Das vorliegende Lernportfolio besteht als kumulative Hausarbeit aus einer Ansammlung von wissenschaftlichen Lernportfoliofragen und gipfelt in einer umfangreicheren Ausarbeitung (7 Seiten) zum Thema der Kalokagathie, Kultur und Religion sowie der Identität in Wolframs Parzival. Ziel der acht beantworteten Lernportfoliofragen war die Erschließung des Werks, sodass schlussendlich ein detailliert ausgearbeitetes Essay mittels der im Titel angeführten Fragestellung ausformuliert werden konnte.
Inhaltsverzeichnis
1) Beantwortung der Lernportfoliofragen
Lernportfolio Frage 1:
Lernportfolio Frage 2:
Lernportfoliofrage 3:
Lernportfoliofrage 4:
Lernportfoliofrage 5:
Lernportfoliofrage 6:
Lernportfoliofrage 7:
Lernportfoliofrage 8:
2) Essay: Wolframs System der äußeren und inneren Schönheit anhand selektierter Figuren – Der Umgang mit Schönheit, 'Charakter', Kultur und Religion im „Parzival“
3) Anhang
Die Lernportfolio-Fragen / -Aufgaben im Überblick:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relation von äußerer und innerer Schönheit sowie deren Darstellung und Charakterisierung anhand ausgewählter Figuren in Wolfram von Eschenbachs "Parzival", wobei ein besonderer Fokus auf das Konzept der Kalokagathie und dessen Subversion im Werk liegt.
- Beurteilung des Menschenbildes und der Charakterzeichnung von Parzival und Gawan.
- Analyse des Bedeutungswandels von Schönheit in Bezug auf Tugend und Religion.
- Untersuchung des Umgangs mit fremden Kulturen und dem Heidnischen.
- Reflexion über erzählerische Strategien und die Rolle von Stereotypen.
- Vergleich unterschiedlicher weiblicher Figuren und deren Handlungsspielräume.
Auszug aus dem Buch
2) Essay: Wolframs System der äußeren und inneren Schönheit anhand selektierter Figuren – Der Umgang mit Schönheit, 'Charakter', Kultur und Religion im „Parzival“
Im Folgenden soll untersucht werden, inwiefern im „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach mit Schönheit, ‚Charakterqualität‘, kulturellem Hintergrund und Religion umgegangen wird. Teilweise nimmt die Analyse Erkenntnisse aus den zuvor erarbeiteten Lernportfoliofragen als bekannt an. Hierzu werden die zuvor genannten Analysekriterien auf zentrale Figuren und Textstellen des Werkes, aber auch den klassischen Begriff der „Kalokagathie“ (altgriechisch) angewandt, um Wolframs Wertesystem zu durchleuchten. Kalokagathía (wörtl.: „Schönund gutheit“) ist die antike Idee, dass mit physiologisch-ästhetischer Schönheit auch charakterlich-moralische Vollkommenheit einhergeht. Somit wäre ein gesunder Körper ein Indikator für einen ‚hübschen Geist‘ und vice versa.
Je nach Figur geht von der erzählenden Instanz eine grundsätzliche Beurteilungsneigung aus. Figuren werden meist bei Ihrer Vorstellung gemäß des höfisch-normativen Wertesystems bewertet, jedoch kaum abschließend kategorisiert. Da es sich bei dem Erzähler je nach Situation um einen allwissenden handelt, kann angenommen werden, dass Wolfram bewusst mit Stereotypen spielt. Untersucht wird also unter anderem, ob das Bewertungssystem Wolframs als ein binäres zu klassifizieren ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Beantwortung der Lernportfoliofragen: Dieser Abschnitt analysiert figurenspezifische Entwicklungen und zentrale Motive wie den Gral und die Blutstropfenszene unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher Theorien.
2) Essay: Wolframs System der äußeren und inneren Schönheit anhand selektierter Figuren – Der Umgang mit Schönheit, 'Charakter', Kultur und Religion im „Parzival“: Der Essay untersucht kritisch das Konzept der Kalokagathie im Parzival und zeigt auf, wie Wolfram mit Erwartungen spielt und traditionelle Schönheitsideale subversiv hinterfragt.
3) Anhang: Hier werden die Aufgabenstellungen und Fragestellungen für das Lernportfolio zusammengefasst und kontextualisiert.
Schlüsselwörter
Parzival, Wolfram von Eschenbach, Kalokagathie, Mittelalterliche Epik, Gawan, Gralssage, Literaturanalyse, Identitätsfindung, Schönheit, Tugendlehre, Figurenentwicklung, Höfische Kultur, Narratologie, Rezeption, Stoffkreis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Wertesystem von Wolfram von Eschenbach im "Parzival", insbesondere im Hinblick darauf, wie äußere Schönheit und innere Charakterqualität zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Konstruktion von Identität bei Parzival und Gawan, die Bedeutung von ästhetischen Idealen (Kalokagathie), der Umgang mit fremden Kulturen sowie religiöse und höfische Wertesysteme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Wolframs Figurengestaltung nicht binär („schwarz oder weiß“) ist, sondern durch die Subversion von Erwartungen ein komplexes, fluides Bild der Charaktere entwirft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Begriff der Kalokagathie als Analyseraster nutzt und Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsperspektiven zur Figurenpsychologie und Narratologie integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Figuren wie Parzival, Gawan, Cundrie und Feirefiz analysiert, um zu zeigen, wie der Autor durch ihre Handlungen und Erscheinungsbilder mit höfischen Konventionen bricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kalokagathie, Höfische Kultur, Identitätsfindung, Narratologie und das Spannungsfeld zwischen christlichen und heidnischen Werten charakterisiert.
Inwiefern spielt der Gral eine Rolle bei der Bewertung des Helden?
Der Gral dient als transzendentes Artefakt, dessen magische Eigenschaften die moralische Eignung der Protagonisten auf die Probe stellen und ihr Scheitern – wie bei Parzival – erst erklärbar machen.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Gawan und Parzival?
Während Parzival zu Beginn durch Naivität und Identitätsverlust geprägt ist, charakterisiert sich Gawan durch eine bewusste diplomatische Befolgung höfischer Normen und eine Rolle als "Spielleiter" im narrativen Gefüge.
- Arbeit zitieren
- Jonas Barczik (Autor:in), 2022, Wolfram von Eschenbachs Umgang mit Schönheit, Charakter, Kultur und Religion im "Parzival", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1511694