Diese wissenschaftliche Hausarbeit beleuchtet die Bedeutung von Bilderbüchern im Literaturunterricht der Grundschule und deren Beitrag zur literarischen und bildästhetischen Bildung. Bilderbücher bieten jungen Kindern erste literarische Erfahrungen und fördern sowohl Sprachkompetenz als auch visuelle Wahrnehmung. Die Arbeit untersucht die Begriffe literarisches Lernen und Visual Literacy und analysiert das Bilderbuch "Schneewittchen" der Brüder Grimm, illustriert von Markus Lefrançois, nach dem Modell von Staiger. Eine entwickelte Unterrichtsreihe stellt das Bilderbuch in den Mittelpunkt und fördert durch kreative und spielerische Methoden die Lesemotivation und den eigenständigen Umgang mit Literatur. Ziel ist es, Schüler:innen Freude an Büchern zu vermitteln und ihre Lesekompetenz nachhaltig zu stärken. Ein persönliches Fazit schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Methodisches Vorgehen
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Literarisches Lernen
2.2 Bildästhetisches Lernen
2.3 Visual Literacy
3. Das Bilderbuch
3.1 Definitionsversuch
3.2 Historische Entwicklung
3.2.1 Bilderbücher in der Aufklärung
3.2.2 Bilderbücher in der Romantik
3.2.3 Bilderbücher im 20. Jahrhundert
3.2.3.1 Bis 1939
3.2.3.2 Von 1939 bis 1945
3.2.3.3 Nach 1945
3.2.4 Bilderbücher im 21. Jahrhundert
3.3 Typologien nach Thiele
3.3.1 Sachbilderbuch
3.3.2 Problemorientierte Bilderbücher
3.4 Bilderbuchanalyse nach Staiger
3.4.1 Narrative Dimension
3.4.2 Verbale Dimension
3.4.3 Bildliche Dimension
3.4.4 Intermodale Dimension
3.4.5 Paratextuelle und materielle Dimension
4. Bilderbücher im Literaturunterricht der Grundschule
4.1 Literarische Sozialisation
4.2 Leseförderung
4.3 Lesemotivation
4.4 Zusammenhang von Lesekompetenz und Lesemotivation
4.5 Vorlesesituation als literarische Erfahrung
4.6 Das Bilderbuch als literarische und bildästhetische Erfahrung
4.7 Märchen im Literaturunterricht
5. Analyse des Bilderbuches Schneewittchen der Gebrüder Grimm
5.1 Narrative Analyse
5.2 Verbale Dimension
5.3 Bildliche Dimension
5.4 Intermodale Dimension
5.5 Paratextuelle und materielle Dimension
5.6 Eignung für den Literaturunterricht
III. Praktischer Teil
6. Unterrichtsreihe zum Thema Märchen und Bilderbücher
6.1 Lernziele
6.2 Unterrichtsausarbeitung
6.2.1 Erste Unterrichtseinheit
6.2.2 Zweite Unterrichtseinheit
6.2.3 Dritte Unterrichtseinheit
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht das Potenzial von Bilderbüchern als Medium für literarisches und bildästhetisches Lernen in der Grundschule. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bilderbücher durch eine gezielte didaktische Einbettung die Lesemotivation und Kompetenzentwicklung fördern können.
- Literarische und bildästhetische Bildung in der Grundschule
- Methoden der Bilderbuchanalyse nach Staiger
- Die Rolle des Bilderbuches für die Lesesozialisation
- Praktische Implementierung in einer Unterrichtsreihe am Beispiel Märchen
- Didaktische Analyse des Bilderbuches "Schneewittchen"
Auszug aus dem Buch
3.1 Definitionsversuch
Laut Doderer und Müller (1973) ist es möglich, von einem Bilderbuch zu sprechen, wenn es reichlich illustriert ist und speziell für Kinder konzipiert wurde. Das Zusammenspiel von Text und Bild, wobei die Bilder dominieren sollen, ist von besonderer Wichtigkeit für ein Bilderbuch.
