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Herausforderungen für soziale Einrichtungen aufgrund der sich wandelnden Vergütungssystematik

Auswirkungen auf die Finanzierung innerhalb der Gemeindepsychiatrie

Titel: Herausforderungen für soziale Einrichtungen aufgrund der sich wandelnden Vergütungssystematik

Bachelorarbeit , 2008 , 59 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thomas Schlenker (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vielfach ist innerhalb des Fachdiskurses um die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der Sozialen Arbeit von der Ökonomisierung Sozialer Arbeit die Rede. Dabei standen sich in der Vergangenheit die Gegner und die Befürworter einer betriebswirtschaftlich orientierten Ausrichtung Sozialer Arbeit teilweise sehr konträr gegenüber. (Vgl. Albert 2008 ) Seit den 1990er Jahren hat sich jedoch das Verhältnis von Ökonomie und Sozialer Arbeit auch unter dem finanziellen Druck, der durch Veränderungen der Finanzierungssysteme für soziale Einrichtungen und Dienste entstanden ist, in positivem Sinne verändert. Betriebswirtschaft für Sozialunternehmen ist mittlerweile ein integraler Bestandteil Sozialer Arbeit. Durch den Wandel der Vergütungssystematik für soziale Dienste und Einrichtungen entstehen jedoch für die Erbringer sozialer Dienstleistungen fortwährend neue Anforderungen die sich im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Fachlichkeit bewegen. (Vgl. Albert, 2008)

Die zentrale Frage dieser Arbeit ist daher, welche Herausforderungen sich für soziale Einrichtung - insbesondere für Einrichtungen der Gemeindepsychiatrie - aufgrund der sich wandelnde Vergütungssystematik ergeben.
Dabei ist ein Schwerpunkt dieser Arbeit die Finanzierung der Sozialpsychiatrischen Dienste (SpDi). Um sich dieser Frage zu nähern, werden die unterschiedlichen Finanzierungsarten für soziale Einrichtungen und Dienste ebenso betrachtet wie die Dienste und Einrichtungen innerhalb des komplexen Feldes der Gemeindepsychiatrie. Die Auswirkungen der Veränderungen und Trends innerhalb der Vergütungssystematik wird insbesondere für Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi) detailliert reflektiert. Abschließend erfolgte ein Ausblick auf mögliche Finanzierungsalternativen. Dieser Ausblick beschränkt sich jedoch nicht auf die Gemeindepsychiatrie, sondern bezieht auch ein Modellprojekt der klinischen Psychiatrie mit ein. Es wird daran deutlich, dass man die Finanzierung gemeindepsychiatrischer Einrichtungen, die an der Schnittstelle zwischen Sozial- und Gesundheitswesen angesiedelt ist, nicht gänzlich isoliert von der klinischen Psychiatrie betrachten kann. Dennoch sind die Veränderungen im Gesundheitswesen nicht Schwerpunkt dieser Arbeit, Reflexionen die das Gesundheitswesen betreffen, erfolgen daher nur soweit sie thematisch in direktem Kontext zur Sozialpsychiatrie stehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ausgangssituation

