„Die richtige und zweckmäßige Verwendung der geschriebenen Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für eine bewusste, verantwortungsvolle und erfolgreiche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“, so beginnt Renate Baudusch ihr Werk „Punkt, Punkt, Komma, Strich. Regeln und Zweifelsfälle der deutschen Zeichensetzung. Funktion und Gebrauch der Satzzeichen mit Beispielen und Übersichten.“ Dieses Buch wird einer der Hauptgrundlagen für diese Arbeit darstellen, da es sich um eine Ausarbeitung der Veränderungen der Interpunktion im Verlauf der deutschen Schriftsprache handeln soll. Das Buch stammt aus dem Jahr 1984 und beinhaltet somit die Rechtschreibregeln aus der Zeit vor der deutschen Rechtschreibreform. Außerdem wird darin ein kurzer historischer Abriss der Entstehung der einzelnen Satzzeichen gegeben, was für diese Arbeit als wichtig erscheint. Natürlich sollen auch die Rechtschreibreform 1996/2004 und die Überarbeitung dieser aus dem Jahre 2006 ein Schwerpunkt dieser Arbeit sein, da gerade in den letzten zwanzig Jahren ein stetiger Wandel in der deutschen Rechtschreibung stattfand. Es wurden Regeln bestimmt, diese wiederum aufgelockert, teilweise revidiert oder aber auch erneut als verbindlich festgesetzt.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich also mit der Zeichensetzung. Sie ist – die Einleitung und Auswertung rausgenommen – gegliedert in drei große Kapitel: Das erste soll einen kurzen Einblick in die Geschichte der orthographischen Veränderung geben. Dabei wird verständlich gemacht werden, warum die deutsche Rechtschreibung immer wieder Regelveränderungen durchlebt hat und inwieweit diese erfolgt sind. Das zweite Kapitel wird sich speziell mit der Geschichte der Interpunktion beschäftigen. Es wird aufgezeigt, wann die ersten Interpunktionszeichen entstanden und welchen Sinn man darin sah, sie zu entwickeln und auszubauen.Das letzte Kapitel geht auf jedes Satzzeichen einzeln ein. Eingeteilt in Satzschlusszeichen, Satzmittezeichen und paarige Satzzeichen, werden dabei die Geschichte und vor allem die Funktion – mit entsprechendem Beispiel – des jeweiligen Interpunktionszeichens näher erläutert. Vor allem das Komma wird ausführlich behandelt, da es eine große Anzahl von verschiedenen Funktionen aufweist, die im Laufe der Zeit immer wieder verändert wurden und somit eine besondere Aufmerksamkeit verlangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kleiner Exkurs in die Geschichte der orthographischen Veränderung
3. Die Geschichte der Interpunktion
4. Die Funktion der einzelnen Satzzeichen mit historischem Hintergrund
4.1. Die Satzschlusszeichen
4.1.1. Der Punkt
4.1.2. Das Fragezeichen
4.1.3. Das Ausrufezeichen
4.1.4. Die Auslassungspunkte
4.2. Die Satzmittezeichen
4.2.1. Das Semikolon
4.2.2. Der Doppelpunkt
4.2.3. Der Gedankenstrich
4.2.4. Das Komma
4.3. Die paarigen Satzzeichen
4.3.1. Die Klammern
4.3.2. Die Anführungszeichen
5. Resümee und Ausblick
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Veränderungen der Zeichensetzung innerhalb der deutschen Schriftsprache. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Kommasetzung und der Auswirkungen der verschiedenen Rechtschreibreformen, um die mitunter komplexen Regelwerke und deren stetigen Wandel verständlich aufzuarbeiten.