Es wird als Kinderbilderbuch bezeichnet, da es sich speziell an Kinder im frühen Lesealter richtet. Die Illustrationen sind eigenständige Bedeutungsträger und ihre Funktion geht weit über die Unterstützung des Verbaltextes hinaus (Weinkauff & Glasenapp, 2014). Das unterscheidet ein Bilderbuch von einem illustrierten Buch oder Text, in denen Bilder häufig eine unterstützende Rolle des Geschriebenen darstellen.
Thiele (2003) verweist auf die große Bedeutung der Bilder und die enge Wechselbeziehung von Text und Bild in einem Bilderbuch. Er definiert das Bilderbuch als eine Untergattung der Kinderliteratur mit einer Seitenzahl von häufig weniger als 30 Seiten. Auch Halbey (1997) spricht sich für die Anerkennung der Bilderbücher als eigenständige Literaturgattung aus, aufgrund der übergeordneten Rolle der Bilder, die den Text in der Regel dominieren.
Auf den ersten Blick erscheinen Bilder in einem Bilderbuch als naive Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, doch ihr Wert besteht darin, dass sie die Wirklichkeit unmittelbar als Ganzes zum Ausdruck bringen. Der Anspruch eines Bildes in einem Bilderbuch ist demnach die Abbildung der Wirklichkeit als Ganzes und nicht als Teil einer Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Bilderbüchern für die literarische Sozialisation und nennt das Ziel, ihren Einsatz im Grundschulunterricht didaktisch zu legitimieren.
II. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung über literarisches Lernen, die historische Entwicklung des Bilderbuchs sowie Analysemodelle nach Staiger und Thiele.
III. Praktischer Teil: Hier wird eine konkrete Unterrichtsreihe zum Thema „Märchen und Bilderbücher“ entworfen, welche die theoretischen Erkenntnisse praktisch für die 3. Jahrgangsstufe aufbereitet.
IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bilderbücher ein unterschätztes Potenzial für die Förderung komplexer Kompetenzen besitzen und eine Bereicherung für den modernen Literaturunterricht darstellen.
Schlüsselwörter
Bilderbuch, Literaturunterricht, Grundschule, Lesesozialisation, Lesemotivation, Literarisches Lernen, Bildästhetisches Lernen, Visual Literacy, Märchen, Schneewittchen, Didaktik, Leseförderung, Bild-Text-Interdependenz, Ästhetische Bildung, Narrative Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag Bilderbücher zur literarischen und bildästhetischen Bildung von Grundschulkindern leisten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition und Typisierung des Bilderbuchs, die Analyse von Bild-Text-Interdependenzen sowie die Bedeutung dieser Medien für eine erfolgreiche Lesesozialisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert von Bilderbüchern im Literaturunterricht theoretisch zu begründen und durch eine exemplarische Unterrichtsreihe praktisch aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt das fünfdimensionale Modell der Bilderbuchanalyse nach Staiger, um das Bilderbuch "Schneewittchen" systematisch zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben den theoretischen Grundlagen der Kinderliteratur liegt der Fokus auf der Analyse der narrativen, verbalen und bildlichen Dimensionen ausgewählter Bilderbücher.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselwörtern gehören Literarisches Lernen, Lesemotivation, Visual Literacy, das Bilderbuch als pädagogisches Instrument und didaktische Unterrichtsplanung.
Warum ist die Märchen-Thematik für die Arbeit relevant?
Märchen dienen als ideales Fallbeispiel, da sie eine starke bildliche Symbolik besitzen, die Kindern hilft, komplexe psychologische Konflikte zu verarbeiten und einen Zugang zur Literatur zu finden.
Was ist die Besonderheit der durchgeführten Unterrichtsreihe?
Die Reihe verknüpft das Vorlesen mit kreativen, handlungsorientierten Aufgaben wie dem Erstellen von Collagen, um die Kinder aktiv in den literarischen Interpretationsprozess einzubeziehen.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Röhrborn (Autor:in), 2019, Die Rolle von Bilderbüchern im Literaturunterricht der Grundschule. Förderung literarischer und bildästhetischer Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1511791