Die rhetorische Frage als indirekte Behauptung in der Bildzeitung

Eine sprechakttheoretische Untersuchung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

38 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Sprechakt des Behauptens
1.1. Eine Klassifizierung nach Searle
1.2. Die Handlungsbedingungen des Behauptens
1.3. Das kommunikative Ziel (der illokutionäre Zweck) beim Behaupten
1.4. Die für eine Behauptung verwendeten sprachlichen Mittel

2. Die rhetorische Frage
2.1. Zur Fragehandlung
2.2. Indirekte Sprechakte
2.3. Syntax und Semantik der rhetorischen Frage
2.3.1. Interrogativsatztypen rhetorischer Fragen
2.3.2. Das Negationselement in der rhetorischen Frage
2.3.3. Der Konjunktiv II (+ nicht)
2.3.4. Modalpartikeln
2.4. Modell: Mögliche Realisierungsformen der rhetorischen Frage

3. Die rhetorische Frage in der Bildzeitung
3.1. Perlokutionäre Effekte der rhetorischen Frage
3.2. Vorteile der Indirektheit
3.3. Stimulusfragen
3.4. Eine Schlagzeilen-Analyse
3.4. Ergebnis

Einleitung

(1) Streit um geheime Spar-Liste: Lügt Eichel?1

Schlagzeilen wie diese sind fast täglich in der Bildzeitung zu finden. Eine Frage ist formuliert. Aber verlangt sie nach einer Beantwortung? Ist hier nach Information gefragt oder soll informiert werden? Der Verfasser der Frage richtet sie an die Leser der Zeitung, aber wollten diese antworten, so müssten sie Briefe, E-Mails oder Anrufe an die Redaktion richten. Dass eine Antwort auf solch eine Überschrift nicht erbeten wird, ist für uns selbstverständlich. Zu klären ist nur, wie eine solche Äußerung zu interpretieren ist.

Die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen sprachlicher Struktur einer Äußerung und der damit intendierten Handlung ist wesentliche Aufgabe der pragmatischen Linguistik. Sie ist es, die folgende Frage einen Satz stellt: Welcher Sprechakt liegt vor?2,.

Durch die Analyse von Syntax und Semantik einer solchen schriftlichen Äußerung kriegen wir Aufschluss über den vollzogenen Sprechakt. Wir nähern uns so der Frage an, die sich bei (1) aufdrängt: Was bezweckt der Sprecher, der die sprachliche Form des Interrogativsatzes wählt, wenn es nicht die Aufforderung zur Antwort ist? Es gilt herauszuarbeiten, welche Wirkungen bzw. Einstellungen beim Hörer (Leser) erwirkt werden sollen.

Doch allein durch die Analyse der verwendeten sprachlichen Formen einer Äußerung ist eine eindeutige Interpretation hinsichtlich der intendierten Handlung oft nicht möglich. Die begleitenden Umstände bzw. die jeweiligen Handlungsbedingungen, unter denen sprachliche Äußerungen realisiert werden, geben genaueren Aufschluss hierüber. Letztere beinhalten die Beziehung zwischen Sprecher und Hörer sowie Vorraussetzungen, die bezüglich ihrer Annahmen oder Absichten erfüllt sein müssen.

Die vorliegende Arbeit möchte das Phänomen der indirekten Behauptung durch die Form der rhetorischen Frage näher beleuchten. Sie gliedert sich in drei Kapitel. In einem ersten Schritt soll der Sprechakt der Behauptung vollständig beschrieben werden: Nach einer Klassifizierung und Einordnung des Sprechaktes, welche sich in erster Linie an Searle orientiert, soll die Behauptung hinsichtlich der drei Merkmale der Handlungsbedingungen, dem vom Sprecher verfolgten Ziel und den dazu verwendeten sprachlichen Mitteln charakterisiert werden. Es wird sich dabei zeigen, dass die rhetorische Frage eine der möglichen sprachlichen Formen zur Realisierung einer Behauptung darstellt.

Die Untersuchung der rhetorischen Frage hinsichtlich ihrer Pragmatik, ihrer syntaktischen und semantischen Eigenschaften und konkreter Äußerungsbeispiele soll Thema des zweiten Kapitels sein.

