In der Arbeit geht es um die systematische Benachteiligung von Migranten in vielen Lebensbereichen in Deutschland. Im Mittelpunkt soll die Thematik der systematischen Benachteiligung von Migranten in Deutschland aufgrund ihrer sozialen Herkunft bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt stehen. Weiterhin soll im Kontext dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Wie können professionell Handelnde der Sozialen Arbeit einer Reproduktion von Klassismus bei der Integration von Migranten auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken? Diese Frage soll mit Hilfe wissenschaftlicher Literatur beantwortet werden.
Laut Schirilla ist das Handlungsfeld Soziale Arbeit und Migration vielfältig und hieraus ergeben sich wiederum in verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit bestimmte Fragestellungen, die vor allem im Zusammenhang von Zugehörigkeit und Ausgrenzung zu verstehen sind. Aufgrund der Begrenztheit dieser wissenschaftlichen Hausarbeit durch formelle Vorgaben bezieht sich diese, wie oben schon angeführt, lediglich auf das Handlungsfeld Soziale Arbeit und Migration im Kontext der Integration auf den Arbeitsmarkt, mit Blick auf den Zusammenhang systematischer Benachteiligung von Migranten in Deutschland aufgrund ihrer sozialen Herkunft und unter Hinzunahme der Begrifflichkeit des Klassismus. Zunächst wird hierfür beginnend nach der Einleitung unter Punkt 2 ein Einstieg in die Thematik mit Hilfe der Erläuterung von Begriffsdefinitionen vorgenommen. Anschließend widmet sich die Hausarbeit unter Punkt 3 soziologischen Erklärungsansätzen von Pierre Bourdieu, um dann unter Punkt 4 überzuleiten in das Arbeitsfeld Soziale Arbeit und Migration im Kontext der Integration auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Teil der Arbeit findet dann unter anderem auch die thematische Auseinandersetzung und Beantwortung mit der eingangs schon genannten Forschungsfrage "Wie können professionell Handelnde der Sozialen Arbeit einer Reproduktion von Klassismus bei der Integration von Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken?" statt. Ein anschließendes Fazit und ein kurzer Ausblick beschließen die Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Migration und postmigrantische Gesellschaft
2.2 Klassismus
3. Soziologische Erklärungsansätze
3.1 Die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
3.2 Die Habitustheorie nach Pierre Bourdieu
4. Migration und Arbeitsmarkt
4.1 Lage in Deutschland in Bezug auf Migration und Arbeitsmarkt
4.2 Handlungsfeld Migration und Arbeitsmarkt
4.3 Systematische Benachteiligung von Migrant*innen
4.4 Maßnahmen zur Vermeidung der Reproduktion von Klassismus
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland durch Klassismus im Kontext der Arbeitsmarktintegration. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie professionell Handelnde in der Sozialen Arbeit der Gefahr entgegenwirken können, diese klassistischen Reproduktionsmechanismen in ihrer beruflichen Praxis ungewollt fortzuführen.
- Soziologische Analyse mittels Theorien von Pierre Bourdieu (Kapital- und Habitustheorie)
- Strukturelle Barrieren bei der deutschen Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen
- Die Rolle der sozialen Herkunft und Klassenzugehörigkeit als Diskriminierungsfaktoren
- Reflexion des professionellen Habitus von Sozialarbeiter*innen im Beratungsprozess
- Handlungsansätze und Strategien zur Vermeidung von Reproduktion in der Beratungspraxis
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
Um sich näher mit den soziologischen Erklärungsansätzen – hier der Kapitaltheorie - des französischen Soziologen und Sozialphilosophen Pierre Bourdieu (1930 – 2002) auseinandersetzen zu können, ist es wichtig zu wissen und zu verstehen, „dass er moderne Gesellschaften per se als sozial ungleiche Gesellschaften versteht, in denen Menschen – je nach sozialer Position – in unterschiedlichem Maße über Ressourcen verfügen und ungleiche Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe haben“ (Grendel, 2019, S. 52). Bourdieu verwendet zuallererst das Konzept des Sozialen Raumes, um eine analytische Beschreibung sozialer Zusammenhänge der Gesellschaft möglich zu machen und nimmt im weiteren Verlauf an, dass dieser Soziale Raum strukturiert ist nach sogenannten Klassen (Grendel, 2019, S. 52).
