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Konzepte zu Magie und die Frage der Rationalität

Titel: Konzepte zu Magie und die Frage der Rationalität

Seminararbeit , 2008 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Caroline Dorsch (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was wird unter Magie verstanden? Was spricht für oder gegen eine universelle Anwendung dieses Begriffs? In welcher Weise wird Magie von Religion abgegrenzt? Steht Magie im Widerspruch zu Rationalität? Dies sind Fragen, die nicht nur Ethnologen bei der Erforschung und Beschreibung fremder Kulturen, sondern auch Religionswissenschaftler beschäftigt haben.
In dieser Hausarbeit sollen diese Fragen anhand von Theorien wichtiger Denker der Ethnologie und Religionswissenschaft näher dargestellt und behandelt werden.
Zunächst soll versucht werden, die Begriffsentwicklung bzw. den Beginn der Verwendung des Begriffs Magie zu veranschaulichen. Ab wann kam es zum Gebrauch des Magiebegriffs? Zu welchem Zweck wurde er eingesetzt? Von wem wurde der Terminus Magie für welche Ziele benutzt? Wie entwickelte sich die Verwendung über die Zeit hinweg? Diese Fragen sollen hinsichtlich der historischen Begriffswerdung geklärt werden.
Wie veränderte sich die Verwendung des Magiebegriffs nach der Etablierung der Religionswissenschaft und der Ethnologie als akademische Fächer? Dieser Fragestellung wird im Hauptteil der Arbeit nachgegangen. Hierbei werden evolutionistische, intellektualistische und symbolistische Theorien betrachtet werden. Sie vertreten jeweils ein unterschiedliches Verständnis von Magie. Während in evolutionistischen und intellektualistischen Ansätzen der Aspekt der Rationalität durchaus von Bedeutung ist, wenden sich symbolistische Theorien von dieser Bewertung der Magie ab und versuchen, den jeweiligen symbolischen Gehalt zu fassen.
In dieser Hausarbeit werden sowohl ältere als auch neuere Ansätze beider Strömungen angesprochen werden, um zu zeigen, inwieweit auch in diesen eine Modifikation von statten gegangen ist. Als älterer Vertreter der evolutionistischen Strömung wird James G. Frazers Theorie angeführt werden, um danach allgemeiner auf neuere intellektualistische Ansätze zu sprechen zu kommen. Im Bereich der Symbolisten gilt Émile Durkheim als Vertreter eines älteren symbolistischen Ansatzes. Auf eine Schilderung von dessen Theorie folgt ebenfalls, etwas allgemeiner gehalten, die Darstellung von neueren symbolistischen Ansätzen.
Abschließend wird in der Schlussbetrachtung der Versuch unternommen werden, festzustellen, inwieweit eine Verwendung des Begriffs Magie angebracht erscheint oder ob es nicht sinnvoller wäre, auf diesen Terminus, der durch seine Geschichte ethnozentrisch und dadurch auch negativ geprägt ist, zu vermeiden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zum Begriff der Magie

1. Der Terminus Magie

2. Konzepte zu Magie

III. Evolutionistische und intellektualistische Theorien zu Magie

1. Frazers Konzept von Magie

a) 1. Stadium: Magie

b) 2. Stadium: Religion

c) 3. Stadium: Wissenschaft

d) Magie, Religion, Wissenschaft

2. neuere intellektualistische Ansätze

IV. Symbolistische Ansätze zu Magie

1. Durkheims Trennung von Magie und Religion

a) Religion

b) Magie

2. neuere symbolistische Ansätze

V. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und wissenschaftliche Definition des Begriffs „Magie“ sowie dessen Abgrenzung zu Religion und Wissenschaft. Zentral ist dabei die Frage nach der Rationalität magischer Praktiken innerhalb der Ethnologie und Religionswissenschaft, wobei verschiedene theoretische Strömungen kritisch beleuchtet werden.

  • Historische Begriffsentwicklung von Magie im akademischen Kontext
  • Evolutionistische Theorien und das Dreistufenmodell von James G. Frazer
  • Intellektualistische Ansätze und die Debatte um Rationalität
  • Symbolistische Analysen nach Émile Durkheim und Stanley J. Tambiah
  • Kritische Reflexion über die Ethnozentrik westlicher Konzepte

Auszug aus dem Buch

1. Der Terminus Magie

Etymologisch gesehen, leitet sich der Begriff der Magie vom griechischen Wort mageía und dessen lateinischer Entsprechung magia ab. In diesem Kontext standen mageía und magia sowohl für Zauberei, Gaukelei als auch Blendwerk.

Schon diese Bedeutungszuschreibungen offenbaren eine negative Konnotation des Begriffs, die im Laufe der weiteren Entwicklung von Konzepten über Magie bestehen bleiben wird. Es verwundert daher nicht, dass Magie innerhalb der Religionswissenschaft einen umstrittenen Terminus darstellt. Die Untersuchung magischer Vorstellungen erfolgte anfänglich zum einen durch eine Abgrenzung zu Religion und religiösen Praktiken und zum anderen durch die Eingliederung in ein Evolutionsschema, bei dem Magie den Ausgangspunkt für eine Weiterentwicklung zu Religion und schließlich zu Wissenschaft bildet (von Stuckrad 2006: 316).

