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Politische Einflüsse auf die Entwicklung der DDR-Geschichtswissenschaft

Gab es eine Kulturgeschichtsschreibung in der DDR?

Title: Politische Einflüsse auf die Entwicklung der DDR-Geschichtswissenschaft

Term Paper , 2006 , 48 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katja Wesolowski (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet das Seminar: „Kulturgeschichte in Deutschland: Von J. Burckhardt bis E. Friedell (1860 – 1933)“, dessen Schwerpunktthema die Entwicklung der Kulturgeschichtsschreibung in Deutschland bis zur Gründung des Dritten Reiches war.[...]
Auffallend ist, dass Betrachtungen zur Kulturgeschichte und -schreibung Deutschlands sich im Allgemeinen heutzutage auf das Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland beschränken. Bedeutsam ist jedoch, dass sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwei deutsche Staaten mit gegensätzlichen politischen Gesellschaftssystemen entwickelten.
Ein geschichtlich gemeinsam entwickeltes Kulturgebiet war nun geteilt. Zwei Staaten, zwei Geschichtswissenschaften, die nun um Anspruch miteinander konkurrieren, jeweils die vernünftige Konsequenz aus der deutschen Geschichte zu ziehen und ausgehend von dem daraus resultierenden Legitimationsanspruch der BRD und der DDR die jeweilige Auffassung ent-spricht, die jeweils richtige Interpretation der deutschen Geschichte vorzunehmen und anzubieten. Die problembeladene „deutsch-deutsche“ Beziehung wurde ebenso auf der Ebene der beiden sich selbständig voneinander entwickelnden deutschen Geschichtswissenschaften widergespiegelt.
Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 hat sich damit einhergehend die „westdeutsche“ Geschichtsforschung durchgesetzt. Der „Historikerstreit“ war entschieden. Die DDR-Geschichtswissenschaft wegen ihrer Methoden und Ergebnissen kritisiert, was zur Folge hat, dass sie hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse nunmehr unberücksichtigt gelassen werden musste.
45 Jahre DDR-Geschichtsforschung sind größtenteils für die neueren Forschungen unbrauchbar geworden. Und dennoch wird das Thema „DDR-Geschichtswissenschaft“ in jüngster Zeit wieder thematisiert und tritt ins Rampenlicht geschichtswissen-schaftlicher Forschungen. So bildet sie auch die Grundlage für den Schwerpunkt dieser Arbeit, in der die Existenz einer DDR-Kulturgeschichtsschreibung untersucht werden soll, da sie bekanntlich die wissenschaftliche Grundlage jeglicher Geschichts-schreibung bildet und damit auch verantwortlich für Themenschwerpunkte – also beispielsweise kulturgeschichtlicher Forschungen - ist.
Interessant ist in erster Linie für diese Arbeit ist, in wie weit es eine Kulturgeschichtsschreibung in der DDR gab. Welche Tendenzen sich in der DDR-Geschichtswissenschaft ausbildeten und welche politischen Einflüsse diese Tendenzen gelenkt haben.

Excerpt


I. Einleitung

II. Die Geschichte der DDR Geschichtswissenschaft

II.1. Auswirkung der DDR-Politik auf die Geschichtswissenschaft – Die marxistisch-leninistische Geschichtsschreibung bis zu den 70er Jahre

II.1.1. 1945 – 1948: Entwicklung des fortschrittlichen Humanismus

II.1.2. 1948 – 1952: Der „Sturm auf die Festung Wissenschaft“

II.1.3. 1952 - 1956: Die Wendung zum „Nationalen“

II.1.4. 1956 – 1961: Die Erziehung zum sozialistischen Patriotismus

II.1.5. 1961 – 1966: Umfassender Aufbau des Sozialismus

II.1.6. 1967 - 1971: Das „entwickelte gesellschaftliche System des Sozialismus“ (ESS) und die Bedeutung des Geschichtsbewusstseins

II.1.7. Ab 1971: „Revolutionärer Weltprozess“, Internationalismus, Integration in das sozialistische Staatsgefüge

II.2 Zusammenfassung

II.3. Die DDR-Geschichtswissenschaft vom Ende der 70er Jahre bis 1989/90

II.4. Zusammenfassung

III. Aufgabe und Funktion der marxistisch-leninistischen DDR-Geschichtswissenschaft

III.1. Aufgaben der DDR-Geschichtswissenschaft

III.2. Funktionen der DDR-Geschichtswissenschaft

IV. Herausbildung von Forschungsschwerpunkten in der DDR-Geschichtswissenschaft

IV.1. Inhaltliche Schwerpunkte im Geschichtsbild der DDR-Geschichtswissenschaft bis zum Beginn der 70er Jahre

