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Frauenbilder in Else Lasker-Schülers "Hebräischen Balladen"

Title: Frauenbilder in Else Lasker-Schülers "Hebräischen Balladen"

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Francis-Romeo Behnemann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Else Lasker-Schüler schreibt in guter Tradition ihre Hebräischen Balladen und etabliert drei Frauen des Tanach in ihr Werk. Sarah, Ruth und Esther werden in ihren Gedichten beschrieben. Welche Frauenbilder konzipiert Lasker-Schüler und welche Traditionslinien gibt es zum Judentum? Else Lasker-Schüler verfasste ihre ersten Gedichte der „Hebräische Balladen“. Sie behandeln nicht nur die „jüdischen“ Themen des Alten Testaments, sondern hervorstechend auch drei Frauen der jüdischen Geschichte. Lasker-Schülers Gedichte „Eva“, „Ruth“ und „Esther“ behandeln jedoch nicht die direkten Handlungen der biblischen Geschichten, sondern könnten gerade dadurch eine nähere Auskunft über das Empfinden einer jüdischen Frau zur Zeit der Jahrhundertwende und des frühen 20. Jahrhunderts geben. Die fortschreitenden Prozesse des frühen 20. Jahrhunderts verunsicherten viele und führten zu Ängsten vor der Moderne, die ein Nährboden für Hass und Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung gegenüber wurden. Gleichzeitig entwickelte sich ein anderes Frauenbild. Die Rolle als Hausfrau und Mutter wurde immer mehr verdrängt, durch die Tatsache, dass die ersten Frauen studierten oder wie ihre Männer arbeiteten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Jüdische Frauenemanzipation im 19. und 20. Jahrhundert

2.2 Eva, Ruth und Esther in der jüdischen Literatur

2.3 Frauenbilder in Else Lasker-Schülers „Hebräische Balladen“

2.3.1 Esther

2.3.2 Ruth

2.3.3 Eva

3. Schlussbetrachtung

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der jüdischen Frau innerhalb der Gedichte „Eva“, „Ruth“ und „Esther“ aus Else Lasker-Schülers Zyklus „Hebräische Balladen“. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Lasker-Schüler weibliche biblische Figuren nutzt, um das Empfinden jüdischer Frauen zur Zeit der Jahrhundertwende und im frühen 20. Jahrhundert, vor dem Hintergrund von Emanzipationsbestrebungen und Antisemitismus, zu reflektieren.

  • Die Darstellung jüdischer Frauen innerhalb der Literatur des 20. Jahrhunderts.
  • Die historische Situation der jüdischen Frauenemanzipation im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung.
  • Die literarische Transformation biblischer Frauenfiguren (Eva, Ruth, Esther) bei Else Lasker-Schüler.
  • Die Korrelation zwischen jüdischer Identität, Weiblichkeit und der Moderne.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Esther

Der gesamte Komplex der „Hebräische Balladen“ ist an den Titel „Hebräische Melodien“ von Heinrich Heine angelehnt. Die „Hebräischen Balladen“ liegen in fünf veränderten Variationen vor. Zu Beginn fünfzehn, danach folgen Erweiterungen auf siebzehn und folgend zwanzig Gedichten. Zuletzt wurde ein Gedicht entfernt und die „Hebräische Balladen“ beinhalteten neunzehn Gedichte. Diese Vielzahl an Varianten sorgte ebenfalls für einen dauernden Wechsel der Stellungen der einzelnen Gedichte im Zyklus. Eines jedoch behielt seine Position in allen Gedichtvarianten. „Esther“ stand immer an vierter Stelle des Gedichtzyklus. Für eine Erklärung dieses Umstandes muss die Bedeutung des Wortes Esther geklärt werden. Esther bedeutet Abendstern. Die Erschaffung der Gestirne erfolgte am vierten Tag der Schöpfungsgeschichte nach der Erschaffung der Pflanzen, welche in der ersten Strophe mit Feldpalmen und Weizenhalmen dargestellt werden, die in einer Strophe mit drei Versen erwähnt werden.

Eine klassische Ballade ist im Präteritum geschrieben. Dies trifft auf das Gedicht „Esther“ nicht zu. Zudem gibt es keine Handlung. Dies spricht dafür, dass „Esther“ keine klassische Ballade ist. Die Struktur des Gedichts verfolgt kein übliches Muster. Die erste Strophe besitzt beispielsweise drei Verse, die folgenden jeweils nur zwei. Dies verstärkt nochmals die Anspielungen auf die Schöpfungsgeschichte und die ersten Tage bis zur Schöpfung der Sterne. Auch die Reime sind komplex. Die ersten beiden Verse sind im Paarreim geschrieben danach folgen Kreuzreime, jedoch bezieht sich der Vers vier „Nachts ruht ihr Herz auf einem Psalme“ auf die beiden ersten Verse. Zwischen der dritten und vierten Strophe gibt es einen vokalisch nicht ganz korrekten Blockreim. Ebenso endet der siebente Vers mit dem selben Wort, wie der erste Vers beginnt „Esther“. Dies kann eventuell als Beendigung einer zeitlichen Struktur gesehen werden, da nach diesen Versen über die Dichtungen junger Juden „an die Schwester“ folgen. Die Geschichte Esthers könnte somit an dieser Stelle beendet sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den geschichtlichen Hintergrund der Jahrhundertwende und stellt die Fragestellung zur Rolle der jüdischen Frau in Else Lasker-Schülers „Hebräische Balladen“ vor.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historischen Bedingungen der jüdischen Frauenemanzipation sowie die biblischen Vorbilder Eva, Ruth und Esther und deren literarische Umsetzung bei Lasker-Schüler.

