Krisen sind besondere Situationen im Wirtschaftsgeschehen, die besondere Verhaltensweisen hervorrufen. Diese Arbeit untersucht den Einfluss solcher Krisen auf Wettbewerbsverhalten und Pricing. Sie erläutert zunächst die einzelnen Arten der Krise und liefert im ersten Abschnitt hinführende Grundlagen wie die Wettbewerbsstrategien nach Porter oder Preisbildungstheorien, ergänzt durch aktuelle Forschungsergebnisse. Danach werden Unternehmens- mit Branchenkrisen verglichen. Mögliche strategische Alternativen wie die Kostenführerschaft werden vorgestellt, auf die Gefahren von Preiskriegen wird eingegangen. Im Kapitel über Länder- und Weltkrisen werden diese gegenüber den anderen Krisen abgegrenzt und verglichen. So werden beispielsweise die Unterschiede im Wettbewerb innerhalb eines Landes und zwischen Ländern näher beleuchtet. Als Fazit stelle ich fest, dass ein reiner Preiswettbewerb in Krisen nicht empfehlenswert ist, sondern die optimale Strategie mehrere Elemente des Marketing-Mix umfasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Begriffliche und thematische Grundlagen
2.1 Definitionen der Krise
2.2 Wettbewerb und Wettbewerbsverhalten
2.3 Pricing
3. Unternehmens- vs. Branchenkrisen
3.1 Wettbewerbsverhalten in Unternehmenskrisen
3.2 Wettbewerbsverhalten in Branchenkrisen
3.3 Vergleich
4. Länder- vs. Weltkrisen
4.1 Wettbewerbsverhalten in Länderkrisen
4.2 Wettbewerbsverhalten in Weltkrisen
4.3 Vergleich
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit analysiert den Einfluss verschiedener Krisenarten auf das Wettbewerbsverhalten und die Preisgestaltung (Pricing) von Unternehmen. Ziel ist es, theoretische Ansätze aus dem Krisenmanagement und Marketing zu verknüpfen, um Strategien für Unternehmen in Krisensituationen abzuleiten.
- Analyse und Differenzierung verschiedener Krisenarten (Unternehmens-, Branchen-, Länder- und Weltkrisen).
- Untersuchung von Wettbewerbsstrategien nach Porter und Preisbildungstheorien.
- Vergleich der Reaktionsmuster von Unternehmen in unterschiedlichen Krisenszenarien.
- Bewertung der Wirksamkeit von aggressivem Pricing gegenüber kooperativen und differenzierenden Strategien.
Auszug aus dem Buch
3.1 Wettbewerbsverhalten in Unternehmenskrisen
Gerät ein Unternehmen in eine Krise, so bieten sich laut Müller drei strategische Optionen: Rückzug, Halten und Angreifen. Oft werden Nichtstun oder Warten auf Hilfe von außen praktiziert, was aber nicht als aktives Krisenmanagement bezeichnet werden kann (Müller 1986, S. 92). Engberding (1998, S. 93 ff.) gibt andere Strategiemöglichkeiten an. So nennt er als erste Alternative die Aufgabe, die bei Müller nicht enthalten ist. Marktbehauptung kann laut Engberding durch Verdrängung, Konsolidierung oder Kooperation erreicht werden. Daneben nennt er die Diversifikationsstrategie. Das Unternehmen sollte in einer Krise also seine Strategie überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Oberziel ist dabei die Vermeidung von Marktanteilsverlusten.
Was kann ein Unternehmen, welches in einer Krise steckt, konkret tun? Eine der Modifikationsmöglichkeiten am Marketing-Mix ist die Preispolitik. Ein Aspekt im Bereich des Pricing ist die optimierte Preissetzung. Kennt ein Unternehmen die feinsten Preisschwellen seiner Kunden, kann es einen höheren Preis bei gleicher Absatzmenge verlangen, da die Preise unterschiedlich wahrgenommen werden. Meffert verdeutlicht dies: „Auch (…) zwischen der oberen und der unteren absoluten Preisschwelle, ist häufig eine sprunghaft verlaufende Preisbeurteilung zu verzeichnen.“ Diese Grenzen sind die relativen Preisschwellen. (Meffert 2000, S. 497). Neben dieser ‚feinen’ Preissetzung spielt natürlich vor allem die ‚gröbere’ Preissetzung eine Rolle. Viele Manager werden in einer Krise mit dem Gedanken spielen, durch Preissenkungen den Absatz zu steigern. Solche Maßnahmen sind allerdings sehr zweifelhaft, da sich die finanzstarken Konkurrenzunternehmen, die von der Krise nicht betroffen sind, eine temporäre Preissenkung leisten können, um das Unternehmen aus dem Markt zu treiben und ein Preiskrieg ausgelöst werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema durch die Darstellung von Krisenszenarien und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2. Begriffliche und thematische Grundlagen: Definition relevanter Krisenbegriffe sowie Erläuterung von Wettbewerbsformen und Preisbildungsprinzipien.
3. Unternehmens- vs. Branchenkrisen: Untersuchung der spezifischen Reaktionsmöglichkeiten in Unternehmenskrisen im Vergleich zu Branchenkrisen unter Berücksichtigung des Pricings.
4. Länder- vs. Weltkrisen: Analyse der Auswirkungen von politischen Krisen und Währungskrisen sowie globalen Krisenszenarien auf das Wettbewerbsverhalten.
5. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Empfehlung zum strategischen Vorgehen in Krisen.
Schlüsselwörter
Krisenmanagement, Wettbewerbsverhalten, Preispolitik, Pricing, Unternehmenskrise, Branchenkrise, Länderkrise, Weltkrise, Wettbewerbsstrategie, Marketing-Mix, Preiskrieg, Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie, Kooperation, Preissensitivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen verschiedener Krisenformen auf das strategische Verhalten und die Preisgestaltung von Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Krisenarten, Wettbewerbsanalysen, Marketing-Mix-Instrumente und das strategische Preismanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung, welche Wettbewerbs- und Preisstrategien für Unternehmen in unterschiedlichen Krisensituationen besonders erfolgsversprechend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf aktueller Fachliteratur zum Krisenmanagement und Marketing basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Unternehmens- und Branchenkrisen sowie Länder- und Weltkrisen analysiert und in Bezug auf deren Einfluss auf den Wettbewerb verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Krisenmanagement, Wettbewerbsstrategien, Preispolitik und strategische Differenzierung.
Warum ist ein reiner Preiswettbewerb in einer Krise meist nicht empfehlenswert?
Ein reiner Preiswettbewerb führt oft in einen destruktiven Preiskrieg, der die Erlöse dauerhaft schmälert, ohne dass ein nachhaltiger strategischer Vorteil entsteht.
Welche Rolle spielt die Produktpolitik in einer Krise?
Die Produktpolitik bietet im Gegensatz zur reinen Preisanpassung die Chance, durch Qualität oder Nutzenvorteile eine Verteidigungsposition aufzubauen und sich einem direkten Preiskampf zu entziehen.
- Arbeit zitieren
- Alexander Köthe (Autor:in), 2003, Ein komparativer Vergleich von Unternehmens- vs. Branchenkrisen und Länder- vs. Weltkrisen als Determinanten des Wettbewerbsverhaltens unter besonderer Berücksichtigung des Pricing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15124