'American Beauty' – ein Blick auf Suburbia's postmoderne, amerikanische Familien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
21 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Suburbia’s Familien in American Beauty
2.1 Die Fitts‘ - eine traditionelle Familie?
2.2 Die Burnhams
2.2.1 Das Familienoberhaupt Carolyn
2.2.2 „Not a role model“- Der Protagonist Lester
2.2.3 Ein Rollentausch zwischen Mann und Frau?

3. Bildliche Analyse
3.1 Fernsehabend bei den Fitts‘
3.2 Zu Dinner bei den Burnhams

4. Der amerikanische Traum?

5. Schluss

Abbildungsverzeichnis

Bibliographie

Quellen

Forschungsliteratur

1. Einleitung

Der mit funf Oskars ausgezeichnete Film American Beauty vom Regisseur Sam Mendes, zeigt die Geschichte zweier Familien, welche in einem typisch amerikanischen Vorort leben. Erzahlt wird aus der Perspektive des Protagonisten Lester Burnham, der im Laufe des Filmes auf der Suche nach sich selbst ist.

„Die Geschichte eines Mannes in mittlerem Alter, der aus dem Jenseits die Geschichte seines unbefriedigenden Berufs- und Familienlebens erzahlt. Der ironische Blick hinter die aufterlich glanzende Fassade von Kleinstadt-Amerika wird durch eine komplementare Erzahlebene anteilnehmend und mit neugieriger Sensibilitat zu einem komplexen und hintergrundigen Menschen- und Generationsportrat ausgeweitet. Ein hochst bemerkenswerter Erstlingsfilm, der stilistisch und darstellerisch gleichermaRen uberzeugt.“[1]

Diese Kritik aus dem internationalen Filmlexikon geht auch auf meine Thematik dieser Seminararbeit ein, denn auf den folgenden Seiten werden die Familienkonstrukte der Fitts‘ und der Burnhams untersucht. Dazu sollen ihre Rollen innerhalb der Familie und Gesellschaft betrachtet werden. Ziel der Arbeit ist herauszufinden, ob ihre Vorstellungen von Familie einem Ideal entsprechen, falls eines vorhanden, zu klaren welches das ist und ob sie dieses auch erreichen. Viele Autoren von Texten uber American Beauty sehen die Hauptthematik des Films in der Krise der Mannlichkeit Lesters.[2] Die vorliegende Arbeit soll sich nicht ausschlieftlich auf die Gender-Rolle Lesters, sondern speziell auf seine Rolle in der Familie beziehen, als auch auf Carolyns Rollen. Weiterhin wird der Film in Bezug zum amerikanischen Traum gestellt.

Zu Beginn werden einige Definitionen stehen, um die Begriffe klar einzugrenzen und um Fehlschlusse zu verhindern. Folgend wird die Struktur der beiden Familien dargelegt, hierbei wird die Familie Burnham etwas genauer betrachtet, da auf diesen auch das Hauptaugenmerk des Films liegt. Es wird sich mit der These auseinander gesetzt, dass Carolyn und Lester Burnham eine Rollenumkehrung des traditionellen Mann-Frau-Verhaltnis haben. Im dritten Abschnitt der Arbeit wird das Familiengefuge einer visuellen Analyse unterzogen, indem drei Filmszenen auf gestalterische Mittel und deren Wirkung untersucht werden: Kann das betrachtete Bild die vorher dargelegte Familienkonstruktion beweisen? Anschlieftend wird die Frage bearbeitet, wie und warum der amerikanische Traum im Film absichtlich konstruiert wird und vor allem welcher Realitat er zugrunde liegt.

Da der Film 1999 gedreht wurde, ist er und auch die Forschung bezuglich des Films aktuell und hat keine grundlegenden Abweichungen. Es existieren Meinungsverschiedenheiten zu Symboliken und Interpretationen, auch sind viele Verweise zu finden, wie beispielsweise zur

Religion. Das zeigt, dass der Film zu verschiedenen Thematiken untersuchbar ist. Die Primarquellen sind der Aufsatz „Familie im Film - Die Familie im filmischen Wandel“ geschrieben von Thies Albers und Mathias Grundmann sowie die Monographie von Kathrin Madler.