Abschließend soll im dritten Kapitel versucht werden, anhand der gewonnenen Ergebnisse die Methodik der Bildzeitung mit ihren Beweggründen und Zielen nachzuvollziehen.

1. Der Sprechakt des Behauptens

1.1. Eine Klassifizierung nach Searle

Der Vollzug von Sprechakten durch mündliche oder schriftliche Äußerungen dient der Befriedigung kommunikativer Bedürfnisse. Die vielen verschiedenen möglichen Sprechakte ergeben sich jeweils aus ganz verschiedenen Bedürfnissen, Situationen und Absichten. Searle klassifiziert 1976 sämtliche Sprechakte in seiner Taxonomie. Er unterscheidet insgesamt fünf Großgruppen und zwar: Repräsentativa, Direktiva, Kommissiva, Expressiva und

Deklarationen. Zu dieser Einteilung gelangt er, indem er die drei folgenden Unterscheidungskriterien heranzieht:

- den illokutionären Zweck (illocutionary point) des Sprechakts. Als illokutionären Zweck kann man die kommunikativen und praktischen Absichten bezeichnen, die ein Sprecher mit seiner Äußerung verfolgt. Diesen Aspekt betrachtet Searle als das wichtigste Unterscheidungsmerkmal.
- die psychische Einstellung (psychological state), die der Sprecher mit dem Sprechakt zum Ausdruck bringt. Als psychologische Einstellungen können z.B. Wunsch, Absicht, Glauben, Bedauern, Verärgerung, etc. gelten.
- die Entsprechungsrichtung (direction of fit) zwischen den Worten und den Tatsachen. Dieses Kriterium kann man am besten an Beispielen erklären. Äußert ein Sprecher ein Direktiv oder ein Kommissiv, so sollen sich die Tatsachen so ändern, wie es in der sprachlichen Handlung (in den Worten) angegeben ist; es geht also darum, dass man aufgrund der Äußerung die Welt so verändert, daß sie dem propositionalen Gehalt des Sprechaktes entspricht. Bei den Repräsentativa ist es umgekehrt; hier kommt es darauf an, daß die Äußerung , stimmt’, d.h. dass die Worten den Tatsachen entsprechen.3..

Die Handlung des Behauptens gehört der Klasse der Repräsentativa an. Untersuchen wir also diesen Sprechakt auf diese drei Kriterien Searles: Der illokutionäre Zweck beim Akt des Behauptens besteht darin, sich (in verschiedenen Graden) darauf festzulegen, dass etwas der Fall ist. Dabei findet eine direkte Bindung an die Wahrheit der behaupteten Proposition statt. Die Proposition p muss deshalb nicht tatsächlich wahr sein, sondern kann auch falsch sein. Im letzteren Falle würde man von einer Lüge sprechen. Die psychische Einstellung, die beim Behaupten zum Ausdruck gebracht wird, ist der Glaube, dass p wahr ist. Die Entsprechungsrichtung ist folgende: Die Worte müssen den Tatsachen entsprechen.4.

Searle nimmt später noch eine Präzisierung für die Klasse der Repräsentativa vor. „In der Annahme, daß jeder Sprechakt, soweit er einen propositionalen Gehalt hat, eine Repräsentation (Darstellung) (eines Sachverhalts) ist, ersetzt Searle die obige Bezeichnung [Representatives] später durch „Assertives“.5. Rolf benutzt diese Bezeichnung noch spezieller: Er unterteilt bei seiner Untersuchung der „Typen sprachlicher

Informationshandlungen“ eben diese Handlungen in zwölf Untergruppen, wobei eine davon die Assertionen umfasst.6..

Bei der Untersuchung von Sprechakttypen gilt es, zwischen sprechaktbezeichnenden Verben und Sprechhandlungsmustern zu unterscheiden, denn die Semantik eines Verbs ist nicht immer mit der Systematik der Handlungsbedingungen für Sprechakttypen in Deckung zu bringen.7- Hindelang zeigt dies an folgenden Beispielen:

(1) Ich verspreche dir ein Eis, wenn du jetzt schön brav bist.

