Der Krieg im Vietnam zog sich über 30 Jahre hin und beschäftigte insgesamt vier Präsidenten. Die Präsidenten Eisenhower und Kennedy schickten Unterstützung in Form von Militärberatern in das Krisengebiet, vermieden aber den Eintritt in den Krieg. Erst in der Amtszeit des Präsidenten Lyndon B. Johnson trat Amerika in den bewaffneten Konflikt ein. Präsident Johnson schickte nach dem sogenannten Tonkin-Zwischenfall amerikanische Truppen nach Vietnam, um die nordvietnamesische Regierung davon abzuhalten, den Süden des Landes einzunehmen. Vier Jahre später kam Richard Nixon an die Macht. Sein Versprechen, die Truppen sobald wie möglich nach Hause zu holen und einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, ließen ihn mit knapper Mehrheit gewinnen. Der Krieg in Vietnam versetzte die amerikanische Bevölkerung in einen Schock-zustand und löste eine Welle von Demonstrationen aus. Die Details der Kriegsführung wurden der Öffentlichkeit zum großen Teil von der Regierung vorenthalten, doch die Medien hatten mit ihren „embedded journalists“ die Möglichkeit, mit den Truppen zu ziehen und vom Krieg aus ungewohnter Nähe zu berichten. Dadurch konnte die amerikanische Bevölkerung zum ersten Mal von Zuhause aus direkt am Kriegsgeschehen teilhaben. Durch diese Einblicke wurde die ganze Grausamkeit bewaffneter Kämpfe deutlich, der Krieg wurde entmystifiziert. Der Widerstand in der Bevölkerung wurde im Verlaufe des Krieges immer größer, es formierte sich eine neue politische Jugendbewegung und es kam zu Massendemonstrationen.
In dieser Arbeit wird jeweils eine Rede von Lyndon B. Johnson und eine von Richard M. Nixon analysiert. Daraufhin sollen die Reden miteinander verglichen und auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin untersucht werden. Ziel dieser Arbeit wird es sein, auf der sprachlichen Ebene Besonderheiten der jeweiligen Redner herauszuarbeiten und Reden als geplante Inszenierungen der eigenen Persönlichkeit zu deuten. Wie ein Präsident gesehen wird, hängt zum großen Teil von seiner Wortwahl ab, und deshalb müssen Worte analysiert werden, um Ziele zu verstehen. Ich möchte in meiner Analyse nach dem Rhetorikmodell von Kenneth Burke vorgehen.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- B. Die Reden
- I. Actor: Präsident Lyndon B. Johnson
- 1. Scene
- 2. Act
- 3. Agency
- 4. Purpose
- II. Actor: Präsident Richard M. Nixon
- 1. Scene
- 2. Act
- 3. Agency
- 4. Purpose
- III. Vergleich
- I. Actor: Präsident Lyndon B. Johnson
- C. Schluß
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert zwei Reden, eine von Lyndon B. Johnson und eine von Richard M. Nixon, die im Kontext des Vietnamkriegs gehalten wurden. Ziel der Analyse ist es, sprachliche Besonderheiten der Reden herauszuarbeiten und sie als inszenierte Präsentationen der Persönlichkeit der jeweiligen Präsidenten zu deuten. Durch die Untersuchung der Wortwahl sollen die Ziele und Intentionen der Redner ergründet werden.
- Rhetorische Strategien im Vietnamkrieg
- Sprachliche Gestaltung von Kriegsreden
- Die Rolle der Medien in der Kriegsberichterstattung
- Politische Rhetorik und Identifikationsmechanismen
- Die Bedeutung von Sprache für die Konstruktion von Wirklichkeit
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung
Die Einleitung gibt einen Überblick über den Vietnamkrieg und die Rolle der amerikanischen Präsidenten in diesem Konflikt. Sie stellt die beiden analysierten Reden von Lyndon B. Johnson und Richard M. Nixon vor und erläutert das Ziel der Arbeit, die rhetorischen Besonderheiten der Reden zu untersuchen.
