In dieser Arbeit soll die aktuelle Zweisprachigkeit deutsch-polnisch der Probandin P. F. untersucht werden. Ich möchte deshalb zunächst den Begriff der ´Zweisprachigkeit` bzw. des `Bilingualismus` klären.
Die Probandin P. F. beherrscht drei Sprachen aktiv (Deutsch, Polnisch, Englisch). In dieser Arbeit soll jedoch das Hauptaugenmerk auf P. F.s Anwendung des Polnischen und die Auswirkungen des Deutschen darauf untersucht werden, wobei ich auch kurz in Punkt IV.1.9 (Übernahmen aus dem Englischen) Beispiele für Anglizismen anführen werde. Zur Darstellung dessen dient zunächst die Sprachbiographie der Probandin im folgenden Abschnitt. Den Kern dieser Arbeit soll eine Analyse einiger Erscheinungen im Bereich des
Sprachtransfers bilden, die im Bereich der Lexik, Semantik, Syntax, Phonologie/Prosodie und Morphologie zu finden sind. Es werden möglichst alle, nicht identischen Auffälligkeiten untersucht, die ich im ersten Teil der Transkription, also dem Leitfadeninterview zu finden konnte. Die beiden Sprachtests (Bilder- und Jugendjargontest) werde ich dem folgend auswerten. Da Sprachtransfer als ein Teil des Code-Switchings zu betrachten ist, werde ich den Bildertest nochmals unterteilen, um zuerst die Ergebnisse zu präsentieren und im Anschluss die Funktionen und Formen des Code-Switchings darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
1. Definition des Begriffs der Zweisprachigkeit
2. Beschreibung der Methode
3. Einleitung
II. Darstellung der Sprachbiographie der Probandin P. F.
1. Persönliche Daten
2. Aktuelle sprachliche und kulturelle Lebenssituation
2.1 Eigene Spracheinschätzung
2.2 Polnischsprachige Kontaktpersonen in Deutschland und in Polen
2.3 Sprachkenntnisse innerhalb der Familie
2.4 Zählen, Träumen und Fluchen
2.5 Grundgedanken der Probandin über Polen
III. Sprachwechsel und Spracherhalt der Probandin
1. Definition der Begriffe Sprachwechsel und Spracherhalt
2. Darstellung des Verlaufs und Gründe für den Sprachwandel
IV. Analyse der Transkription
1. Lexik
1.1 Substantive
1.2 Pronomen
1.3 Adjektive
1.4 Numeralia
1.5 Präpositionen
1.6 Verben
1.7 hybride Formen
1.8 Übernahmen aus dem Schlesischen
1.9 Übernahmen aus dem Englischen
1.10 Umgangssprachliche Ausdrücke und Jugendjargon
2. Semantik
3. Syntax
4. Phonologie/Prosodie
5. Morphologie
V. Auswertung der Sprachtests
1. Bildererkennung
1.1 Darstellung der Ergebnisse
2. Code-Switching demonstriert an Auszügen aus dem Bildertests
3. Jugendjargon
3.1 Ergebnisse
3.2 Schwierigkeiten beim Vorlesen
VI. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Zweisprachigkeit der Probandin P. F. im Kontext ihres deutsch-polnischen Sprachhintergrunds und analysiert die Auswirkungen des deutschen Sprachumfelds auf ihre Polnischkenntnisse durch verschiedene linguistische Analysen und Sprachtests.