(2) Ich verspreche dir eine Tracht Prügel, wenn du jetzt nicht brav bist.

Während in (1) das Verb versprechen gebraucht wird, um ein Versprechen zu geben, wird es in (2) zur Formulierung einer Drohung eingesetzt.8.. Ausschlaggebend bei der Interpretation der vollzogenen Sprechhandlung sind die Handlungsbedingungen. Entscheidende Handlungsbedingung für den kommissiven Sprechhandlungstyp des Versprechens ist, dass „der Adressat des Versprechens die versprochene Handlung wünscht.“9..

Will man also präzise das Sprechhandlungsmuster Behaupten10.. beschreiben und nicht die Bedeutung des sprechhandlungsbeschreibenden Ausdrucks behaupten, muss man von den konkreten Verben lösen und die Regeln formulieren, die für den Vollzug dieses Sprechhandlungsmusters gelten. Rolf spricht von einer „Charakterisierung der entsprechenden Handlungstypen“ im Hinblick auf drei Merkmale:

Die Charakterisierung erfolgt: 1. hinsichtlich der Bedingungen, unter denen sprachliche Informationshandlungen realisiert werden; 2. hinsichtlich des mit einer Handlung dieser Art konventionellerweise verfolgten (Kommunikations-) Ziels; 3. hinsichtlich der zum Vollzug solcher Handlungen verwendeten sprachlichen Mittel, d.h. der Ausdruckstypen11.

Sich auf Searle beziehend nennt Hindelang das, was Rolf als zweites Merkmal beschreibt, den illokutionären Zweck, der mit einer Handlung verfolgt wird. Dieser war oben ja bereits erstes Unterscheidungsmerkmal bei Searles Klassifizierung12

Im Folgenden soll nun die vollständige Charakterisierung des Sprechakts der Behauptung mit den von Rolf aufgezählten Merkmalen versucht werden. Da Hindelang in seiner „Einführung in die Sprechakttheorie“ diese Charakterisierung speziell am Beispiel der Direktiva zeigt, wollen wir uns in erster Linie an den Ergebnissen von Rolf und Meibauer... orientieren, welche konkret das Sprechaktmuster des Behauptens auf seine Regeln hin untersuchen.

1.2. Die Handlungsbedingungen des Behauptens

Rolf unterscheidet zwölf Informationshandlungstypen: den assertiven, transmissiven, konfirmativen, assentiven, konzessiven, disputativen, dissentiven, detraktiven, refutativen, argumentativen, affirmativen und den retraktiven Typ. Handlungssinn und konventionellerweise verfolgtes Handlungsziel sind jeweils innerhalb einer der zwölf Gruppen gleich. Die jeweils subsumierten Handlungstypen einer Gruppe unterscheiden sich nur hinsichtlich ihrer speziellen Handlungsbedingungen..13.,

Zwei der zwölf Informationshandlungstypen erfassen die präsentativen Handlungen, welche nicht in Sequenzabhängigkeit stehen wie die reaktiven oder die re-inititativen, sondern am Anfang eines möglichen Gesprächs stehen: Dies sind die assertiven und die transmissiven Sprechakte. Das Behaupten zählt er zu den assertiven Sprechakten14.. (sowie auch: konstatieren, prognostizieren, prophezeien und konjizieren15). „Als charakteristische Bedingung für eine Realisation des Sprechakts Behaupten“, so Rolf, ist anzuführen: daß es (zumindest den Annahmen des Sprechers Szufolge) möglich ist, daß der Sachverhalt p (der behauptet werden soll) von H für unerwiesen gehalten wird (was nicht heißen soll, daß Hüberhaupt an p „denkt“)...

Er bezieht sich damit auf folgende Zitate von Searle und von Bartsch:

Denn „...wenn die Möglichkeit, daß der betreffende Sachverhalt nicht besteht, nicht einmal zur Debatte steht, oder wenn das Bestehen des Sachverhalts zu den Annahmen des Diskurses gehört, dann ist die Bemerkung, daß er besteht, eben witzlos.“16.-

Beim Behaupten geht man davon aus, daß das, was man behauptet, für den Hörer neu oder zumindest nicht ganz selbstverständlich ist.17..