1.2. Ziele und Inhalte

1.3. Aufbau

2. Die Vergütungssystematik für soziale Einrichtungen im Überblick

2.1. Direkte Finanzierung

2.1.1 Institutionelle Förderung

2.1.2 Projektförderung

2.1.3 Vollfinanzierung

2.1.4 Teilfinanzierung

2.1.4.1 Anteilsfinanzierung

2.1.4.2 Fehlbedarfsfinanzierung (Abmangelfinanzierung)

2.1.4.3 Festbetragsfinanzierung

2.2. Indirekte Finanzierung

2.2.1 Beziehungen innerhalb des sozialrechtliche Leistungsdreieckes

2.3. Wandel in der Vergütungssystematik

2.3.1. Frühere Rechtsgrundlagen zur Finanzierung sozialer Leistungen.

2.3.2 Das Selbstkostendeckungsprinzip .

2.3.3 Von der Objekt,- zur Subjektförderung

2.3.4. Leistungsverträge nach Ausschreibungen

2.4. Zusammenfassung der Finanzierungs-Trends

3. Gemeindepsychiatrische Versorgungssysteme

3.1. Entstehung der gemeindepsychiatrischen Versorgung

3.2. Einrichtungen und Dienste innerhalb der Gemeindepsychiatrie

3.1.1 Ambulante Psychiatrische Pflege (APP).

3.1.2 Der Integrationsfachdienst IFD

3.1.3 Panoramaklinik (Tagesklinik)

3.1.4 Psychiatrische Institutsambulanz (PIA), Außenstelle Esslingen

3.1.5 Sozialpsychiatrischer Dienst (SpDi)

3.1.6 Sozialpsychiatrischer Wohnverbund (SWV)

3.1.6 Das Zentrum für Arbeit und Kommunikation (ZAK)

3.3. Gemeindepsychiatrische Versorgung am Beispiel Esslingen

4. Finanzierung innerhalb der Gemeindepsychiatrie

4.1. Die Finanzierungssituation der Sozialpsychiatrischen Dienste

4.2. Veränderungen durch die Einführung der Soziotherapie

4.2.2 Finanzielle Dimensionen der Soziotherapie

4.2.2.1 Höhe der Krankenkassenleistungen für die Soziotherapie

4.2.2.2 Höhe der Zuwendungen für SpDi´s (Seit Einführung der Soziotherapie)

4.2.2.3 Verhältnis zwischen Klientenbezogener- und Pauschalfinanzierung

4.2.2.4 Auswirkungen der aktuellen Finanzierungsmodalitäten

4.3. Veränderungen durch die Einführung des Persönlichen Budget

4.3.1 Vom Modellprojekt zum Rechtsanspruch

4.3.2 Möglichkeiten und Herausforderungen durch das Persönliche Budget

5. Zum Diskurs um alternative Finanzierungsoptionen innerhalb der (Gemeinde) Psychiatrie

5.1. Psychiatriekosten im Überblick

5.2. Eine andere Finanzierung: Das regionale Psychiatrie-Budget (RPB)

5.2.1 Das RPB im Modellprojekt Itzehoe

5.2.1.1 Die Funktionsweise des Regionalen Psychiatriebudgets (RPB)

5.2.1.2 Kritik und Erfolge

5.2.2 „Psychiatrie ohne Schubladen“ in Rostock

5.2.3 Einschätzungen zum Regionalen Psychiatriebudget

6. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, die sich für soziale Einrichtungen, insbesondere innerhalb der Gemeindepsychiatrie, aus der sich wandelnden Vergütungssystematik ergeben, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Finanzierungssituation der Sozialpsychiatrischen Dienste (SpDi) liegt.

  • Wandel von Objekt- zu Subjektförderung
  • Finanzierungsmodelle wie Soziotherapie und Persönliches Budget
  • Strukturen und Kooperationsformen in der Gemeindepsychiatrie am Beispiel Esslingen
  • Auswirkungen finanzieller Rahmenbedingungen auf die fachliche Arbeit
  • Kostenstrukturen und alternative Budgetkonzepte in der psychiatrischen Versorgung

Auszug aus dem Buch

2.1. Direkte Finanzierung

Die direkte Finanzierung mittels Zuwendung kann als institutionelle Förderung oder projektbezogen erfolgen. Rechtsgrundlage für Zuwendungen sind die §§ 23 und 44 der Bundeshaushaltsverordnung (BHO) bzw. der Landeshaushaltsverordnung. In §23 der BHO/LHO werden Zuwendungen als: „Ausgaben- und Verpflichtungsermächtigungen für Leistungen an Stellen außerhalb der Verwaltung oder der Länder zur Erfüllung bestimmter Zwecke“ definiert. (Halfar 1999 S.47)

Damit sind Zuwendungen zweck,- oder satzungsgebundene Mittel, die bei nicht sachgerechter und/oder unwirtschaftlicher Mittelverwendung vom Zuwendungsgeber zurück gefordert werden können. Der Zuwendungsempfänger muss daher die zweckentsprechende Verwendung der Mittel nachweisen. (Vgl. Kolhoff, 2002 S.69ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den ökonomischen Druck auf die Soziale Arbeit und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.

