Beispiel Wassermanagement - Der Aralsee


Seminararbeit, 2009

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis:

Einleitung:

1. Der Naturraum des Aralseebeckens
1.1 Lage und Grenzen
1.2 Relief
1.3 Klima
1.4 Vegetationszonen und Böden
1.5 Die Wasserressourcen
1.6 Der Aralsee

2. Der Mensch im Aralseebecken
2.1 Landnutzung
2.2 Der Rückgang des Aralsees
2.3 Die zunehmende Salinität im Aralsee
2.4 Rückkopplungseffekte

3. Wassermanagement als ein Weg aus der Krise?
3.1 Wasserbeschaffungsmanagement (Water Supply Management)
3.2 Wasserbedarfsmanagement (Water Demand Management)
3.3 Was bringt die Zukunft?

Schluss:

Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Durchschnittliche Lufttemperatur im Januar und Juli (UNEP, 2005, S. 19)

Abbildung 2: Entwicklung des Zuflusses und der Wasserfläche des Aralsees, sowie der Bewässerungsfläche von 1910 bis heute (nach Gebhardt et al., 2007, S. 1004)

Abbildung 3: Veränderung der Oberfläche des Aralsees (nach UNEP, 2002)

Abbildung 4: Veränderung des Volumens, der Oberfläche, des Pegelstandes und des Mineralgehaltes des Aralsees zwischen 1960 und 1995 (nach FAO, Aquastat - The Aral Sea basin - Irrigation development in the basin and the drying up of the Aral Sea)

Abbildung 5: Entwicklung der Bevölkerung, der bewässerten Flächen und der Wasserentnahme im ASB (nach FAO, Aquastat - The Arals Sea basin - Irrigation development in the basin and the drying up of the Aral Sea)

Tabellenverzeichnis:

Tabelle 1: Landressourcen des ASB (nach UNEP, 2005).

Einleitung:

Der Aralsee war 1960 mit einer Ausdehnung von 66.000 km² der viertgrößte See auf der Erde. Bewässerungsprojekte, die mit der Entnahme von Wasser aus den Zuflüssen des Sees bewerkstelligt wurden, stellten einen großen Eingriff in seinen Wasserhaushalt dar. Dies ließ den Aralsee zwischen 1960 und 2007 auf etwa ein Viertel seiner einstigen Fläche zurückgehen. Der Salzgehalt im See erhöhte sich um das Vierfache (Mauser, 2007).

Das Ökosystem Aralsee, dass sich einst als Erholungsgebiet Zentralasiens mit seiner Vielzahl an Feuchtbiotopen, Tierarten und reichen Fischbeständen auszeichnete, wurde dadurch immer mehr zerstört. Zudem brachten Rückkopplungseffekte, die sich aufgrund der Veränderungen des Sees und der intensiven großflächigen Bewässerung einstellten, weitere Probleme mit sich (Grambow, 2007; Mauser, 2007).

Im Rahmen dieser Hauptseminararbeit wird die Wirkungskette aufzeigt, die zu den oben beschriebenen Problemen in der Aralseeregion geführt haben.

Ausgehend von den natürlichen Gegebenheiten des Aralseebeckens (Aral Sea Basin ASB), wird im Folgenden auf die Nutzung dieses Großraums durch die dort lebenden Menschen, sowie auf die Folgen für den Aralsee und die Region eingegangen.

Am Ende zeigt diese Arbeit Handlungsmöglichkeiten auf, wie man im Sinne eines nachhaltigen Wassermanagements den Problemen im ASB begegnen könnte.

1. Der Naturraum des Aralseebeckens

Dieses Kapitel befasst sich mit den naturräumlichen Gegebenheiten der Aralseeregion. Dabei wird die geographische Lage der Region, deren Ausdehnung und Grenzen, das Relief, sowie das vorherrschende Klima, die Böden und die Vegetation beschrieben. Abschließend werden die Wasserressourcen und der Aralsee behandelt.

