Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES)


Diplomarbeit, 2006
136 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Thema, Forschungslage und Relevanz der Untersuchung
1.2 Methodik, Vorgehensweise und Quellenlage
1.3 Themenwahl

2 Vorgeschichte und Zusammenschluss
2.1 HISPA
2.2 ICOSH
2.3 Separation und Zusammenschluss der Vorgänger und Gründung der ISHPES

3 Struktur und Organisation
3.1 Ziele und Zweck der Gesellschaft
3.2 Organe der ISHPES
3.2.1 Mitglieder
3.2.1.1 Mitgliederarten
3.2.1.2 Mitgliederentwicklung und -verteilung
3.2.2 Organisationsstruktur und Amtsinhaber der ISHPES
3.2.3 Publikationsorgane
3.2.3.1 Bulletin
3.2.3.2 Neue Medien
3.3 Verbindungen der ISHPES zu anderen Organisationen

4 Veranstaltungen
4.1 Kongresse und Seminare
4.1.1 Funktionsweise, Richtlinien und Proceedings
4.1.2 Tagungsorte und geographischer Vergleich mit den Vorgängerorganisationen
4.1.3 Die einzelnen Veranstaltungen
4.1.3.1 Gran Canaria
4.1.3.2 Berlin
4.1.3.3 Kapstadt
4.1.3.4 Lyon
4.1.3.5 Sonniger Strand
4.1.3.6 Budapest
4.1.3.7 Montpellier
4.1.3.8 Urbino
4.1.3.9 Köln
4.1.3.10 Seminare
4.1.4 Anzahl der Teilnehmer und Beiträge
4.2 Sommerakademie
4.2.1 Entstehung, Entwicklung und Zweck der Akademie
4.2.2 Funktionsweise, Organisation und Inhalte
4.2.3 Herkunftsländer und Anzahl der Teilnehmer
4.2.4 Anteil der Themen mit sporthistorischem Bezug

5 Preise und Auszeichnungen
5.1 Entstehung, Zweck, Funktionsweise und Arten
5.2 Preisträger
5.2.1 ISHPES Award
5.2.2 Reinhard Sprenger Award
5.2.3 Herkunftsländer der Preisträger
5.3 Auswahlgremium und Vergleich zwischen den Herkunftsländern von Preisträgern und Expertenstab

6 Schlussbetrachtung
6.1 Rückblick
6.2 Ergebnisse der Arbeit
6.3 Konsequenzen

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Mitgliederentwicklung der HISPA von 1973-1986 HISPA - Bulletin: 1, S. 12-17/ 2, S. 28/ 4, S. 11/ 8, S. 25/ 11, S. 27/ 12, 13, S. 102-118/ 20, 21, S. 35-67/ 24, 25, S. 9.

Abb. 2: Mitgliederentwicklung der ISHPES von 1991-2005 ISHPES - Bulletin: 4, S. 25-30/ 5, S. 11-28/ 11, S. 20-28 und BUSCHMANN, LÄMMER (Hrsg.), New Aspects , S. 116.

Abb. 3: Herkunftsländer der Einzelmitglieder der ISHPES 1991 ISHPES - Bulletin: 4, S. 25-30/ 5, S. 11-28.

Abb. 4: Herkunftsländer der Einzelmitglieder der ISHPES 1996 ISHPES - Bulletin: 11, S. 20-28.

Abb. 5: Herkunftsstaaten der Einzelmitglieder der ISHPES nach Kontinenten 1996 ISHPES - Bulletin: 11, S. 20-28.

Abb. 6: Organisationsstruktur der ISHPES RENSON, AERSCHOT (Hrsg.), „Satzung [ISHPES]“, S. 28-30.

Abb. 7: Herkunftsländer der Ratsmitglieder der ISHPES ISHPES - Bulletin: 1, S. 2/ 2, S. 2/ 3, S. 2/ 4, S. 2/ 5, S. 2/ 15, S. 7-11/ 16, S. 9/ 21, S. Einband, hinten/ 22, S. 32.

Abb. 8: Tagungsorte der ISHPES Kapitel 4.1.2.

Abb. 9: Anzahl der Teilnehmer und Beiträge der Kongresse und Seminare Kapitel 4.1.4.

Abb. 10: Herkunftsländer der Teilnehmer an der Sommerakademie 2003 ISHPES - Bulletin: 25, S. 4-5.

Abb. 11: Herkunftsländer der Teilnehmer an der Sommerakademie 2004 POULSEN an SCHÖNHERR, Participants, E-Mail datiert auf den 6.7.2005

Abb. 12: Herkunftsländer der Teilnehmer an der Sommerakademie 2005 POULSEN an SCHÖNHERR, Participants, E-Mail datiert auf den 6.7.2005

Abb. 13: Herkunftsländer der Teilnehmer der Sommerakademie 2003- 2005

Abb. 10-12, [Aggregation]

Abb. 14: Anzahl an Themen mit sporthistorischem Bezug

Tab. 8-10, beurteilt von T. TERRET

Abb. 15: Herkunftsländer der ISHPES Preisträger (kumuliert) BUSCHMANN, LÄMMER (Hrsg.), New Aspects , S. 117

Abb. 16: Herkunftsländer der Experten der Auswahlgremien Kapitel 5.3

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Amtsinhaber der HISPA von 1973 bis 1989 HISPA - Bulletin: 1, S. 5/ 6, 7, S. 2/ 14, 15, S. 2/ 22, 23, S. 10.

Tab. 2: Amtsinhaber des ICOSH von 1967 bis 1989 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 32 und WONNEBERGER, „Lecture on the opening session“, S. 1 und ICOSH - Bul letin: 1972, 4, 2/ 1974, 2, S. 2/ 1976, 2, S. 2/ 1979, 1, 2, S. 3/ 1980, 1,2 S. 3/ 1982, 83, S. 1/ 1982, 83, S. 10.

Tab. 3: Amtsinhaber der ISHPES ISHPES - Bulletin: 4, S. 21/ 7, S. 13/ 12, S. 5/ 14, S. 1/ 21, S. 5.

Tab. 4: Ratsmitglieder der ISHPES ISHPES - Bulletin: 1-5, S. 2/ 15, S. 7-10/ 16, S. 9/ 21, S. [Rückseite]/ 22, S.

Tab. 5: Tagungsorte der ISHPES 4.1.1.

Tab. 6: Zentralthemen der Kongresse und Seminare 4.1.1.

Tab. 7: Tagungsorte und Zentralthemen der HISPA HISPA - Bulletin: 1, S. 20/ 2, S. 5/ 3, S. 5/ 3, S. 9/ 5, S. 7/ 6,7 S. 5/ 8, S. 4/ 9, S. 5/ 9, S. [Beilage]/ 10, S. 5/ 12,13, S. 7/ 14,15, S. 3/ 14,15, S. 25/ 16,17, S. 4/ 18,19, S. 4/ 18,19, S. 71/ 20,21, S. 89/ 22,23 S. 16-21/ 24,25, S. 4/ 26, S.3 / 27, S. 13/ 28, S. 7/ 29, S. 7/ 30, S. 7-12 und BECKER, „Sporthistoriker fusionierten zu neuem Weltverband“, S. 101.

Tab. 8: Gewinner der ISHPES- und Reinhard Sprenger Preise ISHPES - Bulletin: 14, S. 8/ 15 S. 3/ 16, S. 7/ 18, S. 8-9/ 20, S. 5/ 22, S. 12/ 23, S. 6/ 24, S. 9/ 26, S. 4 und BUSCHMANN, LÄMMER (Hrsg.), New Aspects , S. 117.

Tab. 9: Sommerakademie 2003 ISHPES - Bulletin: 25, S. 4-5.

Tab. 10: Sommerakademie 2004 POULSEN an SCHÖNHERR, Participants, E-Mail datiert auf den 6.7.2005.

Tab. 11: Sommerakademie 2005 POULSEN an SCHÖNHERR, Participants, E-Mail datiert auf den 6.7.2005.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„ The philosophy of ISHPES is to bring together sport historians and sport histories, to reconstruct traditions from different cultures (not only dominant cultures) to support communication and cooperation, to im- prove mutual understanding, and contribute to the progress of knowl- edge and science. “ 1

1.1 Thema, Forschungslage und Relevanz der Untersuchung

In dieser Arbeit werden die Entstehung, die Entwicklung und Strukturen der

Internationalen Gesellschaft für die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES) untersucht. Die ISHPES ging 1989 aus der Verschmelzung der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (HISPA) und des Internationalen Komitees für Geschichte des Sports und der Körpererziehung (ICOSH) hervor. Während die HISPA westeuropäi- sche Sporthistoriker vereinigte, setzte sich das ICOSH hauptsächlich aus Sporthistorikern zusammen, die aus osteuropäischen Staaten stammten. Beachtet man den Zeitraum, in dem der Verschmelzungsprozess stattfand, so wird deutlich, dass dieser in die Phase des kalten Krieges eingebettet war. Als Weltverband und Dachorganisation der Sporthistoriker arbeitet die ISHPES mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen Verbänden zusammen. Das bedeutet zum Einen, dass die Organisation mit sporthistori- schen Gesellschaften kooperiert und zum Anderen, dass sie enge Kontakte zu Verbänden unterhält, die von ihrer Ausrichtung her die Mutterdisziplinen - Sport und Geschichte - und nicht die Fachdisziplin in den Vordergrund stel- len. Insbesondere wird die ISHPES vom Weltrat für Sportwissenschaft und Körpererziehung (ICSSPE) unterstützt und ist an den Weltverband für Ge- schichte (ICHS) angebunden. Auch wenn die ISHPES als internationale Ge- sellschaft das Ziel hat, als Dachverband zu fungieren, muss an dieser Stelle betont werden, dass zwei weitere, unabhängige Vereinigungen bestehen, die sich mit der Erforschung der Sportgeschichte beschäftigen. Zum Einen hat sich die International Society of Olympic Historians (ISOH), die 1991 gegrün- det wurde, „[…] zum Zweck gesetzt, die Olympischen Spiele und die Olympi- sche Bewegung zu fördern und zu erforschen.“2 Zum Anderen existiert seit 1995 das Europ äische Komitee für Sportgeschichte (CESH)3, als multinationale Vereinigung, die ebenfalls zum Ziel hat, die Forschung im Bereich der Sportgeschichte voranzutreiben.4

Die ISHPES wurde bisher nur ansatzweise untersucht. Gertrud Pfister5 hat 2002 einen mehrseitigen Aufsatz über die Gesellschaft veröffentlicht, der aufgrund des geringen Umfangs allerdings nur einen Überblick liefert, so sind einzelne Themengebiete nicht umfassend erörtert worden. Darüber hinaus ist der Beitrag als „Eine ganz persönliche Geschichte“ tituliert und spiegelt die biographischen Erfahrungen und Erinnerungen aus Sicht der Autorin wider.6 Weitere Werke, die die Strukturen der Gesellschaft analysieren, existieren nicht. Die ISHPES dient primär als Plattform, die die sporthistorische For- schung fördert, allerdings nicht unmittelbar dazu, „erforscht zu werden“. In- folgedessen weist der aktuelle Forschungsstand rudimentären Charakter auf. Übergeordnetes Ziel der Arbeit ist es, dieser Forschungslücke entgegenzu- wirken und die ISHPES umfassend darzustellen. Des Weiteren wird der Fra- gestellung nachgegangen werden, inwiefern es der Gesellschaft gelang als internationaler Verband weltweit vertreten zu sein. Aus diesem Grund wird anhand unterschiedlicher Parameter erforscht werden, ob sie in ihrer Aus- richtung lokal Schwerpunkte setzt oder ob weltweit ein Gleichgewicht be- steht. Insbesondere wird dieser Sachverhalt anhand der geographischen Verteilung der Mitglieder, der Herkunftsländer der Amtsinhaber und Preisträ- ger sowie der lokalen Ausrichtung der Veranstaltungen untersucht werden.

Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse weist das Thema eben- falls ein praktisches Erkenntnisinteresse auf. Denn es wird sich zeigen, dass nicht nur im Bereich der Mitgliederstrukturen, insbesondere in Bezug auf das Wachstum der Gesellschaft, sondern auch im Hinblick auf die Frage, wie in- ternational die Vereinigung wirklich agiert, Handlungsbedarf besteht.

1.2 Methodik, Vorgehensweise und Quellenlage

Die Arbeit setzt sich aus vier Zentralthemen zusammen. Sowohl die Vorgeschichte und der Zusammenschluss als auch die Struktur der Organisation und die Veranstaltungen sowie die Preise und Preisträger markieren die wichtigsten Bereiche der Gesellschaft.

Die Hauptbereiche von ISHPES beinhalten nach Thierry Terret7 :

„ [ … ] die Produktion von Wissen und die Verlagst ätigkeiten, die Organi sation von wissenschaftlichen Veranstaltungen, die Kommunikation zwi schen den Mitgliedern der wissenschaftlichen Gemeinschaft und darüber hinaus die Ausbildung und die Forschung [ … ]. “ 8

Jeder Kernbereich wird in dieser Arbeit dargestellt und untersucht werden. Damit eine vollständige und umfassende Betrachtung der ISHPES gewährleistet wird, muss darüber hinaus auf die Organisationsstruktur und die Vorgeschichte eingegangen werden.

Um die Strukturen und Hintergründe der ISHPES zu durchdringen, werden in Kapitel 2 zunächst diejenigen Organisationen vorgestellt werden, aus denen die ISHPES hervorgegangen ist. Im Anschluss wird der Verschmelzungspro- zess der Vorgängerorganisationen untersucht werden. Es bietet sich an mit der Vorgeschichte zu beginnen, denn eine chronologische Reihenfolge ist die Voraussetzung für eine nachvollziehbare Darstellung. Außerdem erleichtert das Hintergrundwissen aus dem zweiten Kapitel dem Leser, die Thematik in den weitern Kontext einzuordnen.

Im dritten Kapitel werden die Strukturen der Organisation explizit erörtert werden. Im Wesentlichen werden drei Hauptgebiete erforscht. Zu Anfang werden die Organe behandelt werden. Dabei werden zunächst die Strukturen der Mitglieder untersucht werden. Mit Hilfe einer Mitgliederstatistik wird ge- prüft werden, ob es der Organisation gelang, zu wachsen. Außerdem wird analysiert werden, aus welchen Staaten die Mitglieder überwiegend stamm- ten. Schließlich wird die Organisationsstruktur verdeutlicht werden und es werden die Amtsinhaber der ISHPES behandelt werden. Darauf folgend wird gezeigt werden, dass die Gesellschaft mit internationalen und nationalen Verbänden kooperiert. Im letzten Teil werden die Publikationsorgane, mit denen die Gesellschaft die Kommunikation intern und extern gewährleistet, dargelegt werden.

Das vierte Kapitel, das als Zentralthema die Veranstaltungen behandelt, un- terteilt sich in die Unterthemen Kongresse und Seminare sowie das Thema Sommerakademie. Während die Kongresse und Seminare hauptsächlich dazu ausgerichtet werden, dass renommierte Wissenschaftler ihre sporthisto- rischen Forschungsergebnisse präsentieren und diskutieren können, dient die Sommerakademie dem Zweck, junge Nachwuchswissenschaftler zu för- dern. Im Hinblick auf die Kongresse und Seminare wird zum Einen der Fra- gestellung nachgegangen werden, welche Themen die Gesellschaft behan- delte, wer für die Ausrichtung verantwortlich war und ob die Gesellschaft bei der Ausrichtung lokal Schwerpunkte legte. Zum Anderen wird erforscht wer- den wie viele Teilnehmer der Sommerakademie von ISHPES entsandt wur- den und wie viele Teilnehmer ein Thema untersuchten, das einen sporthisto- rischen Bezug aufwies.

Der fünfte Teil wird zeigen, dass die Gesellschaft Preise und Auszeichnungen verleiht, die dazu dienen außerordentliche Forschungsleistungen zu honorieren. Auch hier wird ausgewertet werden, aus welchen Ländern die Preisträger kamen. Anschließend wird das Auswahlgremium im Hinblick auf dessen Herkunft untersucht werden.

In der Schlussbetrachtung werden neben einem Rückblick und den Ergeb- nissen der Arbeit Lösungsansätze geliefert werden, um Defiziten entgegen- zuwirken.

Die Vorgehensweise und Strukturierung der einzelnen Themengebiete wurde deshalb so getroffen, da der Betrachter schrittweise, an die Thematik herangeführt werden soll. Somit wurde eine deduktive Vorgehensweise einer induktiven vorgezogen.

Das Oberthema Organisation und Struktur, welches den Kern der Gesell- schaft charakterisiert, nach den Themen Veranstaltungen und Preise zu be- arbeiten, ist nicht sinnvoll. Aufgrund des hohen Stellenwerts der Veranstal- tungen wurden diese im vierten Teil, vor den Preisen und Auszeichnungen, ausgearbeitet.

Als Quelle und Literatur dienten in erster Linie die Bulletins der ISHPES, die zwei Mal im Jahr publiziert werden. Darüber hinaus bringt die Gesellschaft jährlich ein Proceedingband heraus, welches die Ergebnisse der Kongresse und Seminare widerspiegelt. Der Verfasser erhielt die HISPA- und ISHPES- Bulletins aus der Privatsammlung von Karl Lennartz9, konnte auf das Archiv von Günther Wonneberger10 zurückgreifen und ihm wurden Protokolle von Werner Sonnenschein11 zur Verfügung gestellt. Sowohl die Quellen aus dem Archiv von Günther Wonneberger als auch die Protokolle von Werner Son- nenschein sind beim Verfasser einsehbar.

1.3 Themenwahl

Das Thema der Arbeit wurde aus zwei Gründen vom Verfasser gewählt. Zum Einen absolvierte er ein Praktikum zur Vorbereitung und Durchführung des 9. ISHPES-Kongresses in Köln 2005 und hatte somit die Möglichkeit ein The- ma zu behandeln, das in einem unmittelbaren Bezug zu seinem Praktikum steht. Zum Anderen stellte er bei der Literaturrecherche fest, dass die Ge- sellschaft bislang nur ansatzweise untersucht wurde und eine Forschungslü- cke besteht. Um diesen Mangel zu beheben, wählte er dieses Thema aus.

Der besondere Dank des Verfassers gilt Karl Lennartz für die Bereitstellung der HISPA- und ISHPES-Bulletins sowie Günther Wonneberger, der einen Teil seines Archivs zur Behandlung des ICOSH-Teils zur Verfügung stellte. Darüber hinaus gilt der Dank dem langjährigen Generalsekretär des ICSSPE, Werner Sonnenschein, für die Bereitstellung der Verhandlungsprotokolle zur Verschmelzung von HISPA und ICOSH.

2 Vorgeschichte und Zusammenschluss

Um die Strukturen und Hintergründe der ISHPES zu verstehen, werden in Kapitel 2.1 und Kapitel 2.2 die beiden Organisationen dargestellt werden, aus denen die ISHPES hervorgegangen ist. Zur besseren Vergleichbarkeit der beiden Gesellschaften, wird eine Vorgehensweise gewählt werden, nach de- ren Muster beide Organisationen erörtert werden. Die Gesellschaften werden weitestgehend chronologisch auf folgende Inhalte untersucht werden: Ent- stehung und Geschichte, Ziele, Kooperationspartner, Sprachen, Tagungsor- te, Zahl der Teilnehmer an den Veranstaltungen und die Anzahl der Beiträge, Mitgliederstrukturen, Mitgliederentwicklung und Amtsinhaber.

Kapitel 2.3 wird den Prozess der Abspaltung der HISPA und der Vereinigung von HISPA und ICOSH widerspiegeln. Darüber hinaus werden Komplikationen aufgezeigt werden, die aufgrund der Verhandlungen und unterschiedlicher Interessensgebiete auftraten. Politische Dispositionen und Haltungen der Funktionäre beider Organisationen sind dafür verantwortlich, dass der Prozess mehrere Jahre in Anspruch nahm.

