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Bewusstsein und Selbstbewusstsein in Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Wie kommen wir von hier dorthin?

Titel: Bewusstsein und Selbstbewusstsein in Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Hausarbeit , 2024 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dominik Zeymer (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit hat die Darstellung des Übergangs vom Bewusstsein zum Selbstbewusstsein in Hegels "Phänomenologie des Geistes" zum Gegenstand. Dabei wird zunächst der Erfahrungsbegriff sowie die Dialektik desselben erläutert, um dann die Kapitel 1 bis 4 der Phänomenologie, worin sich der Übergang wesentlich zeigt, in ihrem Zusammenhang zu beleuchten. Dabei orientiert sich der Autor an einer Vielzahl anerkannter Sekundärliteratur. Diese Arbeit wurde zugleich mit dem Anspruch verfasst, anderen Studierenden einen orientierenden Einstieg in Hegels Phänomenologie des Geistes zu verschaffen.

In der "Phänomenologie des Geistes", die in ihrem Entstehen zunächst den Titel "Wissenschaft von der Erfahrung des Bewusstseins" trug, stellt Hegel den Weg des Bewusstseins vom erscheinenden hin zum wahren Wissen dar, welcher gleichsam die Bildung des Bewusstseins zur Wissenschaft sein soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Ziel und Methodik der Phänomenologie: Der Erfahrungsbegriff
    • 2.1 Ziel der Phänomenologie
    • 2.2 Methodik der Phänomenologie
  • 3 Bewusstsein
    • 3.1 Von der sinnlichen Gewissheit zur Wahrnehmung
    • 3.2 Von der Wahrnehmung zum Verstand
  • 4 Selbstbewusstsein: Der Übergang und erste Bestimmungen
  • 5 Conclusio
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen dieser Arbeit

Diese Arbeit untersucht Hegels "Phänomenologie des Geistes" mit dem primären Ziel, den Weg des Bewusstseins vom erscheinenden zum wahren Wissen darzustellen. Insbesondere wird analysiert, wie das Bewusstsein durch eine dialektische Bewegung verschiedener Gestalten zum Selbstbewusstsein übergeht und welche Rolle der hegelianische Erfahrungsbegriff dabei spielt.

  • Hegels "Phänomenologie des Geistes" und ihre Programmatik.
  • Der spezifische Erfahrungsbegriff bei Hegel und dessen methodische Funktion.
  • Die dialektische Entwicklung von der sinnlichen Gewissheit über die Wahrnehmung zum Verstand.
  • Der Übergang vom Bewusstsein zum Selbstbewusstsein und dessen erste Bestimmungen.
  • Die Konzepte von "An-sich" und "Für-es" im Prozess der Bewusstseinsentwicklung.

Auszug aus dem Buch

Von der sinnlichen Gewissheit zur Wahrnehmung

Der Gegenstand der sinnlichen Gewissheit, das Diese, zeigt sich darin in der gedoppelten Gestalt als das Itzt und als das Hier. Von ihr werden beide als Seiendes behandelt, erweisen sich aber vielmehr als nicht-Seiendes: Wir behaupten, dass das Itzt die und die Zeit und das Hier der und der Ort ist; diese Wahrheiten gehen aber dadurch verloren, dass wir uns in der Raum-Zeit überhaupt nur befin- den bzw. bewegen: das Itzt wird bald zu einer anderen Zeit und das Hier zu einem anderen Ort, indem wir uns schon umdrehen; und doch ist ein jedes davon gleichgültig, auch die und die Zeit oder auch der und der Ort zu sein. Sie erweisen sich deshalb als Negatives überhaupt: sie erhalten sich, als sich selbst, aber als das, was nicht die und die Zeit und was nicht der und der Ort ist (sondern als Gegenwärtlichkeit überhaupt und raum-zeitliche Ausdehnung überhaupt), d.i. sie erweisen sich als durch Negation Vermitteltes, also Allgemeines: „Ein solches Einfaches, das durch Negation ist, weder dieses noch jenes, ein nicht dieses, und ebenso gleichgültig, auch dieses und jenes zu sein, nennen wir ein Allgemeines; das Allgemeine ist also in der Tat das Wahre der sinnlichen Gewi[ss]heit.“