1.1 Lage und Grenzen

Die Aralseeregion liegt im Herzen von Eurasien. Sie setzt sich aus dem gesamten Staatsgebiet von Tadschikistan und Usbekistan, einem Großteil von Turkmenistan, drei Provinzen von Kirgisistan (Osh, Jalalabad und Naryn), sowie dem südlichen Teil von Kasachstan (Provinzen Kyzil-Orda und Süd Kazakh), als auch den nördlichen Gebieten des Iran und Afghanistan zusammen. Das ASB erstreckt sich von 55°00´ bis 78°20´ östlicher Länge und 33°45´ bis 51°45´ nördlicher Breite und hat eine Fläche von 2,7 Millionen km², von denen 2,4 Millionen km² innerhalb der Grenzen fünf ehemaliger Staaten der UdSSR liegen (UNEP, 2005). Das Aralseebecken überschneidet sich damit auch fast gänzlich mit der Fläche Zentralasiens (CAWATERinfo ± Location, Geomorphology, Landscape). Die Bundesrepublik Deutschland hat zum Vergleich eine Fläche von etwa 357.000 km² (Statistisches Bundesamt Deutschland).

1.2 Relief

Das Relief im ASB besteht aus Flachland und Gebirgen. Flachlandgebiete sind das Kazakh Tafelland und das turanische Tiefland. Ersteres befindet sich im nördlichen Teil der Ebene und ist ein hügeliges, zum Teil mit kleineren Bergen versehenes, Gebiet mit Höhen zwischen 200-500 m. Das turanische Tiefland ist im turanischen Plateau gelegen und erstreckt sich über die südlichen Gebiete der Ebene mit Höhen von 43 m unterhalb Normalnull (NN) in der Sary- Kamysch Senke bis etwa 200 m überhalb NN. Innerhalb des Flachlands gibt es weitere Wüs- ten. Zu nennen sind hier die Karakum-, Kyzilkum- und die Muyunkumwüste, die durch Dü- nen aus Quarzsand charakterisiert sind. Im Süden der Region erstreckt sich noch das höher gelegene Plateau Usturt. An das turanische Tiefland grenzt das Hügelland der Kopet-Dag- Berge und Parapamize in Turkmenistan.

Im Südwesten befindet sich ein Gebiet, dass teils aus Hügelland, teils aus hohen Bergen des Pamirs, Pamiro-Alai und Tien Shan besteht und mehr als 800 Gebirgsgletscher enthält (UNEP, 2005). Kirgisistan und Tadschikistan sind zu 90 % mit Bergen bedeckt, was beiden Länder zwar ein Monopol auf die Wasseransammlungen innerhalb des ASB verleiht, aber auf der anderen Seite wenig landwirtschaftlich nutzbares Land übrig lässt. In Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan dagegen sind mehr als 50 % der Fläche von Wüsten bedeckt und weniger als 10 % machen Gebirge aus (CAWATERinfo ± Location, Geomorphology, Landscape). Es gibt im Aralseebecken sehr hohe Berge. Der Höchste ist mit 7495 m sogar sehr hoch und befindet sich im nördlichen Bereich des Pamir-Gebirges in Tadschikistan (FAO, Aquastat ± Geography, Climate, Population ± Central Asia).

1.3 Klima

Die Region Zentralasien ist durch seine geographische Einordnung aus Abschnitt 1.1 einem kontinentalen Trockenklima zuzuordnen. Solche Gebiete liegen in einer Breitenlage von 35° und 55° N und werden meist durch eine Lage im Regenschatten von Gebirgen, die Niederschlage aus Richtung der Meere abhalten, gekennzeichnet. Generell lassen sich hohe Schwankungen im Jahresgang der Temperatur feststellen. So bestimmen im Winter vorwiegend kontinentale polare Luftmassen und im Sommer lokal entstandene trockene kontinentale Luftmassen das Klima (Strahler A., Strahler A., 2005).

Es herrschen zudem durchschnittlich geringe und unregelmäßige Niederschläge, große Unter- schiede zwischen den Temperaturen innerhalb eines Tages und auch zwischen den Jahreszei- ten, hohe solare Einstrahlung und eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit (CAWATERinfo ± Climate).

Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen Lufttemperaturen im ASB für die Monate Januar und Juli.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Durchschnittliche Lufttemperatur im Januar und Juli (UNEP, 2005, S. 19).

