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Die Destruktivität der territorialen Gemeinschaft in "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" von Richard Sennett

Title: Die Destruktivität der territorialen Gemeinschaft in "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" von Richard Sennett

Term Paper , 2019 , 18 Pages

Autor:in: 1. Staatsexamen Sofia Zafiridou (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Die vorliegende Arbeit hat eine Auseinandersetzung mit Richard Sennetts sozial-philosophischer Argumentation gegen städtebauliche Maßnahmen zur Entstehung lokaler Gemeinschaften zum Ziel. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem 13. Kapitel von Die Tyrannei der Intimität. Unter Berücksichtigung der schriftlichen Fassung einer Vorlesung im Berliner Haus der Kulturen im Dezember 2018, frage ich nach dem Beitrag, den Sennett zum stadtpolitischen Diskurs leistet. Hierfür stelle ich die These auf, dass in Die Tyrannei der Intimität bereits grundlegende Gedanken und Argumente für die in Sennetts Vortrag enthaltenen Aussagen zu der destruktiven Kraft von begrenzten Gemeinschaften zu finden sind. Gemeinsam mit den Thesen aus Kampf um die Stadt ergeben sie ein Bild von Sennetts politisch motivierten Bemühungen, dem expandierenden „destruktiven Lokalismus“ entgegenzuwirken.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Gedanken und Begriffe aus Sennetts Werk

2.1 Die Warnung vor der unzivilisierten Gemeinschaft in Die Tyrannei der Intimität

2.2 Der Begriff der Gemeinschaft

2.3 Die städtebaulichen Rahmenbedingungen der territorialen Gemeinschaft und der Begriff der geschlossenen Stadt

3. Sennetts politischen Grundgedanken zum Städtebau in Der Kampf um die Stadt

4. Die Destruktivität von territorialen Gemeinschaften in Die Tyrannei der Intimität

4.1 Die gesellschaftspolitische Perspektive oder wie sich die Destruktivität auf die Umgebung auswirkt

4.2 Die psychologische Perspektive oder wie Brüderlichkeit zum Brudermord führt

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der sozialphilosophischen Argumentation von Richard Sennett auseinander, wobei der Fokus auf den Gefahren städtebaulicher Maßnahmen liegt, die zur Entstehung abgeschotteter, lokaler Gemeinschaften führen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit Sennetts Analysen aus Die Tyrannei der Intimität und seine späteren Ausführungen in Der Kampf um die Stadt aufzeigen, dass der Wunsch nach Intimität und Gemeinschaft oft destruktive, unfreie und antidemokratische städtische Räume hervorbringt.

  • Kritik an der modernen Sehnsucht nach Intimität und lokaler Gemeinschaft
  • Die Auswirkungen von Städtebau auf politisches Handeln und Demokratie
  • Phänomene der "Gated Communities" und der städtischen Abkapselung
  • Psychologische Prozesse der Ausgrenzung und die Metapher des Brudermords

Auszug aus dem Buch

2. Grundlegende Gedanken und Begriffe aus Sennetts Werk

In der historischen Analyse des Verfalls der Öffentlichkeit beschreibt Sennett, wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts, mit der Industrialisierung und des erstarkenden Kapitalismus eine Verschiebung innerhalb der Gesellschaft stattfindet. Mit der Zerstörung des Gleichgewichts zwischen Öffentlichkeit und Privatheit geht ein Rückgang der Expressivität, das heißt der Fähigkeit in der Öffentlichkeit spielerisch mit Rollen und Konventionen umzugehen, einher. Der Glaube an die Ordnung der Natur – der säkularen Transzendenz – wird durch den Glauben an die Immanenz der weltlichen Dinge abgelöst. Das hat zur Folge, dass der Fokus nun auf das unmittelbare Dasein gerichtet wird. Glaubhaft ist nur noch, was unmittelbar beim Erleben gegenwärtig ist, also Wahrnehmung und Empfindung. Die Persönlichkeit wird zur „Schlüsselkategorie, um dem menschlichen Leben Bedeutung zu verleihen“. Von nun an gilt die allgemeine Anschauung, dass sich die Persönlichkeit von Mensch zu Mensch unterscheidet und dass das äußere Erscheinungsbild einer Person mit ihren inneren Empfindungen gleichzusetzen ist. Somit findet, nach den Worten Sennetts, die Persönlichkeit Eingang in die öffentliche Sphäre. Der Auftritt in der Öffentlichkeit, nun ohne schützende Maske, wird zum Wagnis und führt zu einer dauerhaften Angst vor einer unwillkürlichen Charakteroffenbarung. Aus ehemals handelnden Stadtbewohnern werden passive Beobachter. Indessen kommt es durch das Suchen nach Indikatoren der Persönlichkeit in den Erscheinungen Anderer und der gleichzeitigen Beherrschung des eigenen Verhaltens zur Kontaktlosigkeit. Das Ergebnis ist das Absterben des öffentlichen Lebens – damit einhergehend – eine Angst vor Isolation und Entfremdung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die sozialphilosophische Thematik ein und erläutert die zentrale These, dass Richard Sennetts Schriften die Gefahren von rein auf Intimität ausgerichteten, abgeschlossenen Gemeinschaften für den öffentlichen Raum beleuchten.

