Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 2

International Accounting Standards


Seminararbeit, 2010

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Grundlagen
2.1 IAS 2
2.2 Definition Vorräte

3 Zugangsbewertung
3.1 Anschaffungskosten
3.2 Herstellungskosten

4 Vereinfachte Verfahren zur Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
4.1 Standardkostenmethode
4.2 Retrograde Methode

5 Folgebewertung
5.1 Nettoveräußerungswert
5.2 Bewertungsvereinfachungsverfahren
5.2.1 Einzelbewertungsgrundsatz
5.2.2 First-in-First-out-Verfahren
5.2.3 Durchschnittswertverfahren
5.2.3.1 Gewogener Durchschnitt
5.2.3.2 Gleitender Durchschnitt

6 Vergleich zum HGB
6.1 Anschaffungskosten
6.2 Herstellungskosten
6.3 Bewertungsvereinfachungsverfahren

7 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Umfang der Herstellungskosten nach IAS und HGB 11

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 2.

Bezüglich der bilanziellen Berücksichtigung von Vorräten hat ein Unternehmen hauptsächlich drei Probleme zu beachten. Die Probleme der Vorratsbewertung liegen nicht nur in der Ermittlung der Anschaffungskosten von Rohstoffen oder Waren, die von Dritten bezogen wurden, sondern auch in der komplexen Ermittlung der Herstellungskosten von selbst erstellten fertigen und unfertigen Erzeugnissen. Weiterhin muss das Vorratsvermögen an jedem Bilanzstichtag auf seine Werthaltigkeit überprüft werden.[1]

Nach einer kurzen Begriffsdefinition von IAS 2 und Vorräten in Kapitel 2 wird in Kapitel 3 detailliert auf die Zugangsbewertung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten eingegangen. Aus Wirtschaftlichkeits- und Vereinfachungsgründen kann bei der Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungskosten die in Kapitel 4 dargestellte Standardkostenmethode oder die retrograde Methode angewandt werden. Voraussetzung ist, dass die Ergebnisse annähernd den tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten entsprechen.

Die Prüfung des Vorratsvermögens auf seine Werthaltigkeit wird in Kapitel 5 dargestellt, ebenso wie die Anwendung der Bewertungsvereinfachungsverfahren. Ein Vergleich zwischen den Regelungen des IAS mit denen des HGB erfolgt in Kapitel 6.

Den Abschluss der Arbeit bildet die Zusammenfassung in Kapitel 7.

2 Grundlagen

2.1 IAS 2

Die Zielsetzung von IAS 2 ist die Regelung der Bilanzierung von Vorräten. Die Höhe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die als Vermögenswert anzusetzen und fortzuschreiben sind bis die entsprechenden Erlöse erfasst werden, ist dabei die primäre Fragestellung. IAS 2 gibt dabei Bewertungsregeln zur Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und der späteren Erfassung als Aufwand einschließlich eventueller Abwertungen auf den Nettoveräußerungswert.

Dieser Standard beinhaltet außerdem Bewertungsregeln nach welchen Verfahren die Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Vorräten zugeordnet werden können.[2]

2.2 Definition Vorräte

„Vorräte sind Vermögenswerte, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden; die sich in der Herstellung für einen solchen Verkauf befinden; oder die als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe dazu bestimmt sind, bei der Herstellung oder der Erbringung von Dienstleistungen verbraucht zu werden“.[3]

Diese Definition nach IAS 2 stimmt mit der Regelung nach dem HGB grundsätzlich überein[4], gilt jedoch nicht für unfertige Erzeugnisse im Rahmen von Fertigungsaufträgen einschließlich damit zusammenhängender Dienstleistungsverträge, Finanzinstrumente und biologische Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt der Ernte im Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Tätigkeit und Produktion stehen. Sonderregelungen gelten für Vorräte von Erzeugern land- und forstwirtschaftlicher Produkte sowie für Warenhändler.[5]

3 Zugangsbewertung

3.1 Anschaffungskosten

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Dabei gilt generell der Einzelbewertungsgrundsatz, wonach jeder Vermögenswert einzeln zu bewerten ist. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis zuzüglich Anschaffungsneben- und sonstiger Kosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen zusammen.

