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Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES)

Titel: Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES)

Diplomarbeit , 2006 , 132 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Jan Schönherr (Autor:in)

Sport - Sportgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden die Entstehung, die Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES) untersucht. Die ISHPES ging 1989 aus der Verschmelzung der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (HISPA) und des Internationalen Komitees für Geschichte des Sports und der Körpererziehung (ICOSH) hervor. Als Weltverband der Sporthistoriker arbeitet die ISHPES mit wissenschaftlichen Verbänden zusammen. Insbesondere wird die ISHPES vom Weltrat für Sportwissenschaft und Körpererziehung (ICSSPE) unterstützt und ist an den Weltverband für Geschichte (ICHS) angebunden. Auch wenn die ISHPES als internationale Gesellschaft das Ziel hat, als Dachverband zu fungieren, muss an dieser Stelle betont werden, dass zwei weitere, unabhängige Vereinigungen bestehen, die sich mit der Erforschung der Sportgeschichte beschäftigen. Zum Einen die International Society of Olympic Historians (ISOH), die 1991 gegründet wurde und zum Anderen existiert seit 1995 das Europäische Komitee für Sportgeschichte (CESH). Die ISHPES wurde bisher nur ansatzweise untersucht. Pfister hat 2002 einen Aufsatz über die Gesellschaft veröffentlicht, der aufgrund des geringen Umfangs allerdings nur einen Überblick liefert. Darüber hinaus ist der Beitrag als „Eine ganz persönliche Geschichte“ tituliert und spiegelt die biographischen Erfahrungen und Erinnerungen aus Sicht der Autorin wider. Weitere Werke, die die Strukturen der Gesellschaft analysieren, existieren nicht. Die ISHPES dient primär als Plattform, die die sporthistorische Forschung fördert, allerdings nicht unmittelbar dazu, „erforscht zu werden“. Infolgedessen weist der aktuelle Forschungsstand rudimentären Charakter auf. Übergeordnetes Ziel der Arbeit ist es, dieser Forschungslücke entgegenzuwirken und die ISHPES umfassend darzustellen. Des Weiteren wird der Fragestellung nachgegangen, inwiefern es der Gesellschaft gelang als internationaler Verband weltweit vertreten zu sein. Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse weist das Thema ebenfalls ein praktisches Erkenntnisinteresse auf. Denn es wird sich zeigen, dass nicht nur im Bereich der Mitgliederstrukturen, insbesondere in Bezug auf das Wachstum der Gesellschaft, sondern auch im Hinblick auf die Frage, wie international die Vereinigung wirklich agiert, Handlungsbedarf besteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Thema, Forschungslage und Relevanz der Untersuchung

1.2 Methodik, Vorgehensweise und Quellenlage

1.3 Themenwahl

2 Vorgeschichte und Zusammenschluss

2.1 HISPA

2.2 ICOSH

2.3 Separation und Zusammenschluss der Vorgänger und Gründung der ISHPES

3 Struktur und Organisation

3.1 Ziele und Zweck der Gesellschaft

3.2 Organe der ISHPES

3.2.1 Mitglieder

3.2.1.1 Mitgliederarten

3.2.1.2 Mitgliederentwicklung und –verteilung

3.2.2 Organisationsstruktur und Amtsinhaber der ISHPES

3.2.3 Publikationsorgane

3.2.3.1 Bulletin

3.2.3.2 Neue Medien

3.3 Verbindungen der ISHPES zu anderen Organisationen

4 Veranstaltungen

4.1 Kongresse und Seminare

4.1.1 Funktionsweise, Richtlinien und Proceedings

4.1.2 Tagungsorte und geographischer Vergleich mit den Vorgängerorganisationen

4.1.3 Die einzelnen Veranstaltungen

4.1.3.1 Gran Canaria

4.1.3.2 Berlin

4.1.3.3 Kapstadt

4.1.3.4 Lyon

4.1.3.5 Sonniger Strand

4.1.3.6 Budapest

4.1.3.7 Montpellier

4.1.3.8 Urbino

4.1.3.9 Köln

4.1.3.10 Seminare

4.1.4 Anzahl der Teilnehmer und Beiträge

4.2 Sommerakademie

4.2.1 Entstehung, Entwicklung und Zweck der Akademie

4.2.2 Funktionsweise, Organisation und Inhalte

4.2.3 Herkunftsländer und Anzahl der Teilnehmer

4.2.4 Anteil der Themen mit sporthistorischem Bezug

5 Preise und Auszeichnungen

5.1 Entstehung, Zweck, Funktionsweise und Arten

5.2 Preisträger

5.2.1 ISHPES Award

5.2.2 Reinhard Sprenger Award

5.2.3 Herkunftsländer der Preisträger

5.3 Auswahlgremium und Vergleich zwischen den Herkunftsländern von Preisträgern und Expertenstab

6 Schlussbetrachtung

6.1 Rückblick

6.2 Ergebnisse der Arbeit

6.3 Konsequenzen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entstehung, die Entwicklung und die strukturelle Organisation der Internationalen Gesellschaft für die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES). Das Hauptziel ist es, die Gründung aus den Vorgängerorganisationen HISPA und ICOSH sowie die Etablierung als internationaler Dachverband nachzuvollziehen, wobei insbesondere der globale Ausbreitungsgrad und die Forschungsschwerpunkte kritisch analysiert werden.