2.1 HISPA

Die HISPA wurde am 12. Juli 1973 in Zürich gegründet12 und existierte - annähernd sechzehn Jahre - bis zur Gründung der ISHPES „[…] during the 13th International HISPA Congress in Olympia in 1989 […]“.13 Die Gründung der HISPA war in das „Zweite Internationale Seminar für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports“ eingebettet.14

Das Ziel der HISPA bestand darin, „[…] Forschung, Lehre und Studium in einem wichtigen Bereich der Kulturgeschichte […]“15 zu fördern. Außerdem wollte sie „[…] durch ihre Tätigkeit nicht nur den wissenschaftlichen Informa- tionsaustausch verbessern, sondern […] auch einen spezifischen Beitrag zur internationalen Verständigung im Sinne der UNESCO leisten.“16 Darüber hinaus verfolgte sie den Zweck, folgende Bereiche zu fördern:

„ [ … ] die graduierten und postgraduierten Studien, die Lehre und die Forschung in der Geschichte der Leibeserziehung, des Sports und ver wandter Bereiche; [ … ] die persönlichen Kontakte unter den Historikern aller Länder; die Mitarbeit, den Austausch und die Publikationen in der Geschichte und deren verwandten Wissenschaften. “ 17

Die HISPA kooperierte mit Vereinigungen, die gleichartige Ziele verfolgten. Insbesondere strebte sie „[…] mit dem Komitee “Geschichte des Sports“ im “Weltrat für Leibeserziehung und Sport“ (CIEPS-ICSPE), mit den regionalen Arbeitsgruppen für die Geschichte des Sports in Asien und Afrika sowie der “Nordamerikanischen Gesellschaft für Sportgeschichte (NASSH) [eine Zu- sammenarbeit an].“18 Gleichermaßen arbeitete die HISPA bei der Ausrich- tung ihrer Seminare und Kongresse mit Kooperationspartnern zusammen. So wurde das dritte Seminar der HISPA, welches 1974 in Wien tagte,

„ [ … ] in Verbindung mit mehreren internationalen Organisationen (FIEP, ICHPER, FIMS, ISSP, ICCS, CIH-CIEPS, ISA-CIEPS) vom Institut für Leibeserziehung der Universit ät Wien und der “ Wissenschaftlichen Ge- sellschaft für Leibeserziehung und Sport “ im neuen Universit ätssport- zentrum durchgeführt. “ 19

In ähnlicher Weise kooperierte die HISPA beispielsweise bei der Ausrichtung ihres Seminars in Belgien 197520, 1979 auf dem Kongress in Schweden21 und 1983 in Kanada22. Darüber hinaus betonte Roland Renson23 1985 die Wichtigkeit des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit mit „[…] ICHPER, ICSSPE, ICOSH, […], (SVIF), FIEP, Paedagogica Historica und TAASP.“24

Einen sehr hohen Stellenwert räumt die HISPA der Ausrichtung ihrer Semi- nare ein:

„ Sie hat sich insbesondere die Aufgabe gestellt, durch die Veranstaltung von Seminaren, [ … ] den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Fachkollegen zu verbessern und die interdisziplin äre Zusammenarbeit zu intensivieren. “ 25

Die ersten Veranstaltungen titulierte die HISPA als Seminare26, erst ab 1976 wurde von Kongressen gesprochen. Das „Erste Internationale Seminar für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports“ reihte sie in die Serie der HISPA-Seminare und HISPA-Kongresse ein, obwohl

„ [ … ] the first international conference in Paris was held before HISPA was even founded, since the Association for the History of Physical Education and Sport was officially established in Zurich in 1973. ” 27

Insgesamt richtete die HISPA, wenn man das erste Seminar in Zürich mit- zählt, dreizehn Seminare und Kongresse aus. Tabelle 7 im Anhang zeigt, dass zwölf der dreizehn Veranstaltungen in Europa stattfanden. Hierbei lag der Schwerpunkt deutlich auf westeuropäischen Staaten. Im Gegensatz dazu fand nur eine Durchführung außerhalb Europas statt, denn Edmonton 198728 „[…] marked the first [and first of all the last] time that the Congress had been held outside Europe […].”29 Im weiteren Verlauf der Arbeit wird das Span- nungsverhältnis, das insbesondere bis 197730 zwischen HISPA und ICOSH bestand, erörtert werden und somit Aufschluss geben, weshalb die HISPA ihren Wirkungsraum in erster Linie im westlichen Bereich Europas hatte.

Bis zum Kongress 1981 in Portugal fanden die Tagungen jährlich statt, erst danach wurden die Veranstaltungen in einem zweijährigen Turnus abgehalten. Vergleicht man die Anzahl der Teilnehmer, die die Kongresse beziehungsweise Seminare besuchten, war zunächst eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Denn das Seminar in Zürich 1973 wurde von 60

Teilnehmern besucht31, in Paris 1978 hingegen nahmen 150 Personen32 teil. Dagegen nahm die Anzahl bei den beiden nachfolgenden Veranstaltungen - Uppsala33 und Lissabon34 - wieder ab. Der letzte Kongress in Athen und O- lympia 1989 wurde von „[…] ca. 90 Teilnehmern aus 27 Ländern […] [be- sucht].“35 Mit den thematischen Inhalten und bei der Ausrichtung ihrer Veran- staltungen wandte sich die HISPA neben Fachhistorikern ebenfalls an

„ [ … ] Sportwissenschaftler und Vertreter verwandter Disziplinen aus fast allen Universit ätsberechen (P ädagogik, Philologie, Theologie, Wirt schaft, Medizin, Recht u.a.) [ … ]. “ 36

Ihrem Anspruch als „internationale Gesellschaft“ wurde die HISPA gerecht, denn die Seminar- und Kongressteilnehmer kamen, zumindest bei den Ta- gungen, über die die Bulletins Daten liefern, aus dreizehn37 bis 2738 Ländern und in Paris 1978 „[…] aus allen 5 Kontinenten“.39 Der letzte Kongress in Olympia und Athen „[…] was attended by participants from 27 different coun- tries and from 5 different continents”.40 Die offiziellen Sprachen der HISPA waren Französisch, Deutsch und Englisch.41 Gleichermaßen wurden als offi- zielle Kongresssprachen in der Regel, außer in Uppsala 197942, Englisch, Deutsch und Französisch anerkannt.43 Außerdem wurden in Löwen Nieder- ländisch44 und in Lissabon Portugiesisch45 als offizielle Sprachen installiert.

Darüber hinaus standen in Mainz 1976 für Russisch46 und in Paris 1978 für Russisch und Spanisch47 Dolmetscher zur Verfügung. Die Kongressthemen hatten, wie man der Tabelle 7 im Anhang entnehmen kann, fast immer uneingeschränkt sporthistorischen Bezug, dagegen war das Zentralthema in Lissabon - „Sport und Religion“ - weiter gefasst.48

Wie bereits dargelegt wurde, hatte die HISPA das Ziel, den Informationsaustausch zwischen Fachhistorikern zu verbessern.49 Um dieses zu erreichen, veröffentlichte sie in ihrem Publikationsorgan - HISPA-Bulletin - die Mitgliederlisten und die Adressen der Mitglieder. Laut Artikel 3.1 der HISPAStatuten nahm die Gesellschaft als Mitglieder „[…] in der Regel Forscher, Professoren und Kollektivmitglieder aus Westeuropa (OECD) und aus einigen anderen Ländern auf.“50 Jedoch wurde der Artikel auf der zweiten Generalversammlung in Dartford 1977 weitergefasst:

„ Die Gesellschaft nimmt Einzelpersonen und Institutionen auf, die sich mit der Geschichte des Sports und der Leibeserziehung in Forschung, Lehre oder Studium befassen. “ 51

Neben Ehrenmitgliedern, Einzelmitgliedern und assoziierten Mitgliedern ge- hörten ihr Kollektivmitglieder an.52 Den Schwerpunkt ihrer Arbeit legte die HISPA auf Europa, nahm „[…] aber Mitglieder aus aller Welt auf.“53 Unter- sucht man die Entwicklung der Anzahl der Mitglieder der HISPA von 1973 bis 1986, so stellt man fest, dass es ihr auf der einen Seite gelungen ist, ihre Mitgliederzahl stark zu erhöhen, und auf der anderen Seite, dass sie darüber hinaus die Anzahl der Herkunftsländer, aus denen die Mitglieder kamen e- benfalls stark erhöhen konnte (Vgl. Abb. 1). Zwischen 1973 und 1986 konnte die HISPA ihre Mitgliederzahl annähernd um das 3,5-Fache steigern. In ähn- licher Weise konnte sich die HISPA multinational ausdehnen. Während ihr 1974 Mitglieder aus 32 Ländern angehörten,54 stieg diese Zahl innerhalb von fünf Jahren auf 55 Länder an.55

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Mitgliederentwicklung der HISPA von 1973-1986

Im folgenden Abschnitt wird untersucht werden, wer die Amtsinhaber und Funktionäre der HISPA waren, welche Ämter sie inne hatten und für wie lange sie die Gesellschaft lenkten. Allerdings werden nur die Funktionen des Präsidenten, der Vizepräsidenten, Generalsekretärs sowie die des Schatzmeisters herausgestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Amtsinhaber der HISPA von 1973 bis 1989

Auf die übrigen Amtsinhaber des Gesellschaftsrats wurde verzichtet. Tabelle 1 verdeutlicht, dass zwei Amtsinhaber mehrmals von der Generalversamm- lung, dem höchsten Organ der HISPA56, gewählt wurden und Amtsinhaber verschiedener Ämter waren. Manfred Lämmer57 (gelb hinterlegt) war von 1973 bis 1977 Generalsekretär.58 Auf der zweiten Generalversammlung in Dartford wurde er 1977 zum Präsident59 der HISPA gewählt und von 1981 bis 1989 amtierte er als Vizepräsident60. Er war der einzige Funktionär der HISPA, der ohne Unterbrechung ein Amt bekleidete. Ebenfalls mehrmals gewählt wurde Roland Renson (grün hinterlegt). Renson war von 1977 bis 1985 Generalsekretär der HISPA.61 Darüber hinaus wurde er von 1985 bis 1989 zum Präsidenten der HISPA gewählt.62

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die HISPA von 1973 bis 1989 existierte, das bedeutet nahezu sechzehn Jahre. Sie verfolgte das Ziel, die Forschung, die Lehre und das Studium im Bereich der Geschichte der Lei- beserziehung und des Sports zu fördern. Außerdem verbesserte sie die Mög- lichkeiten des Informationsaustausches. Die HISPA kooperierte mit nationa- len und internationalen Organisationen und richtete dreizehn Seminare und Kongresse aus. Die offiziellen Sprachen der HISPA waren Deutsch, Englisch und Französisch. Sowohl bei einem Teil der Tagungen als auch innerhalb der Mitgliederstruktur waren Teilnehmer aus allen fünf Kontinenten zu ver- zeichnen. Im Hinblick auf die Anzahl der Mitglieder konnte die HISPA zwi- schen 1973 und 1986 einen hohen Zuwachs aufweisen. Der einzige Amtsin- haber, der während allen vier Wahlperioden ein Amt bekleidete war Manfred Lämmer.

2.2 ICOSH

Westeuropäische Historiker betonen, dass osteuropäische Vereinigungen in sozialistischen Gesellschaftsformen in der Ära des kalten Krieges ideologisch geprägt waren - Systemkonflikt. Der Historiker Christoph Kleßmann sah in der stalinistischen Transformation:

„ [ … ] die rücksichtslose Ausschaltung jeder Opposition, die bürokratische Kontrolle des gesamten Staatsapparats und der gesellschaftlichen Organisationen durch die „ führende Partei “ [ … ]. “ 63

Funktionäre derartiger Organisationen mussten sich dem System unterord- nen und standen unter politischer Beobachtung. Folglich mussten Genossen und Genossinnen aus diesen Staaten, um aufzusteigen zu können, system- konform agieren. Kontrollierende Einrichtungen waren die Politbüros, die mit ihren ausführenden Organen wie beispielsweise der Staatssicherheit dafür sorgten, dass die ideologischen Richtlinien des Marxismus eingehalten wur- den. Um die Spannungen zu verstehen, die insbesondere zu Beginn der bei- den parallel existierenden Organisationen - HISPA und ICOSH - bestanden, ist es wichtig die Thematik unter dem oben dargelegten Hintergrund zu be- trachten.

