Ein großer Teil der relevanten Fachliteratur befasst sich ausschließlich mit Überleitungen von Patienten aus dem Krankenhaus in das häusliche Umfeld. Sogar der 2002 erschienene Expertenstandard "Entlassungsmanagement in der Pflege" bezieht sich vorwiegend auf den Übergang von dem stationären in den nachstationären Bereich, also dem Übergang von der Klinik in die ambulante Pflege.
Mir stellt sich die Frage: Wäre es für die vollstationäre Altenpflege nicht auch sinnvoll eine Überleitungspflege zu implementieren?
In der nachfolgenden Betrachtung soll die Berechtigung einer Überleitungspflege und der für die Einrichtungen daraus zu ziehende Nutzen insgesamt dargestellt werden. Im Zeitalter der ökonomischen Betrachtung von Pflege und einer gewünschten Kunden-bindung gibt es vielerlei Methoden und Instrumente diese gewünschten Ziele zu erreichen. Es werden Auszüge aus den Möglichkeiten dargestellt und ich möchte zudem aufzeigen, dass die Überleitungspflege ein elementarer Bestandteil der täglichen Arbeit auch in der Altenpflege ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen, Grundlagen, Bedeutung
2.1 Definitionen
2.2 Grundlagen der Überleitungspflege
2.3 Bedeutung für den klinischen Bereich
2.4 Bedeutung für die stationäre Altenpflege
3. Methoden und Instrumente zur Umsetzung
3.1 Case Management
3.2 Pflegeberatung
3.3 Netzwerkkarte
4. Erfassung der Situationen bezüglich der Überleitungspflege
4.1 Situation in der stationären Altenpflege
4.2 Situation im Klinikum der regelversorgung
5. Die Rolle der FLP bei der Überleitungspflege
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und den Nutzen einer strukturierten Überleitungspflege, insbesondere mit Fokus auf die vollstationäre Altenpflege. Ziel ist es, Schnittstellenproblematiken zu identifizieren und Managementansätze aufzuzeigen, die durch eine verbesserte Koordination die Versorgungsqualität erhöhen und den "Drehtüreffekt" bei Patienten vermeiden helfen.
- Grundlagen der Überleitungspflege und relevanter Expertenstandards
- Bedeutung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit für Klinik und Altenpflege
- Einsatz von Case Management als strukturiertes Steuerungsinstrument
- Methoden der professionellen Pflegeberatung und Gesprächsführung
- Anwendung der Netzwerkkarte zur effizienten Akteurssteuerung
- Die Rolle der Fachkraft für Leitungsaufgaben (FLP) bei der Prozessoptimierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Case Management
Um eine effiziente Überleitungspflege zu gewährleisten, ist es notwendig sich bestimmter Methoden und Instrumente zu bedienen.
Im zunehmenden Maße wird in vielen ambulanten und stationären Einrichtungen das so genannte Case Management implementiert. Ich bin aber durch die nachfolgend aufgezeigten Möglichkeiten des Case Managements überzeugt, dass es sich auch hervorragend für die stationäre Altenpflege eignet.
Case Management bedeutet übersetzt nichts anderes als "Fallmanagement" und soll die Schnittstellenproblematik und die dadurch entstehenden Versorgungsbrüche verringern bzw. verhindern (vgl. Bühler, 2006, S.70-71). Des Weiteren besteht die Aufgabe darin, angelehnt an der Definition unter 2.1 Absatz 2, die Koordination über den gesamten Versorgungsverlauf zu übernehmen. Das heißt beispielsweise bei geplanten Aufnahmen, dass der "Fallmanager" bereits vor Aufnahme in der Einrichtung Kontakt mit dem Kunden aufnimmt und anfängt, die Aufnahme zu strukturieren und den weiteren Versorgungsverlauf während des Aufenthaltes vorab zu planen. Selbst die mögliche Weiterversorgung oder Entlassung kann vorab geplant werden, um so einen strukturierten und reibungslosen Aufenthalt zu ermöglichen (vgl. Bühler, 2006, S.72).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt, ob eine Überleitungspflege, ähnlich dem Entlassungsmanagement in Kliniken, auch für die stationäre Altenpflege als Standard sinnvoll implementierbar ist.
2. Definitionen, Grundlagen, Bedeutung: Dieses Kapitel definiert Überleitungsmanagement als prozesshafte Koordination zwischen Institutionen und analysiert dessen ökonomische sowie pflegerische Bedeutung für Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen.
3. Methoden und Instrumente zur Umsetzung: Es werden praxisnahe Ansätze wie Case Management, strukturierte Pflegeberatung und die Nutzung einer Netzwerkkarte vorgestellt, um den Versorgungsprozess zu steuern.
4. Erfassung der Situationen bezüglich der Überleitungspflege: Hier wird der Ist-Zustand anhand einer stationären Altenpflegeeinrichtung und eines Klinikums der Regelversorgung analysiert und hinsichtlich ihrer Schnittstellenarbeit bewertet.
5. Die Rolle der FLP bei der Überleitungspflege: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Fachkräfte für Leitungsaufgaben durch ihre Kompetenzen bei der Schnittstellenkoordination und Implementierung von Instrumenten aktiv zur Prozessoptimierung beitragen können.
6. Fazit: Das Fazit stellt die Notwendigkeit einer aktiveren Rolle der Altenpflege bei Aufnahmen fest und empfiehlt die systematisierte Anwendung von Managementinstrumenten zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und Effizienz.
Schlüsselwörter
Überleitungspflege, Case Management, Entlassungsmanagement, stationäre Altenpflege, Schnittstellenmanagement, Pflegeberatung, Netzwerkkarte, Versorgungskontinuität, Kundenzufriedenheit, DRG-Controlling, Versorgungsbrüche, Prozessoptimierung, FLP, Pflegeüberleitung, integrierte Versorgung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Übergangs von Patienten zwischen verschiedenen Sektoren der Gesundheitsversorgung, insbesondere unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der stationären Altenpflege.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das Schnittstellenmanagement, die professionelle Koordination von Pflegeprozessen, die Steigerung der Kundenzufriedenheit und ökonomische Aspekte in der modernen Pflege.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine strukturierte Überleitungspflege kein exklusives Klinikthema ist, sondern in der Altenpflege durch geeignete Methoden elementar für eine hohe Versorgungsqualität ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Expertenstandards, theoretische Definitionen zum Case Management sowie eine Praxisreflexion der Situation in spezifischen stationären und klinischen Einrichtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe, die Vorstellung konkreter Instrumente zur Prozesssteuerung (Case Management, Netzwerkkarte) und eine kritische Analyse der aktuellen Praxissituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Überleitungspflege, Case Management, Schnittstellenmanagement und Versorgungskontinuität geprägt.
Welche Rolle spielt die Fachkraft für Leitungsaufgaben (FLP) laut dem Autor?
Die FLP fungiert laut dem Autor als zentraler Schnittstellenmanager, der durch prozessorientiertes Denken Synergieeffekte erkennt und die Implementierung von Qualitätsinstrumenten wie der Netzwerkkarte vorantreibt.
Wie bewertet der Autor die Rolle der stationären Altenpflege bei der Entlassungsplanung?
Der Autor bemängelt eine aktuell zu passive Rolle der Altenpflege bei Bewohneraufnahmen und plädiert für eine frühzeitige, aktive Kontaktaufnahme zur besseren Vorbereitung der Versorgung.
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- Heiko Sebastian (Author), 2007, Grundlagen der Überleitungspflege mit Ausblick auf die stationäre Altenpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151293