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Die aktuelle Bildungsbeteiligungssituation und der Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

Título: Die aktuelle Bildungsbeteiligungssituation und der Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

Tesis , 2010 , 95 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Vincent Große (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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Obwohl der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschülerschaft nur etwa 10 Prozent bemisst, variiert ihr Anteil in den jeweiligen Bundesländern erheblich. Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2008 weisen ein differentes Bild aus: Während die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen eine bemessen an der Gesamtbevölkerung hohe Ausländerquote (ca. 14%) verzeichnen, wird diese Quote in den ostdeutschen Ländern lediglich auf kleiner als drei Prozent beziffert (STATISTISCHES BUNDESAMT 2008). Unterschiede gibt es ebenfalls innerhalb der einzelnen Flächenländer, vor allem im Vergleich ländlicher Regionen mit urbanen Räumen sowie innerhalb großer Städte bezüglich der jeweiligen Stadtwohngebiete. Zudem variiert die Ausländerquote an den jeweiligen Schularten. Beispielsweise beläuft sich der Ausländeranteil an den Hauptschulen des Bundeslandes Baden-Württemberg im Schuljahr 2007/08 auf knapp 25%, an Gymnasien auf lediglich 4,4%. An Förderschulen mit Förderschwerpunkt Lernen sind es gar 38% (vgl. ebd.)! Dieses unrühmliche Beispiel verdeutlicht die Brisanz der Thematik. Es zeigt exemplarisch, dass ausländische Schüler an Hauptschulen und an Schulen für Lernbehinderte erheblich überrepräsentiert sind.
Ausgehend von der Frage, inwiefern Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland beteiligt bzw. benachteiligt werden, soll der Zusammenhang zum Schulerfolg und der Bildungsbeteiligung ebendieser Schüler betrachtet werden. Zu untersuchen ist, ob das weit verbreitete Vorurteil, ‚Kinder mit Migrationshintergrund seien schlecht in der Schule’, statistisch belegt werden kann oder zu widerlegen ist.
In dieser Arbeit soll nicht grundlegend davon ausgegangen werden, dass ausländische Mitmenschen im deutschen Bildungssystem per se benachteiligt oder gar ausgeschlossen würden. Vielmehr soll aufgezeigt werden, in welchen Bildungsbereichen und -orten eine potentielle Gefährdung durch Benachteiligung besteht. Beispiele gelungener Integration existieren. Wünschenswert für jeden einzelnen Betroffenen sowie für die Gesellschaft ist, dass es nicht nur bei wenigen oder vereinzelten Beispielen bliebe. Die vorliegende Arbeit kann als Anstoß verstanden werden, sich diesem Kontext immer wieder und mehrperspektivisch zu nähern, um den gesellschaftlichen Prozess zu reflektieren und in die öffentliche Debatte einzubringen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Methodologie dieser Arbeit.

3. Zum Verständnis des zentralen Begriffs dieser Arbeit: ‚Migrationshintergrund’.

3.1 Definitorische Abgrenzung.

3.2 Einteilung nach dem Migrationsstatus.

3.3 Problematik des Begriffes.

3.4 Fazit.

Exkurs: Die Geschichte der ‚Gastarbeiter’ - Zuwanderung nach Deutschland gestern und heute

4. Zur sozialen Benachteiligung.

4.1 Migrationshintergrund als Stigma.

4.1.1 Wenn Stigmatisierte und ‚Normale’ in Interaktion treten.

4.1.2 Funktionen von und Umgang mit Stigmatisierung.

4.1.3 Fazit.

4.2 Institutionelle Diskriminierung.

4.3 Perfekte Deutschkenntnisse.

4.4 Die Ökologie der menschlichen Entwicklung nach Bronfenbrenner.

4.4.1 Einfluss der Umweltsysteme auf den Schulerfolg.

4.4.2 Das Mikrosystem Schule.

4.5 Fazit.

5. Zur Be(nach)teiligung im Bildungssystem.

5.1 Terminus Bildungsbeteiligung.

5.2 Termini Schulerfolg und Schulversagen.

5.3 aktuelle Datenlage.

5.4 Der Relative-Risiko-Index als Instrument für die Bestimmung der Bildungsbeteiligung.

5.4.1 Der RRI als Instrument.

5.4.2 Analyse des RRI.

5.4.3 Bedeutung des RRI.

5.4.3.1 Gründe für die hohe Förderschulquote Sachsen-Anhalts und Maßnahmen für eine positive Entwicklung.

5.4.3.2 Gründe für die erhebliche Überrepräsentation von Schülern mit Migrationshintergrund an Förderschulen und Maßnahmen für eine positive Entwicklung.