2. Suburbia’s Familien in American Beauty

Bei der Betrachtung der ausgewahlten Familien in American Beauty, wird genauer auf ihre sozialen Rollen und die Struktur der Familie eingegangen. Die soziale Rolle ist ein System von Verhaltensweisen, das durch die Erwartungen der Gesellschaft an Individuen entsteht. Die Erwartungen gegenuber dem einzelnen und seinen verschiedenen Positionen in der Gesellschaft sind normativ und dauerhaft.[3]

Schaut man in das Fremdworterbuch unter 'Suburbia', ist dort folgendes zu lesen: Suburbia ist „die Gesamtheit der um die groRen Industriestadte wachsenden Trabanten- und Schlafstadte in Bezug auf ihre Erscheinung und die fur sie typischen Lebensformen.“[4] Die Autoren der zitierten Literatur sehen zudem in der schon eben angedeuteten typischen Lebensweise dieser Vororte, eine Idealvorstellung vom Leben, welche eng verbunden mit dem amerikanischen Traum ist.

Der amerikanische Traum ist, wie allgemein verstanden, der Wunsch von der Chance, sich durch harte Arbeit einen von Wohlstand gepragten Lebensstil zu ermoglichen. Allerdings existiert keine exakte Definition des Begriffes, viel mehr gibt es unterschiedliche Vorstellungen des amerikanischen Traumes. So ist diese Idealvorstellung auch eng verknupft mit dem Streben nach Freiheit und/oder Reichtum, im Allgemeinen also nach einem fur jeden individuell erfulltes Leben. Um die Definition zur Arbeit am Film einzuschranken, erscheint es sinnvoll sich auf die Ansichten einiger Autoren wie Kathrin Madler oder Thies Albers und Matthias Grundmann, sowie auch Margaret Marsh zu beziehen, denn diese verstehen unter dem realisiertem amerikanischen Traum ein Leben der mittelstandischen erfolgreichen Kernfamilie im Eigenheim, platziert in Suburbia. Demzufolge verbinden sie die zwei Begriffe des amerikanischen Traumes und Suburbia zu einem Einzelnen: 'the suburban ideal' oder auch nur 'Suburbia' als Konzept. Madler nennt dies passenderweise der zu Bildern gewordene amerikanische Traum.[5] Dazu zahlen sie auch die typische Familienstruktur des arbeitenden Ehemannes und die der Kinder aufziehenden Hausfrau - so zumindest in dem alten und klassischem Suburbia. Dieses Idealkonstrukt von Familie wird gerne in Filmen thematisiert. Besonders die Filme der 50er Jahre geben ein stark idealisiertes Bild von einer heilen Welt wieder, in der die Familie mit konservativen Rollenverteilungen lebt.[6] Diese Vorstellung von einer perfekten, glucklichen Familie lebt bis heute in den Kopfen fort. Falschlicherweise wird geglaubt, dass Familien in der Vergangenheit tatsächlich stabiler und glücklicher waren, als die der Gegenwart.[7]

[...]


[1] http://www.filmevona-z.de/filmsuche.cfm?sucheNach=titel&wert=512025. Letzter Zugriff: 25.02.2010.

[2] Einige betrachten auch den im Untertitel versehenen Aufruf 'Look closer' als Hauptmotiv und der damit einhergehenden Perspektive, die Schonheit im Alltaglichen zu sehen, wie auch der Drehbuchautor Alan Ball im Kommentar auf der dVd zu verstehen gibt.

[3] Gunter Endruweit; Gisela Trommsdorff: Worterbuch der Soziologie. Stuttgart: Lucius und Lucius 2002. S. 458.

[4] Dr. Matthias Wermke (u.a.): Das Fremdworterbuch. Mannheim: Dudenverlag 2007. S. 1002.

[5] Kathrin Madler: Broken Men. Sentimentale Melodramen der Mannlichkeit im zeitgenossischen Hollywood-Film. Marburg: Schuren Verlag 2008. S. 74. und Thies Albers; Matthias Grundmann: Familie im Film. Die Familie im filmischen Wandel. In: Markus Schroer (Hg.): Gesellschaft im Film. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft 2007. S. 96, sowie auch Margaret Marsh: Suburban Lives. London: Rutgers University Press 1990. S. XII.

[6] Thies Albers; Matthias Grundmann, Familie, S. 92-96.

[7] Jessica H.E. Redman: The American happy family that never was: ambivalence in the Hollywood Family Melodrama. In: European Journal of American Culture 22 (2003), H.4. S. 61-63.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
'American Beauty' – ein Blick auf Suburbia's postmoderne, amerikanische Familien
Hochschule
Technische Universität Dresden
Veranstaltung
Filmanalyse
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V150865
ISBN (eBook)
9783640622375
ISBN (Buch)
9783640622818
Dateigröße
669 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
American Beauty, Filmanalyse, Sam Mendes, Suburbia, Familienrollen, Familie, Bildanalyse
Arbeit zitieren
Anna-Luisa Becke (Autor), 2010, 'American Beauty' – ein Blick auf Suburbia's postmoderne, amerikanische Familien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150865

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