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Vorurteile in lerntheoretischer Perspektive

Titel: Vorurteile in lerntheoretischer Perspektive

Hausarbeit , 2003 , 27 Seiten , Note: ohne Bewertung

Autor:in: Josina Johannidis (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In unserem Alltag werden wir häufig mit Vorurteilen konfrontiert. Sei es in den Medien, in Gesprächen mit anderen Personen oder in unseren eigenen Gedanken. Wohl keiner kann sich diesem Phänomen entziehen und von sich behaupten er wäre gegen es immun. Allport (1971) meint, „dass der Mensch eine Neigung zum Vorurteil hat. Diese Neigung stammt aus der normalen und natürlichen Anlage, Verallgemeinerungen, Begriffe und Kategorien zu bilden, deren Inhalte eine Über- Vereinfachung des Gesamts von Erfahrungen darstellt“. (Allport, 1971, S. 41). Warum dies so stimmen mag, obwohl jede Person mit Vorurteilen von anderen Menschen wahrscheinlich wiederum vorverurteilt wird ist ein sehr vielschichtiges und differenziert zu betrachtendes Problem. Weder das Entstehen und Vermeiden noch das Beseitigen von Vorurteilen lässt sich auf einen einzigen Nenner bringen, der eine alleingültige Antwort darauf gibt, auch wenn dieser Anspruch gerne an die Wissenschaft gestellt wird.

Ein typisches Vorurteil, mit dem die Deutschen häufig zu kämpfen haben, ist „am Strand der Erste zu sein“. Dieser Meinung nach, ist der Deutsche im Urlaub bereits in der Morgendämmerung am Pool oder am Strand um sich dort mit seinem Handtuch den besten Platz zu reservieren. Husemann (1998) bezeichnet dieses Phänomen als „Beachtowel-Konflikt“ und vertritt die Meinung, dass dieses Vorurteil, speziell bei den Briten, vom Neid darüber geprägt ist, dass die Deutschen schneller und effizienter sind, selbst im Urlaub. (Kerber, Psychologie Heute 02/1998).

In diesem Beispiel handelt es sich um ein Vorurteil gegenüber einer ganzen Nation. Vorurteile können sich auf den unterschiedlichsten Ebenen bewegen. Es gibt solche, die sich gegen einzelne Personen, gegen Personengruppen wie z.B. Frauen, Gastarbeiter, körperlich Behinderte, Straffällige usw. richten oder auch gegen Objekte bzw. Sachverhalte wie beispielsweise Kunst, Kultur, Atomkraft usw. (Schäfer & Six, 1978, S. 9).

Aber sind Vorurteile immer gleich Vorurteil oder vielleicht einfach nur ein Urteil über Personen, Gruppen oder Objekte, die doch einen Funken Wahrheit haben ? So bezeichnet Allport (1971) beispielsweise das gegen Verbrecher existierende Vorurteil, diese seien antisozial eingestellt, als Antagonismus. Dieser Antagonismus sei durchaus berechtigt, da der Personengruppe der Verbrecher antisoziales Verhalten schlüssig bewiesen werden kann.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Vorurteile als eine Form der Einstellung

2.1) Eindimensionale Einstellungskonzept

2.2) Mehrdimensionale Einstellungskonzept

2.3) Funktionen von Einstellungen

3.) Lerntheorie

3.1) Soziales Lernen

3.1.1) Lernen am Modell

3.1.2) Lernen von Erwartungen

3.1.3) Lernen durch Kontingenz und Kontrolle

4.) Vorurteile und soziales Lernen

4.1) Vorurteilsbildung unter dem Aspekt des sozialen Lernen

4.2) Vorurteilsänderung unter dem Aspekt des sozialen Lernen

5.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Entstehung und potenzielle Veränderung von Vorurteilen unter lerntheoretischen Gesichtspunkten, insbesondere mit einem Fokus auf das soziale Lernen nach Bandura, wissenschaftlich zu untersuchen und zu analysieren.

  • Analyse von Vorurteilen als Bestandteil von Einstellungssystemen.
  • Differenzierte Betrachtung des sozialen Lernens (Lernen am Modell, Lernen von Erwartungen, Lernen durch Kontingenz).
  • Untersuchung der Rolle von Medien und Werbung bei der Formung von Vorurteilen.
  • Bewertung von Möglichkeiten der Vorurteilsreduktion durch soziale Lernprozesse.

Auszug aus dem Buch

3.1.1) Lernen am Modell

Das Modelllernen wird unter anderem auch als Imitations-, oder Beobachtungslernen bezeichnet (Piel, 1977, S. 67).

