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Der Aufstand der Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord?

Titel: Der Aufstand der Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2024 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Paul Killat (Autor:in)

Geschichte Europas - Kolonialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Stellte die Niederschlagung des Aufstands der Herero und Nama durch die deutsche Kolonialmacht einen Völkermord dar oder nicht?

Hierzu soll zunächst der historische Hintergrund von Deutsch-Südwestafrika um 1900 erläutert werden, um ein grundlegendes Verständnis für die darauffolgenden Entwicklungen zu schaffen. Dabei soll sowohl auf den deutschen Kolonialismus und das Deutsche Kaiserreich im Allgemeinen eingegangen werden als auch auf spezifischere Themen wie die Situation der Kolonie unmittelbar vor den Aufständen. Im dritten Kapitel soll der Ablauf der Aufstände und deren Niederschlagung rekonstruiert werden, um die Geschehnisse später im Hinblick auf die Frage des Völkermords analysieren zu können. Sowohl der Herero-Aufstand und die Schlacht am Waterberg von 1904 als auch der Nama-Aufstand zwischen 1904 und 1908 und die Nachwirkungen ihrer Niederlage beispielsweise in Form der Inhaftierung in Konzentrationslagern soll dabei Erwähnung finden. Im vierten Kapitel soll es dann verstärkt um die Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit und damit um die Analyse der Völkermordsfrage gehen. Hierzu sollen verschiedenste Verträge und Abkommen aus der fraglichen Zeit und die UN-Konvention von 1948 betrachtet werden. Im darauffolgenden Kapitel sollen sowohl die zeitgenössischen Reaktionen aus dem Deutschen Kaiserreich als auch die Reaktionen und Entwicklungen aus der heutigen Bundesrepublik untersucht werden, um sowohl einen historischen als auch politisch-aktuellen thematischen Bezug zu gewährleisten. Abschließend sollen die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst, die Forschungsfrage beantwortet und ein Ausblick gegeben werden.
Die Quellen, die in dieser Arbeit verwendet werden sollen, sind zum einen die bereits erwähnten Verträge und Abkommen, zum anderen aber auch zeitgenössische Berichte, Briefe und Tagebücher beispielsweise von Maximilian Bayer, Georg Hillebrecht, Johannes Spiecker, Gustav Hellmann, Ludwig von Estorff und Paul Leutwein sowie literarische Darstellungen wie beispielsweise von Gustav Frenssen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Hintergrund: Deutsch-Südwestafrika um 1900

3 Ablauf des Aufstands

3.1 Herero-Aufstand 1904

3.2 Nama-Aufstand 1904-1908

3.3 Nachwirkungen

4 Der erste deutsche Völkermord?

5 Reaktionen aus Deutschland

5.1 Deutsches Reich

5.2 Bundesrepublik Deutschland

6 Fazit

7 Quellen und Literaturverzeichnis

7.1 Quellenverzeichnis

7.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Ereignisse während der Aufstände der Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika zwischen 1904 und 1908. Ziel ist es, die Niederschlagung dieser Aufstände unter Berücksichtigung der Völkermord-Definition von 1948 sowie zeitgenössischer rechtlicher Rahmenbedingungen kritisch zu analysieren und die moralische sowie politisch-historische Bewertung der deutschen Kolonialvergangenheit einzuordnen.

  • Historische Grundlagen des deutschen Kolonialismus in Südwestafrika.
  • Rekonstruktion der Aufstände der Herero und Nama und deren gewaltsame Niederschlagung.
  • Analyse der Völkermord-Problematik unter Berücksichtigung des internationalen Rechts.
  • Untersuchung zeitgenössischer gesellschaftlicher und politischer Reaktionen im Deutschen Kaiserreich.
  • Auswertung der Aufarbeitung in der heutigen Bundesrepublik Deutschland.

Auszug aus dem Buch

3.1 Herero-Aufstand 1904

Der Aufstand begann, indem die Herero am 12. Januar 1904 deutsche Farmen und kleinere Niederlassungen überfielen und ca. 123 deutsche Siedler, Händler und nicht bestrafte Mörder und Vergewaltiger töteten. Gustav Frenssen schreibt hierzu beispielsweise: „In Südwestafrika haben die Schwarzen feige und hinterrücks alle Farmer ermordet, samt Frauen und Kindern.“ Die überfallenen Gebäude wurden geplündert oder zerstört, um die Lebensgrundlage der Siedler zu vernichten. Ob dies eine eher spontane Aktion darstellte oder seit langem geplant war, bleibt in der Forschung umstritten. Aktueller Anlass schien der Umstand gewesen zu sein, dass ein Großteil der deutschen Schutztruppen den Norden kurzzeitig verlassen hatte, um im Süden den Volksstamm der Bondelzwart zu unterwerfen.