IV.2. Periodisierung der Geschichte des 19. Jahrhunderts in der DDR-Geschichtswissenschaft seit Ende der 70er Jahre

IV.3. Tendenzen und Probleme der Forschung unter thematischem Aspekt

IV.3.1. Deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts im Überblick

IV.3.2. Parteiengeschichte und Geschichte der Arbeiterbewegung

IV.3.3. Agrargeschichte

IV.3.4. Regionalgeschichte

IV.3.5. Wirtschafts- und Sozialgeschichte

V. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der DDR-Geschichtswissenschaft zwischen 1949 und 1989, insbesondere unter dem Aspekt, ob und inwieweit sich eine eigenständige Kulturgeschichtsschreibung in der DDR ausbilden konnte. Dabei wird analysiert, wie politische Einflussnahme und die ideologischen Vorgaben der SED die Forschungsthemen, Methoden und den institutionellen Rahmen der Geschichtswissenschaft prägten.

  • Historische Entwicklung der DDR-Geschichtswissenschaft in verschiedenen Phasen seit 1945.
  • Die Rolle der marxistisch-leninistischen Ideologie als Grundlage für Geschichtsbild und -forschung.
  • Einfluss der SED auf die Ausrichtung von Forschungsschwerpunkten und deren Instrumentalisierung.
  • Untersuchung von Teildisziplinen wie Regionalgeschichte, Agrargeschichte sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
  • Problematik der Abgrenzung von Kulturgeschichte als eigenständiges Forschungsfeld innerhalb der parteilichen Historiographie.

Auszug aus dem Buch

II.1.2. 1948 – 1952: Der „Sturm auf die Festung Wissenschaft“

Die mit dem Einigungsparteitag bereits 1946 gegründete SED begann nun in Anlehnung an das sowjetische Vorbild KPdSU ihren Anspruch auf die ausschließliche Führungsrolle, verbunden mit dem Monopolanspruch der marxistisch-leninistischen Ideologie in Staat und Gesellschaft durchzusetzen. Damit einhergehend erfolgte auch die Zentralisierung jeglicher Planung, Leitung und Lenkung aller gesellschaftlichen Teilbereiche, somit auch auf dem bildungs- und hochschulpolitischen Sektor. Neben Maßnahmen der marxistisch-leninistischen Schulung wissenschaftlichen Personals im Universitätsbetrieb, erfolgte auch eine Änderung der Zulassungsbestimmungen für den Erhalt eines Studienplatzes. So wurden Studenten bürgerlicher Herkunft bzw. jene, die einer Familie mit Hochschulabschluss entstammten, gegenüber „Arbeiter- und Bauernstudenten“ in hohem Maße benachteiligt.

Die letzte hochschulische Autonomie ging schließlich mit den auf der 1. Parteikonferenz am 23. Mai 1949 gefassten Entschlüssen, zusammengefasst in „Vorläufige Arbeitsordnung der Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands“ verloren. Diese von der SED vorangetriebenen hochschulpolitischen Maßnahmen wirkten zweifellos ebenso auf die Geschichtswissenschaft zurück.

Mit der fortlaufenden Abwanderung von Historikern ging die gleichzeitige Eingliederung marxistisch-leninistischer Kräfte im Bereich Geschichtswissenschaft einher. Zu nennen wären dabei: Alfred Meusel, Hermann Duncker und Leo Stern.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Kulturgeschichte und skizziert die wissenschaftliche Ausgangslage sowie die Forschungsfrage bezüglich der Existenz einer DDR-spezifischen Kulturgeschichtsschreibung.

II. Die Geschichte der DDR Geschichtswissenschaft: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten chronologischen Überblick über die verschiedenen Phasen der Geschichtswissenschaft in der DDR, geprägt durch die ideologischen Vorgaben der SED.

III. Aufgabe und Funktion der marxistisch-leninistischen DDR-Geschichtswissenschaft: Hier werden die politisch-strategischen und bewusstseinsbildenden Funktionen der Disziplin analysiert, die als Instrument zur Legitimation des sozialistischen Staates diente.