Im Folgenden wurde das ICOSH nüchtern und sachlich erörtert und darge- stellt. Der Verfasser nahm eine distanzierte Position ein und berief sich auf die Informationen, die er belegen konnte. Allerdings bleibt festzuhalten, dass die verfügbaren Protokolle und Beiträge aus Archiven ehemaliger sozialisti- scher Staaten ebenfalls systemkonform verfasst werden mussten, so dass die Ideologie geschützt und die „Sicherheit“ gewährleistet wurde und diese Staaten den Anschein vermitteln wollten, unvoreingenommen zu sein. Pres- sefreiheit und Meinungsfreiheit wie in westlichen Ländern gab es in sozialisti- schen Staaten nicht.

Das ICOSH wurde 1967 in Prag gegründet.64 Ernst Jokl65, Leiter des CIEPS- Forschungskomitees, war der Initiator der Gründung „[…][einer] Arbeitsgrup- pe „Geschichte des Sports und der Körpererziehung“ […].“66 Anders als die HISPA war das ICOSH „[…] ein Unterkomitee des Weltrates für Sportwis- senschaft und Leibeserziehung/Körperkultur (CIEPPS/ICSSPE).“67 Um den Stellenwert des ICSSPE als Dachorganisation und dessen Bedeutung für den Sport und das ICOSH darzulegen und um die Strukturen und Beziehun- gen zwischen den Organisationen zu verdeutlichen, muss an dieser Stelle auf das ICSSPE, vor 1982 ICSPE, eingegangen werden. Das Council ist:

„ [ … ] a worldwide promoter of research and communication in the broad areas of sport science and physical education. Almost 200 organisations and institutes of research and higher learning currently take advantage of ICSSPE membership. [ … ] The council accepts commissions from the United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO), the International Olympic Committee (IOC) and the World Health Organization (WHO), appointing [ … ] experts to undertake the necessary research and to report back. ” 68

Es bestand somit eine indirekte Verbindung des ICOSH zur UNESCO, denn „[…] ICOSH belong[ed] to the ICSPE, which, in turn [was] linked with Unesco as a status A organisation […]”.69 Der A-Status bedeutete, dass die Gesellschaft den höchsten Rang einer nicht staatlichen Organisation bei der UNESCO genoss und im Vergleich zu Organisationen mit B-, C-, oder D- Status höher gestellt war. Sie wurde infolgedessen von der UNESCO beauftragt, Tagungen abzuhalten und Beschlüsse zu fassen.

Die HISPA „[…] umfasste vor allem Sporthistoriker aus Ländern der westlich orientierten Welt […], während ICOSH […] Sporthistoriker aus der ganzen Welt, vor allem auch solche aus “Ostblock“-Ländern […] (auch HISPA) ver- einigte […].“70 Beispielsweise beweist der Beschluss der Mitgliederversamm- lung, dass der Verband das Ziel verfolgte, Mitglieder von multinationaler Her- kunft zu rekrutieren, denn:

„ According to our ideology and working plan from our general assembly meeting 1982 in Magglingen/Macolin in Switzerland one important guideline for the work of ICOSH has been to spread the membership of the organization to as many countries as possible. ” 71

Laut den Statuten verfolgte die ICOSH die folgenden Zielsetzungen:

„ [Die] Förderung der historischen Forschung auf dem Gebiet des Sports und der Körpererziehung, [die] Erarbeitung historischer Problemstellun- gen auf dem Gebiet des Sports und der Körpererziehung, [au ß erdem die] Unterstützung und Organisation der Informationst ätigkeit auf dem Gebiet der Geschichte des Sports und der Körpererziehung, [die] Orga- nisation von internationalen Seminaren, Symposien oder Konferenzenüber einschl ägige Themen in Zusammenarbeit mit seinen nationalen Vertretern, seinen regionalen und kontinentalen Abteilungen und allen anderen Organen mit gleicher Zielsetzung, [darüber hinaus die] Zusam- menarbeit mit den Ausschüssen und Arbeitsgruppen des Weltrates und mit historischen Gesellschaften. “ 72

Um ihre Ziele zu verwirklichen kooperierte das ICOSH, wie aus obigen Ziel- setzungen zu entnehmen ist, mit anderen Organisationen. Der Sporthistori- ker und zu diesem Zeitpunkt amtierende Präsident des CIEPS-Komitees Günther Wonneberger betonte 1978 in Budapest in der Eröffnungsrede auf der ersten europäischen Konferenz für sporthistorische Information die Wich- tigkeit zur Kooperation mit anderen Organisationen. Zum Einen kooperierte ICOSH „[…] with the leading circles of CIEPS […]”73 und somit indirekt mit FIEP, IASI, AIESEP und der Society of Sports-Psychology, zum Anderen legte die Gesellschaft Wert darauf, „[…] to form connections with the existing national societies, groups, in order to gain delegates.”74 Beispielsweise arbei- tete das Komitee auf dem vorolympischen internationalen wissenschaftlichen Kongress 1976 in Quebec mit der Kanadischen Gesellschaft für Sportge- schichte zusammen.75 Außerdem informierte das ICOSH in seinem Publika- tionsorgan darüber, dass es 1979 anstrebte, die Kooperation zur Sportsozio- logischen Gesellschaft, zum Forschungskomitee des CIEPS, zur NASSH und zur asiatischen Gruppe der Sporthistoriker einzuleiten oder zu vertiefen.76 Um eine Aussage darüber machen zu können, inwieweit die HISPA und das ICOSH - als internationale Vereinigungen für Sportgeschichte - bereit waren zu kooperieren, muss an dieser Stelle die Beziehung der Organisationen zu- einander angeschnitten werden.77 Obwohl das Verhältnis zwischen der HISPA und der ICOSH aufgrund der „[…] Gründung einer separaten interna- tionalen Organisation, der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports […]“,78 durch Louis Burgener79 zunächst angespannt war, kam es unter der Präsidentschaft von Manfred Lämmer in der HISPA zur Annäherung der beiden Organisationen.80 Den Grundstein für die partnerschaftlichen Beziehungen legten Günther Wonneberger und Man- fred Lämmer im Oktober 1977 bei einem Treffen in Köln.81 Folglich resultierte daraus die Bereitschaft beider Organisationen zur Kooperation. Auch nach der Wahl des neuen HISPA Präsidenten, Gerald Redmond82, 1981 zielten die Gesellschaften weiterhin darauf ab, zusammenzuarbeiten. In ihrem Pub- likationsorgan HISPA Bulletin und ICOSH Bulletin informierten die Organisa- tionen ihre Mitglieder von den Veranstaltungen der jeweils anderen Gesell- schaft.83 Einerseits wurden Tagungstermine und die Themenwahl der Veran- staltungen miteinander abgestimmt, andererseits wurde die Teilnahme an den Tagungen der jeweils anderen Organisation angeregt.84 Um den Infor- mationsaustausch im Gebiet der Sportgeschichte zu fördern, wurde der In- ternationale Ausschuss für sporthistorische Information ISHIA gegründet. Die ISHIA als „[…] a non permanent committee for cooperation between ICOSH, HISPA and IASI in the field of documentation“85 diente als Plattform zur Zusammenarbeit.

Die Zielsetzungen des ICOSH wurden bereits dargelegt. Laut den Statuten des Komitees räumte die Gesellschaft der „[…] Organisation von internatio- nalen Seminaren, Symposien oder Konferenzen über einschlägige Themen […]“86 einen hohen Stellenwert ein. Aufgrund der Arbeit des ICOSH- Präsidiums konnten insgesamt neunzehn Veranstaltungen in 22 Jahren ab- gehalten werden. Auf die besondere Situation der Gründungsveranstaltung der ISHPES in Olympia wird hier nicht nochmals explizit eingegangen wer- den. Allerdings wurde Olympia als eine der 22 Veranstaltungen mitgezählt.87 Folgende Tagungsorte markierten den Aktionsradius des ICOSH:

„ Prag 1967, Madrid 1971, Chatenay-Malabry 1972, Sofia 1972, Buda- pest 1972, Alexandria 1973, Brüssel 1973, Moskau 1974, Prag 1975, Quebec 1976, Liege 1977, Budapest 1978, Tokio 1978, Berlin 1979 [DDR], Tbilissi 1980, Magglingen 1982, Oslo 1984, Sarajewo 1988, O- lympia 1989. “ 88

Im Gegensatz zur HISPA, die bei der Wahl ihrer Tagungsorte in erster Linie Westeuropa den Vorzug gab, richtete das ICOSH seine Veranstaltungen nicht nur in osteuropäischen Staaten - neun Mal -, sondern auch in Westeu- ropa - acht Mal - aus. Somit war das Verhältnis zwischen Osteuropa und Westeuropa im Hinblick auf die Tagungsorte verhältnismäßig ausgeglichen.

Erörtert man, inwieweit das ICOSH seinen Wirkungsraum international aus- dehnen konnte, so stellt man fest, dass mit Tokio, Quebec und Alexandria ebenso Tagungsorte vertreten waren, die nicht zu Europa gehören. Das ICOSH richtete folglich Veranstaltungen auf vier Kontinenten aus. Vergleicht man die Anzahl der Teilnehmer, die die Konferenzen, Symposien und Semi- nare besuchten, stellt man fest, dass die Anzahl stark divergierte. Der Inter- nationale sportwissenschaftliche Kongress in Moskau 1974 „[…] was atten- ded by 800 scientists from 43 countries […]“89, in Oslo 1984 fanden sich hin- gegen nur 43 Teilnehmer ein.90 Der Grund für die Schwankungen ist darin zu sehen, dass einige Veranstaltungen in Tagungen, die neben der Sportge- schichte weitere sportwissenschaftlichen Disziplinen behandelten, eingebet- tet waren.91 Infolgedessen keine klare Aussage über die Entwicklung der Teilnehmerzahl gemacht werden. Ebenso wenig kann ein Durchschnittswert, der Aufschluss über die durchschnittliche Anzahl von Besuchern aller ICOSH-Veranstaltungen gibt, gebildet werden. Dennoch lässt sich, insbe- sondere für die Veranstaltungen ab Berlin 1979, ein Richtwert ermitteln, der in diesem Zusammenhang zumindest eine Tendenz aufweist. In Berlin waren 12292, in Magglingen circa 7093, in Oslo 4394, in Kobe 7795 und in Sarajevo 5996 Teilnehmer anwesend. Durchschnittlich wurden diese Veranstaltungen von 74 Teilnehmern besucht. Die Veranstaltung in Tbilissi wurden nicht ein- kalkuliert, da diese im Rahmen des vorolympischen Kongresses tagte und somit nicht die Zahl der anwesenden Sporthistoriker aufweist.