Durch eine Behauptung stellt der Sprecher S einen Geltungs- bzw. Wahrheitsanspruch für p. S erwägt beim Behaupten laut Searle immer, dass der Hörer H die behauptete Proposition nicht anerkennen bzw. ins Gegenteil verkehren könnte.-18.. Ist dies tatsächlich der Fall, „kann S zu einer Rechtfertigung des von ihm erworbenen Geltungsanspruchs von p aufgefordert werden.“19. Aus dem Wahrheitsanspruch, der beim Behaupten charakteristischerweise erhoben wird, geht für Rolf folgendes hervor: „S will, daß H glaubt, daß die Herleitung von p möglich ist20.. Diese Absicht des Sprechers spricht er speziell den assertiven Informationshandlungen zu. Er weist darauf hin, dass er ,Herleitung’ im „Sinne der von Anderson/Belnap vorgetragenen Auffassung der Entailment-Relation“ verstanden wissen will. Wie ist diese laut Rolf typisch assertive Eigenschaft zu verstehen? Man kann sich vorstellen, was S tun kann, um H die Möglichkeit einer Herleitung von p glauben zu machen: Er könnte Beweise bzw. Gründe aufführen oder mit rhetorischem Geschick vorgehen. Meibauer nennt diese Bedingung Rolfs allerdings „verfehlt“.PF21FP.: „Rolf unterscheidet hier meines Erachtens nicht sorgfältig genug zwischen mentalen Prozessen und dem Versuch ihrer formalen Darstellung.“

Schauen wir uns an, welche Regeln Searle für Behaupten aufstellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Regel (1) nennt Rolf falsch. Er ist der Ansicht, dass man nicht jede Proposition behaupten kann.22.,. Dies versucht er, an folgenden Sätzen zu zeigen:

a. Was sein muß, muß sein.
b. Wir sind alle nur Menschen.
c. Man lernt nie aus.
d. Entweder er kommt, oder er kommt nicht.
e. Sicher ist sicher.
f. Mehrheit ist Mehrheit.
g. Ein Junggeselle ist ein unverheirateter Mann.

„Gemeinplätze dieser Art können zum Vollzug von KONSTATIEREN verwendet werden, nicht jedoch zur Realisation von BEHAUPTEN“23.., so Rolf. Auch Bartsch betont, dass Searles erste Regel einzuschränken ist. Für nicht-behauptbar erklärt er „alle logisch wahren Sätze (Tautologien), alle analytisch wahren Sätze (wie „ein Junggeselle ist ein unverheirateter Mann“), alle innerhalb einer akzeptierten Theorie geltenden Definitionen und überhaupt alle für unbezweifelbar wahr geltenden Sätze. Meibauer hält eine Beschränkung in den zulässigen Propositionen für Behauptungen unnötig:24- „Alle Beispielsätze [a. - g.] sind (...) in einen Matrixsatz ich behaupte S einbettbar, ohne daß sich Inakzeptabilität ergibt; entsprechend kann man auch glaube ich/wie du weißt anfügen.“25- Bezüglich der Regeln (2) und (4) sind sich Wunderlich, Grewendorf, Rolf und Meibauer einig, dass diese nicht als Bedingungen verstanden werden dürfen.-26. Der Sprecher S muss nicht tatsächlich Beweismittel für die Wahrheit von p haben bzw. nicht tatsächlich glauben, dass p. Grewendorf sagt im Hinblick auf die Regel (2): „Die Behauptung steht, auch wenn der Sprecher gar nicht wußte, was er sagte. Wenn dies aber möglich ist, dann gilt natürlich auch, daß man Behauptungen aufstellen kann, ohne wissen zu müssen, wie sie zu verifizieren wären.“27- Dennoch muss sich der Behauptende über die Konsequenzen für den weiteren Diskursverlauf im Klaren sein. Er geht durch diesen sprachlichen Akt immer eine gewisse Verpflichtung ein, das Behauptete zu belegen. Dazu Wunderlich:

Wer etwas behauptet, muß bereit sein, auf Anfrage Gründe oder Argumente zu nennen oder Evidenzen vorzuweisen, die das Behauptete erhärten können, gegebenenfalls einen Wahrheitsbeweis anzutreten.28..

