Tondokumente in Kommunalarchiven

Von der Übernahme bis zur Nutzbarmachung


Diplomarbeit, 2010
134 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kurzer Abriss über die Geschichte der Tonaufzeichnung seit dem 19. Jahrhundert

1. Tondokumente in Kommunalarchiven
1.1. Ergebnis einer Umfrage über den Sachstand der Tonträgerüberlieferung und deren Umgang in aus-gewählten deutschen Kommunalarchiven
1.2. Die Bedeutung und Rolle vonTondokumenten inner- halb der Gesamtüberlieferung eines kommunalen Archivs
1.3. Tondokumente als historische Quellen
1.4. Exkurs: Oral History

2. Umgang mit Tondokumenten im Lichte der archivtypischen Kernaufgaben und Arbeitsprozesse
2.1. Übernahme und Bestandsbildung
2.2. Bewertung
2.3. Erschließung
2.4. Präsentation und Nutzbarmachung
2.5. Bestandserhaltung, Lagerung, Archivierung
2.5.1. Präventive Maßnahmen, sachgerechte Lage- rung und mögliche Schadensbilder
2.5.2. Digitalisierung von analogen Ton-Trägern
2.5.3. Archivierung digitaler Audiodateien

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang

Systematische Zusammenstellung der wichtigsten analogen und digitalen Tonträger

Fragebogen der Umfrage in deutschen Kommunalarchiven zum dortigen Umgang mit Tonträgern

Auswertungsblatt zur Tonträgerumfrage

Erklärung

Einleitung

Unter dem Begriff „Tondokumente“ oder „Tonträger“ lassen sich ganz unterschiedliche Informationsträger subsummieren: Zum einen zählen dazu analoge Medien wie Magnettonbänder, Tonkassetten und Schallplatten, zum anderen Tonkonserven in digitaler Form wie Compact Discs (CDs), Minidiscs und digitale Tondateien in den unterschiedlichsten Formaten.

Geübt im Umgang mit Tonkonserven aller Art sind in erster Linie Rundfunk- und Fernsehanstalten und deren Archive sowie Spezialschallarchive. Dort bilden Ton- und audiovisuelle Medien die Hauptüberlieferung. Im Gegensatz dazu hat Schriftgut in Kommunalarchiven immer noch klassisch den Hauptanteil an den gesamten Beständen. Tondokumente führen dort – wenn überhaupt vorhanden – als Bestandteil der archivischen Sammlungen eher ein Schattendasein[1]. Neben den in kommunalen Archiven üblicherweise anzutreffenden Akten und Protokollen gelten sie dort fast schon als „Exoten“ und dementsprechend tun sich Kommunalarchivare vielfach schwer damit.

Diese Arbeit will nun versuchen, möglichst umfassend praktikable Ansätze für den Umgang mit Audioquellen in Kommunalarchiven aufzuzeigen. Auf Grund der unterschiedlichen Zielsetzung und Aufgabenschwerpunkte erscheint es wenig sinnvoll, die archivische Arbeitsweise von Rundfunk- und Schallarchiven einfach 1:1 auf Kommunalarchive zu übertragen. Doch wie sollen Tondokumente in Kommunalarchiven sinnvoll behandelt werden? Welche Maßnahmen lassen sich verwirklichen und wie können sie an den Bedürfnissen und Verhältnissen von kleineren und mittelgroßen Kommunalarchiven ausgerichtet werden? Diesen Fragen soll in dieser Arbeit nachgegangen werden. Ausdrücklich nicht behandelt werden Filme, wenngleich Archive sie landläufig zu den Tonträgern mitrechnen[2].

Der erste – eher allgemein gehaltene – Teil setzt sich vor Allem mit den Besonderheiten von Tonträgern und ihrer Bedeutung in der archivischen Überlieferung auseinander. Einstieg in die Thematik bildet die Darlegung von Ergebnissen einer Umfrage, die der Verfasser vorweg an ausgewählten bundesdeutschen Kommunalarchiven durchgeführt hat. Ziel dieser Umfrage war es, zu ermitteln, wie kleinere und mittlere kommunale Archive ihre Tonträgerbestände handhaben. Diese kleine Bestandsaufnahme sollte ein ungefähres Bild von der Tonträgersituation in deutschen Kommunalarchiven vermitteln. Die darauf folgenden Kapitel gehen der Frage nach dem Stellenwert von Tondokumenten in Kommunalarchiven nach und behandeln Tondokumente als geschichtliche Quellen. Ein weiteres Kapitel nimmt daraufhin Oral-History-Dokumente näher in den Blick.

Der zweite Teil setzt sich dann in der Reihenfolge archivtypischer Arbeitsprozesse von der Übernahme bis zur Präsentation und Nutzung mit Fragen der Bewertung, der Überlieferungs- und Bestandsbildung, der Erschließung, Bestandserhaltung und Magazinierung von Tonträgern auseinander. Im Anhang schließlich werden die verschiedenen analogen und digitalen Tonträger ausführlich systematisch dargestellt. Dieser Arbeit ist außerdem der Fragebogen beigefügt, der für die Umfrage zu Tonträgern an Kommunalarchiven gedient hat sowie das Auswertungsblatt hierzu.