- Analyse von Sprachbiographie und Sprachwandel bei Migranten
- Untersuchung von Interferenzen auf lexikalischer, semantischer, syntaktischer und morphologischer Ebene
- Evaluation der Sprachkompetenz mittels Bildertests und Jugendjargon-Analysen
- Phänomenologie des Code-Switchings und funktionaler Sprachgebrauch
Auszug aus dem Buch
1. Definition des Begriffs der Zweisprachigkeit
In dieser Arbeit soll die aktuelle Zweisprachigkeit deutsch-polnisch der Probandin P. F. untersucht werden. Ich möchte deshalb zunächst den Begriff der ´Zweisprachigkeit` bzw. des `Bilingualismus` klären:
Im weiteren Sinne ist ein zweisprachiger (oder bilingualer) Mensch jemand, der aktiv oder passiv kommunikative Fähigkeiten in zwei Sprachen besitzt. Im engeren Sinne wird das Wort Zweisprachigkeit (oder Bilingualismus) oft nur für solche Menschen verwendet, die muttersprachliche Kompetenz in zwei Sprachen aufweisen. Beherrscht ein Mensch drei oder mehr Sprachen, spricht man von Mehrsprachigkeit oder Multilingualismus. Zweisprachige Menschen, die es in vielen Gesellschaften und Gesellschaftsschichten gibt, haben während ihrer Kindheit zwei (oder mehr) Sprachen gelernt; solche Sprachen werde ich im folgenden als L1 bezeichnen. Sie werden ohne formellen Unterricht erlernt. Falls die zweite Sprache erst später gelernt wurde, wird sie in diesem Zusammenhang als L2 bezeichnet. Jede weitere später erlernte Sprache wird demnach als L3, L4 usw. bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Klärung grundlegender Definitionen zur Zweisprachigkeit und Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung durch Interviews und Sprachtests.
II. Darstellung der Sprachbiographie der Probandin P. F.: Detaillierte Schilderung des sprachlichen Werdegangs und der aktuellen Lebenssituation der Probandin seit ihrer Emigration im Kindesalter.
III. Sprachwechsel und Spracherhalt der Probandin: Theoretische Einordnung des Sprachwandels anhand von Stadienmodellen und Analyse der spezifischen Gründe für den Sprachverlust bei P. F.
IV. Analyse der Transkription: Ausführliche Untersuchung sprachlicher Interferenzen und Fehler in den Bereichen Lexik, Semantik, Syntax, Phonologie und Morphologie.
V. Auswertung der Sprachtests: Praktische Erprobung der Sprachkenntnisse mittels Bildererkennung und Jugendjargon-Test inklusive einer Analyse des funktionalen Code-Switchings.
VI. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über den Diglossie-Status der Probandin sowie ihre Möglichkeiten zum Spracherhalt.
Schlüsselwörter
Zweisprachigkeit, Bilingualismus, Spracherhalt, Sprachwechsel, Sprachkontakt, Transkription, Interferenz, Code-Switching, Lexik, Morphologie, Syntax, Phonologie, Migranten, Sprachbiographie, Polnisch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die zweisprachige Kompetenz einer Probandin polnischer Herkunft, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt, und untersucht die Einflüsse des Deutschen auf ihr Polnisch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachkontakt, Spracherhalt versus Sprachwandel, linguistische Fehleranalyse und die funktionalen Aspekte von Code-Switching bei Bilingualen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen des Sprachwandels nach einer Migration auf die Muttersprache (L1) anhand einer Fallstudie (P. F.) linguistisch aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine 53-minütige Tonbandaufnahme erstellt, bestehend aus einem Leitfadeninterview sowie speziellen Sprachtests (Bildertest, Jugendjargon-Test), die anschließend transkribiert und analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sprachbiographie, die theoretische Einordnung des Sprachwandels und eine detaillierte Analyse der sprachlichen Defizite in den verschiedenen linguistischen Ebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Zweisprachigkeit, Spracherhalt, Sprachkontakt, Code-Switching und Interferenz.
Welche Rolle spielt die Herkunft der Probandin für den Sprachwandel?
Die Emigration im Alter von sieben Jahren und die geringe Verfügbarkeit polnischsprachiger Kommunikationspartner in Deutschland begünstigten den abrupten Wechsel zur L2 (Deutsch).
Was zeigen die Ergebnisse des Jugendjargon-Tests?
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Probandin über sehr geringe Kenntnisse im modernen polnischen Jugendjargon verfügt, was ihren eingeschränkten Kontakt zur zeitgenössischen polnischen Lebenswelt belegt.
Warum fällt der Probandin das Bilden des Konjunktivs so schwer?
Aufgrund der ständigen Interferenz mit der deutschen Grammatik bildet sie den Konjunktiv meist mit fehlerhaften Doppelungen oder an falscher Stelle im Satz.
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- BA Sabine Stary (Author), 2005, Aktuelle Zweisprachigkeit Polnisch - Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150785