Die offiziellen Kongresssprachen waren nicht einheitlich, sondern variierten zwischen den Veranstaltungen. Allerdings war Englisch, zumindest bei den Veranstaltungen, für die in der Literatur Angaben gemacht wurden, immer vertreten. Dominant waren auch die Sprachen Deutsch und Französisch. An dieser Stelle wirft sich die Frage auf, welcher Sprachen sich das Komitee bei der Kommunikation im Allgemeinen bediente. In ähnlicher Weise zu den Kongressen, waren Englisch, Französisch und Deutsch überwiegend vertre- ten. Während die ersten Bulletins in Englisch und Französisch publiziert wur- den, wurden Informationen und Berichte in späteren Ausgaben teilweise auch in Deutsch veröffentlicht.

Laut den Statuten des Komitees gab es vier Arten von Mitgliedern im engeren Sinne, diese umfassten „ [ … ] die offiziellen Vertreter der competenten [sic.] nationalen Gremien bzw. kooptierten nationalen Delegierten, die offiziellen Vertreter interna- tionaler kompetenter Organisationen, langj ährige aktive korrespondie- rende Mitglieder als Einzelperson auf Vorschlag des Pr äsidiums, [und] die von der Generalversammlung gew ählten Mitglieder des Pr äsidi- ums. “ 97

Darüber hinaus wurden als „stimmrechtlose“ korrespondierende Mitglieder, „[…] alle […] kompetenten Personen […] zugelassen.“98 Außerdem konnten Mitglieder den Status von Ehrenmitgliedern erwerben, sofern die Generalversammlung dem Vorschlag des Präsidiums folgte.99

Eine Mitgliederstatistik lässt sich nicht erstellen. Das ICOSH publizierte im Bulletin im Regelfall die Vertreter des Präsidiums mit den Funktionen des Präsidenten, der Vizepräsidenten und des Generalsekretärs - das so ge- nannte Büro - und weitere Mitglieder des Präsidiums. Über die nationalen Delegierten und die korrespondierenden Mitglieder wird nicht immer eine An- gabe gemacht. Dennoch wird im Folgenden ein Überblick über die Mitglie- derstruktur gegeben werden. Auf die Namen der einzelnen Vertreter wird zunächst verzichtet werden. Allerdings werden die Funktionäre des Büros im späteren Teil in Bezug auf ihre Amtsdauer namentlich in Tabelle 2 erfasst werden. Bei der Gründung gehörten dem Präsidium vier Mitglieder der Füh- rungsspitze und acht weitere Mitglieder an.100 Die Anzahl der Personen, die im Präsidium vertreten waren, belief sich auf durchschnittlich dreizehn bis vierzehn.101 1982/83, hatte das ICOSH 90 Mitglieder. Diese setzten sich zu- sammen aus 36 Mitgliedern im engeren Sinne und 54 korrespondierenden Mitgliedern. Die Mitglieder kamen aus Australien, Belgien, Bulgarien, Kana- da, der CSSR, Kuba, Finnland, Frankreich, der BRD, der GDR, Ungarn, Hol- land, Indien, Irak, Island, Japan, dem Libanon, Korea, Luxemburg, Neu See- land, Malawi, Polen, Norwegen, Österreich, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Türkei, den USA, der USSR, dem Vereinigten Königreich und Jugoslawien. Auch das ICOSH wird seinem internationalem Anspruch ge- recht, denn Mitglieder aus 31 Staaten und das Verneigte Königreich von al- len fünf Kontinenten waren vertreten.102

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Amtsinhaber des ICOSH von 1967 bis 1989

Im folgenden Abschnitt wird untersucht werden, wer die Amtsinhaber und Funktionäre der ICOSH waren, welche Ämter sie inne hatten und für wie lan- ge sie die Gesellschaft lenkten. Allerdings werden aus Gründen der Über- sichtlichkeit nur die Funktionen des Präsidenten, der Vizepräsidenten und des Generalsekretärs dargestellt.

Tabelle 2 verdeutlicht, dass sowohl Günther Wonneberger (gelb hinterlegt) als auch Jujiro Narita103 (grün hinterlegt), ein Amt bekleideten, solange das ICOSH existierte. So war Günther Wonneberger von 1967 bis 1972 Vizepräsident, eine Dekade lang amtierte er als Präsident und ab 1983 wurde er zum Ehrenpräsident104 der Organisation ernannt. Jujiro Narita hingegen war von 1967 bis 1989 Vizepräsident des ICOSH.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das ICOSH „[…] als ständige Einrichtung des Weltrates für Sport und Körpererziehung […]“105 von 1967 bis 1989 existierte. Oberziel des Komitees war die Förderung der sporthistorischen Forschung und des Informationsaustausches. Als Vehikel dienten Publikationen und die Veranstaltung von Tagungen zur „[…] Erarbeitung historischer Problemstellungen.“106 Günther Wonneberger stellte drei Forschungsschwerpunkte bei der Arbeit des ICOSH heraus:

„ Herausgearbeitet und belegt wurde wiederholt die gro ß e Bedeutung der Sportgeschichte für die Ausbildung und geistige Profilierung zukünftiger Sportlehrer, Trainer und Funktion äre sowie für die Vorbereitung von Leistungsentscheidungen in internationalen und nationalen Organisatio- nen [ … ]. Eine sehr gro ß e Rolle spielten die Probleme der olympischen Geschichte. [ … ] St ändig und durchg ängig wurde die Frage nach dem Grad der gesellschaftlichen (politischen) Determiniertheit des Sports diskutiert [ … ]. “ 107

Das ICOSH kooperierte mit nationalen sowie internationalen Gesellschaften und Verbänden. Insgesamt richtete es in Eigenregie oder eingebettet in an- dere Veranstaltungen mit sportwissenschaftlichem Hintergrund 22 Tagungen aus. Dabei agierte das Komitee multinational. Ebenso kamen die Mitglieder, die dem ICOSH angehörten, aus allen fünf Erdteilen. Sowohl Günther Won- neberger als auch Jujiro Narita bekleideten immer ein Amt im Komitee.

2.3 Separation und Zusammenschluss der Vorgänger und Gründung der ISHPES

Nachdem in den Kapiteln 2.1 und 2.2 die beiden Vorgängerorganisationen der ISHPES vorgestellt wurden, wird in diesem Kapitel auf die Gründe der Abspaltung der HISPA vom ICOSH 1973, auf die Nachteile des Bestehens zweier separater, parallel agierender, internationaler Gesellschaften und auf den Verschmelzungsprozess von ICOSH und HISPA zur ISHPES 1989 ein- gegangen werden.

Bereits in Kapitel 2.2 wurde gezeigt, dass zwischen den Organisationen HISPA und ICOSH, insbesondere während und nach der Gründung der HISPA, zunächst ein Spannungsverhältnis bestand. Anfang der siebziger Jahre, „ [ … ] wurde L. Burgener/Schweiz bevollm ächtigt, im Namen und Auftrag der CIEPSS-Arbeitsgruppe wissenschaftliche Veranstaltungen in West europa zu organisieren und die Teilnehmer zur Zusammenarbeit mit dem CIEPS-Komitee einzuladen. “ 108

Das hätte bedeutet, dass eine Arbeitsgruppe und keine separate Gesell- schaft ins Leben gerufen worden wäre. Dennoch entstand statt der CIEPSS- Arbeitsgruppe eine eigene, unabhängige Vereinigung für Sportgeschichte in Westeuropa, denn am 12. Juli 1973 auf der Tagung in Zürich wurde die HISPA gegründet, „[…] die damals ausdrücklich keine Verbindung mit CIEPS wünschte, da diese als A-Status-Organisation der UNESCO zu eng mit staatlicher Politik verbunden schien.“109 Dagegen betonten Vertreter der HISPA, dass sie insbesondere mit dem CIEPS-ICSPE eine Kooperation an- strebt.110 An dieser Stelle wird deutlich, dass die Meinungen von Vertretern der beiden Organisationen nicht einheitlich waren. Die Ursachen für die „[…] Gründung einer separaten internationalen Organisation […]“111 hatten aller- dings mehrere Facetten. Zum Einen waren bereits „[…] in 1972 the differ- ences between certain individuals […] to great […].”112 Das bedeutete, dass aufgrund der politischen Ideologien und Differenzen zwischen Ost und West die Zusammenarbeit schwierig war. Denn beispielsweise kritisierte der Gene- ralsekretär des ICOSH, Maurice Verhaegen113, den Präsidenten der HISPA, Louis Burgener:

„ [Burgener had] created a dissident group on the pretext that our Com- mittee was composed of certain people who have a marked political ten- dency. ” 114

Schärfer wurde der Sachverhalt von Steve Bailey115 und Edelfried Buggel formuliert:

„ Some declare that political concerns were the centre of the arguments, and some indicate that distinct ideological viewpoints could not reconcile two approaches to the history of sport: that the 'socialist/ materialist' approach was a historical, while the communists considered the' bourgeois' approach irresponsible. ” 116

Roland Renson charakterisierte den Zeitraum zwischen 1973 und 1977 „[…] as the 'cold war' period in terms of HISPA-ICOSH relationships.“117 Auf der anderen Seite wichen die Arten der Finanzierung und die Organisationsstruktur voneinander ab.118 Das ICOSH wurde durch das ICSSPE beziehungsweise die UNESCO finanziert. Im Gegensatz dazu finanzierte sich die HISPA zu einem Teil aus den Mitgliedsbeiträgen. Während Mitglieder der HISPA bei der Generalversammlung stimmberechtigt waren,119 hatten die korrespondierenden Mitglieder des ICOSH kein Recht zu wählen.120

Aus dem Mangel an Kooperationsbereitschaft der beiden internationalen Vereinigungen resultierten Nachteile, die für die sporthistorische Forschung eine einschneidende Wirkung hatten:

„ As a consequence of the existence of two distinct groups working in the history of sport and physical education, energies were diffused in the 1970s-clashes, overlapping fields of study, and the loss of global col- laborative opportunities. Another feature of this type of open animosity was a loss of status of the discipline among other sport science. The his- tory of sport and physical education has made slower progress as a sport science than some other disciplines. ” 121

Mit der Wahl von Manfred Lämmer zum neuen Präsidenten der HISPA 1977 begann eine Ära der Entspannung. Sowohl er als auch Günther Wonneber- ger suchten einen Weg des Ausgleichs und der Annäherung. Das Treffen zwischen den beiden Präsidenten im Oktober 1977 in Köln veränderte die Beziehungen der Organisationen nachhaltig, denn beide Präsidenten formu- lierten das Ziel, dass die Gesellschaften ihre Unabhängigkeit gegenseitig anerkennen und als gleichberechtigte Organisationen kooperieren wollen. Darüber hinaus einigten sie sich darauf, den Informationsaustausch unter- einander zu fördern, die Planung von Tagungen gemeinsam zu koordinieren, die Mitglieder der Partnerorganisation über Veranstaltungen zu informieren und auszuloten, ob 1981 die Möglichkeit besteht, gemeinsam mit weiteren sporthistorischen Vereinigungen eine Tagung auszurichten.122 Folglich konn- ten aufgrund des Treffens von Manfred Lämmer und Günther Wonneberger die Spannungen überwunden werden:

„ Beide Pr äsidenten sindüberzeugt, durch dieses Gespr äch und die ge- troffenen Vereinbarungen die Meinungsverschiedenheiten und Missver- st ändnisse beseitigt zu haben, die in den vergangenen Jahren das Ver- h ältnis zwischen den beiden Organisationen belastet haben. “ 123

Obwohl sich die Gesellschaften aufeinander zu bewegten und auch Ingvar Rörs124 als neuer Präsident des ICOSH die Zusammenarbeit mit der HISPA befürwortete, erfolgte die Annäherung langsamer als die Vertreter der Verei- nigungen zunächst angenommen hatten. Während Wonneberger in seiner Amtszeit als Präsident der Annäherung wohlwollend gegenüberstand, nahm Rörs eine abwartende Haltung ein. Ebenfalls waren nach wie vor die unter- schiedliche Organisationsstruktur und die divergierenden Arten der Finanzie- rung hinderlich.125 Dennoch arbeiteten beide Seiten daran, die Zusammenar- beit trotz dieser Hürden weiter voranzutreiben. Um die Bedingungen für op- timale Forschungsarbeit weiter zu forcieren und aufgrund Drucks des ICSSPE folgte nach der Form der intensiven Kooperation der Schritt zur Ver- einigung. Als Mitglied des ICOSH Präsidiums und Vizepräsident der HISPA wandte sich Manfred Lämmer 1986 auf dem ICOSH-Seminar in Kobe an die Teilnehmer und betonte die Zweckmäßigkeit einer Verschmelzung zwischen den beiden Verbänden:

„ The effectiveness and quality of our work [ … ] would be decisively im proved if it were to come about that both international organizations which presently exist side by side were brought together after an lengthy phase of co-ordination and co-operation. ” 126

Im Gegensatz dazu drückte sich der Präsident des ICOSH, Ingvar Rörs, vorsichtiger aus und wollte zunächst nur die Zusammenarbeit forcieren:

„ We are therefore ready to discuss a nearer cooperation with HISPA, discussions based on equal conditions. We could perhaps start with a common year book and a common bulletin and to take part in eachothers seminars, which we did some years ago. ” 127

Die weitere Annäherung und der Schritt zur Verschmelzung wurde durch den Präsidenten der CIEPSS/ICSSPE, August Kirsch128, vorangetrieben. Die Präsidenten von HISPA und ICOSH wurden im April 1986 zum Ratstreffen des ICSSPE nach Gda sk129 eingeladen, um gemeinsam Verhandlungen über eine Verschmelzung zwischen ICOSH und HISPA zu führen. Dort wurde die formale Zusammenarbeit vorbereitet:

„ [ … ] five members in all of the HISPA Counsil could become members of the ICOSH Presidium, in order to create a personal union between the organizations, if, at the same time, the five members of the ICOSH Bu- reau will be offered the opportunity to become members of the HISPA counsil. ” 130

Darüber hinaus wurden drei weitere Treffen - November 1986, Februar 1988 und April 1988 - zwischen dem ICOSH, der HISPA und dem ICSSPE durch- geführt. Obwohl fast alle Funktionäre beider sporthistorischen Vereinigungen inzwischen eine Verschmelzung befürworteten, lehnte Ingvar Rörs diese ab.

Roland Renson hob hervor, dass Ingvar Rörs sowohl beim ersten als auch beim zweiten ICOSH-HISPA-ICSSPE Treffen, die im November 1986 und Februar 1988 in Köln stattfanden, der Verschmelzung kritisch gegenüber stand.131 Da August Kirsch eine weitere Parallelentwicklung ablehnte, die negativen Folgen sind im obigen Teil beschrieben worden, erhöhte er den Druck auf das Komitee, indem er damit drohte, „[…] [to] withdraw its [ICSSPE/CIEPS] patronage from ICOSH.“132 Grundsätzlich stellten die Teil- nehmer bei der ersten Sitzung in Köln heraus, dass die Unterschiede zwi- schen den Organisationen nicht so groß sind, wie bisher angenommen wur- de. Sowohl die Ziele, die Organisationsstruktur und die Struktur der Mitglied- schaft, von wenigen Ausnahmen abgesehen als auch die Vorgehensweise bei der Publikation seien weitestgehend konform oder ähneln sich zumindest so stark, dass eine Anpassung der Statuten möglich ist. Ebenso gingen die Funktionäre davon aus, dass im Hinblick auf die Finanzierungsart ein Kon- sens getroffen werden kann.133 Infolge des Drucks der ICSSPE beugte sich das ICOSH und machte den Weg frei für den formellen Akt der Verschmel- zung. Auf dem zweiten ICOSH-HISPA-ICSSPE Treffen wurde beschlossen, dass der Kongress auf dem die beiden Organisationen vereint werden, 1989 die Veranstaltung in Olympia werden wird.134 Obwohl die Vertreter beider Organisationen nach einem mehrere Jahre andauernden Verschmelzungs- prozess und einer Phase von Verhandlungen, bei denen sie auf Ausgleich bedacht waren, die Vereinigung befürworteten, konnte in Olympia nicht von Parität gesprochen werden, denn „[…] HISPA stood in the strongest aca- demic and political position and […] ICOSH was more or less faced with the dilemma of 'merging or … submerging'.”135 Der Führungsanspruch der HISPA spiegelt sich in den Statuten der ISHPES wider. Denn vergleicht man die Statuten der Nachfolgerin mit denen der Vorgängerorganisationen, so stellt man fest, dass die „[…] new organization [is] structured on the basic principles and democratic tradition of HISPA.“136

Dennoch versuchten die Verhandlungspartner beim Verschmelzungsakt bei- den Seiten gerecht zu werden, denn „[…] im ISHPES-Rat […] wurde den früheren ICOSH-Mitgliedern ein ihrer Zahl angemessenes Mitspracherecht garantiert.“137 Außerdem einigten sich die Vertreter der Vorgängerorganisati- onen darauf, dass eines der drei Ämter der Vizepräsidenten von einem ehe- maligen Funktionär des ICOSH bekleidet wird.138 Im Hinblick auf die formale Durchführung der Fusion in Olympia hob Hartmut Becker hervor, dass diese undemokratisch und im negativen Sinne „unbürokratisch“ vollzogen wurde. Die Vollversammlung der HISPA „[…] verlief schließlich gegen so ziemlich jede Geschäftsordnungsregel […]“139 und bei der Vollversammlung des ICOSH fehlten neben der Statutendiskussion der Beschluss zur Auflösung.140 Nichtsdestoweniger wurden am 23. Mai 1989 sowohl die HISPA als auch das ICOSH aufgelöst und infolgedessen am 25. Mai eine neue, internationale Gesellschaft für Sportgeschichte mit dem Namen ISHPES gegründet.141

Eine Aufteilung der Geschichte von HISPA und ICOSH zwischen 1973 und 1989 in drei Phasen bietet sich an. Während der erste Zeitraum von 1973 bis 1977 eine Phase der gegenseitigen Ablehnung war, begannen ab 1977 die Organisationen miteinander zu kooperieren. Seit 1985 beziehungsweise 1986 wurde schrittweise die Verschmelzung vorbereitet, die im Mai 1989 in der Gründung einer neuen internationalen Gesellschaft für Sportgeschichte mündete. Auch wenn politische und ideologische Interessen sowie machtpo- litisches Kalkül eine Annäherung zunächst verhinderten und somit die sport- historische Forschung schwächten, konnte der „Eiserne Vorhang“ mit Druck des ICSSPE und des Verhandlungsgeschicks einzelner Funktionäre letztend- lich beiseite geschoben werden und eine neue Ära im Interesse der sporthis- torischen Forschung beginnen.

[...]


1 G. PFISTER, „Message from the president of ISHPES”, in: F. VAN DER MERWE (Hrsg.), Sport as Symbol, Symbols in Sport, Bd. 4, ISHPES - Studies, Sankt Augustin 1996, S. ix.

2 K. LENNARTZ, „Zehn Jahre International Society of Olympic Historians (ISOH)“, in: T. JURKA (Hrsg.), Studia z dziej w kultury fizycznej , Gorz w 2002, S. 109.

3 CESH tagte 1996 in Rom, 1997 in Kattowitz/Krakau, 1998 in Kopenhagen, 1999 in Florenz, 2000 in Madrid, 2001 in Göttingen/Hoya, 2002 in Besançon/Lausanne, 2003 in Olympia, 2004 in Kroton und 2005 in Sevilla.

4 A. KRÜGER, „Das Europäische Komitee für Sportgeschichte (CESH)“, in: T. JURKA (Hrsg.), Studia z dziej w kultury fizycznej , Gorz w 2002, S. 123.

5 Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister wurde 1945 in Eichstätt geboren. Sie studierte Sportwis- senschaft und lateinische Philologie in München und promovierte in alter Geschichte und in Sozialwissenschaften. Pfister habilitierte 1986 im Fach Sportsozioloie. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen: Frauen und Sport, Geschichte der Sportmedizin, Professionalisierung der Turnlehrkräfte und interkulturelle Vergleiche. Von 1993 bis 2001 war sie die Präsidentin der ISHPES.

6 G. PFISTER, „Die Internationale Gesellschaft für die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports. Eine persönliche Geschichte.“, in: T. JURKA (Hrsg.), Studia zdziej wkultury fizycznej , Gorz w 2002, S. 93-101.

7 Prof. Thierry Terret wurde 1963 geboren. Er erhielt 1983 den Doktortitel. Sein For- schungsschwerpunkt umfasst den Bereich der Sportgeschichte. Er doziert an der Universität zu Lyon. Terret ist seit 2001 Präsident der ISHPES.

8 T. TERRET, „ISHPES news. Presidence news”, in: ISHPES - Bulletin 23(2002)1, S. 6.

9 Dr. Karl Lennartz wurde 1940 in Aachen geboren. Er studierte Geschichte, Sport, Geographie, Kunstgeschichte, Philosophie und Pädagogik. Lennartz promovierte 1968 in Bonn. Er war langjähriger Dozent der Deutschen Sporthochschule Köln. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen: Sportgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Geschichte der Olympischen Bewegung und Geschichte und Soziologie des Langlaufes. Lennartz ist Präsident der ISOH.