2. Grundlegende Gedanken und Begriffe aus Sennetts Werk: Dieses Kapitel analysiert die historische Entstehung eines entfremdeten öffentlichen Lebens, das durch Kapitalismus und Privatisierung geprägt ist, sowie die problematische Suche nach Intimität als Ersatz für ziviles Verhalten.

3. Sennetts politischen Grundgedanken zum Städtebau in Der Kampf um die Stadt: Hier wird untersucht, wie Sennett die Notwendigkeit einer offenen, komplexen Stadtplanung gegen einseitig geplante, homogene und damit unfreie Lebensräume verteidigt.

4. Die Destruktivität von territorialen Gemeinschaften in Die Tyrannei der Intimität: Dieses Kapitel untersucht die negativen Auswirkungen von lokal begrenzten Gemeinschaften, sowohl auf gesellschaftlicher Ebene durch Entpolitisierung als auch auf psychologischer Ebene durch Ausgrenzung und Intoleranz.

5. Schlussbetrachtung: Die Abschlussbetrachtung fasst zusammen, dass Sennett städtebauliche Fragen stets als zutiefst politische Themen betrachtet, die über die demokratische Verfasstheit einer Gesellschaft entscheiden.

Schlüsselwörter

Richard Sennett, Die Tyrannei der Intimität, Städtebau, Öffentlichkeit, Gemeinschaft, Privatisierung, Destruktivität, Gated Communities, Demokratie, Partizipation, Urbanität, soziale Exklusion, Entpolitisierung, Intimität, Stadtplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert die kritische Perspektive des Stadtsoziologen Richard Sennett auf urbane Planungsmodelle und die damit verbundenen gesellschaftlichen Folgen von Intimitätsbedürfnissen.

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Wechselwirkung zwischen Städtebau, dem Niedergang der öffentlichen Sphäre und der psychologischen Dimension von Gemeinschaftsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie territoriales Denken und die Flucht in vermeintlich intime Gemeinschaften zur Zerstörung urbaner Vielfalt und demokratischer Prozesse beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer sozialphilosophischen Analyse und Literaturinterpretation der wesentlichen Werke von Richard Sennett.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine städtebauliche Analyse und eine detaillierte Untersuchung der destruktiven Potenziale lokaler, abgeschlossener Gemeinschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Schlagworte wie Urbanität, politische Destruktivität, Entfremdung und die Kritik an Gated Communities geprägt.

Wie unterscheidet Sennett zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft?

Sennett lehnt sich an Tönnies an und beschreibt die Gemeinschaft als emotional aufgeladenes, teils restriktives Konstrukt, das in modernen urbanen Kontexten häufig zu Abkapselung führt.

Warum sieht Sennett den Ruf nach Intimität als problematisch an?

Sennett argumentiert, dass die Suche nach Intimität im öffentlichen Raum zur Preisgabe des privaten Selbst, zur Maskierung und letztlich zur Angst vor Fremden und unwillkürlicher Charakteroffenbarung führt.

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Details

Title
Die Destruktivität der territorialen Gemeinschaft in "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" von Richard Sennett
Author
1. Staatsexamen Sofia Zafiridou (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V1508472
ISBN (PDF)
9783389075005
ISBN (Book)
9783389075012
Language
German
Tags
destruktivität gemeinschaft verfall ende lebens richard sennett
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
1. Staatsexamen Sofia Zafiridou (Author), 2019, Die Destruktivität der territorialen Gemeinschaft in "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens" von Richard Sennett, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1508472
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