Die Geschichte der französischen Presse

Von ihren Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Geschichte der französischen Presse
2.1. Die Geburt der französischen Presse während des Absolutismus
2.2. Der Ausbau der französischen Presse während der Französischen Revolution
2.3. Die Einschränkung der französischen Presse unter Napoleon I
2.4. Die aktive Rolle der französischen Presse in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
2.5. Die erneute Einschränkung der französischen Presse unter Napoleon III
2.6. Das goldene Zeitalter der französischen Presse
2.7. Die Krise der französischen Presse während der beiden Weltkriege

3 Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Qu´est-ce qu´un livre périodique ? Un ouvrage éphémère sans mérite et sans utilité dont la lecture négligée et méprisée des gens lettrés ne sert qu´à donner aux femmes et aux sots de la vanité sans instruction.‘‘ (Albert / Terrou 1985, S.14)

Dieses Zitat von Rousseau aus dem Jahre 1755 zeigt deutlich, dass die Presse in Frankreich im 18. Jahrhundert von der sozialen und intellektuellen Elite mit Verachtung betrachtet wurde. Anfangs nahm man Journalisten noch keineswegs ernst, zumal sie in dieser Zeit noch unter strenger absolutistischer Kontrolle standen.

Doch das sollte sich sehr bald ändern. In der Französischen Revolution bekam die Presse nun eine enorme Macht, und schließlich sollte sie es sein, die den Sturz der absolutistischen Herrscher entscheidend vorantrieb.

Solch ein Auf und Ab bezüglich der Macht der französischen Presse ist typisch für deren Geschichte. In meiner Hausarbeit möchte ich nun näher auf die Geschichte der Presse in Frankreich eingehen, in dem ich sie in einzelne Zeitabschnitte einteile und in einen Zusammenhang mit der Geschichte Frankreichs bringe.

Denn die Entwicklung der Presse hängt immer eng mit den ökonomischen, sozialen und politischen Umständen und Ereignissen des jeweiligen Landes zusammen. (Vgl. Ebd., S.3) Besonders die Stellung der Tageszeitungen ist stark mit diesen Faktoren verknüpft. Deshalb möchte ich mein Augenmerk in dieser Hausarbeit vor allem auf die Tageszeitungen Frankreichs richten, aber auch auf die Entwicklung der französischen Zeitschriften soll kurz eingegangen werden.

Beginnen möchte ich die Geschichte der französischen Presse mit dem erstmaligen Erscheinen der Gazette von Théophraste Renaudot im Jahre 1631.

Allerdings bleibt zu sagen, dass es schon vor dieser Zeit Presseerzeugnisse im weitesten Sinne gab, zum Beispiel Flugblätter, die sogenannten nouvelles à la main (Vgl. Ebd., S.7) und nicht erst seit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks von 1438 haben die Menschen das Bedürfnis nach Information. So zogen schon seit jeher Menschen von Stadt zu Stadt, um die wichtigsten Neuigkeiten mündlich zu verbreiten.

Die wichtigsten Veränderungen in der französischen Pressegeschichte ereigneten in dem Zeitraum von ihren Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. Deshalb werde ich mein Augenmerk nun auf eben diesen Zeitraum richten.

2. Die Geschichte der französischen Presse

2.1. Die Geburt der französischen Presse während des Absolutismus

Die erste französische Zeitung erschien in Paris im Mai 1631 unter dem Namen Gazette, später Gazette de France . Ihr Herausgeber, Théophraste Renaudot, war Arzt und stellte zunächst zur Unterhaltung für seine Patienten eine Sammlung meist politischer Nachrichten zusammen. (Vgl. D´Ester 1942, S.3)

Bald erkannte allerdings der Minister Richelieu, dass er solch eine Form der Presse auch gut für seine Zwecke nutzen könnte. So arbeitete er künftig an der Gazette mit und erteilte Renaudot Privilegien. Durch diese Begünstigungen kam es dazu, dass die Gazette bis 1638 bereits 1200mal verkauft wurde und von ursprünglich vier auf zwölf Seiten anwuchs. (Vgl. Albert / Terrou 1985, S.11)

Die Einmischung Richelieus bedeutete für Renaudot aber nicht nur einen enormen Erfolg seines Blattes, sondern auch strenge Kontrolle. Es durfte nur gedruckt werden, was im Sinne des Hofes war und regelmäßig schickte König Louis XIII. ihm sogar selbstverfasste Artikel. An der Wiege der französischen Zeitungen standen also die absolutistischen Machthaber.