Die bisher veröffentlichte Fachliteratur zum Thema Audioquellen in Archiven befasst sich ausschließlich mit Tonaufzeichnungen in Medienarchiven oder Staatsarchiven[3]. Eine äußerst hilfreiche Handreichung für alle Archive, die Tonträger besitzen, sind die Empfehlungen des Schweizerischen Vereins und Netzwerkes „Memoriav“ zur Erhaltung von Tondokumenten[4]. In dieser Schrift werden sowohl gemischte Archive als auch Spezialarchive berücksichtigt[5]. Schließlich kann auf Literatur zurückgegriffen werden, die den Schwerpunkt auf die praktische technische Behandlung der unterschiedlichen Tonträger zum Gegenstand hat. Zu nennen wären hier Handbücher und Firmenveröffentlichungen aus den 1950-er Jahren, die sich an den privaten Tonband- und Filmamateur oder an den Schallplattenliebhaber richten[6]. Neuere Veröffentlichungen nehmen hauptsächlich die Digitalisierung analoger Tonträger und ihr Für und Wider gegenüber ihren digitalen Nachfolgern in den Blickpunkt[7].

[...]


[1] vgl. Possehl, Ingunn: Erschließung und Auswertung von Tondokumenten, S. 22; Memoriav-Empfehlungen, S. 5

[2] In den Antworten auf die verschiedenen Umfragen des Verfassers zum Thema Tonträger wurden audiovisuelle Medien meistens unaufgefordert mitberücksichtigt.

[3] Zu nennen wären hier: Koop et al.: Audioquellen im Landeshauptarchiv Schwerin, 2007; Höroldt: Zur Foto-, Film- und Tonträgerüberlieferung im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, 2006; Harms: Probleme der Zugänglichkeit des AV-Materials in den Rundfunkarchiven, 2000; Schlenkrich: Das „Digitale Archiv“ für historische Tondokumente im Deutschen Rundfunkarchiv, 2000; BLM-Schriftenreihe, 52: Löschen und vernichten oder bewahren und nutzen? Kolloquium zur Archivierung von Rundfunkproduktionen bei privaten Anbietern in Bayern, 1999; Stülb: Entmaterialisierung von Tondokumenten und deren Sicherung, 1998

[4] Memoriav-Empfehlungen Ton - die Erhaltung von Tondokumenten / Memoriav, Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, 2008. – Memoriav ist ein als Netzwerk organisierter Verein mit dem Zweck der Förderung von Erhaltung, Erschließung und Vermittlung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz. Memoriav betreut Projekte im Bereich Film, Fotografie, Ton und Video.

[5] Als „Gemischte Archive“ werden dort öffentliche und private Institutionen bezeichnet, die neben allen Arten von Dokumenten auch Tondokumente sammeln. Diese bilden aber nicht den Sammlungsschwerpunkt. „Spezialarchive“ sind auf das Archivieren von Tondokumenten ausgerichtet.

[6] In den 1950-er Jahren hielten Tonbandgeräte und Magnettonbänder Einzug in private Wohnstuben. Seit 1951 waren sie technisch und in der Handhabung soweit ausgereift dass sie nun auch für den Privatanwender erschwinglich und bedienbar geworden waren. Eine Fülle von Heimtonbandgeräten eroberten den Markt. Daraus erklären sich die folgenden Veröffentlichungen (beispielhaft): Knobloch: Der Tonband-Amateur : [Ratgeber für die Praxis mit dem Heimtongerät und für die Schmalfilm-Vertonung], 1958; Richter: Tonaufnahme für alle: Eine leicht verständliche Einführung in die Praxis der Tonaufnahme, 1953; Slot: Vom Mikrophon zum Ohr: moderne Tonaufnahme- und Wiedergabetechnik, 1955; Kodak-Pathé: Kodak-Tonbänder für magnetische Tonaufzeichnung. Bericht aus dem Forschungslabaratorium Kodak-Pathé, 1953

[7] Hein, Andreas et al.: Schallplatten und Kassetten perfekt digitalisieren, 2008; Wonneberg, Frank: Vinyl-Lexikon: Fachbegriffe, Sammlerlatein, Praxistipps, 2007; Wyer, Christoph: Die Schallplatte versus Digitaltechnik – die Zukunft der Schallplatte, 2006

Ende der Leseprobe aus 134 Seiten

Details

Titel
Tondokumente in Kommunalarchiven
Untertitel
Von der Übernahme bis zur Nutzbarmachung
Hochschule
Fachhochschule Potsdam  (Archiv, Bibliothek, Dokumentation)
Veranstaltung
Fernweiterbildung 2. grad. Kurs zum Dipl.-Archivar
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
134
Katalognummer
V151297
ISBN (eBook)
9783640631186
ISBN (Buch)
9783640630776
Dateigröße
1035 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tondokumente, Tonträger, CDs, Schallplatten, Kommunalarchive
Arbeit zitieren
Michael Krischak (Autor), 2010, Tondokumente in Kommunalarchiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151297

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