Obzwar wir das Sinnliche als Allgemeines aussprechen, wird dieses Allgemeine bzw. Sein überhaupt dabei, wie schon gesagt, nicht vorgestellt, d.i. „[...] wir spre- chen schlechthin nicht, wie wir es [...] meinen [...]“, weil dies Gemeinte gar nicht sagbar ist, da das Allgemeine das Wahre der sinnlichen Gewissheit ist, wir es als solches aussprechen, aber nicht als solches meinen (was wir meinen ist das Unmittelbare, rein Sinnliche, oder: das logisch Meine). Durch diese Falsifikation des Gegen- standes als ein unmittelbares Einzelnes aber kehrt sich das Verhältnis von Wissen und Gegenstand um, d.i. entsprechend der im zweiten Kapitel beschriebenen Methodik tritt jetzt das frühere Für-es an den Platz des jetzigen An-sich unter der Annahme: Der Gegenstand ist, weil Ich von ihm weiß. Indes liegt die jetzige Wahr- heit der sinnlichen Gewissheit in der Unmittelbarkeit meiner Sinne (statt im un- mittelbaren Sein des Gegenstandes), wodurch die Formen des gemeinten Diesen vom Ich festgehalten werden und deshalb nicht verschwinden.

Allerdings ist auch Ich ein reiner Indikator, der als alleiniges Bezugsmittel des Bewusstseins dient und das auch von anderen Subjekten zur gleichen Bezugnahme verwendet wird, wodurch die Wahrheit des einen Ich in der des anderen verschwindet und es sich wiederum als ein Allgemeines erweist: „Indem ich sage, dieses Hier, Itzt oder ein einzelnes, sage ich ALLE diese [...] ebenso indem ich sage, Ich, dieser einzelne Ich, sage ich überhaupt, ALLE Ich [...]“ Durch diese auf gleiche Weise erfolgende zweite Falsifikation erfährt die sinnliche Gewissheit, dass ihr Wesen nicht im Gegenstand oder Ich, und ihre Unmittelbarkeit nicht die des einen oder des anderen ist; „Wir kommen hiedurch dahin, das Ganze der sinnlichen Gewissheit selbst als ihr Wesen zu setzen [...]“, sodass sie nun alle Entgegensetzung aus sich ausschließt und an ihr als Unmittelbarkeit festhält: „[...] Ich bin reines Anschauen.“ Nun müssen wir uns das unmittelbare Diese zeigen lassen und zur sinnlichen Gewissheit hinzutreten, da wir entsprechend der unmittelbaren Beziehung nicht mehr von ihm entfernt stehen können. Durch diesen Monismus droht aber die Differenz von An-sich und Für-es unterzugehen.

Dazu wird dem Aufzeigen zugeschaut, das sich als eine Bewegung mit drei Momenten erweist: 1) das Itzt wird aufgezeigt und als Wahres behauptet; diese Wahrheit wird aber dadurch aufgehoben, dass es im Aufzeigen als gewesenes gezeigt wird. 2) das Itzt wird als gewesenes behauptet und negiert damit die erste Wahrheit. 3) das Gewesene ist aber nicht und negiert somit die zweite Wahrheit, wodurch eine Rückkehr zum ersten Moment stattfindet: Das Itzt ist. Das durch Aufhebung der Aufhebung in sich reflektierte Erste ist also nicht dasselbe, was es zuerst war, denn zuerst war es ein Unmittelbares, jetzt aber ein „[...] Einfaches, welches im Anderssein bleibt, was es ist.“ und dies ist das wahrhafte, absolute Itzt, d.i. eine zusammengefasste Vielheit von Itzt: „[...] das Aufzeigen ist das Erfahren, da[ss] Itzt Allgemeines ist.“ So erhalten wir erst das wahrhaft Allgemeine und indem dies nehmen wir das Diese auf, wie es in Wahrheit ist und haben, statt eines unmittelbaren (sinnlichen) Wissens, ein Wahr-Nehmen, dessen Prinzip eben dies Allgemeine ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in Hegels Konzept des Bewusstseinswegs zum wahren Wissen ein und skizziert die Struktur der vorliegenden Arbeit, die den Übergang zum Selbstbewusstsein beleuchten soll.

2 Ziel und Methodik der Phänomenologie: Der Erfahrungsbegriff: Hier wird der hegelianische Erfahrungsbegriff als zentrales Element der Phänomenologie erläutert, das den dialektischen Prozess der Selbstkritik des Bewusstseins zum absoluten Wissen hin beschreibt.

3 Bewusstsein: Dieses Kapitel analysiert die ersten Stufen des Bewusstseins, beginnend mit der sinnlichen Gewissheit, über die Wahrnehmung bis hin zum Verstand, und zeigt die darin wirkenden dialektischen Bewegungen auf.

