Vergleich der bilanzpolitischen Möglichkeiten zwischen IFRS und HGB (BilMoG) bezüglich latenter Steuern


Seminararbeit, 2009

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Konzept der Bilanzpolitik
2.1 Verständnis und Zielsetzung
2.2 Bilanzpolitische Maßnahmen und Instrumente

3. Konzept der latenten Steuerabgrenzung
3.1 Ursache und Zweck der Bilanzierung latenter Steuern
3.2 Ansatzkonzepte und Methoden der Abgrenzung latenter Steuern

4. Latente Steuern im Kontext der Bilanzpolitik
4.1 Rahmen der latenten Steuerabgrenzung nach IFRS
4.1.1 Ansatz
4.1.2 Bewertung und Ausweis
4.1.3 Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial
4.2 Rahmen der latenten Steuerabgrenzung nach neuem HGB - BilMoG
4.2.1 Ansatz
4.2.2 Bewertung und Ansatz
4.2.3 Bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial
4.3 Die Wirkung latenter Steuern auf Jahresabschluss und resultierende Kennzahlen

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Instrumente der Bilanzpolitik

Abbildung 2: Bilanzbeziehung und resultierende latente Steuer

Abbildung 3: Aktivierung latenter Steuern

Abbildung 4: Saldierung latenter Steuern

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Das vom deutschen Bundestag verabschiedete Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes hat zu tief greifenden Veränderungen der zukünftigen Bilanzierung nach HGB geführt. Durch die Annäherung der Rechnungslegung nach HGB an internationale Standards hat auch die Abgrenzung latenter Steuern in Unternehmensabschlüssen deutlich an Bedeutung gewonnen. Besonders die Aufhebung der umgekehrten Maßgeblichkeit wird in Zukunft dazu führen, dass erheblich mehr Steuerlatenzen in den Handelsbilanzen entstehen werden und diese somit weiter in den Vordergrund rücken. Latente Steuerabgrenzungen werden in der Rechnungslegung nach den IFRS wesentlich häufiger vorgenommen und sind ein weit verbreitetes Instrument bilanzpolitischer Einflussnahme. Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen die Möglichkeiten der bilanzpolitischen Gestaltung durch latente Steuerabgrenzung nach IFRS, sowie nach neuem HGB, näher betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund werden zuerst die Grundlagen der Bilanzpolitik sowie der latenten Steuerabgrenzung dargestellt. Welche Ziele hat die Bilanzpolitik und welche Maßnahmen nutzt sie zur Zielerreichung? Folgend werden Fragen bezüglich des Konzepts und der Wirkung latenter Steuern beantwortet. Die anschließende Untersuchung der Regelungen nach IFRS sowie neuem HGB zeigt den Rahmen auf, in welchem sich die Maßnahmen der bilanzpolitischen Gestaltung mittels latenter Steuerabgrenzung bewegen können.

2. Konzept der Bilanzpolitik

2.1 Verständnis und Zielsetzung

Allgemein lässt sich Bilanzpolitik als eine vorteilhafte Gestaltung der zu veröffentlichenden Unternehmensdaten verstehen. Diese soll die Adressaten möglichst vorteilhaft, den angestrebten Unternehmenszielen entsprechend, beeinflussen.[1]

Somit werden im Rahmen der gesetzlichen Bilanzierungs- sowie Bewertungsvorschriften, die Beständebilanz, sowie die Erfolgsbilanz der angestrebten Informationswirkung folgend, gestaltet.

Für die Beeinflussung der Adressaten genutzte Maßnahmen können bereits während des Wirtschaftsjahres, sowie bei der Erstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, ergriffen werden.[2] Ersteres ist als Sachverhaltsgestaltung der Bilanzierung zu verstehen und bezieht sich auf alle legalen Maßnahmen, welche unabhängig von Bilanzierungsrichtlinien- und regeln aufgegriffen werden können und beispielsweise Einfluss auf die Bilanzstruktur haben.[3] Sachverhaltsabbildende Gestaltungsmöglichkeiten bei Erstellung von Bilanz und GuV ergeben sich im Rahmen von Spielräumen, welche aus Wahlrechten bezüglich Aktivierung oder Passivierung, sowie verschiedenen Möglichkeiten der Bewertung, resultieren.