Die enge Verbindung zwischen Magie, Religion und Wissenschaft ist auch hier im alten Griechenland, das als Wiege der Wissenschaft gilt, spürbar. Wissenschaft stellt somit den bestimmenden Begriff dieser drei Termini dar. Magie wird nun von der Medizin, die als „proto-science“ gilt, abgegrenzt. Dies basiert auf der Erkenntnis eines Bereichs namens „Natur“, welche dazu befähigte, eine naturalistische bzw. materialistische Erklärung, die magischen, okkulten, abergläubischen Erklärungen entgegengesetzt war, zu liefern. Im Gegensatz zu Magie, welche von der Wissenschaft ausgeschlossen wurde, blieb eine solche Ausgrenzung hinsichtlich der Religion aus, die nicht als unvereinbar mit den Kenntnissen der Philosophen und Wissenschaftler deklariert wurde. Vielmehr wurde davon ausgegangen, „that the divine principle pervaded all phenomena“ (Tambiah 1990: 11).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Arbeit ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Begriffsdefinition von Magie und deren Verhältnis zu Rationalität.

II. Zum Begriff der Magie: Dieses Kapitel erläutert die etymologischen Wurzeln des Magiebegriffs und die historische Einordnung in den wissenschaftlichen Diskurs.

III. Evolutionistische und intellektualistische Theorien zu Magie: Hier werden die evolutionistischen Ansätze, insbesondere das Modell von James G. Frazer, und spätere intellektualistische Perspektiven detailliert analysiert.

IV. Symbolistische Ansätze zu Magie: Dieses Kapitel betrachtet die symbolistische Strömung, wobei der Fokus auf Émile Durkheims soziologische Abgrenzung und neuere Ansätze wie jene von Tambiah liegt.

V. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hinterfragt die Anwendbarkeit westlicher Konzepte von Magie und Rationalität auf fremde Kulturen.

Schlüsselwörter

Magie, Religion, Rationalität, Wissenschaft, Evolutionismus, Intellektualismus, Symbolismus, Émile Durkheim, James G. Frazer, Stanley J. Tambiah, Religionswissenschaft, Ethnologie, Kolonialismus, Ritual, Begriffsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretische Auseinandersetzung der Religionswissenschaft und Ethnologie mit dem Begriff der Magie und wie dieser historisch konstruiert und bewertet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Magiekonzepten, der Trennung von Religion und Wissenschaft sowie der kritischen Diskussion über die vermeintliche Rationalität oder Irrationalität magischen Denkens.

Welche zentrale Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Die Autorin untersucht, ob der Begriff „Magie“ aufgrund seiner historischen und ethnozentrischen Belastung überhaupt als analytisches Werkzeug taugt oder ob er vermieden werden sollte.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es handelt sich um eine theoriegeschichtliche Analyse, die einschlägige Fachliteratur und die Modelle bedeutender Denker wie Frazer, Durkheim und Tambiah vergleichend gegenüberstellt.

Welche Strömungen werden im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die evolutionistisch-intellektualistische Strömung und die darauf folgende symbolistische Strömung, um unterschiedliche Interpretationsweisen zu kontrastieren.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wesentliche Begriffe sind neben „Magie“ und „Religion“ vor allem „Rationalität“, „Kausalität“, „Sympathie“, „Soziale Integration“ und „Symbolischer Gehalt“.

Wie unterscheidet sich Durkheims Verständnis von Magie von dem Frazers?

Während Frazer Magie als eine Art fehlerhafte Frühform der Wissenschaft betrachtet, definiert Durkheim Magie soziologisch über das Fehlen einer organisierten „Kirche“ und stellt sie dem sozialen und integrativen Charakter der Religion gegenüber.

Was bedeutet der Begriff „prospective magic“ nach Tambiah?

Tambiah verwendet diesen Begriff für Magie, die als Anzeichen eines kommenden Ereignisses verstanden wird, wie beispielsweise bei bestimmten Fruchtbarkeitsriten.

Warum wird der Begriff der Rationalität in der Arbeit kritisch hinterfragt?

Die Autorin betont, dass Rationalität ein zutiefst europäisch geprägtes Konzept ist, dessen Anwendung auf außereuropäische Kulturen oft zu einer ungerechtfertigten Abwertung als „irrational“ führt.

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Details

Titel
Konzepte zu Magie und die Frage der Rationalität
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Rationalität & Rationalisten
Note
1,7
Autor
Caroline Dorsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V151322
ISBN (eBook)
9783640628803
ISBN (Buch)
9783640628636
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Magie Religion Rationalität Theorien der Evolutionisten - Intellektualisten - Symbolisten Entstehung und Besetzung des Magiebegriffs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Dorsch (Autor:in), 2008, Konzepte zu Magie und die Frage der Rationalität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151322
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Leseprobe aus  16  Seiten
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