2. Die Vergütungssystematik für soziale Einrichtungen im Überblick: Liefert eine theoretische Systematisierung der Finanzierungsarten wie Zuwendungen, Leistungsverträge und Pflegesätze sowie einen Überblick über aktuelle Trends.

3. Gemeindepsychiatrische Versorgungssysteme: Erläutert die Entstehung der Gemeindepsychiatrie, die verschiedenen Dienstleistungsangebote und veranschaulicht diese beispielhaft anhand der Region Esslingen.

4. Finanzierung innerhalb der Gemeindepsychiatrie: Analysiert die Finanzierungssituation der Sozialpsychiatrischen Dienste unter den Bedingungen der Soziotherapie und des Persönlichen Budgets.

5. Zum Diskurs um alternative Finanzierungsoptionen innerhalb der (Gemeinde) Psychiatrie: Diskutiert Kosten der psychiatrischen Versorgung und stellt Modellprojekte wie das Regionale Psychiatrie-Budget vor.

6. Schlussbetrachtungen: Reflektiert den Wandel der Finanzierungslandschaft und die Notwendigkeit einer strategischen Ausrichtung für soziale Einrichtungen.

Schlüsselwörter

Gemeindepsychiatrie, Sozialpsychiatrische Dienste, Finanzierung, Zuwendungsfinanzierung, Soziotherapie, Persönliches Budget, Leistungsdreieck, Subjektförderung, Projektförderung, Kostenträger, Sozialgesetzbuch, Psychiatrie-Enquete, Modellprojekt, Versorgungsstruktur, Ökonomisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen veränderter Finanzierungsmodelle auf soziale Einrichtungen, insbesondere im Bereich der Gemeindepsychiatrie und der Sozialpsychiatrischen Dienste.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Wandel von der Institutionen- zur Leistungsfinanzierung, die Einführung spezifischer Abrechnungsmodalitäten wie Soziotherapie und das Persönliche Budget sowie die Auswirkungen auf die Arbeitsweise der Dienste.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, die Herausforderungen für die Träger sozialpsychiatrischer Hilfe aufzuzeigen, die durch die ökonomische Neuorientierung der Vergütungssysteme entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Reflexion finanzwissenschaftlicher Grundlagen und der detaillierten Fallbetrachtung der Versorgungsstruktur in der Region Esslingen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Systematisierung der Finanzierungsarten, der Struktur gemeindepsychiatrischer Versorgung und einer tiefgehenden Analyse der finanziellen Auswirkungen von Soziotherapie und Persönlichem Budget.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gemeindepsychiatrie, Soziotherapie, Persönliches Budget, Subjektförderung und Finanzierungssicherheit.

Welche Rolle spielt die Soziotherapie für die Sozialpsychiatrischen Dienste?

Die Soziotherapie stellt einen Wechsel zur leistungsbezogenen Vergütung dar, der zwar neue Finanzierungsoptionen bietet, aber auch bürokratische Anforderungen erhöht und nur bei spezifischen Diagnosen anwendbar ist.

Welches Fazit zieht der Autor zur Einführung des Persönlichen Budgets?

Der Autor sieht im Persönlichen Budget eine Chance zur Stärkung der Selbstbestimmung und Flexibilisierung der Hilfen, mahnt jedoch vor verwaltungsrechtlichen Unsicherheiten und einer drohenden finanziellen Belastung der Fachdienste bei Ablehnung durch Leistungsträger.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Herausforderungen für soziale Einrichtungen aufgrund der sich wandelnden Vergütungssystematik
Untertitel
Auswirkungen auf die Finanzierung innerhalb der Gemeindepsychiatrie
Hochschule
Hochschule Esslingen  (Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege (SAGP))
Note
2,0
Autor
Thomas Schlenker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
59
Katalognummer
V150859
ISBN (eBook)
9783640875757
ISBN (Buch)
9783640876105
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpsychiatrie Gemeindepsychiatrie Finanzierung Entgelte Vergütungssystematik Vergütung SpDi Persönliches Budget Soziotherapie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Schlenker (Autor:in), 2008, Herausforderungen für soziale Einrichtungen aufgrund der sich wandelnden Vergütungssystematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150859
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Leseprobe aus  59  Seiten
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