Die utilitaristische Ethik nach Jeremy Bentham


Seminararbeit, 2004
8 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Über das Prinzip der Nützlichkeit
II.1. Wie der Wert einer Menge an Freude oder Leid gemessen werden kann.

III. Kritik und Fazit

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Der politisch – soziale Reformer und Rechtsphilosoph Jeremy Bentham (1748 – 1832) gilt als

der Begründer des klassischen Utilitarismus.[1] Seine Philosophie als ethisches Prinzip entstand

aus mehreren zuvor nur in Ansätzen formulierten Argumenten und war als Prinzip der Nütz- lichkeit (lat. utilitas) grundlegend für den Liberalismus im angelsächsischen Raum.

Dabei wird die Sittlichkeit von Handlungen anhand vom „Prinzip des größten Glücks oder der

größten Glückseligkeit“[2] bewertet, um so „das Glück der Gemeinschaft zu vermehren“.[3]

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts griff John Stuart Mill, ein Volkswirt und ebenfalls

englischer Philosoph, zentrale Aspekte des Utilitarismus in veränderter Form auf.

Im Vordergrund dieser Arbeit soll jedoch allein das Nützlichkeitsprinzip der benthamischen

Ethik stehen, wobei die wesentliche Grundlage seines Werkes An Introduction to the Princip

les of Morals and Legislation die Übersetzung von Otfried Höffe bildet.

II. Über das Prinzip der Nützlichkeit

Im ersten Kapitel seines oben erwähnten Buches legt Bentham das Prinzip der Nützlich

keit in vierzehn Absätzen dar. Auf Grund des Aufbaus sollen diese hier in chronologischer

Reihenfolge eingehalten werden: Der Begründung der utilitaristischen Ethik nach, gelten Leid

und Freude als Basis für das Wirken der Menschen, denn sie bestimmen unser handeln, tun und denken und gelten darüber hinaus als innerer moralischer Maßstab für Richtig und Falsch.

Sie sind Herrscher über uns und unsere Handlungen. Selbst wenn jemand dies leugnen sollte,

so ist und bleibt er, Bentham zu Folge, beiden Gefühlen konstant unterworfen.

Das Ziel dieses Prinzips besteht darin, Glück zu schaffen und zwar mit Hilfe der mensch-

lichen Ratio und seines Rechts- beziehungsweise Unrechtsbewusstseins. Aus diesem Grunde

hat man die Bezeichnung vom Prinzip der Nützlichkeit in späteren Jahren auch durch das

Prinzip des größten Glücks oder der größten Glückseligkeit ergänzt.

Im folgenden Absatz gibt Bentham eine Definition vom Prinzip der Nützlichkeit, um es als

Grundlage seiner ethischen Auffassung besser erfassen zu können:

„Unter dem Prinzip der Nützlichkeit ist jenes Prinzip zu verstehen, das schlechthin jede Handlung in einem Maß billigt oder missbilligt, wie ihr die Tendenz innezuwohnen scheint, das Glück der Gruppe, deren Interesse in Frage steht, zu vermehren oder zu vermindern (...).“[4]

Damit meint er de facto also j e d e Handlung. Nicht also nur die einer Person im Privatleben,

sondern auch jede vollzogene Maßnahe im öffentlichen Bereich, wie zum Beispiel innerhalb

der Regierung.

Somit gilt also jede Verfahrensweise als moralisch, wenn sie sich in den Folgen für den Han-

delnden am besten auswirkt und den größten Nutzen produziert. Die Grundsätze von Konse-

quenz und Nützlichkeit sind damit direkt miteinander verbunden

Um dies zu konkretisieren er weiter im vierten Abschnitt den Begriff des Interesses der Ge-

meinschaft, da dieser im Wesentlichen zu allgemein formuliert ist: Demnach ist sie ein Kon-

strukt, welches sich aus den Einzelpersonen einer Gesellschaft als dessen einzelne Elemente

zusammensetzt. Spricht man also vom gemeinschaftlichen Interesse, so ist dies letztlich als

das Ergebnis der addierten Vorlieben seiner Einzelpersonen. Mit diesem universalisierenden

Prinzip weitet Bentham die Wirkungsweise der Nützlichkeit auf die Gesellschaft aus.

Eine Voraussetzung für eine solche mathematische Nutzenberechnung ist jedoch die genaue

Kenntnis des individuellen Interesses, denn nur so kann eine Messbarkeit erlangt werden.

Deshalb gilt: „Es hat keinen Sinn vom Interesse der Gemeinschaft zu sprechen, ohne zu

wissen, was das Interesse des Individuums ist.“[5]

Dem zu folge kann von einer Handlung gesagt werden, dass sie als nützlich zu bezeichnen

ist, wenn ihre erkennbare Absicht darin besteht, das Glück der Gemeinschaft zu fördern, statt

es zu beschränken. Dies gilt ebenso bei einer Handlungsweise der Regierung, die letztlich

nichts anders ist, als eine von mehreren Einzelpersonen vollführte Tat.

Um von Handlungen oder Maßnahmen behaupten zu können, dass sie dem Nützlichkeits-

prinzip entsprechen, ist es notwendig sich eine Art ungeschriebenes Gesetz vorzustellen

und dieses als verbindlich anzuerkennen, wenn man sich dessen Prinzipien schon bedienen will.

Als Bekenner des utilitaristischen Prinzips kann man diejenigen bezeichnen, die ihre Ver- haltensweisen - in soweit dies möglich ist - in jeder Situation nach den Gesetzen der Nützlich- keit ausrichten.

Weiterhin, so formuliert Bentham, ist eine dem Prinzip der Nützlichkeit entsprechende Hand-

lung auf alle Fälle eine Handlung die getan werden soll, da sie zumindest nicht falsch ist und

daher im Grunde genommen als eine richtige Handlung zu bezeichnen ist.

Im darauffolgenden Abschnitt spricht er die Empirie dieses besagten Prinzips an und gibt

dabei zu verstehen, dass es keinerlei Beweise bedürfe, da es ebenso unmöglich wie wirkungs-

los sei. Unmöglich, da sich schließlich nichts beweisen lasse, was selber als Beweis- instrument fungiere.

[...]


[1] Vgl. Hofmann, S. 11.

[2] Höffe, S. 55, Anmerkung 1.

[3] Ebd., S. 57.

[4] Ebd., S. 56, Absatz 2.

[5] Ebd., S. 57, Absatz 5.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die utilitaristische Ethik nach Jeremy Bentham
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die philosophische Ethik
Note
2,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
8
Katalognummer
V151042
ISBN (eBook)
9783640623884
ISBN (Buch)
9783640623853
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Doppelter Zeilenabstand
Schlagworte
Jeremy Bentham, Utilitarismus, utilitaristische Ethik, Philosophie, Prinzip der Nützlichkeit, Politik des aufgeklärten Glücks
Arbeit zitieren
Diana Ingeborg Klein (Autor), 2004, Die utilitaristische Ethik nach Jeremy Bentham, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151042

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