Renaudot hatte durch den Erfolg seines Blattes nun aber solch ein großes Selbstbewusstsein erlangt, dass er diese eigens vom König verfassten Artikel unnachsichtlich verbesserte. (Vgl. D´Ester 1942, S.5) Sein Selbstbewusstsein zeigte sich auch darin, dass er sich öffentlich in seiner Zeitung gegenüber möglicher Klagen rechtfertigte und seinen Lesern davon berichtete, wie schwierig der Beruf eines Journalisten sei:

„Die Herrscher sind nicht zufrieden, wenn die Gazette nicht jeden Tag meldet, daß sie eine Stadt eingenommen haben. […] Die einen hätten gerne eine blumenreiche Sprache; gäbe man aber dem Verlangen der andern nach, so sähe die Zeitung wie ein abgenagtes Skelett aus. Wenn manche schon fürchten, die Geschichte ihres Jahrhunderts zu schreiben, aus Angst vor dem Jahrhundert, welche Schwierigkeiten sind aber erst zu überwinden, wenn es gilt, die Geschichte der Woche oder gar die des Tages zu schreiben!“(Ebd., S.6)

Trotz Renaudots Rechtfertigungen gingen die Meinungen über dessen Zeitung aber auseinander. In einer von Kardinal Mazarin verfassten Flugschriften beklagt dieser 1649 zum Beispiel, dass man in der Gazette „an Stelle der Wahrheitsliebe die Schmeichelei gesetzt habe, […]“ (Ebd., S.7)

Einige Jahre nach dem ersten Erscheinen der Gazette kamen in Frankreich auch die ersten Zeitschriften auf den Markt, wie beispielsweise 1665 die Gelehrten-Fachzeitschrift Journal des Savants oder 1672 der Mercure galant , eine Zeitschrift aus der Unterhaltungssparte, die die Leserschaft mit Neuigkeiten vom Hof belustigte. (Vgl. Albert o.J., S.7)

2.2 . Der Ausbau der französischen Presse während der Französischen Revolution

Während der Französischen Revolution beginnt sich Presse zu emanzipieren und befreit sich von der Kontrolle durch die absolutistischen Herrscher. „Vor 1789 gab es in Frankreich […] keine politische Presse. Offizielle Organe wie der `Mercure de France´ oder die [mittlerweile] über hundertfünfzig Jahre alte `Gazette de France´ verbreiteten nur der Regierung genehme Nachrichten und Verlautbarungen. Die eigene Meinung eines Redakteurs oder Herausgebers war nicht gefragt.“ (Heinrich-Jost o.J., S.8)

Von nun an aber stellte sich die Presse auf die Seite des Volkes und führt einen permanenten Kampf für die Freiheit. Verbote ließ sich die Presse nicht mehr gefallen. So erschien beispielsweise das Journal des États généraux , das am vierten Mai 1789 herausgegeben worden war und bereits am Folgetag verboten wurde, künftig schlichtweg unter einem anderen Titel, indem es sich in Lettre du comte Mirabeau à ses commettants umbenannte. (Vgl. Charon 1991, S.31)

Weil es wegen der umwälzenden politischen Ereignisse zu einem erhöhten Informationsbedarf seitens der Bevölkerung kam, wurden außerdem immer mehr Zeitungsexemplare verkauft. Es kam zu einer regelrechten Explosion auf dem Pressemarkt. „Allein in der zweiten Hälfte des Jahres 1789 gab es rund hundertfünfzig neue Journale in Paris.“ (Heinrich-Jost o.J., S.10) Und zwischen 1789 und 1799 erschienen mehr als 1300 Zeitungen aller Formen und Tendenzen. (Vgl. Albert 1992, S.8)

Verankert wurde die Meinungs- und Pressefreiheit in Artikel 11 der Menschen- und Bürgerrechte:

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der französischen Presse
Untertitel
Von ihren Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V151257
ISBN (eBook)
9783640625710
ISBN (Buch)
9783640625758
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pressegeschichte, Presse, Frankreich, Napoleon, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Zensur, Revolution, Gazette
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Die Geschichte der französischen Presse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151257

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