Clemens Brentano: "Sprich aus der Ferne". Inwiefern ist die Nacht für das artikulierte Ich von Bedeutung und welche Funktion nimmt sie ein?


Hausarbeit, 2009

10 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographisches zu Clemens Brentano

3. Inhalt

4. Rhetorische Stilmittel
4.1 Tropen
4.2 Figuren

5. Metrik und Form

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Betrachtet man die Lyrik aus der Epoche der Romantik etwas genauer, so fallen die immer wiederkehrenden Motive wie Nacht, Sehnsucht, Traum, Natur und Wald besonders auf. Neben einigen Gedichten, wie beispielsweise „Mondnacht“ und „Gute Nacht“ von Joseph von Eichendorff, sowie „Nacht und Trauer“ von Ludwig Tieck hat auch Clemens Brentano mit „Der Spinnerin Nachtlied und „Hör’, es klagt die Flöte wieder“ Gedichte zum Thema Nacht verfasst. Ein weiteres Werk Brentanos, das sich in die Reihe der Nachtgedichte einordnen lässt, ist das dem Godwi-Roman entstammende Lied „Sprich aus der Ferne“[1], das vermutlich im Jahre 1800 verfasst wurde.[2] Sehr eingehend wird hier der Bezug des artikulierten Ichs zur Nacht geschildert. Dabei stellt sich die Frage: Inwiefern ist die Nacht für das artikulierte Ich von Bedeutung und welche Funktion nimmt sie ein?

Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst eine Analyse des Inhalts einen ersten Eindruck darüber vermitteln, in welcher Beziehung das artikulierte Ich zu der Nacht steht. Zur Einstimmung auf das Gedicht folgt eine kurze biographische Einführung zu Clemens Brentano. Im weiteren Verlauf wird anhand der Bestimmung zahlreicher rhetorischer Stilmittel eine tiefergehende Interpretation der Situation des artikulierten Ichs erarbeitet. Abschließend wird die Metrik und Form des Gedichtes fokussiert und deren überaus relevante Bedeutung auf den Inhalt untersucht.

2. Biographisches zu Clemens Brentano

Am 9.9.1778 wird Clemens Brentano in Ehrenbreitstein geboren und wächst in Koblenz und Frankfurt am Main auf.[3] Nach einem gescheiterten Studium der Bergwissenschaften und Medizin beginnt er mit dem Schreiben. Als Mitglied des Jenaer Kreises, einer Schriftstellervereinigung, knüpft er erste Kontakte zu den Schlegel-Brüdern, Ludwig Tieck und Johann Wolfgang von Goethe und beginnt „eine freie poetische Existenz“.[4] Nach dem Umzug mit seiner Frau Sophie Mereau und seinem besten Freund Achim von Arnim nach Heidelberg und dem dortigen Eintritt in den Heidelberger Kreis folgt eine Zeit des produktiven Schaffens, aus der in Zusammenarbeit mit Arnim die „berühmte Volksliedersammlung ,Des Knaben Wunderhorn’ entstammt“.[5] Nach dem Tod seiner Frau und der anschließenden unglücklichen Ehe mit der „tiefreligiösen Pfarrerstochter Luise Hensel“[6] gerät Brentano in eine schwere Krise. 1817 legt er die Generalbeichte ab und bricht „mit seinem poetischen Vorleben“.[7] In den Folgejahren konvertiert Brentano zum Katholizismus und konzentriert sich vorwiegend auf seine neue „Lebensaufgabe“ [...], die darin besteht „die Visionen der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick aufzuzeichnen“. Dieser Beschäftigung geht er bis zu deren Tod im Jahre 1824 nach.[8] Im Anschluss daran feiert Brentano 1833 große Erfolge mit diversen religiösen Werken, die ihn zu einem „berühmten katholischen Erbauungsschriftsteller“[9] machen. Neun Jahre später, am 28.7.1842, stirbt Clemens Brentano in Aschaffenburg.[10]

3. Inhalt

Um die Herkunft des Liedes „Sprich aus der Ferne“ zu bestimmen, ist ein kurzer Einblick in Brentanos Roman „Godwi“ von Nöten. Der „Godwi“ oder „Das steinerne Bild der Mutter“ wurde in der Zeit von 1798 bis 1801 verfasst und zählt zu den wichtigsten, wenn auch nicht gerade beliebtesten Werken Brentanos.[11] Der Roman besteht aus zwei Bänden und handelt von einem „dichten Netz von oft geheimnisvollen Beziehungen zwischen zahlreichen Personen“.[12] Godwi, der Held des Romans, macht im Laufe der Geschichte die Bekanntschaft mit drei grundverschiedenen Frauen. Zur Einordnung des Gedichtes „Sprich aus der Ferne“ ist jedoch lediglich die Figur der Tilie wichtig. Sie wird als „reines kunstloses Weib“ beschrieben, das Godwi „jenen stillen Frieden schenkt, in dem sich alle Sehnsucht beantwortet“.[13] Bei Godwis und Tilies erstem Zusammentreffen ist Godwi derart beeindruckt von Tilies engelsgleichem und unschuldigen Auftreten, dass dieser Eindruck „in ihm eine Sehnsucht nach einem vegetativen Zustand, nach einem ebensolchen Einssein erzeugt“.[14] Im letzten Drittel des zweiten Bandes kommt es zu einer Ablehnung Godwis gegenüber der „Verbundenheit Tilies mit den Mysterien der Schöpfung“.[15] Daraufhin erfährt Godwi ihre „Zurückweisung und Belehrung“. Godwi wünscht sich nichts sehnlicher als „Tilien und mit ihr den schönen Zusammenhang mit ihren stillen Lichtern erhalten zu können“.[16] Er fragt sich:

[...]


[1] Brentano, Clemens: Sprich aus der Ferne. In: Clemens Brentano Sämtliche Werke

und Briefe. Gedichte, S. 46 f.

[2] Vgl. Bernhard Gajek (Hg.): Clemens Brentano Sämtliche Werke und Briefe. Gedichte, S. 276 f.

[3] Vgl. Metzler Autoren Lexikon, S. 88.

[4] Ebd., S.88.

[5] Metzler Autoren Lexikon, S. 88.

[6] Ebd., S. 89.

[7] Ebd.

[8] Vgl. ebd.

[9] Ebd.

[10] Vgl. ebd., S. 87.

[11] Vgl. Clemens Brentano 1778-1842. Ausstellung im Deutschen Hochstift, S. 128.

[12] Kindlers Literatur Lexikon, S. 926.

[13] Ebd.

[14] Susanne Scharnowksi: Ein wildes, gestaltloses Lied. Clemens Brentanos Roman „Godwi oder Das Steinerne Bild der Mutter“, S. 75.

[15] Anton Brieger: Clemens Brentano. Weg und Wandlung, S. 116.

[16] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Clemens Brentano: "Sprich aus der Ferne". Inwiefern ist die Nacht für das artikulierte Ich von Bedeutung und welche Funktion nimmt sie ein?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Deutsches Institut)
Veranstaltung
Lyrikanalyse
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V151151
ISBN (eBook)
9783640624188
ISBN (Buch)
9783640624201
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Clemens, Brentano, Sprich, Ferne, Inwiefern, Nacht, Bedeutung, Funktion
Arbeit zitieren
Yvette Denner (Autor), 2009, Clemens Brentano: "Sprich aus der Ferne". Inwiefern ist die Nacht für das artikulierte Ich von Bedeutung und welche Funktion nimmt sie ein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151151

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