2.1 Jüdische Frauenemanzipation im 19. und 20. Jahrhundert: Dieses Kapitel thematisiert den Zwiespalt jüdischer Frauen zwischen Tradition, Religion und gesellschaftlicher Modernisierung im 19. und 20. Jahrhundert.

2.2 Eva, Ruth und Esther in der jüdischen Literatur: Hier werden die biblischen Rollenbilder von Eva, Ruth und Esther und deren jeweilige Bedeutung in der traditionellen jüdischen Literatur erläutert.

2.3 Frauenbilder in Else Lasker-Schülers „Hebräische Balladen“: Dieser Abschnitt untersucht, wie Lasker-Schüler in ihrem Gedichtzyklus die drei Frauenfiguren als differenzierte Charaktere neu interpretiert.

2.3.1 Esther: Das Kapitel analysiert das Gedicht „Esther“, dessen Struktur, die Anspielungen auf die Schöpfungsgeschichte und die Bedeutung Esthers als Heldin.

2.3.2 Ruth: Die Analyse von „Ruth“ konzentriert sich auf die Distanz des lyrischen Ichs und den Wunsch nach Heimat und Nähe zum Schöpfer.

2.3.3 Eva: Das Kapitel befasst sich mit dem Gedicht „Eva“ als Schuldeingeständnis einer Elterngeneration und dem Verlust des Paradieses.

3. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Vielfalt der durch Lasker-Schüler dargestellten jüdischen Weiblichkeit und entkräftet die Vorstellung einer einheitlichen Emanzipationsschrift.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Else Lasker-Schüler, Hebräische Balladen, Jüdische Frauenemanzipation, Biblische Frauenfiguren, Esther, Ruth, Eva, Literaturwissenschaft, Jüdische Identität, Jahrhundertwende, Feminismus, Zionismus, Antisemitismus, Rollenbilder, Lyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Bedeutung der jüdischen Frau im Gedichtzyklus „Hebräische Balladen“ von Else Lasker-Schüler unter Berücksichtigung historischer und religiöser Kontexte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die jüdische Frauenemanzipation, der sozio-kulturelle Wandel zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die literarische Auseinandersetzung mit biblischen Frauenfiguren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern sich die Rolle der jüdischen Frau in den Gedichten „Eva“, „Ruth“ und „Esther“ widerspiegelt und welche gesellschaftlichen Vorbilder oder Entwürfe sich daraus ableiten lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text der Gedichte in einen historischen und kulturgeschichtlichen Kontext zur damaligen jüdischen Lebenswelt setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der jüdischen Frauenemanzipation, eine Einordnung der biblischen Figuren in der jüdischen Literatur und eine detaillierte Interpretation der drei ausgewählten Gedichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Else Lasker-Schüler, jüdische Emanzipation, biblische Frauenbilder, Identität, Moderne und die spezifische Bedeutung von Esther, Ruth und Eva.

Wie unterscheidet sich die Rolle Esthers in der Interpretation von der klassischen Rolle?

Esther wird nicht lediglich als biblische Heldin begriffen, sondern in den Kontext eines „Abendsterns“ und einer Schöpfungsgeschichte gestellt, wobei ihre Tatkraft als Modell für jüdische Selbstbewahrung dient.

Welche spezifische Erkenntnis wird im Gedicht „Eva“ herausgearbeitet?

„Eva“ wird als Ausdruck einer intergenerationellen Last interpretiert, in der Weiblichkeit mit dem Sündenfall und dem Wunsch nach der verlorenen Heimat sowie der Verantwortung für kommende Generationen verknüpft ist.

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Details

Title
Frauenbilder in Else Lasker-Schülers "Hebräischen Balladen"
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Grade
2,0
Author
Francis-Romeo Behnemann (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V1512390
ISBN (PDF)
9783389080146
ISBN (Book)
9783389080153
Language
German
Tags
Else Lasker-Schüler Hebräische Balladen jüdische Frauenbilder Tanach Frauen im Judentum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Francis-Romeo Behnemann (Author), 2019, Frauenbilder in Else Lasker-Schülers "Hebräischen Balladen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1512390
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