Der Anschaffungspreis beinhaltet den Nettokaufpreis, sofern der Erwerber vorsteuerabzugsberechtigt ist. Alle anderen Bestandteile der Anschaffungskosten werden ebenfalls ohne Umsatzsteuer berücksichtigt.[6] Zu den Anschaffungsnebenkosten gehören Einfuhrzölle, nicht erstattungsfähige Steuern sowie alle direkt zurechenbaren Kosten die anfallen, um einen Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Ein Beispiel für direkt zurechenbare Kosten sind Transport- und Montagekosten. Als sonstige Kosten können beispielsweise Gemeinkosten der internen Spedition angesetzt werden[7], sofern diese den Vorräten unmittelbar zugeordnet werden können.[8] Fremdkapitalkosten dürfen seit 2009 unter der Prämisse des direkten Zusammenhangs mit dem Erwerb, der Entstehung eines zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens für das Unternehmen sowie der zuverlässigen Ermittelbarkeit beachtet werden.[9] Als Anschaffungspreisminderungen können Nachlässe wie Skonti, Rabatte und Boni in Abzug gebracht werden.[10]

Von der Aktivierung ausgeschlossen und demnach in der Periode ihres Anfalls als Aufwand zu erfassen sind beispielsweise nicht produktionsbezogene Lager- und Verwaltungs- oder Vertriebskosten. Gestundete Zahlungsbedingungen ziehen ebenfalls keine Aktivierung nach sich.[11]

3.2 Herstellungskosten

Herstellungskosten sind immer dann für die Bewertung von den Vermögensgegenständen in Ansatz zu bringen, wenn diese von einem Unternehmen selbst hergestellt wurden.[12] Bestandteil der Herstellungskosten, welche auf Vollkostenbasis ermittelt werden müssen[13], sind neben den Einzelkosten sämtliche produktionsbezogenen Gemeinkosten[14] und bestimmte sonstige Kosten[15]. Zu den aktivierungspflichtigen Einzelkosten zählen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten die Sondereinzelkosten der Fertigung.[16]

Die Materialeinzelkosten umfassen die Anzahlungen für Rohstoffe sowie Halb- und Fertigfabrikate. Zu den Fertigungseinzelkosten gehören z. B. Produktions- und Verarbeitungslöhne, Zuschläge für Überstunden und Feiertage sowie Akkordlöhne. Des Weiteren zählen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und bei geringfügig Beschäftigten die vom Unternehmen übernommene Lohn- und Kirchensteuer zu den Fertigungseinzelkosten. Sondereinzelkosten der Fertigung sind Kosten für spezielle Vorleistungen, wie beispielsweise Entwürfe, Schablonen oder Spezialwerkzeuge. Die Sondereinzelkosten des Vertriebs dürfen hingegen nicht aktiviert werden (siehe IAS 2.16 d).[17]

Die produktionsbezogenen Gemeinkosten lassen sich in fixe und variable Bestandteile aufteilen. Fixe Produktionsgemeinkosten sind unabhängig vom Volumen konstant anfallende nicht direkt zurechenbare Kosten der Produktion. Beispielhaft hierfür sind Abschreibungen und Instandhaltungskosten von Betriebsgebäuden sowie allgemeine Verwaltungskosten.[18] Grundlage für die Zurechnung fixer Produktionsgemeinkosten ist die normale Kapazität der Produktionsanlagen. Darunter versteht man das im Durchschnitt und unter normalen Umständen zu erwartende Produktionsvolumen.[19] Variable Produktionsgemeinkosten sind nicht direkt zurechenbare Kosten, welche mit dem Produktionsvolumen variieren und daher auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs zugerechnet werden.[20]

[...]


[1] Vgl. Pellens/ Fülbier/ Gassen/ Sellhorn (2008), S. 364.

[2] Vgl. o.V. (2006), S. 451.

[3] Wagenhofer (2005), S. 250.

[4] Vgl. Wüstemann (2004), S. 170.

[5] Vgl. Wagenhofer (2005) S. 251.

[6] Vgl. Pellens/ Fülbier/ Gassen/ Sellhorn (2008), S. 366 ff.

[7] Vgl. ebenda.

[8] Vgl. Bieg/ Hossfeld/ Kußmaul/ Waschbusch (2006), S.188.

[9] Vgl. Pellens/ Fülbier/ Gassen/ Sellhorn (2008), S. 367 f.

[10] Vgl. Bieg/ Hossfeld/ Kußmaul/ Waschbusch (2006), S.188.

[11] Vgl. Pellens/ Fülbier/ Gassen/ Sellhorn (2008), S. 368.

[12] Vgl. Streich (2001) S. 38.

[13] Vgl. Selchert/ Erhardt (1998), S. 120.

[14] Vgl. Bieg/ Hossfeld/ Kußmaul/ Waschbusch (2006), S.190.

[15] Vgl. Pellens/ Fülbier/ Gassen/ Sellhorn (2008), S. 370.

[16] Vgl. Wüstemann (2004), S. 194.

[17] Vgl. Pellens/ Fülbier/ Gassen/ Sellhorn (2008), S. 370 f.

[18] Vgl. ebenda.

[19] Vgl. o.V. (2006), S. 455.

[20] Vgl. o.V. (1998) S. 98.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 2
Untertitel
International Accounting Standards
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V150972
ISBN (eBook)
9783640626557
ISBN (Buch)
9783640626267
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Beurteilung, Anwendung, International, Accounting, Standards
Arbeit zitieren
Verena Czerwinski (Autor), 2010, Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 2, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150972

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