IV. Herausbildung von Forschungsschwerpunkten in der DDR-Geschichtswissenschaft: Das Kapitel untersucht die Entwicklung spezifischer Forschungsfelder wie der Regional-, Agrar- sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte und deren Verhältnis zum parteilichen Geschichtsbild.

V. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die DDR-Geschichtswissenschaft trotz Ausdifferenzierung stark an die Ideologie gebunden blieb, was eine freie Entfaltung der Kulturgeschichte verhinderte.

Schlüsselwörter

DDR-Geschichtswissenschaft, SED, Marxismus-Leninismus, Geschichtsbild, Kulturgeschichte, Historischer Materialismus, Sozialgeschichte, Agrargeschichte, Regionalgeschichte, Parteigeschichte, Arbeiterbewegung, Erbe und Tradition, DDR-Legitimation, Geschichtsbewusstsein, DDR-Historiographie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Geschichtswissenschaft in der DDR zwischen 1949 und 1989 und untersucht, inwieweit sich eine spezifische Kulturgeschichtsschreibung im Rahmen der marxistisch-leninistischen Historiographie entwickeln konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Phasen der DDR-Geschichtswissenschaft, die politische Einflussnahme der SED, die Entwicklung von Forschungsschwerpunkten sowie die Rolle der Sozial-, Regional- und Agrargeschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Existenz einer DDR-Kulturgeschichtsschreibung unter Berücksichtigung der starken ideologischen Bindung der Historiker an die SED und den Marxismus-Leninismus.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die Forschungsberichte, zeitgenössische Publikationen und den wissenschaftlichen Diskurs der DDR auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Entwicklungsphasen der DDR-Geschichtswissenschaft, die Erläuterung ihrer Aufgaben und Funktionen sowie eine detaillierte Analyse einzelner Forschungsbereiche wie der Agrar- und Regionalgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind DDR-Geschichtswissenschaft, Marxismus-Leninismus, Kulturgeschichte, SED-Einfluss, Geschichtsbewusstsein und historische Legitimation.

Welche Rolle spielte der Marxismus-Leninismus konkret für die Geschichtswissenschaft?

Der Marxismus-Leninismus bildete das unumstößliche ideologische Fundament, das Forschungsziele vorgab und die DDR-Geschichtsschreibung als bewusstseinserzeugende Disziplin zur Legitimation des Staates instrumentalisierte.

Gab es in der DDR eine eigenständige Kulturgeschichtsschreibung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es zwar Ansätze gab (z.B. in der Volkskunde oder Regionalgeschichte), diese aber stark durch politische Legitimationszwänge begrenzt und in die marxistisch-leninistische Gesamtideologie eingebettet waren.

Warum wird die „Erbe und Tradition“-Debatte in der Arbeit so hervorgehoben?

Diese Debatte markiert einen wichtigen Wendepunkt in den 80er Jahren, da sie zu einer theoretischen Differenzierung und einer gewissen Erweiterung der Forschungsfreiräume führte, um eine stärkere Identifikation der DDR-Bürger mit ihrem Staat zu erreichen.

Wie wirkte sich die politische Führung auf die Forschung aus?

Die Parteiführung gab den Rahmen vor, kontrollierte die Forschungspläne und beeinflusste personelle Besetzungen. Dies führte oft zu einer "Gratwanderung" der Historiker zwischen politischer Konformität und dem Bemühen um wissenschaftliche Standards.

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Details

Title
Politische Einflüsse auf die Entwicklung der DDR-Geschichtswissenschaft
Subtitle
Gab es eine Kulturgeschichtsschreibung in der DDR?
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Kulturwissenschaft)
Course
Seminar: Kulturgeschichte in Deutschland: Von J. Burckhardt bis E. Friedell (1860 – 1933)
Grade
2,0
Author
Katja Wesolowski (Author)
Publication Year
2006
Pages
48
Catalog Number
V150995
ISBN (eBook)
9783640623518
ISBN (Book)
9783640623570
Language
German
Tags
Kulturgeschichte DDR-Geschichtswissenschaft DDR Geschichte politische Einflüsse Geschichtswissenschaft Kulturwissenschaft DDR-Geschichtsforschung marxistisch-leninistisch Geschichtsbild Kocka Jacobeit deutsche Kulturgeschichte Burckhardt Friedell Marx Lenin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Wesolowski (Author), 2006, Politische Einflüsse auf die Entwicklung der DDR-Geschichtswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150995
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