10 Prof. Dr. Günther Wonneberger wurde 1926 geboren. Er absolvierte von 1947 bis 1955 ein Studium im sozialwissenschaftlichen Bereich. Seine Forschungsschwer- punkte umfassen: Deutsche Geschichte, Geschichte der Arbeiterbewegung und Kul- turgeschichte. Wonneberger promovierte 1956 und dozierte bis 1991 an der DHfK in Leipzig. Er war vor 1972 Vizepräsident und ab 1972 bis 1982 Präsident des ICOSH. Außerdem amtierte er von 1989 bis 1991 als Vizepräsident der ISHPES.

11 Werner Sonnenschein wurde 1962 in Hilden geboren. Er studierte Sport und Anglis- tik. Sonnenschein war von 1983 bis 1990 Generalsekretär des ICSSPE. Er ist seit 1996 Leiter des akademischen Auslandsamtes an der Deutschen Sporthochschule Köln.

12 M. LÄMMER (Hrsg.), „Gründung der HISPA“, in: HISPA - Bulletin 1(1973), S. 4.

13 R. RENSON, „Presidential address”, in: ISHPES - Bulletin 1/2(1990), S. 5.

14 M. LÄMMER (Hrsg.), „Zweites Internationales Seminar für Geschichte der Leibeser- ziehung und des Sports“, in HISPA - Bulletin 1(1973), S. 20.

15 M. LÄMMER (Hrsg.), „HISPA”, S. 3.

16 M. LÄMMER (Hrsg.), „HISPA“, in: HISPA - Bulletin 3(1975), S.3.

17 L. BURGENER, M. LÄMMER (Hrsg.), „Statuten“, in: HISPA - Bulletin 1(1973), S. 6.

18 M. LÄMMER, „HISPA”, S.3.

19 M. LÄMMER (Hrsg.), „Drittes Internationales Seminar der HISPA - Wien“, in: HISPA - Bulletin 2(1974), S. 5.

20 M. LÄMMER (Hrsg.), „4. Internationales HISPA-Seminar - Löwen“, in: HISPA - Bulle- tin 3(1975), S. 5.

21 M. LÄMMER (Hrsg.), „8. HISPA-Kongreß - Uppsala 1979“, in: HISPA - Bulletin 8(1978), S. 4.

22 G. REDMOND, „X HISPA Congress - Report”, in: HISPA - Bulletin 18/19(1983), S. 4- 5.

23 Prof. Dr. Roland Renson wurde 1943 in Belgien geboren. Er studierte Sportwissen- schaft, Physiotherapie und Anthropologie. Renson promovierte 1973. Seine For- schungsschwerpunkte umfassen: Sportgeschichte, Kinesologie, soziokulturelle As- pekte des Sports und der Freizeitwissenschaften, der Katholizismus und Sport in Belgien. Er war von 1985 bis 1989 Präsident der HISPA und von 1989 bis 1993 Prä- sident der ISHPES.

24 R. RENSON (Hrsg.), „Ein Wort des Präsidenten“, in: HISPA - Bulletin 22/23(1985), S. 9.

25 LÄMMER (Hrsg.), „HISPA”, S.3.

26 LÄMMER (Hrsg.), „HISPA”, S.3.

27 R. RENSON, „Acknowledgment”, in: HISPA - Bulletin 29(1988), S.5.

28 Edmonton ist in Kanada lokalisiert.

29 REDMOND, „X HISPA Congress - Report”, S. 4.

30 G. WONNEBERGER, L. KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin Geschich- te des Sports unter dem Einfluß des CIEPSS“, in: Review 6(1983)1, S. 32.

31 LÄMMER, „Zweites Internationales Seminar“, S. 20.

32 A. KRÜGER, M. LÄMMER (Hrsg.), „VII Internationaler Kongreß der HISPA - Paris

1978 “, in: HISPA - Bulletin 9(1978), S. 5.

33 A. KRÜGER, M. LÄMMER (Hrsg.), „[Beilage]“, in: HISPA - Bulletin 9(1978), S. [Beilage].

34 G. REDMOND (Hrsg.), „IX congress of the International Association for the History of Sport and Physical Education (HISPA) Lisbon, Portugal, April 4-10, 1981”, in: HISPA - Bulletin 14/15(1981), S. 3.

35 H. BECKER, „Sporthistoriker fusionierten zu neuem Weltverband ISHPES - HISPA, ICOSH und die Olympischen Spiele im Wandel der Zeit“, in: Sozial- und Zeitge- schichte des Sports 4(1990)1, S. 101.

36 LÄMMER, „Zweites Internationales Seminar“, S. 20.

37 REDMOND, „X HISPA Congress - Report”, S 4.

38 REDMOND (Hrsg.), „IX congress of the (HISPA)”, S. 3.

39 KRÜGER, LÄMMER (Hrsg.), „VII Internationaler Kongreß der HISPA“, S. 5.

40 H. VAN DER AERSCHOT, „Announcement by the secretary-treasurer”, in: HISPA - Bul- letin 31(1989), S. 9.

41 BURGENER, LÄMMER, „Statuten“, S. 7.

42 A. KRÜGER (Hrsg.), „VIII. Internationaler Kongress der HISPA - Uppsala 1979“, in: HISPA - Bulletin 10(1979), S. 5.

43 M. LÄMMER (Hrsg.), „6. Internationaler HISPA-Kongress - Dartford/London“, in: HISPA - Bulletin 5(1976), S.3.

44 M. LÄMMER (Hrsg.), „Viertes Internationales HISPA-Seminar - Löwen“, in: HISPA - Bulletin 2(1974), S. 18.

45 REDMOND (Hrsg.), „IX congress of the (HISPA)”, S. 3.

46 M. LÄMMER (Hrsg.), „5. Internationaler HISPA-Kongress - Mainz“, in: HISPA - Bulle- tin 3(1975), S. 9.

47 M. LÄMMER (Hrsg.), „7. Internationaler HISPA-Kongreß - Paris 1978“, in: HISPA - Bulletin 6/7(1977), S. 3.

48 M. LÄMMER (Hrsg.), „Welcome to Lisbon”, in: Hispa - Bulletin 12/13(1980) S. 7.

49 RENSON, „Acknowledgment”, S.5.

50 BURGENER, LÄMMER, „Statuten“, S. 6.

51 M. LÄMMER (Hrsg.), „2. Generalversammlung der HISPA - Dartford 1977“, in: HISPA - Bulletin 6/7(1977), S. 9.

52 L. BURGENER, „M. LÄMMER (Hrsg.), „Statuten“, S. 6.

53 LÄMMER (Hrsg.), „HISPA”, S. 3.

54 M. LÄMMER (Hrsg.), „Neue HISPA-Mitglieder“, in: HISPA - Bulletin 2(1974), S. 28.

55 A. KRÜGER (Hrsg.), „HISPA - News“, in: HISPA - Bulletin 11(1979), S. 27.

56 BURGENER, LÄMMER, „Statuten“, S. 6.

57 Prof. Dr. Manfred Lämmer wurde 1943 geboren. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen: Geschichte der Gymnastik und Athletik in der griechisch-römischen Antike und ihren Einfluss auf den modernen Sport, Geschichte und Ideologie der Olympischen Bewegung, Sport im Judentum sowie Sport, Kunst und Kultur. Lämmer war von 1977 bis 1981 Präsident und ab 1981 bis 1989 Vizepräsident der HISPA. Er amtierte von 1989 bis 1993 als Vizepräsident der ISHPES.

58 LÄMMER (Hrsg.), „Gründung der HISPA“, S. 5.

59 LÄMMER (Hrsg.), „2. Generalversammlung der HISPA“, S. 9.

60 G. REDMOND, „HISPA council; executive committee and president”, in: HISPA - Bul- letin 14/15(1981), S. 2. und R. RENSON, H. VAN DER AERSCHOT, „HISPA news - nou- velles de l'HISPA - HISPA-Nachrichten“, in: HISPA - Bulletin 22/23(1985), S. 10.

61 LÄMMER (Hrsg.), „2. Generalversammlung der HISPA“, S. 9. und REDMOND, „HISPA council”, S. 2.

62 RENSON, AERSCHOT (Hrsg.), „HISPA news“, S. 10.

63 C. KLEßMANN, „Teilung und Wiederherstellung der nationalen Einheit (1945-1990)“, in: P. Reclam (Hrsg.), Kleine deutsche Geschichte , Stuttgart 2001, S. 405.

64 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 32.

65 Prof. Dr. Dr. Ernst Jokl wurde 1907 in Breslau geboren und verstarb 1997 in den USA. Jokl war Sportmediziner und Sportwissenschaftler. Er wanderte 1933 nach Südafrika aus und dozierte in Stellenbosch und Johannesburg. Von 1945 bis 1950 war er Direktor für medizinische Forschung und Leiter des Ausschusses für Sport- wissenschaft im südafrikanischen Ministerium für Bildung. Er war zwischen 1951 und 1952 Gastdozent an der Deutschen Sporthochschule und ab 1953 Leiter des Instituts für „Exercise Research Laboratories“ in Kentucky. Sein Forschungsschwer- punkte umfassten: Sportmedizin, Körperliches Training und Altern, Hirnschädigun- gen im Boxsport, Biomechanik und Weitere. Jokl erhielt zahlreiche Preise für seine Forschungsbeiträge.

66 G. WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee für Geschichte des Sports und der Körpererziehung (ICOSH)“, in: T. JURKA (Hrsg.), Studia z dziej w kultury fizycznej , Gorz w 2002, S. 70.

67 BECKER, „Sporthistoriker fusionierten zu neuem Weltverband“, S. 103.

68 S. BAILEY, Science in the Service of Physical Education and Sport. The Story of the International Council of Sport Science and Physical Education 1956-1996, Chichester 1996, S. 2-3.

69 J. LINDROTH (Hrsg.), „International Charter of Physical Education and Sport”, in: ICOSH - Bulletin (1981)1/2, S. 12.

70 BECKER, „Sporthistoriker fusionierten zu neuem Weltverband“, S. 103. Auch wenn man Dr. Hartmut Becker vom Deutschen Sportbund tendenziell, im Hinblick auf die Herkunftsländer der HISPA, rechtgeben muss, so muss ebenfalls angemerkt werden, dass auch Mitglieder aus Staaten wie beispielsweise Taiwan, Rumänien, der CSSR, Jugoslawien, Polen und den Philippinen der HISPA angehörten. [N.N.], „HISPA membership list, 1984“, in: HISPA - Bulletin 20/21(1984), S. 35-67. Die Öffnung der Ostgrenzen lässt sich auf 1989 datieren.

71 I. RÖRS, „President of ICOSH", in: S. SHIMIZU (Hrsg.), ICOSH Seminar 1986 . Civiliza- tion in Sport History, Kobe 1986, S. iii.