B. Die Reden
I. Actor: Präsident Lyndon B. Johnson
1. Scene
Dieser Abschnitt beschreibt den Kontext der Rede von Lyndon B. Johnson am 4. August 1964, in der er die Bombardierung Nordvietnams ankündigte. Die Rede wurde im Fernsehen übertragen und zielte darauf ab, die amerikanische Bevölkerung von der Notwendigkeit einer US-Intervention zu überzeugen.
2. Act
Dieser Abschnitt analysiert den Inhalt der Rede und beleuchtet die Ereignisse, die zu Johnsons Entscheidung zur Bombardierung führten. Es wird gezeigt, wie Johnson Informationen über den Vietnamkrieg zurückhielt, um die militärischen Fehler der Regierung zu verschleiern.
3. Agency
Dieser Abschnitt untersucht die rhetorischen Mittel, die Johnson in seiner Rede einsetzte. Es wird die Kürze der Rede und die Konzentration auf die Dringlichkeit der Situation hervorgehoben.
II. Actor: Präsident Richard M. Nixon
Dieser Abschnitt befasst sich mit der Rede von Richard M. Nixon und untersucht die rhetorischen Strategien, die er im Kontext des Vietnamkriegs einsetzte.
III. Vergleich
Dieser Abschnitt vergleicht die Reden von Johnson und Nixon und untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in ihrer Rhetorik. Es werden die jeweiligen Strategien der beiden Präsidenten im Umgang mit der Öffentlichkeit und die Rolle der Medien im Vietnamkrieg beleuchtet.
Schlüsselwörter
Vietnamkrieg, Rhetorik, Kriegsreden, Lyndon B. Johnson, Richard M. Nixon, Medien, politische Rhetorik, Identifikation, Sprache, Wirklichkeit, Kenneth Burke, Handlungslehre, Tonkin-Zwischenfall, Bombardierung, Intervention, Informationspolitik, Medienberichterstattung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der rhetorischen Analyse von Johnson und Nixon?
Die Arbeit untersucht, wie beide Präsidenten Sprache nutzten, um ihre Persönlichkeit zu inszenieren und die amerikanische Bevölkerung während des Vietnamkriegs zu beeinflussen.
Welches Modell wird für die Analyse der Reden verwendet?
Die Analyse folgt dem Rhetorikmodell von Kenneth Burke, das Kategorien wie Actor, Scene, Act, Agency und Purpose umfasst.
Was war der rhetorische Kontext von Lyndon B. Johnsons Rede?
Johnson nutzte den Tonkin-Zwischenfall 1964, um die Bombardierung Nordvietnams zu rechtfertigen, wobei er Informationen zurückhielt, um die Intervention alternativlos erscheinen zu lassen.
Wie unterschied sich Richard Nixons Rhetorik von der seines Vorgängers?
Nixon versprach einen schnellen Ausweg aus dem Krieg, nutzte aber dennoch gezielte rhetorische Strategien zur Identifikation und zur Bewältigung des wachsenden Widerstands in der Bevölkerung.
Welche Rolle spielten die Medien im Vietnamkrieg laut der Arbeit?
Medien und "embedded journalists" entmystifizierten den Krieg, indem sie Grausamkeiten direkt in die Wohnzimmer brachten, was den öffentlichen Druck auf die Rhetorik der Präsidenten erhöhte.
Was bedeutet "Sprache als Konstruktion von Wirklichkeit" in diesem Vergleich?
Es beschreibt, wie durch die spezifische Wortwahl der Präsidenten politische Ziele verschleiert oder legitimiert wurden, um ein bestimmtes Bild der Kriegslage zu erzeugen.
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- Verena von Waldow (Author), 2007, Aus rhetorischen Fehlern lernen - Die Rhetorik von Lyndon B. Johnson und Richard M. Nixon im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151286