auf demselben Niveau wie sie selbst. Die andere Schwester hat Polnische Philologie in Polen studiert und spricht daher einwandfreies Hochpolnisch. Auf die Frage hin, ob sie ihren Kindern Polnisch beibringen möchte, antwortet sie: „ Sto procent! Bardzo bym chcia ła. Bo, każdy język, to język. Eeem. Bereicherung.“ (Hundertprozentig! Das würde ich sehr gerne. Weil jede Sprache eine Sprache ist. Ähm. Eine Bereicherung.)

2.4 Zählen, Träumen und Fluchen

P. F. gibt an, seltsamerweise noch immer auf Polnisch zu zählen, was sie selbst verwundert. Sowohl in Deutschland als auch in England blieb diese Eigenschaft erhalten.

Ihre Träume laufen dennoch auf Englisch ab. Nach eigener Aussage und aus der Transkription ersichtlich, flucht sie auch nur in dieser Sprache. Im Interview ist es ihr jedoch auch auf Deutsch passiert. Polnische Schimpfwörter kennt die Probandin nicht, worauf ihre Eltern großen Wert in ihrer Kindheit legten. Sehr gut zu erkennen ist diese Tatsache daran, dass ihr die polnische Übersetzung für `Schimpfwörter` noch nicht mal geläufig ist: „ Hm, nie wiem, jak się na to mówi? Skni, sknia, sklinia?“ [przekleństwa]

2.5 Grundgedanken der Probandin über Polen

Die Probandin würde ihre Polnischkenntnisse gerne aufbessern, um in Polen nicht sofort als Deutsche identifiziert werden zu können. „ To, aha, to jest Niemka, (...) A jak jestem w Niemczech, to jestem znów tą Polką. A mnie to denerwuje, bo chciałabym, żeby nikt nie myślał, żeby to w ogóle nie było ważne, skąd ja pochodzę. (...) ja się czuję jako Polka.” (Das, ach so, das ist eine Deutsche, (...) Und wenn ich in Deutschland bin, dann bin ich wieder die Polin. Und mich nervt das, weil ich gerne hätte, dass niemand denkt, dass es überhaupt nicht wichtig ist, woher ich komme. (...) ich fühle mich als Polin.)

Das Prestige der polnischen Sprache schätzt sie innerhalb Deutschlands als sehr niedrig ein. In England dagegen sei es jedoch viel besser. Dort ist sie immer mit einem freundlichen Lächeln von jedem empfangen worden, dem sie erzählte, sie sei Polin. Wenn sie sich jedoch als Deutsche ausgab, war das Gespräch damit beendet. Sie sagt, dass Menschen in Berlin sich wahrscheinlich denken würden: „Ach! Schon wieder so eine Polin.“ In Frankreich dagegen sollte man sich unbedingt als Polin ´outen´. Denn Polen seien dort auf jeden Fall viel beliebter als Deutsche.

Eine Beziehung mit einem Polen möchte P. F. dennoch auf keinen Fall. Dessen Frau dürfte zwar eventuell studieren, sie müsse jedoch immer kochen und auf die Kinder aufpassen. Er dagegen käme nach der Arbeit nach Hause, würde essen und dann zum Fußballspielen gehen. Die Probandin weiß nach ihrer sieben Jahre langen Beziehung mit einem Engländer, dass auch ein solcher für sie nicht mehr in Frage käme. Ein Deutscher oder ein Spanier wäre auch eher ausgeschlossen.

III. Sprachwechsel und Spracherhalt der Probandin

1. Definition der Begriffe Sprachwechsel und Spracherhalt

„Beim Sprachwechsel (auch Sprachverlust) wechselt ein Indivuum oder eine Sprachgemeinschaft von einer Sprache L1 zu einer anderen Sprache L2.

Meistens resultiert der Sprachwechsel aus vorhergehenden Sprachkontakten und die Sprachwechsler zeichnen sich durch Mehrsprachigkeit (Bilingualismus) aus. Das Phänomen zeigt sich oft bei Migranten, nachdem sie dauerhaft ihren Lebensmittelpunkt verlegt haben. Das Leben in einer neuen Umgebung macht den Erwerb der L2 neben L1 erforderlich. Geht L1 ganz verloren, so spricht man von Sprachverlust. Bleibt die L1 jedoch in der Fremde erhalten, so nennt sich dies (im Ergebnis und im Verlauf) Spracherhalt. Spracherhalt ist mit Mehrsprachigkeit verbunden. Beispiele sind etwa Gruppen der Russlanddeutschen oder der südasiatischen Zuwanderer in Großbritannien.“[2]

Im Folgenden werde ich etwas detaillierter auf den Verlauf des Sprachwandels in fünf Stadien, wie ihn Riehl beschreibt, eingehen. Am Beispiel von P. F. werde ich anschließend auch einige Gründe nennen, die zum Sprachwandel führen können.

