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Reineke Fuchs und die Göttin

Neue Erkenntnisse über ein heiliges Tier der Großen Mutter

Title: Reineke Fuchs und die Göttin

Textbook , 2010 , 214 Pages

Autor:in: Klaus Mailahn (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

"Reineke Fuchs und die Göttin" begibt sich auf die Suche nach religionswissenschaftlichen und archäologischen Spuren von Fuchs und Schakal als wichtige Tiere der Großen Muttergöttin sowie ihres Geliebten. Eine Fundgrube besonders für MatriarchatsforscherInnen und allen, die sich mit feministischer Theologie beschäftigen. Auch für an Germanistik (insbesondere dem Reineke Fuchs-Kreis) Interessierte bietet die Arbeit einige interessante Anhaltspunkte. Den Abschluss bildet der Versuch einer Entwicklung und Chronologie über die Formen des Fuchsglaubens weltweit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

VORWORT

FUCHSGLAUBE IN ÄLTESTER ZEIT

FUCHSHÖHLEN UND TOTENKULT

DER FUCHS IN DER FRÜHZEIT DER GYNÄKOKRATISCHEN ÄRA

DER FUCHS IM FRUCHTBARKEITSKULT UND HIEROS GAMOS

VON DER GÖTTIN ZUR HEXE – DER BEGINN DER DÄMONISIERUNG

SUMER/BABYLONIEN

IŠTAR UND IHR SCHAKAL

DER FUCHS IM MYTHOS VON ENKI UND NINHURSANGA

DER SCHAKAL MIT DEM SCHLÜSSEL

DER FUCHS ALS TIER GUTEN OMENS

ÄGYPTEN, SUDAN

DIE FRAUEN VON KUSCH UND DER FUCHS

DER FUCHS KUAUDIT BEIM DINKA–VOLK

DAS ZEICHEN „MŚ“ UND EIN FUCHS–KULTOBJEKT

ZENTRALASIEN

DER FUCHS IN MONGOLISCHEN EPEN

Die Füchsin Müriγen und die Doloγan ebügen

Bajan Boroldsoi Khan

Diverse Epen

INDIEN

MATRIARCHALISCHE SPUREN

FUCHS– UND SCHAKALSPUREN

MAHĀMĀYĀ UND ŚIVA

DIE WICHTIGSTEN SCHAKALSTELLEN DES MAHĀBHĀRATA

Schakale im Mythos von Sāvitrī

Der Schakal beim Raub der Draupadī

Der König, der als Schakal wiedergeboren wurde

Geier und Schakal – ein Toter ersteht wieder auf zum Leben

Vaiśya und Kāśyapa

DER SCHAKAL IM RĀMĀYANA

FUCHS UND SCHAKAL IM DEVĪ–BHAGAVATA–PURĀŅA

Drei Stellen über den Fuchs

Der „Schakal Sudarśana“ und Saśikalā

DER SCHAKAL, DIE HEILIGEN UND DIE GÖTTIN

Rāmprāsad Sen

Rāmakŗşņa

Vāmākşepā

DER SCHAKAL IN MÄRCHEN, SAGEN UND VOLKSGLAUBEN

Die Weisheit des Schakals

Warum der Fuchs Mahādeos Wachmann genannt wird

Die Waldkönigin (Banawati Rānī)

Die Hochzeit der Schakaltochter

„Rajah Schakal“

Der Schakal als Brautwerber

Das Herz des Schakals

Weitere Spuren im indischen Volksglauben

JAPAN

MATRIARCHALISCHE SPUREN

FUCHSSPUREN IM JAPANISCHEN VOLKSGLAUBEN

Schädelkult: Einflüsse aus Indien, Tibet und der Mongolei

Fuchshügel und Grabkammern als Heiligtümer

Die tiefere Bedeutung der Fuchslöcher

Mutterleibsähnliche Torii im Inari–Schrein

Der Ursprung der Reispflanzen

Gaben vom Fuchs

Die Tradition der Schamaninnen und der Fuchs

Yoni und Lingam – die doppelte Bedeutung der Inari–Statuen

Die Dämonisierung des alten Fuchsglaubens, seine Integration in Shintōismus und Buddhismus