5.4.4 Fazit.

6. Schnittstellen im Bildungsweg - schulische Selektion an den Bildungsübergängen.

6.1 Schulische Selektion beim Schuleintritt.

6.2 Schulische Selektion beim Übergang in die Sekundarschule.

6.3 Schulische Selektion durch Überweisung an die Förderschule.

6.4 Fazit.

7. Präventions- und Interventionsmaßnahmen - Folgerung für Bildung und Bildungspolitik.

7.1 Einfluss der PISA-Studien.

7.2 Forderungen der GEW.

7.3 Nationaler Integrationsplan.

7.4 Der ‚Index für Inklusion’.

7.5 Fazit.

8. Resümee.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bildungsbeteiligungssituation und den Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, um die Forschungsfrage zu klären, ob das verbreitete Vorurteil des schulischen Misserfolgs dieser Gruppe statistisch belegt werden kann oder durch strukturelle Faktoren innerhalb des Bildungswesens zu erklären ist.

  • Analyse von Diskriminierungsmechanismen und Stigmatisierungsprozessen im Bildungswesen.
  • Einsatz des Relative-Risiko-Index (RRI) zur statistischen Bewertung von Bildungsungleichheit.
  • Untersuchung von Selektionsmechanismen an den zentralen Bildungsübergängen.
  • Diskussion aktueller bildungspolitischer Ansätze wie Inklusion und der "Schule für alle".
  • Fokus auf die Bedeutung sprachlicher Kompetenzen als zentrales Instrument für den Schulerfolg.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Wenn Stigmatisierte und ‚Normale’ in Interaktion treten.

Es gibt stigmatisierende Merkmale, die, wie oben beschrieben, durch ihre Visibilität für jeden direkt offensichtlich sind, beispielsweise die schwarze Hautfarbe einer Person als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie (nach GOFFMAN: Stigma des Typus ‚Zugehörigkeit zu einer Rasse, Nation oder Religion’; nach FINZEN (2001): Typus ‚angeborenes Stigma’ und ‚Stigma der Minderheitenzugehörigkeit’). Weißen Migranten sieht man ihr Stigma (den Migrationshintergrund) nicht gleich an und stigmatisiert nicht von vornherein. Trotz dessen sind sie stigmatisierbar bzw. diskreditierbar, insofern sie sich bezüglich ihres Stigmas preisgeben.

GOFFMAN unterscheidet also zwischen diskreditierbaren und diskreditierten Personen. Für ‚Normale’ ergibt sich im Umgang mit letztgenannten die Möglichkeit von vornherein zu diskriminieren oder aber so zu handeln, als sei ihre Abweichung nicht von Bedeutung. Solche Interaktionen sind meist durch Spannungen, Unsicherheit, Verlegenheit und Angst auf beiden Seiten begleitet (vgl. HOHMEIER 1975). Häufige Folge dieser von Schwierigkeiten geprägten Interaktion zwischen ‚Normalen’ und Stigmatisierten ist Ausgrenzung und Isolation der Stigmatisierten.

Für Diskreditierbare hingegen besteht die Möglichkeit ihr Stigma, so lange wie möglich, zu verstecken. In dem Moment, in dem das Stigma preisgegeben wird, ist die Person Stigmatisierung und deren Folgen ausgesetzt (GOFFMAN 2002, S. 56). Folgen von Stigmatisierung kann neben der sozialen Ausgrenzung auch der Ausschluss vom Ausüben bestimmter Berufe sein, das Verwehren bestimmter Bildungsgänge, Isolation auf der Ebene gesellschaftlicher Teilhabe, Spannung, Angst und Unsicherheit auf der Ebene der Interaktion sowie verbale Diskriminierung mittels spezifischer Stigmatermini, wie z.B. Neger, Kanake, etc., die man recht häufig in Bezug auf Personen mit Migrationshintergrund antrifft (CLOERKES 2000).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedliche Ausländerquote in den Bundesländern und definiert die Zielsetzung der Arbeit, den Zusammenhang von Migration, Bildungsbeteiligung und Schulerfolg zu analysieren.

2. Zur Methodologie dieser Arbeit.: Dieses Kapitel begründet die Wahl der Sekundäranalyse von statistischem Material als dominante Forschungsmethode und diskutiert die wissenschaftstheoretische Position der Arbeit.

3. Zum Verständnis des zentralen Begriffs dieser Arbeit: ‚Migrationshintergrund’.: Es wird die Komplexität des Begriffs Migrationshintergrund dargelegt, eine definitorische Abgrenzung vorgenommen und verschiedene Migrationsgruppen für die Arbeit kategorisiert.