Bezüglich Regel (4) weist Grewendorf darauf hin, „.daß man nicht lügen könnte, wenn die Aufrichtigkeitsbedingung für Behauptungen erfüllt sein müsste.“29..

Die 3. Regel beinhaltet die Nichtoffensichtlichkeit auf Sprecher- und Hörerseite darüber, dass H p weiß. Grewendorf verlangt eine Erweiterung dieser Regel: Den Beteiligten ist nicht offensichtlich, dass „der Sprecher nicht in der Lage ist und sein wird, Beweismaterial, Gründe etc. vorzubringen.“30- Eine Behauptung könne also nicht gelingen, wenn den Beteiligten von vornherein klar wäre, dass ein Nachweis nicht erbracht werden kann. Eine Erweiterung, die nicht unbedingt nötig ist, denn man kann sich durchaus an einer Behauptung „festbeißen“: obwohl es allen Beteiligten offensichtlich ist, dass S keine

Argumente oder Nachweise liefern kann, ist die entsprechende Behauptung immer noch eine Behauptung.

In Searles 5. Regel ist Rolfs assertives Merkmal der ,Herleitung’ wieder zu finden. Der Hörer H soll glauben, dass die Herleitung von p möglich ist; er soll eine Versicherung geben, dass p eine wirkliche Sachlage darstellt. Zu dieser Verpflichtung wurde oben bereits Wunderlich zitiert. Grewendorf nimmt eine treffende Präzisierung vor:

Wer eine Behauptung aufgestellt hat, erhebt damit einen Wahrheitsanspruch (ob er das intendiert, glaubt, weiß oder nicht), und er steht unter der Verpflichtung (ob er das intendiert, glaubt, weiß oder nicht) diesen Anspruch (zumindest partiell) einzulösen, d.h. die anderen (die „Zuhörer“) haben das Recht, die Einlösung dieses Anspruchs (zumindest partiell) von ihm zu verlangen (ob sie dies nun intendieren, glauben, wissen, mit Erfolg tun, oder nicht)..31

Meibauer nimmt Searles Regelkatalog zum Ausgangspunkt für einen eigenen Definitionsvorschlag. Nach einigem Abwägen und einer Analyse der vorgebrachten Ergebnisse von Rolf, Grewendorf und Wunderlich kommt er zu einer Formulierung von vier Regeln, welche eng an das Searlesche Format angelehnt sind32.:

BBL .: Es gibt keine Beschränkung bezüglich der Proposition.33

BB2: Der Sprecher ist der Obligation unterworfen, auf Verlangen des Hörers einen

(partiellen) Wahrheitsbeweis anzutreten.34

BB3: Der Sprecher wünscht, dass der Hörer glaubt, dass der Sprecher p für wahr hält.

BB4: Der Sprecher versichert, dass er p für wahr hält.35

Searles erste Regel wird hierbei übernommen, auf seine dritte Regel wird verzichtet. Mit BB2 bezieht sich Meibauer auf Grewendorfs wesentliche Bedingung, BB3 und BB4 ergeben sich aus Searles Regeln (2), (4) und (5).

Meibauers Vorschlag soll in dieser Arbeit gestützt werden. Sicherlich sind seine Regeln etwas allgemeiner und reduzierter formuliert. Aber dies macht sie weniger anfällig für Widersprüche, welche sich schnell durch gezielte Gegenbeispiele aufdecken lassen und benennt die Zusammenhänge auf unmissverständliche Art.

[...]


