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Studenten: Eine Randgruppe des Mittelalters?

Título: Studenten: Eine Randgruppe des Mittelalters?

Trabajo , 1997 , 35 Páginas , Calificación: 1,2

Autor:in: Kristian Seewald (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Studenten als eine soziologisch klar definierte Randgruppe des Mittelalters zu bezeichnen, trifft die Sache nur höchst unzureichend. Studenten lebten wirtschaftlich zwar „am Rande“ der Gesellschaft, jedoch nicht als Randgruppe – zumal ihnen gesellschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten offen standen.
Zwar verletzten sie gesellschaftliche Normen in vielfältiger Weise, eine Ausgrenzung nach "eindeutig definierten Tatbeständen", wie sie Ferdinand Graus für eine gesellschaftliche Stigmatisierung und damit als eine relevante Voraussetzung für die Randgruppeneinordnung konstatiert, fand jedoch nicht statt. Ebenso sind die für eine Ausgrenzung typischen gesellschaftliche Prozesse der Marginalisierung oder Ghettoisierung bei dieser Gruppe - zumindest nicht in vergleichbarem Ausmaß zu anderen Gruppierungen des MA - ausgeprägt. Zudem kann auch keine rechtliche "Abstufung [als] Außenseiter auf politischer und rechtlicher Ebene" nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Teilweise war die rechtliche Stellung der Studenten innerhalb mittelalterlicher Städte sehr gut entwickelt. So mussten Studenten meist weder Militärdienst im Kriegsfall leisten, noch finanzielle bzw. Natural-Abgaben.
Hinzu kam die Zielperspektive des gesellschaftlichen Aufstiegs, der insbesondere von den Pauperes angestrebt wurde. Mit dem Abschluss eines Studiums und der Promotion stieg das gesellschaftliche Ansehen der vormals Studierenden sprunghaft: Doktoren rangierten in der Ständehierarchie noch vor dem einfachen Landadel.
Ebenso kann ein nach Ferdinand Graus für Studenten konstituierendes, gruppenspezifisches und -internes „Wir-Gefühl“ in größerem Umfange bei mittelalterlichen Studierenden auf Basis der Quellenlage nicht nachgewiesen werden – wie es bei anderen Randgruppen des Mittelalters, z.B. den Prostituierten, durchaus nachzuweisen ist.
Die Studenten als Randgruppe zu charakterisieren, trifft lediglich dort eingeschränkt zu, wo - insbesondere im 15. Jahrhundert - umherziehende Studierende sich mit den Randgruppen der Bettler und Vaganten vermischten, um auf diese Art und Weise ihr Studium zu finanzieren. In diesem Fall kann dann allerdings kaum noch von Studenten gesprochen werden, da deren Existenzsicherung als Bettler so breiten zeitlichen Raum einnahm, dass ein Studium in den meisten Fällen kaum mehr möglich war.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Quellenlage

2. Zur Problematik der Definition von Randgruppen

3. Studenten im Mittelalter: ihre Definition als homogene soziale "Gruppe" bzw. "Einheit"

3.1 Zum Begriff der Gruppe

3.2 Typisierung mittelalterlicher Studenten

4. Studenten als Randgruppe und Minderheit im Mittelalter

4.1 Die Zahl der mittelalterlichen Studenten als Definitionsmerkmal einer Randgruppe

4.2 Die soziale Situation der Studenten des Mittelalters aus Perspektive der Gesellschaft

4.2.1 Den Studenten vorgeworfene Vergehen

4.3 Die soziale Situation des mittelalterlichen Studierende - Kontaktpunkte zu den

4.4 Die Stellung der bologneser Studenten gegenüber der Stadt Bologna im 13. Jahrhundert als Beispiel einer ausgedehnten Rechtsbefugnis

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob die Studierenden des Mittelalters als gesellschaftliche Randgruppe oder Minderheit eingestuft werden können, indem sie ständische Normen, die soziale Realität des studentischen Lebens und rechtliche Sonderstellungen analysiert.

  • Stigmatisierung und Marginalisierungsprozesse im Mittelalter
  • Soziale Heterogenität und Typisierung von Studenten
  • Die Wahrnehmung des Studentenlebens durch die Gesellschaft
  • Rechtliche Autonomie und Sonderprivilegien der Studierenden

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Den Studenten vorgeworfene Vergehen

Die Kritik der Bevölkerung gegenüber den mittelalterlichen Universitätsbesuchern bezog sich primär auf deren lasterhaften Lebenswandel und weniger auf deren grundsätzliche Existenz. Die ihnen zur Last gelegten "Vergehen" lassen sich in sechs Fallbeispielen zusammenfassen und konkretisieren:

• Trunksucht

• Verführung ehrbarer Frauen und Hurerei

• Verstoß gegen die Kleiderkonvention

• Tragen von Waffen und Verstoß gegen das städtische. Waffenrecht

• Raufereine mit der Stadtbevölkerung und benachbarten Bursen

• Allgemeine "Streiche" gegenüber der Stadtbevölkerung.