Exkurs: Die Geschichte der ‚Gastarbeiter’ - Zuwanderung nach Deutschland gestern und heute: Der Exkurs untersucht die historischen Zuwanderungsbewegungen nach Deutschland seit der Reichsgründung und deren Einfluss auf aktuelle Migrationsstrukturen und Diskriminierungsmuster.

4. Zur sozialen Benachteiligung: Das Kapitel analysiert soziale Benachteiligung durch Stigmatisierungstheorien, institutionelle Diskriminierung und das Mehrebenenmodell nach Bronfenbrenner im Kontext der Schule.

5. Zur Be(nach)teiligung im Bildungssystem: Hier werden Bildungsbeteiligung und Schulerfolg definiert und der Relative-Risiko-Index als zentrales Analyseinstrument für statistische Daten eingeführt und angewendet.

6. Schnittstellen im Bildungsweg - schulische Selektion an den Bildungsübergängen: Es wird untersucht, wie institutionelle Prozesse beim Schuleintritt und Übergang in die Sekundarschule oder Förderschule zu einer Selektion zulasten von Migrantenkindern führen.

7. Präventions- und Interventionsmaßnahmen - Folgerung für Bildung und Bildungspolitik: Das Kapitel diskutiert aktuelle bildungspolitische Ansätze, PISA-Befunde, Forderungen der GEW und das Konzept des ‚Index für Inklusion’ zur Verbesserung der Situation.

8. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, betont die Bedeutung der deutschen Sprache als Teilhabe-Ressource und fordert die Umsetzung inklusiver Schulkonzepte.

Schlüsselwörter

Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Schulerfolg, soziale Benachteiligung, Stigmatisierung, institutionelle Diskriminierung, Relative-Risiko-Index, Schuleintritt, Inklusion, Förderschule, Sekundarschule, Bildungsbiografie, Sprachförderung, Integrationspädagogik, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation der Bildungsbeteiligung und den Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland, um systematische Benachteiligungen aufzudecken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die definitorische Klärung von Migrationshintergrund, die Theorie der sozialen Stigmatisierung, institutionelle Diskriminierung im Schulsystem sowie die ökosystemische Betrachtung der Entwicklung nach Bronfenbrenner.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob das Vorurteil, Kinder mit Migrationshintergrund seien grundsätzlich leistungsschwach, statistisch haltbar ist oder ob das deutsche Bildungssystem durch Selektionsmechanismen maßgeblich zu deren Benachteiligung beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Sekundäranalyse von vorhandenem demographisch-statistischem Material sowie auf die Auswertung erziehungswissenschaftlicher Theorien und aktueller Studien.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Im Hauptteil werden neben dem Begriff der Benachteiligung die Bildungsbeteiligung mittels des Relative-Risiko-Index (RRI) analysiert und die selektiven Prozesse an den Übergängen zu Grund-, Sekundar- und Förderschulen beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Stigmatisierung, Förderschulquote, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit.

Warum ist das Bundesland Sachsen-Anhalt ein besonderer Fokus der Arbeit?

Sachsen-Anhalt zeigt im Gegensatz zu westdeutschen Bundesländern eine sehr niedrige Ausländerquote, verzeichnet jedoch eine besorgniserregend steigende Förderschulquote, was eine spezifische Analyse der dortigen Schulstruktur notwendig macht.

Wie bewertet der Autor die Rolle der "Förderschule" für Kinder mit Migrationshintergrund?

Der Autor kritisiert, dass das deutsche Schulsystem durch die frühe Selektion und die teilweise unangemessene Überweisung von Migrantenkindern an Förderschulen aufgrund bloßer Sprachdefizite die Bildungschancen der Kinder systematisch einschränkt.

Welche Bedeutung misst die Arbeit dem "Index für Inklusion" bei?

Der Autor sieht in dem Konzept des "Index für Inklusion" einen wegweisenden Ansatz, um dem starren, selektiven Schulsystem entgegenzuwirken und ein Miteinander der Verschiedenen an einer "Schule für alle" zu realisieren.

Final del extracto de 95 páginas  - subir

Detalles

Título
Die aktuelle Bildungsbeteiligungssituation und der Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem
Universidad
Martin Luther University  (Rehabilitationspädagogik)
Calificación
1,0
Autor
Vincent Große (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
95
No. de catálogo
V150838
ISBN (Ebook)
9783640626496
ISBN (Libro)
9783640627066
Idioma
Alemán
Etiqueta
Benachteiligung im Schulsystem RRI Migranten Förderschule Sonderschule für Lernbehinderte Ausländer Deutschland Sachsen-Anhalt Institutionelle Diskriminierung Bildungsbeteiligung Migrationshintergrund Überrepräsentation PISA Nationaler Integrationsplan Inklusion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vincent Große (Autor), 2010, Die aktuelle Bildungsbeteiligungssituation und der Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150838
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