Die bilanzpolitischen Zielsetzungen können sich an den allgemeinen langfristigen Unternehmenszielsetzungen orientieren, sowie an kurzfristigen oder temporären unternehmensstrategischen Zielen. Grundsätzlich lassen sich die mittels bilanzpolitischer Maßnahmen angestrebten Ziele in monetäre, also den finanziellen Bereich betreffende, sowie nichtmonetäre, welche auf ein bestimmtes Unternehmensbild- und ruf abzielen, unterscheiden.[4] Durch die Ergebniswirksamkeit des finanziellen Bereichs lassen sich beispielsweise Dividendenausschüttungen, Liquidität sowie Höhe der Steuerzahlungen beeinflussen. Weiterhin wird vor dem Hintergrund der Kapitalsicherung der zukünftige Mittelzufluss durch Fremd- oder Eigenkapital zu steuern versucht.[5] Die nichtmonetären Ziele können unterschiedlicher Natur sein. Es wird versucht ein bestimmtes Unternehmensbild nach außen zu tragen, welches die Interessensgruppen dazu veranlassen soll, im Sinne der Unternehmung zu reagieren. Informationsbreite- und tiefe, sowie dessen Gestaltung, lassen sich im Rahmen von gesetzlichen Zulässigkeiten und gesetzlichen Offenlegungspflichten variieren, um beispielsweise bei schlechter wirtschaftlicher Lage das Unternehmen im vorteilhafteren Licht erscheinen zu lassen.[6] Da der Adressatenkreis durchaus unterschiedliche eigene Interessen verfolgen kann, sieht sich die bilanzierende Unternehmung oft mit Zielkonflikten konfrontiert, welche eine Prioritätensetzung erfordert. Beispielsweise versucht die bilanzierende Unternehmung die Steuerzahlungen zu minimieren oder zeitlich zu verschieben, gleichzeitig jedoch will sie das Interesse der Kapitalgeber an einem hohen Gewinnausweis befriedigen.[7]

2.2 Bilanzpolitische Maßnahmen und Instrumente

Das bilanzpolitische Instrumentarium besteht, wie bereits erwähnt, aus sachverhaltsgestaltenden und sachverhaltsabbildenden Maßnahmen. Erstere bieten überwiegend die Möglichkeit der kurzfristigen Einflussnahme auf die wirtschaftliche Lage, können jedoch auch für langfristige Strukturgestaltungen verwendet werden. Sachverhaltsabbildende Maßnahmen beinhalten materielle sowie formelle Wahlrechte und Ermessensspielräume, welche zur Steuerung des ausgewiesenen Jahresergebnisses und zur Darstellung der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung eingesetzt werden.[8]

Sachverhaltsgestaltenden Maßnahmen werden grundsätzlich vor dem Bilanzstichtag ergriffen. Sie können reale Tatbestände verändern, verhindern oder auch neu schaffen.[9] Gewisse Geschäftsvorfälle lassen sich zeitlich verschieben, somit hat man die Möglichkeit, eine den bilanzpolitischen Zielen entsprechende positive Wirkung durch temporären Vorzug des Geschäftsvorfalls vor Bilanzstichtag, zu nutzen. Im Falle eines negativen Einflusses hat man simultan die Möglichkeit durch temporären Aufschub bis nach Bilanzstichtag dessen Wirkung bezüglich des aktuellen Geschäftsjahres zu verhindern. Beispielsweise kann die Kapitalflussrechnung durch bilanzpolitische Maßnahmen dahingehend beeinflusst werden, dass der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, bezüglich des aktuellen Geschäftsjahres, durch den Vorzug von operativen Einzahlungen und Aufschub von operativen Auszahlungen deutlich verbessert wird.[10] Diese Maßnahme wäre insoweit kritisch zu betrachten, da sie für das folgende Geschäftsjahr eine konträre Wirkung entfaltet.,