- Historischer Abriss der orthographischen Entwicklung
- Geschichte und Entwicklung der Interpunktion
- Funktionsweise der verschiedenen Satzzeichen (Satzschluss-, Satzmitte- und paarige Satzzeichen)
- Detaillierte Analyse der Kommasetzung und ihrer syntaktischen Grundlagen
- Einfluss der Rechtschreibreformen (1996/2004 und 2006) auf die Zeichensetzung
Auszug aus dem Buch
4.2.4. Das Komma
Kommen wir nun also zu dem Satzzeichen, dass in unserer gegenwärtigen deutschen Schriftsprache mit den meisten syntaktischen Funktionen behaftet ist. Daher ist eine gründliche Darstellung über den Gebrauch dieses „Beystrichleins“, wie es 1663 von J. G. Schottel in seiner „Ausführlichen Arbeit von der teutschen Haupt-Sprache“ genannt wurde, unerlässlich, denn besonders die Regeln, die die Funktionen des Kommas beschreiben, sind „vielgestaltig und schwer überschaubar“. (Bredel 177)
Es ist bis heute nicht ganz eindeutig, wann das Komma das erste Mal in unserer deutschen Schriftsprache auftauchte. Der Grund dafür liegt an dem ständigen Wechsel der äußeren Form dieses Satzzeichens, aber auch an der immer wieder veränderten Bezeichnung und den Funktionen, die nie gleich blieben. Mitte des 15. Jahrhunderts erscheint zum ersten Mal ein Schrägstrich (/) mit Namen strichlin in unserer Schriftsprache, das Wörter oder Teile von Sätzen ohne vollkommenen Sinn abgrenzen soll. Zwei Jahrhunderte später, nach mehreren Funktionsüberschneidungen mit der virgel (!) – das mit der heutigen Funktion des Semikolons vergleichbar ist – oder dem colon (:) erhielt das Komma seine gegenwärtige äußere Form; der Schrägstrich wurde endgültig mit einer eigenen Funktion behaftet. (Baudusch 63) 1656 erhält das Zwergstrichlein seine ersten formulierten Gebrauchshinweise: Es soll zwischen Aufzählungen, nach herausgehobenen Satzteilen, vor nachgestellten Nebensätzen und bei nachgestellten genaueren Bezeichnungen stehen. Wenige Jahre später wurde sowohl die Regel ergänzt, dass das Komma vor dem Wort „und“ steht, wenn es einen neuen, vollständigen Satz einleitet, als auch die Empfehlung gegeben, ein Komma vor den Konjunktionen „dass“, „weil“, „damit“ und vor Relativpronomen zu setzen. Innerhalb weniger Jahre wurden immer mehr Regeln aufgestellt, die entweder auf grammatischer, aber auch semantischer oder rhythmisch-intonatorischer Grundlage basierten. 1782 wurde das Komma zum ersten Mal als doppeltes Satzzeichen mit einer Funktion belegt: Es sollte genutzt werden, um Wörter oder Satzteile einzuschließen oder zu unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Veränderungen der Interpunktion im Verlauf der deutschen Schriftsprache unter Berücksichtigung der Rechtschreibreformen zu untersuchen.
2. Kleiner Exkurs in die Geschichte der orthographischen Veränderung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über das Streben nach Vereinheitlichung und Vereinfachung der deutschen Rechtschreibung vom Mittelalter bis zur modernen Reformzeit.
3. Die Geschichte der Interpunktion: Hier wird der Wandel von der Pausen- zur syntaktisch-grammatischen Gliederung von Texten aufgezeigt, der eng mit der Entwicklung des stillen Lesens verknüpft ist.
4. Die Funktion der einzelnen Satzzeichen mit historischem Hintergrund: Dieses zentrale Kapitel analysiert systematisch die Funktionen der verschiedenen Interpunktionszeichen, unterteilt in Satzschluss-, Satzmitte- und paarige Satzzeichen.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass die Kommasetzung trotz der Reformbestrebungen ein komplexes Feld bleibt, bei dem der Schreiber häufig auf sein Sprachgefühl angewiesen ist.
6. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Zeichensetzung, Interpunktion, Kommasetzung, deutsche Rechtschreibung, Rechtschreibreform, Orthographie, Satzschlusszeichen, Satzmittezeichen, paarige Satzzeichen, Syntax, Grammatik, Schriftsprache, Sprachgeschichte, Duden, Textgliederung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und der funktionalen Anwendung der Zeichensetzung im Deutschen, wobei die Kommasetzung einen Schwerpunkt bildet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Rechtschreibung, die Entwicklung der Interpunktion von der Rhetorik zur Grammatik und die Auswirkungen der verschiedenen Rechtschreibreformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der Satzzeichen sowie die spezifischen Regelungen zur Kommasetzung und deren Wandel in den letzten Jahrzehnten nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Regelwerksanalyse, bei der historische Quellen, Handbücher zur Rechtschreibung und die amtlichen Regelwerke der Rechtschreibreformen gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Satzzeichen in drei Kategorien (Satzschluss-, Satzmitte- und paarige Satzzeichen) und erläutert deren Entstehung, Funktion und den korrekten Gebrauch gemäß aktuellen Normen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Interpunktion, Kommasetzung, Rechtschreibreform, Syntax, Orthographie und Schriftsprache.
Wie veränderte sich die Bedeutung des Kommas im Laufe der Zeit?
Das Komma wandelte sich von einem ursprünglich weniger spezifischen Strichlein zu einem der syntaktisch am stärksten belasteten Satzzeichen der deutschen Sprache.
Inwiefern hat die Rechtschreibreform 2006 die Kommasetzung beeinflusst?
Die Reform von 2006 hat in bestimmten Bereichen – etwa bei der Infinitivgruppe – frühere Lockerungen der Verbindlichkeit teilweise wieder rückgängig gemacht, um mehr Klarheit zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Intonation bei der Interpunktion?
Historisch gesehen richtete sich die Interpunktion stark nach Pausen und der Sprechmelodie; heute dient sie primär der grammatischen Strukturierung des geschriebenen Textes.
- Arbeit zitieren
- Anita Schwarzschulz (Autor:in), 2009, Die Veränderung der Zeichensetzung im Verlauf der deutschen Schriftsprache, mit spezieller Betrachtung der Kommasetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151075