Eine Sarasvatī–Legende

KLEINASIEN

EIN KULTDRAMA AUS ANATOLIEN

GRIECHENLAND, THRAKIEN UND RÖMISCHES REICH

DER FUCHS UND DIE GRIECHISCH–RÖMISCHE GÖTTERWELT

Der Fuchsgott Dionysos und die Göttinnen: Demeter, Athena, Rhea, Hera

Despoina

Aphrodite

Artemis

Eos, Robiga

Mythos und Kult des Orpheus

Die Gründung Roms

Der Mythos von Lavinium

Die Füchsin Maria und die Mutter Gottes

ISRAEL

DER FUCHS UND DER LEVIATHAN

Fuchs und Fische

Das Herz des Fuchses

DER FUCHS IN DER BIBEL

Fuchs und Frau Weisheit

Samsons Füchse

„Fanget uns die Füchse“ – Die Füchse im Hohelied

Sulamith, Maria Magdalena und der Fuchs

BRITISCHE INSELN

Cailleach, Dia Griene und der Fuchs

Der Fuchs in alten keltischen Kulten

Brighid – keltische Göttin, christliche Heilige

St. Sinnach Mac Dara, der „Fuchsheld“

Das Lied von Reynardine und Herr Fox

GERMANIEN, SKANDINAVIEN

DER VERBORGENE FUCHS IN DEN NORDISCHEN MYTHEN

DER FUCHS UND DIE NORDISCHE GÖTTERWELT

Freyja

Freyr

Donar (Thor), Wodan (Oðin)

Loki

Sigyn, Narvi, Vali

DER FUCHS IN NORDISCHEN SAGAS

Refssaga (Sage von Gebe–Ref)

Kroka–Refs Saga

Gisli–Saga

Bósa–Saga

DER FUCHS IN DEN TIEREPEN DES MITTELALTERS

Ecbasis captivi

Ysengrimus

Reinardus Vulpes

Roman de Renart

DER FUCHS AUF DEM RAD DER GÖTTIN FORTUNA

DER FUCHS IM DEUTSCHEN MÄRCHEN UND VOLKSGLAUBEN

Der treue Fuchs

Der goldene Vogel

Die Hochzeit der Frau Füchsin

Oster– und Pfingstfuchs

Die Fuchshexe und ihre Ursprünge im deutschen Volksglauben

Sonstige weibliche Sagengestalten

Afra – christliche Heilige und Göttin mit Bezug zum Fuchs

Der Fuchsteufel

Rinegg in Konstanz

DER FUCHS IN DER NOMMOLOGIE

DIE ENTWICKLUNG DES FUCHSGLAUBENS

VON UPUAUT BIS REINEKE

Zielsetzung & Themen

Das Buch erforscht die kulturhistorische und religionswissenschaftliche Bedeutung des Fuchses als heiliges Symboltier der archaischen Weltmutter und seine spätere Dämonisierung im Zuge patriarchaler Entwicklungen, wobei der Autor Bezüge von Ägypten über den Nahen Osten und Indien bis hin nach Europa und Japan aufzeigt.

  • Religiöse Konnotationen des Fuchses als Begleiter der Großen Göttin und Symbol der Fruchtbarkeit.
  • Die Transformation des Fuchs-Glaubens durch patriarchale Eroberungen und die christliche Umdeutung.
  • Untersuchung von Fuchssymbolik in Mythologie, Märchen und Sagen weltweit.
  • Die Rolle des Fuchses als Totemtier und seine Verbindung zu Jenseitsvorstellungen und Wiedergeburt.
  • Die geschichtliche Verbindung des Fuchses zu den Themen Sexualität, Tod und göttlicher Weisheit.

Auszug aus dem Buch

Fuchshöhlen und Totenkult

Schon seit der Frühgeschichte unseres Planeten, genauer gesagt seit dem Miozän, wo sich vor etwa 12 Millionen Jahren die Fuchslinie von der Wolfslinie abspaltete, existierte der Fuchs als Tier, das die Gewohnheit hatte, seine Behausungen in der Unterwelt, vor allem in Erdhöhlen anzulegen. Dieses Verhalten blieb über Jahrmillionen hinweg bestehen, auch beim Auftreten des Homo sapiens, bis in die heutige moderne Zeit. Da die Menschen von alters her Grabanlagen und Grüfte für ihre Verstorbenen anlegten, bot sich dem Fuchs bald ein weiterer Raum für seine Wohnstätte. Die Gräber waren und sind für ihn auch deshalb sehr reizvoll, weil ihn das Fleisch der Toten anlockte und es für ihn ein unerwartetes Nahrungsangebot darstellte.