72 J. LINDROTH (Hrsg.), „The ICOSH Statutes. Statut”, in: ICOSH - Bulletin (1981)1/2, S. 19.

73 G. WONNEBERGER, „Lecture on the opening session of the First European Informa- tion Conference of Sports History /17th July 1978/ Budapest“, in: Archiv WONNEBERGER , Bestand: ICOSH 6 , S. 5.

74 WONNEBERGER, „Lecture on the opening session“, S. 5.

75 M. VERHAEGEN (Hrsg.), „International congress of Physical Activity Sciences“, in: ICOSH - Bulletin (1974)3, S. 9.

76 G. WONNEBERGER (Hrsg.), „Protokoll der Generalversammlung des Internationalen Komitees für Geschichte des Sports und der Körpererziehung (ICOSH) am 8. No- vember 1979 in Berlin, Hauptstadt der DDR. Zu 6. Kooperation mit anderen Organi- sationen“, in: ICOSH - Bulletin (1979)1/2, S. 11.

77 Ausführlicher wird die Beziehung in Kapitel 2.3 dargelegt werden.

78 WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee“, S. 70.

79 Prof. Louis Burgener war Gründungspräsident der HISPA und amtierte von 1973 bis 1977.

80 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 32.

81 M. LÄMMER an die Mitglieder des HISPA-Rates, Rundschreiben Nr. 5, Brief datiert auf den 17.10.1977, in: Archiv W ONNEBERGER , Bestand: ICOSH 9 , S. 2.

82 Prof. Gerald Redmond dozierte an der Universität in Alberta. Sein Forschungs- schwerpunkt lag im Gebiet der Sportgeschichte. Redmond war von 1981 bis 1985 Präsident der HISPA.

83 R. RENSON, H. VAN DER AERSCHOT, „calendar of events 1986 - calendar des mani- festations 1986 - Veranstaltungskalender 1986“, in: HISPA - Bulletin (1985)22/23, S. 33. und M. VERHAEGEN (Hrsg.), „HISPA. Fourth international seminar Louvain April 1-4, 1975“, in: ICOSH - Bulletin (1974)3, S. 11.

84 G. WONNEBERGER, „Record of the session of the presidency in Lisbon, April 7, 1981. 1. Report on the activity since the last general meeting (Berlin, November 1979)”, in: ICOSH - Bulletin (1981)1/2, S. 5.

85 J. LINDROTH (Hrsg.), „ICOSH official bureau-meeting at Båstad/Sweden October 17- 18, 1980“, in: ICOSH - Bulletin (1980)1/2, S. 8.

86 LINDROTH (Hrsg.), „The ICOSH Statutes”, S. 19.

87 WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee“, S. 72.

88 WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee“, S. 72.

89 M. VERHAEGEN (Hrsg.), „The world scientific congress in Moscow. Sport in modern society”, in: ICOSH - Bulletin (1974)3, S. 4.

90 A. M. OLSEN, „Words of Welcome", in: A. M. OLSEN (Hrsg.), ICOSH Seminar 1984 , Sport und Politik 1918-39/49 , Norwegen 1984, S. 264-266.

91 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 33.

92 G. WONNEBERGER, „Vorwort", in: G. WONNEBERGER UND K. LIEBOLD (Hrsg.), Ge- schichte der Sportwissenschaft , Bd.1, Berlin 1979, S. 3-4.

93 G. WONNEBERGER, „Record of the session of the Presidency in Lisbon, April 7, 1981. 4. Preparation of the 2nd International Seminar on History of Sports Science and of the general meeting of ICOSH:”, in: ICOSH - Bulletin (1981)1/2, S. 6.

94 OLSEN, „Words of Welcome", S. 264-266.

95 T. TAKASHI, „Foreword", in: S. SHIMIZU (Hrsg.), ICOSH Seminar 1986. Civilization in Sport History , Kobe 1986, S. i.

96 [N.N.], „List of participants", in: International Commitee for the History of Sport and Physical Education (Hrsg.), ICOSH Seminar 1988 , The Olympic Movement. Past - Present and Future , Sarajevo 1988, S. 396-398.

97 [N.N.], „The ICOSH Statutes”, S. 20.

98 [N.N.], „The ICOSH Statutes”, S. 20.

99 [N.N.], „The ICOSH Statutes”, S. 20.

100 M. VERHAEGEN, „A Brief History of the Group. History of Physical Education and Sports of ICSPE. I. Foundation”, in: History of Physical Education and Sport - Re search and Studies (1973)1, S. 133.

101 M. VERHAEGEN (Hrsg.), „Presidium”, in: ICOSH - Bulletin (1972)4, S. 2. und M. VERHAEGEN (Hrsg.), „Presidium”, in: ICOSH - Bulletin (1976)2, S. 2. Es wurden wei- tere Bulletins durchgesehen, um einen repräsentativen Wert zu ermitteln. 102 L. I. STRÖM, „Facts about ICOSH-membership“, in: ICOSH - Bulletin (1982/83), S. 15.

103 Prof. Dr. Jujiro Narita war vom Gründungsjahr des ICOSH bis zur Verschmelzung mit der HISPA Vizepräsident des Komitees. Sein Forschungsschwerpunkte umfassen: Vergleichende Studien deutscher und japanischer Sportgeschichte, Leibeserziehung aus den USA und deren Anwendung im modernen Japan.

104 L. I. STRÖM, „Protocol 1983-02-18. Bureau-meeting Leipzig DDR“, in: ICOSH - Bulletin (1982/83), S. 10.

105 LINDROTH (Hrsg.), „The ICOSH Statutes”, S. 19.

106 LINDROTH (Hrsg.), „The ICOSH Statutes”, S. 19.

107 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 34.

108 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 32.

109 WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee“, S. 71.

110 LÄMMER (Hrsg.), „HISPA“, S.3.

111 WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee“, S. 71.

112 BAILEY, Science , S. 143.

113 Prof. Dr. Maurice Verhaegen war von 1967 bis 1977 Generalsekretär des ICOSH.

114 Minutes of the 24th ICSPE Executive Board meeting, Dusseldorf, November 1975. Zitiert nach: BAILEY, Science , S. 143.

115 Dr. Steve Bailey wurde 1958 geboren. Er ist Lehrkraft am Winchester College. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen: Pierre de Coubertin, die Antiken Spiele sowie das Verhältnis zwischen dem IOC, der Association of National Olympic Committees (ANOC) und der General Association of International Sports Federations (GAISF).

116 E. BUGGEL, 15 December 1994. Zitiert nach: BAILEY, Science , S. 143.

117 R. RENSON, „Prolegomena for a history of the International Association for the His- tory of Physical Education and Sport (HISPA) 1973-1989. A personal account“, in: T. JURKA (Hrsg.), Studia z dziej w kultury fizycznej , Gorz w 2002, S. 81.

118 WONNEBERGER, KUTASSI, „Zur Geschichte der Wissenschaftsdisziplin“, S. 32.

119 BURGENER, LÄMMER, „Statuten“, S. 6.

120 LINDROTH (Hrsg.), „The ICOSH Statutes”, S. 19.

121 BAILEY, Science , S. 143.

122 LÄMMER an die Mitglieder des HISPA-Rates, S. 2.

123 LÄMMER an die Mitglieder des HISPA-Rates, S. 2.

124 Ingvar Rörs war von 1981 bis 1982 Vizepräsident des ICOSH. Er übernahm die Funktion des 1981 verstorbenen Klemens Wildt. Von 1982 bis zur Verschmelzung war er Präsident des Komitees.

125 WONNEBERGER, „Das Internationale Komitee“, S. 71-72.

126 M. LÄMMER, „Vize-president of HISPA", in: S. SHIMIZU (Hrsg.), ICOSH Seminar 1986 , Civilization in Sport History , Kobe 1986, S. viii.

127 RÖRS, „President of ICOSH", S. iv.

128 Prof. Dr. August Kirsch lebte von 1925 bis 1993. 1948 wurde er Deutscher Meister mit der 4 mal 400 m Staffel des SC Rot-Weiß Oberhausen. Er studierte Sport und Leibesübungen, Geschichte und Pädagogik in Köln. Kirsch war Schulmethodiker an der Deutschen Sporthochschule, Präsident des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV), Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Direktor des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BiSp), Ratsmitglied der IAAF und Präsident des ICSSPE. Sein Nachlass wurde dem Diem-Archiv zur Bearbeitung und Nutzung bereitgestellt.

129 Gda sk ist der polnische Name für Danzig.

130 L. I. STRÖM, „Minutes of the Presidium-meeting of ICOSH in Kobe Japan, 24th of September 1986“, in: Archiv W ONNEBERGER , Bestand: ICOSH 13 , S. 1.

131 RENSON, „Prolegomena“, S. 89.

132 RENSON, „Prolegomena“, S. 89.

133 W. SONNENSCHEIN, „Minutes of the ICOSH-HISPA-ICSSPE consultation meeting on possibilities and conditions of a merger of ICOSH and HISPA, Cologne, Nov. 24, 1986“, in: Archiv S ONNENSCHEIN , Bestand: ICSSPE 1. S. 2-4.

134 W. SONNENSCHEIN, „Minutes of the 2nd ICOSH-HISPA consultation meeting on pos- sibilities and conditions of a merger of ICOSH and HISPA, Cologne, Feb. 26, 1988“, in: Archiv S ONNENSCHEIN , Bestand: ICSSPE 2. S. [2-4].

135 RENSON, „Prolegomena“, S. 89.

136 RENSON, „Prolegomena“, S. 89.

137 PFISTER, „Die Internationale Gesellschaft“, S. 96.

138 PFISTER, „Die Internationale Gesellschaft“, S. 96.

139 BECKER, „Sporthistoriker fusionierten zu neuem Weltverband“, S. 104.

140 BECKER, „Sporthistoriker fusionierten zu neuem Weltverband“, S. 104.

141 R. RENSON, „Presidential adress, allocution presidentielle, ein Wort des Präsidenten”, in: HISPA - Bulletin 31(1989), S. 7.

Ende der Leseprobe aus 136 Seiten

Details

Titel
Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES)
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln  (Sportgeschichte)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2006
Seiten
136
Katalognummer
V151203
ISBN (eBook)
9783640627967
ISBN (Buch)
9783640627820
Dateigröße
1985 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports(ISHPES). Zunächst werden die Vorgeängerorganisationen HISPA und ICOSH sowie deren Verschmelzung zu ISHPES aufgezeigt. Anschliessend wird die Organisation und Struktur dargestellt. Neben Zielen, Organen, der Mitgliederstruktur, den Kooperationsbeziehungen wird auf die Publikationsinstrumente eingegangen. Darauf folgend werden die Tagungsorte, die Sommerakademie sowie die Preisträger vorgestellt.
Schlagworte
Weltverband für Sportgeschichte, Pfister, Terret, ISOH, ICOSH, HISPA, Lämmer, Lennartz, Wonneberger
Arbeit zitieren
Jan Schönherr (Autor), 2006, Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151203

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