Ludwig von Estorff bestätigt dies: „Sie hatten die Abwesenheit der Schutztruppe im Süden benutzt […].“ Samuel Maharero führte den Aufstand an und machte dabei von Anfang an klar, dass sich der Aufstand keinesfalls gegen alle Weißen im generellen richtete, sondern im spezifischen gegen die deutschen Kolonialherren. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass die Herero – entgegen der Darstellung Frenssens – weder Frauen noch Kinder noch Missionare töteten. Dies bestätigt auch Ludwig von Estorff. Als die Deutschen sich vom ersten Schock, der durchaus groß war, erholt hatten, inhaftierten sie viele der Herero, die in ihren Diensten standen und exekutierten viele weitere, selbst wenn diese sich loyal zum Kaiserreich zeigten. Das Bedürfnis nach Rache war äußerst groß.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das dunkle Kapitel des deutschen Kolonialismus ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob die Niederschlagung des Aufstands als Völkermord zu klassifizieren ist.

2 Historischer Hintergrund: Deutsch-Südwestafrika um 1900: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Kolonie, die Rolle von Kaufleuten wie Adolf Lüderitz und die sozioökonomischen Spannungen zwischen den indigenen Stämmen und den deutschen Kolonialherren.

3 Ablauf des Aufstands: Detaillierte Darstellung der gewaltsamen Konflikte, der Inhaftierung in Konzentrationslagern und der totalen Enteignung, die nach dem Scheitern der indigenen Aufstände eintrat.

4 Der erste deutsche Völkermord?: Analyse des Genozid-Begriffs im Kontext der UN-Konvention von 1948 und kritische Prüfung verschiedener völkerrechtlicher Abkommen hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf die damalige Zeit.

5 Reaktionen aus Deutschland: Untersuchung der zeitgenössischen Wahrnehmung im Kaiserreich und der schwierigen Aufarbeitung in der Bundesrepublik bis hin zum Aussöhnungsabkommen von 2021.

6 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, wobei die juristische Komplexität der nachträglichen Bewertung gegen die eindeutige historische und moralische Schuld gegenüber den Herero und Nama abgewogen wird.

7 Quellen und Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Archivquellen, Briefe, Tagebücher sowie der wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Herero, Nama, Deutsch-Südwestafrika, Kolonialgeschichte, Völkermord, Genozid, Lothar von Trotha, Schutztruppe, Konzentrationslager, UN-Konvention, Rechtsgeschichte, Erinnerungskultur, Aufarbeitung, Namibia, Reparationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die Niederschlagung der Aufstände der Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwestafrika zwischen 1904 und 1908 und die Frage der Einordnung dieser Ereignisse als Völkermord sowohl aus historischer als auch rechtlicher Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die koloniale Expansionspolitik, die Eskalation militärischer Gewalt, die völkerrechtliche Debatte über die Definition von Genozid sowie die politische Erinnerungskultur in Deutschland.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die Niederschlagung der indigenen Aufstände als Völkermord zu werten ist und inwieweit daraus rechtliche Ansprüche gegen die heutige Bundesrepublik abgeleitet werden können.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Quellen- und Literaturanalyse, die zeitgenössische Protokolle, Briefe und Berichte einbezieht sowie den aktuellen Forschungsdiskurs kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext, der detaillierte Verlauf der Aufstände unter den Generälen Leutwein und von Trotha sowie die rechtliche Prüfung einzelner Abkommen und Verträge analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Herero, Nama, Völkermord, Kolonialismus, Konzentrationslager und Erinnerungsaufarbeitung geprägt.

Inwiefern hat der General von Trotha das Schicksal der Herero beeinflusst?

Von Trotha, der auf den Gouverneur Leutwein folgte, vertrat eine extrem aggressive Vernichtungspolitik, die durch seinen Vernichtungsbefehl und das Treiben der Herero in die Wüste maßgeblich zur tödlichen Eskalation beitrug.

Warum ist die juristische Einordnung als Völkermord so schwierig?

Die Schwierigkeit ergibt sich primär aus dem Prinzip der Intertemporalität, da die geltende UN-Völkermordkonvention von 1948 nicht rückwirkend auf die Ereignisse der Jahre 1904-1908 angewendet werden kann.

Welche Rolle spielten die Konzentrationslager in dieser Geschichte?

Die Konzentrationslager dienen als eines der zentralen Argumente für die Einstufung als Völkermord, da dort bewusst Lebensbedingungen geschaffen wurden, die zu Hunger, Krankheit und dem massenhaften Tod der internierten Herero und Nama führten.

Wie bewertet der Autor die aktuelle politische Aufarbeitung?

Der Autor stellt fest, dass die BRD zwar 2015 offiziell den „Völkermord“ anerkannt hat, das Aussöhnungsabkommen jedoch aufgrund der Vermeidung des Begriffs „Reparationszahlungen“ in Namibia teilweise auf Kritik stößt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Aufstand der Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord?
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut - Abteilung für Neuere Geschichte)
Veranstaltung
Deutsche Kolonialgeschichte in Geschichtsschreibung und Literatur
Note
1,0
Autor
Paul Killat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
31
Katalognummer
V1509829
ISBN (PDF)
9783389078006
ISBN (Buch)
9783389078013
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herero Nama Völkermord Aufstand Kolonialismus Deutsch-Südwestafrika Afrika Deutsch-Südwest Lüderitz 1904 1908 Omaheke Lothar von Trotha Waterberg Schutztruppe Jürgen Zimmerer Genozid Kaiserreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Killat (Autor:in), 2024, Der Aufstand der Herero und Nama. Der erste deutsche Völkermord?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1509829
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Leseprobe aus  31  Seiten
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