Die durchschnittliche Julitemperatur liegt im gesamten Tiefland bei etwa +30 °C. In den hö- heren Lagen kühlt sich die Luft ab, ist mit etwa +10 °C in den Hochlagen aber immer noch recht warm. Besonders heiße Gebiete sind die Steppen und Wüsten. Die durchschnittlichen Januartemperaturen reichen im Tiefland von -10 °C im Norden bis +10 °C im Süden. Die käl- testen Regionen sind die hohen Gebirgszüge, wo die Temperaturen auf -30 °C und tiefer fal- len. Im Tiefland gibt es Temperaturunterschiede zwischen Januar und Juli von etwa 50 °C. Dieser Effekt mildert sich von Norden nach Süden etwas ab. Im Iran sind die Unterschiede weitaus geringer und liegen nur noch bei etwa 20 °C über das Jahr. Im Gebirge ändert sich die Temperatur, je nach Höhenlage, um etwa 30 °C im Jahr (siehe Abbildung 1).

Bei der Betrachtung des Niederschlages lassen sich ebenfalls große Unterschiede in der jähr-lichen Niederschlagssumme und deren Verteilung aufzeigen. Das Aralseebecken wird zwar häufig von feuchten Winden überquert, doch der Großteil wird an den sehr hohen Bergen im Süden und Südosten abgefangen, was dort zu ergiebigen Niederschlägen von jährlich 1.500-2.500 mm führt. Die Niederschläge betragen in den Tiefländern und Tälern hingegen nur circa 100-200 mm/Jahr. Im Vorland der Gebirge steigen die Niederschläge dann auf etwa 200-600 mm/Jahr. Der trockenste Bereich befindet sich südlich des Aralsees. Dort fallen über das Jahr weniger als 100 mm oder teilweise auch gar kein Niederschlag (UNEP, 2005). In München beträgt die mittlere Jahresniederschlagssumme zum Vergleich 950 mm (Landeshauptstadt München, Referat für Umwelt und Gesundheit).

1.4 Vegetationszonen und Böden

Aus Abschnitt 1.3 lassen sich für die Aralseeregion kalte Winter und heiße Sommer ableiten, bei ganzjährig sehr geringen Niederschlägen im Flachland. Unter diesen Bedingungen bilden sich sogenannte Aridisole aus. Diesen Bodentyp findet man in Halbwüsten- und Wüsten- Subtypen der trockenen tropischen, subtropischen und Mittelbreitenklimate. Extrem seltene Regenfälle oder leichter Regen, der teilweise noch von der spärlichen Vegetation abgefangen wird, dringen oft nicht in den Boden ein. So enthalten diese Böden während der meisten Zeit, in der Pflanzenwachstum aufgrund der Temperaturen möglich wäre, kein bzw. zu wenig Bo- denwasser, was einen fast ständigen Bodenwassermangel für die dortige Vegetation erzeugt. Dies führt dazu, dass sich nur Pflanzen ansiedeln können, die sich an längere Trockenperio- den angepasst haben. Unter Bewässerungsbedingungen kann jedoch eine Vielzahl von Acker- pflanzen angebaut werden, die hohe Erträge liefern können (Strahler A., Strahler A., 2005).

Die Aralseeregion ist weitgehend von Wüsten und Halbwüsten geprägt. Der Norden zeichnet sich dabei durch Halbwüsten und Steppen aus, wohingegen der südliche Bereich bereits groß- teils eine Vollwüste darstellt. Es gibt jedoch auch Schwemmlandgebiete, die örtlich in Fluss- tälern, besonders aber in den breiten Flussdeltas des Syrdarya und Amudarya vorkommen. Dort befinden sich auch die sogenannten Tugays. Das sind bewaldete Gebiete, die zumindest periodisch überschwemmt werden. Die daraus resultierenden ergiebigen Einträge von Feuch- tigkeit und wertvoller Sedimentfracht, lassen üppige Wälder und Feuchtbiotope auf diesen Flächen gedeihen (UNEP, 2005).

1.5 Die Wasserressourcen

Die Wasserressourcen des ASB bestehen aus sich erneuernden Oberflächenabflüssen und Vorkommen von Grundwasser. Die Aralseeregion beinhaltet zwei große Flusseinzugsgebiete (CAWATERINFO ± Formation of the surface flow).