Entwickelt wurde die Theorie des Lernens am Modell von A. Bandura (1979) ( Piel, 1977, S. 67; Städtler, 1998, S. 690; Wiswede & Fischer, 1997, S. 66). Es handelt sich um „kognitive Theorien, weil sie die Bedeutung der Erwartungen betont und darüber hinaus die bedeutsame Rolle stellvertretender Verstärkung sowie symbolischer und selbstregulierender Prozesse unterstreicht“ (Wiswede & Fischer, 1997, S. 66).

Diese Theorie geht davon aus, dass Menschen die Richtlinien für künftiges Tun über die Beobachtung von Modellen lernen (Bandura, 1979, S. 31). Durch das Beobachten des Verhaltens einer anderen Person nimmt das Individuum Verhaltensweisen an oder ändert bereits bestehende (Städtler, 1998, S. 690). „Ein anderer Begriff für diese Art von Lernen ist „Modellieren“. Man bildet das eigene Verhalten dem eines Vorbildes nach“ (Mueller & Thomas, 1974, S. 168 und Bandura, 1979).

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Allgegenwärtigkeit von Vorurteilen ein und verdeutlicht, dass diese als erlerntes, vielschichtiges Phänomen zu betrachten sind, das einer tiefgehenden wissenschaftlichen Analyse bedarf.

2.) Vorurteile als eine Form der Einstellung: Das Kapitel definiert Vorurteile im Kontext sozialpsychologischer Einstellungskonzepte, wobei zwischen eindimensionalen und mehrdimensionalen Modellen unterschieden sowie die psychologischen Funktionen dieser Einstellungen beleuchtet werden.

3.) Lerntheorie: Hier werden grundlegende lerntheoretische Ansätze vorgestellt, die als Basis für das Verständnis dienen, wie soziales Verhalten erworben und modifiziert wird.

4.) Vorurteile und soziales Lernen: Dieses Kapitel verknüpft die Vorurteilsforschung mit der Theorie des sozialen Lernens und analysiert, wie Modelle – etwa durch Medien oder Erziehung – maßgeblich zur Bildung oder potenziellen Änderung von Vorurteilen beitragen.

5.) Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Vorurteile zwar durch lerntheoretische Ansätze, insbesondere das Modelllernen, erhellt werden können, jedoch als hochkomplexe Konstrukte nicht durch eine einzelne Methode vollständig eliminierbar sind.

Schlüsselwörter

Vorurteile, Lerntheorie, Soziales Lernen, Modelllernen, Einstellung, Einstellungskonzept, Medienwirkung, Erwartungslernen, Kontingenzlernen, Sozialpsychologie, Verhaltensänderung, Vorbildforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Vorurteilen aus einer lerntheoretischen Perspektive, wobei insbesondere untersucht wird, wie Vorurteile entstehen und ob sie durch soziale Lernprozesse beeinflussbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die sozialpsychologische Definition von Vorurteilen als Einstellungen, die Grundlagen der Lerntheorien sowie die Anwendung des Modelllernens auf die Bildung und Änderung von Vorurteilen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialen Lernprozessen und der Entstehung sowie Modifikation von Vorurteilen theoretisch aufzuarbeiten und die Bedeutung von Vorbildern in diesem Prozess zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene sozialpsychologische und lernpsychologische Ansätze (u.a. von Allport und Bandura) miteinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Einstellungskonzepts, die Erläuterung sozialer Lerntheorien sowie die praktische Anwendung dieser Theorien auf die Entstehung und Änderung von Vorurteilen, unter anderem durch Medien und Erziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Vorurteile, Soziales Lernen, Modelllernen, Einstellung, kognitive Komponente und Einstellungsänderung.

Welche Rolle spielt die Werbung bei der Vorurteilsbildung?

Werbung nutzt laut Arbeit als Modell für Einstellungen (z. B. Rollenbilder oder Stereotype) die Aufmerksamkeit der Zuschauer und kann durch subtile Wiederholung Vorurteile festigen oder verstärken.

Warum ist das "Lernen am Modell" für Vorurteile so relevant?

Da Menschen Richtlinien für ihr Handeln durch Beobachtung gewinnen, fungieren Bezugspersonen oder mediale Vorbilder als aktive Modelle, deren Einstellungen und Feindbilder oft unreflektiert übernommen werden.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vorurteile in lerntheoretischer Perspektive
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Universität)
Note
ohne Bewertung
Autor
Josina Johannidis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
27
Katalognummer
V15110
ISBN (eBook)
9783638203258
ISBN (Buch)
9783656069263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vorurteile Perspektive
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josina Johannidis (Autor:in), 2003, Vorurteile in lerntheoretischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15110
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Leseprobe aus  27  Seiten
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