Im Kontext dieser Klassentheorie geht Bourdieu davon aus, dass unsere Gesellschaft – also der Soziale Raum – zunächst hierarchisch strukturiert ist, denn je nach Ressourcenausstattung der verschiedenen Klassen stehen diese unter – oder übereinander und somit nimmt er ein oben und unten in unserer Gesellschaft als gegeben an. Die Ressourcen in diesem Zusammenhang nennt Bourdieu Kapital und weist darauf hin, dass dieses Kapital in unterschiedlichen Formen vorliegen kann (Grendel, 2019, S. 52). Unter dem ökonomischen Kapital fasst Bourdieu alle Formen des materiellen Besitzes zusammen, die in Gesellschaften mit einem dementsprechenden Markt entweder in oder mittels Geld getauscht werden können (Fuchs-Heinritz & König, 2014, S. 129).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Fokus auf die Forschungsfrage, wie Fachkräfte der Sozialen Arbeit der Reproduktion von Klassismus bei der Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen entgegenwirken können.
2. Begriffsdefinitionen: Erläutert die theoretische Basis zu den Kernbegriffen Migration, postmigrantische Gesellschaft und Klassismus als Diskriminierungsform.
3. Soziologische Erklärungsansätze: Analysiert Bourdieus Kapital- und Habitustheorie, um soziale Ungleichheit und verinnerlichte Handlungsmuster zu erklären.
4. Migration und Arbeitsmarkt: Untersucht die aktuelle Arbeitsmarktsituation für Migrant*innen und diskutiert die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Vermeidung von Diskriminierung.
5. Fazit und Ausblick: Resümiert die Bedeutung der Selbstreflexion für Sozialarbeiter*innen und schlägt eine weiterführende Integration dieser Thematik im Studium und der Praxis vor.
Schlüsselwörter
Migration, Arbeitsmarktintegration, Soziale Arbeit, Klassismus, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Habitustheorie, soziale Herkunft, Diskriminierung, soziale Ungleichheit, professionelles Handeln, Beratungspraxis, Teilhabechancen, postmigrantische Gesellschaft, Reflexivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Benachteiligung von Migrant*innen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und untersucht, wie Klassismus – also Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft – dabei eine Rolle spielt.
Welche fachlichen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Fundierung durch Pierre Bourdieu, der Analyse aktueller Arbeitsmarktsituationen und der kritischen Reflexion der beruflichen Praxis (Habitus) in der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie professionelle Akteure in der Sozialen Arbeit verhindern können, dass sie in ihrer Beratungstätigkeit klassistische Strukturen reproduzieren und dadurch Migrant*innen weiter benachteiligen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Autorin nutzt ein systematisches Literaturstudium, um soziologische Theorien auf das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit im Kontext Migration und Arbeitsmarkt zu übertragen und wissenschaftlich zu fundieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Begrifflichkeiten und Erklärungsansätze (Bourdieu), eine detaillierte Analyse der Arbeitsmarktlage sowie eine Diskussion konkreter Handlungsoptionen für Sozialarbeiter*innen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Klassismus, Kapitaltheorie, Habitustheorie, Arbeitsmarktintegration, Soziale Arbeit und Handlungsfeld Migration.
Wie trägt der Habitus von Sozialarbeiter*innen zur Problematik bei?
Laut der Arbeit kann der eigene (oft unbewusste) Habitus der Fachkräfte dazu führen, dass Migrant*innen in der Beratung voreingenommen wahrgenommen werden, was die bestehende systematische Benachteiligung ungewollt verstärken kann.
Welche Lösungsansätze schlägt die Autorin konkret vor?
Es wird eine stärkere Sensibilisierung während des Studiums, regelmäßige Supervision in den Einrichtungen sowie eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Machtpositionen und Sozialisationsmustern empfohlen.
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- Saskia Bauer (Author), 2024, Systematische Benachteiligung von Migranten in Deutschland aufgrund ihrer sozialen Herkunft bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1512251