In der Beobachtung unserer Vorfahren musste der Fuchs offenbar eine Verbindung mit dem Totenreich und dem Jenseits haben, daher wurde er verehrt. Folglich schien er auch mit Totengöttern und den Ahnen verbunden zu sein, und man glaubte vielerorts, dass er in diesen weiterlebe. Von daher rührt beispielsweise der Kult, den wir in einer Sage aus Nunivak, eine von japanischen Einwanderen bewohnte Insel im Beringmeer, wiederfinden. In dieser heißt es, dass den Toten an den Fuchslöchern geopfert wird. Diese Sitte bringt dem Helden Glück: Indem er selbst den Mut hat, in ein Fuchsloch zu schlüpfen, kann er seine Frau, die aus dem Fuchsvolk stammte, und die von den Menschen seines Dorfes wegen ihres füchsischen Aussehens so schlecht behandelt wurde, dass sie schließlich floh, wieder zurückgewinnen. In einem ursprünglicheren Sinn der Sage, die sicher auf einen viel älteren Mythos gründet, bezeichnet das Verlassen den Tod, der Gang in das Fuchsloch dagegen das Zurückholen aus dem Jenseits, sprich: die Erweckung vom Tode.

Zusammenfassung der Kapitel

FUCHSGLAUBE IN ÄLTESTER ZEIT: Dieses Kapitel erläutert die prähistorischen Ursprünge der Verehrung des Fuchses als Tier der Unterwelt und sein Totem-Potenzial in Bezug auf den Totenkult.

SUMER/BABYLONIEN: Der Fuchs und Schakal werden hier in ihrer Rolle als Begleiter der Liebesgöttin Ištar und als Symbole des Todes im Gilgameš-Epos analysiert.

ÄGYPTEN, SUDAN: Hier wird die Verknüpfung des Schakals mit dem ägyptischen Totengott Anubis und die Rolle des Fuchses als Amulett für Frauen thematisiert.

ZENTRALASIEN: Die Bedeutung des Fuchses in mongolischen Epen als "Urahnin" und seine komplexe Rolle im Kontext religiöser Opferrituale steht hier im Vordergrund.

INDIEN: Dieses umfangreiche Kapitel beleuchtet die Rolle von Fuchs und Schakal im Matriarchat, in den hinduistischen Epen (Mahābhārata, Rāmāyana) und als Begleittiere der Göttin Kālī.

JAPAN: Der Inari-Kult und die Rolle des Fuchses als spiritueller Bote und Fruchtbarkeitssymbol werden hier ausführlich anhand von Tempeln und Schamanen-Traditionen dargestellt.

Schlüsselwörter

Fuchs, Schakal, Große Göttin, Matriarchat, Totenkult, Fruchtbarkeit, Jenseits, Mythen, Tierepen, Dämonisierung, Wiedergeburt, Inari, Dionysos, Volksglaube, Archetypus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?

Es geht um die globale Verbreitung und die religionsgeschichtliche Bedeutung des Fuchses und des Schakals als heilige Tiere der archaischen Muttergöttin.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Das Buch verbindet Ethnologie, Mythologie und Religionswissenschaft, um zu zeigen, wie sich der Fuchskult über verschiedene Kulturen und Epochen hinweg entwickelt hat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Fuchs ursprünglich ein positives Symboltier matriarchaler Ären war und erst durch spätere patriarchale Systeme dämonisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine breite Analyse von Mythen, Sagen, archäologischen Funden und religionsgeschichtlichen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Regionen wie Ägypten, Indien, Japan, den Nahen Osten und Europa und zeigt die dortigen Entwicklungen des Fuchsglaubens auf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Totenkult, Fruchtbarkeit, Dämonisierung und die Rolle der Muttergöttin charakterisiert.

Warum wird der Schakal oft mit dem Fuchs gleichgesetzt?

Aufgrund der morphologischen Ähnlichkeit und der teils deckungsgleichen religiösen Funktionen in den untersuchten Kulturen werden Fuchs und Schakal oft als Synonyme innerhalb des gleichen mythologischen Kontextes verwendet.

Welche Rolle spielt die Nommologie in der Arbeit?

Die Nommologie dient als übergreifendes, symbolisches Modell, um die Weltgeschichte und die Position des Fuchses als Symbol für "Versteck" und "Schlüssel" zu deuten.

Excerpt out of 214 pages  - scroll top

Details

Title
Reineke Fuchs und die Göttin
Subtitle
Neue Erkenntnisse über ein heiliges Tier der Großen Mutter
Author
Klaus Mailahn (Author)
Publication Year
2010
Pages
214
Catalog Number
V151386
ISBN (eBook)
9783640645954
ISBN (Book)
9783640646159
Language
German
Tags
Fuchs Schakal Mythologie Matriarchat Frau Kult Göttin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Mailahn (Author), 2010, Reineke Fuchs und die Göttin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151386
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