2. Darstellung des Verlaufs und Gründe für den Sprachwandel

P. F. war es möglich, ihre Muttersprache trotz ihrer völligen Integration in Deutschland eingeschränkt zu erhalten. Da sie im Alter von sieben Jahren vom Polnischen abrupt ins Deutsche wechseln musste, verdrängte das Deutsche größtenteils die Muttersprache. Analog zu den Ergebnissen der obigen Sprachbiographie kann sich der Sprachwechsel der Probandin von der L1 zur L2 nach Riehl in fünf Stadien gliedern lassen.

Im ersten Stadium wird ausschließlich L1 gesprochen (Monolingualismus), wie bei der Probandin das Polnische, bis zur Migration nach Deutschland. Im zweiten Stadium werden beide Sprachen angewandt, wobei die L1 innerhalb der eigenen Gruppe (bei P. F. der Familienkreis) und der Gebrauch der L2 außerhalb der Gruppe (Schule, Bekanntenkreis) dominiert. Durch die Zunahme von Sprechern, die nur L2 benutzen, bricht die Diglossie-Situation allmählich zusammen. Im vierten Stadium verfügt das Individuum nur noch über verminderte Sprachkenntnisse und die L2 wird immer seltener verwendet. Die fünfte Stufe, in der L1 völlig durch L2 ersetzt wird und nur noch Spuren hinterlässt, hat P. F. noch nicht erreicht.

Dafür gibt es mehrere Gründe, die an dieser Stelle zu nennen sind:

Die Probandin ist Aussiedlerin. Diese Tatsache muss nicht immer zwingend zu einem Sprachwechsel führen. Dies geschieht jedoch recht häufig.

Hinzu kommt, dass sie einen solch abrupten Wechsel ein zweites Mal vom Deutschen (L2) ins Englische (L3) machen musste, als sie aufgrund ihres Studiums für drei Jahre nach England zog, wodurch ihre L1 noch mehr in den Hintergrund rückte.

Auch waren das Angebot an Kommunikationspartnern und die dadurch eingeschränkte Sprachgemeinschaft in Deutschland sehr gering. Nur im Netzwerk der Familie wurde Polnisch gesprochen. In der Schule und sogar mit polnischsprachigen Bekannten bediente die Probandin sich ausschließlich des Deutschen. Kontakt zum Herkunftsland wurde nur selten gepflegt, weshalb sie nicht oft und in sehr unregelmäßigen Abständen ausschließlich polnisch sprach.

L2 dominierte damit außerhalb des Netzwerkes der Familie, was zu einem allmählichen Verschwinden der Diglossie-Situation führte.

Die Probandin hatte nicht nur keinen Polnischunterricht an der Schule, ihr fehlte auch immer die mediale Präsenz, um L1 erhalten oder gar ausbauen zu können. Sie liest zwar ab und zu eine polnische Zeitschrift, versteht mittlerweile jedoch oft nicht mehr den Sinn dahinter. Bücher liest sie nur auf englisch und das Fernsehen in P. F.s Wohnung zeigt mit Sicherheit nur deutsch- oder englischsprachige Kanäle.

Das Polnische hat zudem wenig mit dem Deutschen gemeinsam. Das heiß,t der Verwandtschaftsgrad beider Sprachen ist sehr niedrig. Auch diese Tatsache kann dem Sprachwandel sehr dienlich sein.

Als letzter Grund wäre noch die zuvor dargestellte Meinung der Probandin über das Prestige des Polnischen in Deutschland zu nennen. Die Tatsache, dass P. F. in Polen als Polin und in Deutschland als Deutsche angesehen werden möchte, trägt mit Gewissheit auch zum Sprachwechsel bei, da sie den größten Teil ihres Lebens in Deutschland verbracht hat.

Dennoch fühlt sich die Probandin selbst als Polin, will ihre Polnischkenntnisse gerne weiter ausbauen und möchte unbedingt, dass ihre Kinder Polnisch zumindest als eine ihrer Muttersprachen erlernen.

[...]


[1] Diese und alle in Abschnitt II folgenden Auszüge wurden der Transkription entnommen, frei übersetzt und mit den dort eingefügten Verbesserungsvorschlägen übernommen

[2] vgl. Riehl, C.-M. (2004) Sprachkontaktforschung – Eine Einführung; Tübingen

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Zweisprachigkeit Polnisch - Deutsch
Hochschule
Universität Regensburg  (Slavistik)
Veranstaltung
Aktuelle Zweisprachigkeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
31
Katalognummer
V150785
ISBN (eBook)
9783640624478
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aktuelle, Zweisprachigkeit, Polnisch, Deutsch, Slawistik, Linguistik, Sprachwissenschaft, Polen, Aktuelle Zweisprachigkeit, Sprachenvergleich, Kultur
Arbeit zitieren
BA Sabine Stary (Autor), 2005, Aktuelle Zweisprachigkeit Polnisch - Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150785

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