Die oben bereits angeführte Unterscheidung der Sachverhaltsabbildung in materielle und formelle Instrumente lässt sich weiter spezifizieren. Die materiellen Maßnahmen erstreben eine Beeinflussung der Abschlussdaten, besonders das ausgewiesene Jahresergebnis steht hier im Focus. Den Rahmen bilden hier Ausweis- und Bewertungswahlrechte. Sie ergeben sich aus expliziten und faktischen Wahlrechten sowie Ermessensspielräumen.[11] Die formellen Maßnahmen hingegen haben keine Wirkung auf die Höhe des Jahresergebnisses oder auf die Bilanzsumme. Sie werden auch durch Wahlrechte möglich, die den Ausweis, die Erläuterung und die Gliederung betreffen.[12] Abbildung 1 veranschaulicht schematisch das Konzept bilanzpolitischer Instrumente.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Instrumente der Bilanzpolitik

Quelle: Küting, Weber, 2006, S. 38.

3. Konzept der latenten Steuerabgrenzung

3.1 Ursache und Zweck der Bilanzierung latenter Steuern

Die Ursache latenter Steuern entspringt aus unterschiedlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Handelsrechts und Steuerrechts. In Folge dessen, erfahren die Vermögenswerte sowie Schulden unterschiedliche Wertansätze in der Handels- und Steuerbilanz. Weiterhin kommt es zu Abweichungen zwischen Handelsbilanzgewinn und Steuerbilanzgewinn.[13] Der Steueraufwand in der Handelsbilanz resultiert aus dem steuerlichen Ergebnis und bewirkt somit, dass dieser in keinem erklärbaren Zusammenhang mit dem handelsrechtlichen Ergebnis steht.[14] Die bilanzierten latenten Steuern sollen nun eine Kongruenz zwischen dem ausgewiesenen Ergebnis in der Handelsbilanz sowie dem dort ausgewiesenen Steueraufwand herstellen. Dies gelingt jedoch nicht vollkommen, da gewisse Differenzen sich zeitlich nicht wieder ausgleichen und somit keine latente Steuerabgrenzung erfolgt.[15] Für Differenzen, welche sich zeitlich wieder ausgleichen, wird somit eine latente Steuerposition bilanziert. Diese gleicht den zeitlich versetzten Steueraufwendungsunterschied aus.

[...]


[1] Vgl. Küting, Weber, 2006, S. 31.

[2] Vgl. Hilke, 2000, S. 11.

[3] Vgl. Baus, 1999, S. 16.

[4] Vgl. Wöhe, 1997, S. 54. Küting, Weber, 2006, S. 33;

[5] Vgl. Küting, Weber, 2006, S. 34.

[6] Vgl. Wöhe, 1997, S. 55.

[7] Vgl. Baus, 1999, S. 30.

[8] Vgl. Nobach, 2006, S. 231

[9] Vgl. Wohlgemuth, 2007, S. 64

[10] Vgl. Nobach, 2006, S. 335.

[11] Vgl. Küting, Weber, 2006, S. 37.

[12] Vgl. Wohlgemuth, 2007, S. 67.

[13] Vgl. Eitzen, Dahlke, 2008, S. 14

[14] Vgl. Coenenberg, 2005, S. 431

[15] Vgl. Küting, Weber, 2006, S. 89

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Vergleich der bilanzpolitischen Möglichkeiten zwischen IFRS und HGB (BilMoG) bezüglich latenter Steuern
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V150899
ISBN (eBook)
9783640626540
ISBN (Buch)
9783640626984
Dateigröße
673 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilanzpolitik, Latente Seuern, Bilmog, ifrs
Arbeit zitieren
Andreas Althammer (Autor), 2009, Vergleich der bilanzpolitischen Möglichkeiten zwischen IFRS und HGB (BilMoG) bezüglich latenter Steuern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150899

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