4 Selbstbewusstsein: Der Übergang und erste Bestimmungen: Es wird der kollektive Übergang von den Bewusstseinsgestalten zum Selbstbewusstsein dargestellt, wobei betont wird, wie der Verstand seine eigene Bewegung als Objekt erkennt und damit das Ich als Geist anbahnt.

5 Conclusio: Die Schlussfolgerung fasst den gesamten Erkenntnisweg des Bewusstseins zusammen und hebt hervor, dass die früheren Bewusstseinsformen ihren Maßstab extern suchten, während das Selbstbewusstsein sich selbst zum Maßstab erhebt.

Schlüsselwörter

Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Hegel, Phänomenologie des Geistes, Erfahrung, Dialektik, sinnliche Gewissheit, Wahrnehmung, Verstand, An-sich, Für-es, Allgemeines, Negation, Wissen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt Hegels "Phänomenologie des Geistes" und konzentriert sich darauf, den Weg des Bewusstseins vom bloßen Erscheinen zum wahren, absoluten Wissen nachzuzeichnen, insbesondere den Übergang zum Selbstbewusstsein.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Hegels "Phänomenologie des Geistes", die Konzepte von Bewusstsein und Selbstbewusstsein, der spezifische Erfahrungsbegriff sowie die dialektischen Prozesse, die zu einer Höherentwicklung des Wissens führen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, wie das Bewusstsein die verschiedenen Stufen der sinnlichen Gewissheit, Wahrnehmung und des Verstandes durchläuft, um zum Selbstbewusstsein zu gelangen ("Wie kommen wir von hier dorthin?").

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer detaillierten Analyse und Interpretation von Hegels philosophischen Texten, um die dialektische Entwicklung des Bewusstseins und die Selbstkritik des Erkennens als methodischen Prozess darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Bewusstseinsgestalten der sinnlichen Gewissheit, der Wahrnehmung und des Verstandes tiefgehend analysiert, um die internen Widersprüche und die daraus resultierenden Übergänge bis zu den ersten Bestimmungen des Selbstbewusstseins aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Hegel, Phänomenologie des Geistes, Erfahrung, Dialektik, sinnliche Gewissheit, Wahrnehmung, Verstand, An-sich, Für-es, Allgemeines, Negation und Wissen charakterisiert.

Warum ist der Erfahrungsbegriff in Hegels Phänomenologie so grundlegend?

Der Autor betont, dass Hegels Erfahrungsbegriff die gesamte Programmatik der Phänomenologie umfasst, da er den Weg des natürlichen Bewusstseins zum wahren Wissen als einen Prozess der ständigen Selbstprüfung und Transformation des Bewusstseins selbst versteht.

Wie unterscheidet sich Hegels Verständnis von "Erfahrung" von dem bei Kant?

Im Gegensatz zu Kant, der Erfahrung als Zusammenspiel von empirischen Eindrücken und a priorischen Subjektfaktoren sieht, betrachtet Hegel Erfahrung als eine konstitutive Struktur des Bewusstseins, die in einem Spannungsverhältnis von Beziehen und Unterscheiden Annahmen trifft und sich selbst dialektisch fortbewegt.

Was bewirkt die "bestimmte Negation" in der Entwicklung des Bewusstseins?

Die "bestimmte Negation" führt dazu, dass das Bewusstsein die Unwahrheit seines aktuellen Wissens (Für-es) im Vergleich zum Gegenstand (An-sich) erkennt und daraufhin in eine neue, höhere Bewusstseinsform übergeht, wobei die Art der Inkompatibilität die nachfolgende Form bereits determiniert.

Welche Bedeutung hat die "verkehrte Welt" für den Übergang zum Selbstbewusstsein?

Die "verkehrte Welt" kennzeichnet einen entscheidenden Wendepunkt, da der Verstand erkennt, dass der absolute Wechsel, den er zunächst im Objekt verortete, tatsächlich in ihm selbst stattfindet. Diese Einsicht in die interne, unendliche Bewegung des Verstandes ist der Beginn des Selbstbewusstseins.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bewusstsein und Selbstbewusstsein in Hegels "Phänomenologie des Geistes"
Untertitel
Wie kommen wir von hier dorthin?
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Philosophie)
Note
1,0
Autor
Dominik Zeymer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
27
Katalognummer
V1512416
ISBN (PDF)
9783389079591
ISBN (Buch)
9783389079607
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hegel Phänomenologie Ralf Beuthan Phänomenologie des Geistes Philosophie Klaus Vieweg Bewusstsein Selbstbewusstsein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Zeymer (Autor:in), 2024, Bewusstsein und Selbstbewusstsein in Hegels "Phänomenologie des Geistes", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1512416
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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