  • Historische Genese und Verschmelzungsprozess der ISHPES
  • Strukturelle Organisation und Amtsinhaber der Gesellschaft
  • Analyse der Kongress- und Seminarkultur
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch die Sommerakademie
  • Vergabepraxis von Preisen und Auszeichnungen

Auszug aus dem Buch

2.2 ICOSH

Westeuropäische Historiker betonen, dass osteuropäische Vereinigungen in sozialistischen Gesellschaftsformen in der Ära des kalten Krieges ideologisch geprägt waren – Systemkonflikt. Der Historiker Christoph Kleßmann sah in der stalinistischen Transformation: „[…] die rücksichtslose Ausschaltung jeder Opposition, die bürokratische Kontrolle des gesamten Staatsapparats und der gesellschaftlichen Organisationen durch die „führende Partei“ […].“

Funktionäre derartiger Organisationen mussten sich dem System unterordnen und standen unter politischer Beobachtung. Folglich mussten Genossen und Genossinnen aus diesen Staaten, um aufzusteigen zu können, systemkonform agieren. Kontrollierende Einrichtungen waren die Politbüros, die mit ihren ausführenden Organen wie beispielsweise der Staatssicherheit dafür sorgten, dass die ideologischen Richtlinien des Marxismus eingehalten wurden. Um die Spannungen zu verstehen, die insbesondere zu Beginn der beiden parallel existierenden Organisationen – HISPA und ICOSH – bestanden, ist es wichtig die Thematik unter dem oben dargelegten Hintergrund zu betrachten.

Im Folgenden wurde das ICOSH nüchtern und sachlich erörtert und dargestellt. Der Verfasser nahm eine distanzierte Position ein und berief sich auf die Informationen, die er belegen konnte. Allerdings bleibt festzuhalten, dass die verfügbaren Protokolle und Beiträge aus Archiven ehemaliger sozialistischer Staaten ebenfalls systemkonform verfasst werden mussten, so dass die Ideologie geschützt und die „Sicherheit“ gewährleistet wurde und diese Staaten den Anschein vermitteln wollten, unvoreingenommen zu sein. Pressefreiheit und Meinungsfreiheit wie in westlichen Ländern gab es in sozialistischen Staaten nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas, der Forschungslücke sowie der methodischen Herangehensweise und Quellengrundlage für die Untersuchung der ISHPES.

2 Vorgeschichte und Zusammenschluss: Analyse der Ursprungsorganisationen HISPA und ICOSH sowie des komplexen Verschmelzungsprozesses in den 1980er Jahren.

3 Struktur und Organisation: Detaillierte Darstellung der Satzungsziele, der Organe sowie der Mitgliederstruktur und der internen Publikationsorgane der ISHPES.

4 Veranstaltungen: Untersuchung der Kongress- und Seminartätigkeiten sowie der Sommerakademie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

5 Preise und Auszeichnungen: Erörterung der Vergabekriterien und der Preisträger von ISHPES-Award und Reinhard Sprenger Preis.

6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassender Rückblick auf die Entwicklung sowie Ableitung von Konsequenzen für die zukünftige Ausrichtung des Verbandes.

Schlüsselwörter

ISHPES, HISPA, ICOSH, Sportgeschichte, Sportwissenschaft, internationale Organisation, wissenschaftliche Kongresse, Sommerakademie, Mitgliederentwicklung, Nachwuchsförderung, Sport und Politik, Publikationsorgane, Verbandsstruktur, Preisträger, Kooperation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Internationalen Gesellschaft für die Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES).

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Vorgängerorganisationen HISPA und ICOSH, die interne Organisationsstruktur, die Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen sowie die Vergabe von Preisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Forschungslücke über die Strukturen der ISHPES zu schließen und darzustellen, inwieweit der Verband als internationale Dachorganisation weltweit agiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer deduktiven Vorgehensweise, wobei historische Daten, Satzungsdokumente und interne Protokolle systematisch ausgewertet werden.

Was behandelt der Hauptteil?

Im Hauptteil werden neben der Historie vor allem die Organisationsorgane, die Veranstaltungspraxis (Kongresse, Seminare, Sommerakademie) und das Auszeichnungswesen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen ISHPES, Sportgeschichte, internationale Sportorganisation, Mitgliederentwicklung und wissenschaftlicher Nachwuchs.

Wie unterschieden sich HISPA und ICOSH in ihrer Ausrichtung?

Die HISPA war eher westlich orientiert, während das ICOSH einen Schwerpunkt in osteuropäischen Staaten hatte und als Unterkomitee des Weltrats für Sportwissenschaft eingebunden war.

Warum war die Sommerakademie für die ISHPES wichtig?

Sie diente als neue Institution zur gezielten Förderung von Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern im internationalen Kontext.

Welchen Einfluss hatte das ICSSPE auf die Gründung der ISHPES?

Das ICSSPE übte Druck auf die konkurrierenden Organisationen aus, um eine professionelle Verschmelzung zu forcieren und die Zersplitterung der sporthistorischen Forschung zu beenden.

Warum gibt es Kontroversen bei der Zählweise der Veranstaltungen?

Es existiert Uneinigkeit darüber, ob die Gründungsveranstaltung in Olympia als erster Kongress zu werten ist, was zu verschiedenen Zählweisen in der Literatur und auf der Internetseite führt.

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES)
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln  (Sportgeschichte)
Note
sehr gut
Autor
Jan Schönherr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
132
Katalognummer
V151203
ISBN (eBook)
9783640627967
ISBN (Buch)
9783640627820
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltverband für Sportgeschichte Pfister Terret ISOH ICOSH HISPA Lämmer Lennartz Wonneberger
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Schönherr (Autor:in), 2006, Entstehung, Entwicklung und Strukturen der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Leibeserziehung und des Sports (ISHPES), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151203
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