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Verbrechen der Wehrmacht - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer einer gezielten Vernichtung?

Titre: Verbrechen der Wehrmacht - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer einer gezielten Vernichtung?

Dossier / Travail de Séminaire , 2003 , 33 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Schmidl (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - National-socialisme, La seconde guerre mondiale
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Am 22. Juni 1941 begann mit dem Angriff auf die Sowjetunion ein Krieg, der vor allem durch eines
gekennzeichnet war - Vernichtung. Nicht nur die Eliminierung des feindlichen Widerstandes,
sondern die Beseitigung der lebendigen Kräfte des östlichen Nachbarn, war laut Hitler das erklärte
Ziel.1
Erste Erfahrungen mit dieser Art der Kriegführung konnte die deutsche Wehrmacht bereits in
vorangegangenen Feldzügen sammeln. Bereits im Krieg gegen Polen, aber auch später bei der
Besetzung Serbiens, wurde die Wehrmacht geschult und vorbereitet auf die Härte und Brutalität, die
Hitler im kommenden Unternehmen „Barbarossa“ durch die rassen-ideologische
Weltanschauungspolitik der Nationalsozialisten forderte. Manfred Messerschmidt betont in diesem
Zusammenhang, dass im Bezug auf die anvisierten östlichen Gebiete die Feinbilder von Wehrmacht
und Nationalsozialismus nahezu kongruent waren. Der „Realismus des Krieges“ und der
ideologische Krieg als Kriegsnotwendigkeit, verschmolzen zu einer Einheit.2
Der Polenfeldzug als Probelauf des Raub- und Vernichtungskrieges ließ die Art des späteren
Krieges bereits deutlich erkennen. Allerdings scheute sich Hitler damals noch, seine Soldaten zu
reinen Mordgesellen zu degradieren. Für „Säuberungsaktionen“ in den eroberten polnischen
Gebieten versuchte die Wehrmacht die Verantwortung auf Himmlers SS abzuschieben, dennoch -
sie blieb trotzdem in Ghettoisierung, Folter und Liquidierung von ca. 15.000 Juden und polnischen
Intellektuellen involviert. Der Grund dafür ist klar erkennbar, schließlich war sie für die
Unterkünfte, Versorgung und die Kraftfahrzeuge der SS-Einsatzgruppen zuständig. Aber bereits
hier wird in der Wehrmachtsführung eine gewisse Selbständigkeit im Einverständnis mit den
Verbrechen sichtbar. So deklarierte General Georg von Küchler, der Befehlshaber der Heeresgruppe
Nord, den „Volkstumskampf“ zur zweiten Front und verbat sich jedwede Kritik seitens seiner
Untergebenen.3
[...]

1Vgl. Messerschmidt, Manfred: Wehrmacht und Nationalsozialismus. In: Geschichtswerkstatt Marburg e.V. (Hrsg.):
„Ich mußte selber etwas tun“. Deserteure - Täter und Verfolgte im Zweiten Weltkrieg. Schüren 2000. S. 26
2Vgl. ebenda S. 31
3Vgl. Volkmann, Hans Erich: Verbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In: Berkessel, Hans; Klapp, Sabine
(Hrsg.): Mainzer Geschichtsblätter. „Kriegsblätter“ - eine Dokumentation. Mainz 1999. S. 18

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbereitungen der deutschen Wehrmacht vor dem Krieg auf künftige Kriegsgefangene

3. Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen während des ersten Kriegsjahres

4. Fazit: Kriegsgefangenschaft als eine Säule der gezielten Vernichtung?

5. Literatur- und Quellennachweis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener durch die deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob deren massenhaftes Sterben das Resultat einer gezielten Vernichtungsabsicht war oder eine unbeabsichtigte Folge der Kriegführung darstellte.

  • Analyse der rassen-ideologischen Voraussetzungen und Vorbereitungen der Wehrmacht.
  • Untersuchung der Lebensbedingungen, Unterbringung und katastrophalen Versorgungslage der Gefangenen.
  • Vergleich der Behandlung sowjetischer Gefangener mit den Bedingungen an der Westfront.
  • Evaluation von Befehlsstrukturen und direkter Vernichtungspraxis durch Sonderkommandos.
  • Einordnung der Kriegsgefangenschaft als Pfeiler der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.

Auszug aus dem Buch

Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen während des ersten Kriegsjahres

Die Resultate der Entscheidungen, die in der Vorbereitungsphase getroffen worden, ließen eine humane Behandlung und Sicherstellung des Überlebens der sowjetischen Kriegsgefangenen schon in den ersten Kriegswochen nicht zu. Auch wenn den Truppenkommandeuren immer noch ein gewisser Handlungsspielraum gelassen worden war, gab es doch nur noch geringe Möglichkeiten die Situation der Kriegsgefangenen erträglich zu gestalten. Von Beginn an war die Ernährungslage katastrophal. Dazu kam, dass in den ersten Wochen die Ernährungsfrage von den Armeen selbst geregelt und damit auch unterschiedlich gehandhabt wurde. Meldungen, wonach die Verpflegung der Gefangenen nicht schwierig sei, bedeuteten allerdings nicht, dass diese ausreichend ernährt wurden. So erhielten die Gefangenen bei der 11. Armee nach einem Befehl vom 29. Juni täglich höchstens 1300 Kalorien bei Arbeitseinsätzen, was erheblich unter dem Existenzminimum liegt.