Zum einen ist der Syrdarya zu nennen. Er ist der mit 3.019 km längste Fluss Zentralasiens und spielt für die Bereitstellung von Wasser im ASB nach dem Amudarya die wichtigste Rolle. Sein Einzugsgebiet beträgt 219.000 km². Der Ursprung liegt im zentralen Tien Shan Gebirge. Den Namen Syrdarya trägt der Fluss, nachdem sich die Teilflüsse Naryn und der Karadarya vereinigt haben. Der Fluss wird von Gletscher- und Schneeschmelzwasser gespeist, wovon Letztere einen höheren Beitrag liefern. Der Abfluss setzt im April ein und führt große Mengen Wasser vom Frühling bis in den Sommer. Der größte Abfluss entfällt auf den Juni. Etwa 75 % des Abflusses stammen aus Kirgisistan. Von da aus fließt das Wasser über Usbekistan und Tadschikistan in den nordöstlichen Teil des Aralsees, der in Kasachstan liegt. Etwa 15,2 % des Wasserflusses kommen aus Usbekistan, 6,9 % aus Kasachstan und 2,7 % aus Tadschikis- tan (CAWATERinfo ± Formation of the surface flow).

Der zweite Fluss ist der Amudarya. Er ist der am Abfluss gemessen größte Fluss in Zentral- asien und hat eine Länge von 2.540 km. Sein Einzugsgebiet beträgt 309.000 km². Er trägt seinen Namen, nachdem sich die Flüsse Pyandzh und Vaksh, die im Pamir Gebirge entsprin- gen, vereinen. Im Mittellauf erhält der Amudarya drei große Zuflüsse auf seiner rechten Seite durch die Flüsse Kafirnigan, Surhandarya und Sherabad. Auf seiner linken Seite mündet der Kunduz in ihn. Flussabwärts erhält der Fluss dann keine weiteren Zuflüsse mehr. Er wird zum größten Teil von Schmelzwasserströmen gespeist, die im Sommer am stärksten und zwischen Januar und Februar am schwächsten ausgeprägt sind. Zwischen Kerky und Nukus durchquert der Amudarya eine weite Ebene und verliert einen Großteil seines Wassers durch Verduns- tung und Versickerung. Der Amudarya transportiert die meiste Sedimentfracht aller zentral- asiatischen Flüsse und zählt auch weltweit damit zu den Größten. Den Großteil seines Was- sers, etwa 74 %, bezieht der Fluss aus Tadschikistan. Von da aus fließt er die Grenze zwi- schen Afghanistan und Usbekistan entlang und mündet dann in den südlich gelegenen Teil des Aralsees. Etwa 13,9 % seines Wassers stammen aus Afghanistan und dem Iran, sowie 8,5 % aus Usbekistan (CAWATERinfo ± Formation of the surface flow).

Der durchschnittliche Wasserfluss im Aralseebecken wird auf etwa 116 km³/Jahr geschätzt, wovon etwa 79,4 km³/Jahr auf das Einzugsgebiet des Amudarya und 36,6 km³/Jahr auf das des Syrdarya entfallen. Je nachdem, ob es sich um feuchte oder trockene Jahre handelt, variiert die Wassermenge des Amudarya um 58,6-109,9 km³, die des Syrdarya liegt bei 23,6- 51,1 km³ (CAWATERinfo ± Formation of the surface flow). Der Bodensee hat zum Vergleich ein Wasservolumen von 48 km³ (Statistisches Landesamt Baden Württemberg).

Es ergeben sich somit große Schwankungen in der Wasserverfügbarkeit, was sich sowohl darauf auswirkt, wieviel Wasser jährlich dem Aralsee zukommt, als auch darauf, wieviel von den Menschen genutzt werden kann.