1. Bildzeitung. Ausgabe vom 16.09.2005. S. 1.

2. Hindelang und Rolf warnen jedoch davor, einen Satz auf (s)einen Sprechakt zu untersuchen und raten dazu, andersherum vorzugehen: nach den möglichen Realisierungsformen für den Vollzug eines Sprechaktes zu fragen. Vgl. dazu Rolf, Eckard: Sprachliche Informationshandlungen. Kümmerle Verlag. Göppingen 1983. S. 16ff. (fortan zitiert als ,Rolf) und vgl. Hindelang, Götz: Einführung in die Sprechakttheorie. Max Niemeyer Verlag. Tübingen 1994. S. 14. (fortan zitiert als ,Hindelang (1994)’) n. Rolf, S. 25.

3 Hindelang (1994), S. 46f.

4 Vgl. Hindelang (1994), S. 47.

5 Rolf, S. 29.

6 Vgl. ebda., S. 96.

7 Hindelang (1994), S. 38.

8 Vgl. ebda., S. 38.

9 Ebda., S. 38.

10. Hindelang schreibt Sprechhandlungsmuster in Versalien, wir wollen darauf verzichten.

11. . Meibauer, Jörg: Rhetorische Fragen. Max Niemeyer Verlag. Tübingen 1986. (fortan zitiert als ,Meibauer’)

12. Vgl. Rolf, S. 130.

13 Vgl. Ebda., S. 96.

14. Rolf, S. 132.

15. Ebda.

16. Searle, John R.: Behauptungen und Abweichungen. In: Grewendorf, Günther/ Meggle, Georg (Hrsg.): Linguistik und Philosophie. Frankfurt am Main 1974. S. 95.

17. Bartsch, Renate: Die Rolle der pragmatischen Korrektheitsbedingungen bei der Interpretation von Äußerungen. In: Grewendorf, Günther (Hrsg.): Sprechakttheorie und Semantik. Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main, 1979. S. 225.

18. Vgl. Searle, John R.: Behauptungen und Abweichungen. In: Grewendorf, Günther/ Meggle, Georg (Hrsg.): Linguistik und Philosophie. Frankfurt am Main 1974. S. 92

19Vgl. Rolf, S. 133.

20. Ebda., S. 141.

21. Meibauer, S. 166.

22. Meibauer, S. 166.

23Rolf, S. 144.

24. Ebda., S. 144.

25. Bartsch, Renate: Die Rolle der pragmatischen Korrektheitsbedingungen bei der Interpretation von Äußerungen. In: Grewendorf, Günther (Hrsg.): Sprechakttheorie und Semantik. Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main, 1979. S. 225.

26. Vgl. Meibauer, S. 165.

27. Ebda., S. 164f

28. Vgl. ebda., S. 165; Rolf, S. 142f.

29Grewendorf, Günther: Behaupten und Zustimmen. In: Gethmann, C.F. (Hrsg.): Logik und Pragmatik. Zum Rechtfertigungsproblem logischer Sprachregeln. Frankfurt am Main 1982. S. 129.

30. Wunderlich, Dieter: Studien zur Sprechakttheorie. Frankfurt am Main 1976. S. 255.

31. Grewendorf, Günther: Behaupten und Zustimmen. In: Gethmann, C.F. (Hrsg.): Logik und Pragmatik. Zum Rechtfertigungsproblem logischer Sprachregeln. Frankfurt am Main 1982. S. 130.

32. Ebda., S. 135.

33Grewendorf, Günther: Behaupten und Zustimmen. In: Gethmann, C.F. (Hrsg.): Logik und Pragmatik. Zum Rechtfertigungsproblem logischer Sprachregeln. Frankfurt am Main 1982. S. 135.

34. Vgl. Meibauer, S. 166.

35. BB = Bedingung der Behauptung

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Die rhetorische Frage als indirekte Behauptung in der Bildzeitung
Untertitel
Eine sprechakttheoretische Untersuchung
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Der Sprachgebrauch in den Medien
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
38
Katalognummer
V151010
ISBN (eBook)
9783640624058
ISBN (Buch)
9783640624072
Dateigröße
970 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik, Sprachwissenschaft, Sprechakttheorie, Behauptung, rhetorische Frage, indirekt, Bild, Bildzeitung, Bild-Zeitung, Boulevard, Germanistik
Arbeit zitieren
Andreas Kiepe (Autor), 2006, Die rhetorische Frage als indirekte Behauptung in der Bildzeitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151010

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