Am 6. August wurde erstmals die Ernährung für den gesamten OKW- und OKH-Bereich einheitlich geregelt. Um die „Stimmung“ der deutschen Bevölkerung durch Abstriche in der Ernährung nicht zu gefährden, wurde hier erneut befohlen die Gefangenen nur mit dem Notwendigsten zu verpflegen. In diesem Fall bedeutete das - zumindest theoretisch auf dem Papier - eine Rationsmenge im Wert von 2040 Kalorien, für arbeitende Kriegsgefangene in Höhe von 2200 Kalorien. Jenes war zwar bedeutend höher als einige Anweisungen vom Juli 1941 noch zeigen, in denen zum Beispiel im Stalag II B in Pommern sogar nur ein Nährwert von rund 1000 Kalorien erreicht wurde, dennoch mussten auch die neuen Mengen zwangsläufig zu Unterernährung führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ideologischen Hintergründe des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion und definiert das Ziel der Arbeit, die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener zu untersuchen.

2. Vorbereitungen der deutschen Wehrmacht vor dem Krieg auf künftige Kriegsgefangene: Dieses Kapitel analysiert die logistischen Planungen und die bewusst mangelhafte Vorbereitung auf die erwarteten Massen an Gefangenen seitens des OKW und OKH.

3. Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen während des ersten Kriegsjahres: Das Kapitel dokumentiert die katastrophale Versorgungssituation, Unterbringung sowie die systematische Aussonderung und Liquidierung von Gefangenen.

4. Fazit: Kriegsgefangenschaft als eine Säule der gezielten Vernichtung?: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass das Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen eine von der Wehrmachtsführung geplante und erwünschte gezielte Vernichtung darstellte.

5. Literatur- und Quellennachweis: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur und Quellen für die Hausarbeit.

Schlüsselwörter

Wehrmacht, Zweiter Weltkrieg, Sowjetunion, Kriegsgefangene, Vernichtungskrieg, Unternehmen Barbarossa, Rassenideologie, Massensterben, OKW, Genfer Kriegsgefangenenabkommen, Hunger, Unterbringung, Kriegsverbrechen, Nationalsozialismus, Vernichtungsmaschinerie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg und analysiert, ob deren massenhaftes Sterben das Resultat einer geplanten Vernichtungsabsicht war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die rassen-ideologischen Motive, die logistische Vorbereitung des Vernichtungskrieges, die Verpflegungs- und Unterbringungssituation in den Lagern sowie die direkte Vernichtungspraxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu klären, inwieweit das Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen als gezielte und geplante Vernichtung einer Bevölkerungsgruppe zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Primär- und Sekundärquellen, insbesondere Befehlsdokumenten des OKW, militärischen Anweisungen und Zeugenaussagen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorkriegsplanungen, die verheerenden Lebensbedingungen der Gefangenen, den Vergleich mit der Westfront sowie die Radikalisierung durch Zusammenarbeit mit Sicherheitspolizei und SD.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wehrmacht, Vernichtungskrieg, Sowjetische Kriegsgefangene, Rassenideologie, Hunger, Massensterben und Kriegsverbrechen.

Inwiefern unterschied sich die Behandlung von sowjetischen Gefangenen zu der von alliierten Gefangenen?

Während westalliierte Gefangene weitgehend gemäß internationalem Völkerrecht behandelt wurden, waren sowjetische Gefangene aufgrund der nationalsozialistischen Rassenhierarchie und der Einstufung als „Untermenschen“ rechtlos und gezielter Vernichtung ausgesetzt.

Welche Rolle spielten die Befehle des OKW beim Massensterben?

Das OKW erließ gezielte Anweisungen, die die Ernährung auf ein Minimum reduzierten, völkerrechtswidrige Arbeitseinsätze forderten und den Einsatz von Sonderkommandos zur Ermordung „untragbarer Elemente“ regelten.

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Résumé des informations

Titre
Verbrechen der Wehrmacht - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer einer gezielten Vernichtung?
Université
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Geschichte)
Cours
Hauptseminar: M. Burleighs Gesamtdarstellung "Die Zeit des Nationalsozialismus"
Note
1,3
Auteur
Daniel Schmidl (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
33
N° de catalogue
V15133
ISBN (ebook)
9783638203449
Langue
allemand
mots-clé
Verbrechen Wehrmacht Sowjetische Kriegsgefangene Opfer Vernichtung Hauptseminar Burleighs Gesamtdarstellung Zeit Nationalsozialismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Schmidl (Auteur), 2003, Verbrechen der Wehrmacht - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer einer gezielten Vernichtung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15133
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Extrait de  33  pages
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