Je nach der Schwere der Vergehen und ihrer Rückwirkung auf die Gesellschaft sind diese Beispiele noch einmal differenzierbar. In erstere Kategorie lassen sich Vergehen einordnen, die keinen direkten gesellschaftlichen Schaden verursachten, unter der Bevölkerung aber als allgemein unsittlich und amoralisch galten: Trunksucht, Hurerei, oder Verführung von Frauen generell. Insbesondere In der Studentenliebe galt nach Klose der "völlig animalische Standpunkt."

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der gesellschaftlichen Randstellung von Studenten im Mittelalter ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen.

1. Quellenlage: Dieses Kapitel erörtert die begrenzte Aussagekraft und Problematik der vorhandenen Primär- und Sekundärquellen zur studentischen Lebenswelt.

2. Zur Problematik der Definition von Randgruppen: Hier werden theoretische Grundlagen nach Frantisek Graus zur Definition von Randgruppen und Prozessen der Stigmatisierung dargelegt.

3. Studenten im Mittelalter: ihre Definition als homogene soziale "Gruppe" bzw. "Einheit": Das Kapitel untersucht die interne Struktur der Studierendenschaft und stellt fest, dass von einer homogenen Gruppe nicht gesprochen werden kann.

4. Studenten als Randgruppe und Minderheit im Mittelalter: Dieser Hauptteil analysiert die soziale Situation, die studentischen Vergehen, die Rolle als Minderheit sowie die rechtliche Stellung anhand des Beispiels Bologna.

5. Schlußbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Studenten zwar am Rande der Gesellschaft lebten, jedoch aufgrund ihrer rechtlichen Privilegien und fehlenden gemeinsamen Gruppenidentität nicht als klassische Randgruppe gelten.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Studenten, Randgruppe, Marginalisierung, Stigmatisierung, Universitätsgeschichte, Studententypen, Ständegesellschaft, Soziale Situation, Rechtsautonomie, Bologna, Alltag, Lehrende, Scholaren, Soziale Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob mittelalterliche Studenten aufgrund ihrer Lebensweise und gesellschaftlichen Stellung als "Randgruppe" oder "Minderheit" im Sinne der historischen Soziologie eingestuft werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Randgruppen, die soziale Diversität der Studentenschaft, das Spannungsfeld zwischen Stadtbevölkerung und Universität sowie die rechtlichen Privilegien der Studierenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu einer fundierten Bewertung der sozialen Integration oder Ausgrenzung von Studenten zu gelangen und die Validität der Bezeichnung "Randgruppe" für diesen Personenkreis zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein Ansatz gewählt, der die theoretischen Kriterien von Randständigkeit (nach F. Graus) auf das historische Quellenmaterial über Universitätsbesucher anwendet, um eine Stigmatisierung oder Marginalisierung ex negativo zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die soziale Heterogenität der Studenten diskutiert, die negative Wahrnehmung durch die Stadtbevölkerung sowie die teilweise sehr starke rechtliche Stellung der Universität als "Staat im Staate" am Beispiel Bolognas analysiert.

Welche Rolle spielt das Beispiel Bologna in der Arbeit?

Bologna dient als Fallbeispiel für eine ausgeprägte studentische Rechtsautonomie und zeigt, wie Studenten durch Privilegien eine Stufe erreichen konnten, die sie von den üblichen Kategorien einer Randgruppe abhebt.

Warum konnte die Studentenschaft nicht als homogene Gruppe betrachtet werden?

Das Dokument belegt, dass zwischen den verschiedenen Studententypen – von armen Scholaren bis hin zu adligen oder klerikalen Studenten – enorme soziale und ökonomische Unterschiede bestanden, die ein einheitliches "Wir-Gefühl" verhinderten.

Welchen Einfluss hatten die "wandernden Scholaren" auf das Image der Studenten?

Besonders durch die Vermischung mit den Randgruppen der Bettler und Vaganten ab dem 15. Jahrhundert erhielten umherziehende Scholaren ein negatives Image, was innerhalb der Bevölkerung zur Stigmatisierung führte.

Final del extracto de 35 páginas  - subir

Detalles

Título
Studenten: Eine Randgruppe des Mittelalters?
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Historisches Seminar)
Curso
Randgruppen und Minderheiten im Mittelalter
Calificación
1,2
Autor
Kristian Seewald (Autor)
Año de publicación
1997
Páginas
35
No. de catálogo
V15120
ISBN (Ebook)
9783638203357
ISBN (Libro)
9783638921381
Idioma
Alemán
Etiqueta
Studenten Eine Randgruppe Mittelalters Randgruppen Minderheiten Mittelalter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kristian Seewald (Autor), 1997, Studenten: Eine Randgruppe des Mittelalters?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15120
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