1.6 Der Aralsee

Der Aralsee ist ein End- oder auch Binnensee. Diese sind ökologisch sehr empfindlich Gebil- de, die keine Verbindung zum Meer aufweisen. Sämtliche Verschmutzungen, die in den See eingebracht werden, sammeln sich in ihm an. Das Wasservolumen im See bleibt zwar durch Zuflüsse und Verdunstung in etwa konstant, jedoch bleiben die Verunreinigungen zurück, deren Konzentration mit neuen Einträgen aus den Zuflüssen schließlich ständig erhöht wird (Mauser, 2007). Vor 1960 war der Wasserstand des Aralsees relativ stabil. An seiner tiefsten Stelle hatte der See 69 m, aber große Teile des Sees wiesen Tiefen von nur 30 m und weniger auf. Die durchschnittliche Tiefe schwankte zwischen 52-53 m. Die Fläche des Aralsees betrug damals 68.200 km², wovon etwa 66.000 km² mit Wasser bedeckt waren und die restliche Flä- che innerhalb des Sees in Form von Inseln gelegen war (UNEP, 2005). Der See hatte ein Wasservolumen von etwa 1.060 km³. Der Zustrom durch den Amudarya und Syrdarya betrug 47-50 km³/Jahr. Dazu kam noch ein Grundwasserzufluss von 5-6 km³/Jahr, sowie 5,5-6,5 km³/Jahr an Niederschlägen über dem See. Diese Summe von 57,5-62,5 km³/Jahr glich in etwa die Verdunstung über dem See aus. Der Wasserstand konnte aber, wie in Abschnitt 1.5 erwähnt, immer wieder schwanken, wenn aufgrund erhöhter Temperaturen oder geringerer Niederschläger weniger Wasser den Aralsee erreichte und gleichzeitig viel verdunstete. Die Differenz aus der Menge der sich jährlich erneuernden Oberflächenabflüsse und dem nötigen Zustrom aus dem Amudarya und Syrdarya in den Aralsee, der benötigt wurde, um den Was- serstand des Sees zu halten, stand für andere Nutzungsmöglichkeiten im ASB, etwa für Be- wässerungszwecke, zur Verfügung (FAO, Aquastat ± Water ressources of the Aral Sea basin). Der Einflussbereich des Aralsees grenzte sich von seinem trockenen Umland durch eine aus- geprägte Fruchtbarkeit ab. Dort gab es die in Abschnitt 1.4 beschriebenen Tugay-Wälder in den Mündungsgebieten der beiden Zuflüsse, zahlreiche Feuchtbiotope und einen großen Fischreichtum. Die Menschen konnten durch das dort vorkommende Wasser Ackerbau be- treiben und die Gegend war zu Zeiten der ehemaligen Sowjetunion ein beliebtes Erholungs- gebiet (Grambow, 2007).

2. Der Mensch im Aralseebecken

Abschnitt 1 ging auf die naturräumliche Ausstattung der Aralseeregion ein. Abschnitt 2 be- leuchtet im Folgenden den Einfluss des Menschen, den er aufgrund seiner Nutzung des Lan- des auf die Funktionalität des Ökosystems Aralsee ausübte. Dabei wird das Ausmaß der Landnutzung, deren Folgen und die Reaktion der Menschen vor Ort darauf beschrieben.

2.1 Landnutzung

In Zentralasien war die Landwirtschaft schon immer der Sektor, in dem der Großteil der ländlichen Bevölkerung gearbeitet hat. Heute haben etwa noch 60 % ihren Arbeitsplatz in der Landwirtschaft. Das Wohlergehen der sehr landwirtschaftlich geprägten Region Zentralasien war seit jeher eng mit der Landnutzung verknüpft. Bestellbarkeit und Fruchtbarkeit der Böden waren dafür sehr entscheidende Faktoren. (CAWATERinfo ± Lands).

In Abschnitt 1 wurde eine ungleiche Verteilung von Wasser und Land aufgrund der naturräumlichen Ausstattung der einzelnen Länder und Regionen im ASB festgestellt. So gibt es in den Gebirgsregionen viel Wasser, aber keine Ackerflächen, und im Tiefland gibt es kaum Wasser, aber große Flächen, auf denen Landwirtschaft möglich wäre, sofern man bewässert. Kasachstan und Turkmenistan haben eher gut nutzbares Land zur Verfügung, die anderen Länder sind damit eher spärlich ausgestattet (CAWATERinfo ± Lands).

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Beispiel Wassermanagement - Der Aralsee
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V151331
ISBN (eBook)
9783640628254
ISBN (Buch)
9783640628476
Dateigröße
821 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Wassermanagement, Aralsee, Nachhaltigkeit, Wasser, Management, Übernutzung, Katastrophe, Versalzung
Arbeit zitieren
Franz Maximilian Hummel (Autor), 2009, Beispiel Wassermanagement - Der Aralsee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151331

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